Power(?)VCR II
14.07.2003
Pro:
Tut größtenteils was es tun soll
Kontra:
Sehr Träge in der Bedienung, stürzt hin und wieder ab
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Benutzerfreundlichkeit
Stabilität:
mehr
 Arminator
Über sich:
Wurde '74 geboren. Bin jetzt endlich wieder "e Pälzer". Ansonsten geht es mir gut.
Manchm...
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Nachdem mein mittlerweile 15 Jahre alter Grundig Videorecorder dazu übergegangen ist, Videobänder nur noch zu verspeisen, statt sie abzuspielen, suchte ich für das Zeitalter der DVD ein Programm mit dem ich Fernsehbilder "on the fly" als MPEG-Video speichern konnte um sie später auf eigene VideoCDs zu bannen. Nachdem ich sehr begeistert von Cyberlinks PowerDVD war, probierte ich die Testversion von PowerVCRII 3.0 aus.
Obwohl das Programm das tut, was man von ihm verlangt, nämlich Videos aufzeichnen oder TV Zeitversetzt widerzugeben, ärgern mich einige Bedienungsschwächen so sehr, daß ich mich noch nicht durchringen konnte, für dieses Produkt Geld auszugeben, wenn man mit dem kostenlosen VirtualDub und TMPGEnc auch Videos als AVI capturen, nachbearbeiten und in MPEG komprimieren kann. Doch zunächst zu den Funktionen von PowerVCRII. Hat man nach der Installation des Programms auch einen WMA Treiber für seine TV Karte installiert (alte Video For Windows Treiber funktionieren nicht), kann man PowerVCR starten und bekommt 3 Bedienfelder angezeigt. Einmal ein Videofenster, in dem das TV oder Kamerabild angezeigt wird, mit Schaltflächen um das Bild immer im Vordergrund festzupinnen, das Bild zwischen halber größe und normaler Größe hin und her zu schalten und bei einer TV Karte eine Vollbildansicht mit einer Mosaikartigen Senderübersicht. Dann gibt es eine Videorecorder-ähnliche Bedienleiste mit Standard-Knöpfen für Aufnahme, Pause, Stop und Play, ein paar Setup und Hilfe Knöpfe und ein Display was den Benutzer über verbleibenden Plattenplatz, bereits aufgenommene Videogröße und Zeit informiert und einen "Power"-Knopf. Ein "Hauptbedienfeld" schaltet PowerVCR in verschiedene Arbeitsmodi um: Normale Videoaufnahme, Zeitversetztes (Time Shift) TV, Zeitplangesteuerte Aufnahme, Videoschnitt und -konvertiertung, eine DV Aufnahme von der digitalen Videokamera und der Web-Dienst i-Power.
Bei der Videoaufnahme bzw. Time Shift wählt man erst umständlich den Fernsehsender aus, den man sehen möchte. Dies setzt voraus, daß man zunächst beim ersten Start von PowerVCR einmal einen automatischen Sendersuchlauf durchgeführt hat. Danach kann man immer aus einer fertigen Liste die gewünschten Sender auswählen. Hier gibt es schon gleich einen Kritikpunkt: Die Senderauswahl ist träge und zäh wie ein alter Kaugummi an der Schuhsohle. Während ein Senderwechsel mit der TV-Karten eigenen Software blitzschnell geht, klickt man auf einen Sender und wartet etwa anderthalb Sekunden bis sich etwas ändert. Schlimmer wird es, wenn man versehentlich auf einen "toten" Kanal klickt und dann etwa 5 Sekunden vor einem eingefrorenen PowerVCR sitzen muß, bis man einen anderen Sender auswählen kann. Auch die Methode wie man Sender auswählt ist nicht sonderlich komfortabel. Entweder hangelt man sich ins Setup-Menü und wählt dann aus der Kanal-Liste das gewünschte Programm aus, oder aber man muß in der "Mosaik" übersicht warten, bis das Programm am Sender vobeigezappt hat. Warum kann man nicht wie beispielsweise bei Hauppauges "WinTV" mit einem Rechtsklick eine Senderliste am Videofenster bekommen um so den Sender direkt auszuwählen? Dann kann man sich aus verschiedenen Profilen aussuchen in welcher Aufnahmequalität man das Video haben möchte. Fast VHS qualität bietet das VCD-Profil, was mit 25 Bildern/sec (PAL) in MPEG1 aufzeichnet. Ein Pentium III 450 MHz wird hier von dem Programm empfohlen. Bessere Qualität bietet das DVD Profil, was in MPEG2 Qualität komprimiert und nach einem 650 MHz Rechner verlangt. Hat man mehr Prozessor-Power unter der Haube, kann man höhere Auflösungen oder Bildverbesserer zuschalten (z.B. ein Filter der Bildrauschen unterdrückt).
Obwohl man in jedem Profil nach Herzenslust rumdoktern kann bis hin zur Einstellung wie I, P und B Frames in einer GOP Struktur des MPEG Videos angelegt werden, feht eine Einstellung für die Bildrate. Erstelle ich ein eigenes Profil, werden immer NTSC üblichen 29,9 Bilder pro Sekunde eingestellt. Eine Möglichkeit 25 PAL Bilder pro Sekunde auszuwählen fehlt. Außerdem sollte man noch auswählen, von welcher Ton-Quelle der Ton aufgenommen werden soll. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß man tunlichst aufpassen muß, Line-In zu wählen, da z.B. die Einstellung "Was Sie Hören" einer Soundblaster Audigy dazu führt, daß man später ICQ-Oh-Ohs oder Windows-Fehlersounds im Film hören kann. Hat man alles wunschgemäß eingestellt, kann man mit einem Klick auf den Aufnahmeknopf die Aufnahme starten. PowerVCR versucht bei längeren Aufnahmen die Dateien auf CD gerechte 650 MB Häppchen zu splitten. Blöd ist dabei, daß oft mitten in Dialogen dann ein Schnitt vollzogen wird. Außerdem ist es bei VideoCDs so, daß sie in einem Speziellen Format ohne Fehlerkorrekturdaten auf CD gebrannt werden. Das führt dazu, daß man auf eine 650 MB CD bis zu 700 MB Videodaten bekommt. Auf einen 700 MB Rohling etwa 750 MB. Also kommt man um ein manuelles Nachbearbeiten nicht herum.
Man kann glücklicherweise mit der mitgelieferten Schnittsoftware alle 650 MB Schnipsel importieren und dann selber die Schnitte zum CD-Wechsel festlegen. Allerdings ist diese Arbeit schneller und besser in TMPGEnc erledigt. Wenn es auf dem Bildschirm hoch hergeht, sieht man, wie PowerVCR drastisch die Bit-Anzahl zum Kodieren runterfährt, um in Echtzeit mitschneiden zu können. So sieht z.B. die Anfangsszene bei "Eiskalte Engel" wo über den Friedhof geflogen wird, nach grünem Matsch mit grauen Klötzen aus. Dasselbe Video mit VirtualDub unkomprimiert aufgenommen und mit TMPGEnc komprimiert erzielt deutlich bessere Bildqualitat. Vor allem kann man mit einem VirtualDub Filter eventuell Senderlogos vorher entfernen lassen.
Oft passiert es mir, daß PowerVCR nach dem Druck auf Aufnahme das Videobild "verlegt" und nur einen grünen Videoschirm zeigt. Die so erzeugten Videos haben Ton aber nur schwarzes Bild. Dies ist besonders ärgerlich, wenn man zeitgesteuert in Abwesenheit aufnehmen möchte. Die Idee mit i-Power und den in den USA üblichen Electronic Program Guides (EPG) den Zeitassistenten füttern zu können ist nett, aber in Deutschland gibt es keinen mir bekannten EPG Service im Internet. Schade.
Alles in allem ist PowerVCR ein recht durchschnittliches Produkt, mit dem Anfänger schon mal erste Video-Gehversuche machen können (wenn sie nicht durch die oft umständliche Benutzerführung abgeschreckt sind). Oder für die Aufnahme von Gute Zeiten Schlechte Zeiten reichts auch, um auch mal Nachmittags raus zu gehen und sich Abends die Folge anzusehen, bevor man wieder Platz für andere Sachen auf der Festplatte macht. Wer Wert auf gute Videoqualität legt ist mit der Gratis-Lösung VirtualDub und TMPGEnc besser bedient.
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14.07.2003 15:45
Sehr guter Bericht von dir! Einen schönen Tag noch! LG, tylerfan
14.07.2003 15:30
Scheint ja prima zu sein...
14.07.2003 15:30
ist leider für meine Uralt-Workstations nix...