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Finger weg von der DAK

1  26.04.2012

Pro:
haben viele Geschäftsstellen

Kontra:
haben viele Geschäftsstellen, die Geld kosten und nicht hilfreich sind

Mebaer

Über sich:

Mitglied seit:26.04.2012

Erfahrungsberichte:1

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 8 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als hilfreich bewertet

Betr.: Endgültige Ablehnung der Kostenübernahme einer dringend notwendigen medizinischen Behandlung für eine seltene Tropenkrankheit in Höhe von 600.-€ durch die DAK

Sachverhalt :

Im letzten Sommer haben mein Mann, eine weitere Mitreisende und ich uns auf der Insel Tioman in Malaysia mit einem sehr seltenen Erreger der Sarcozystis-Gruppe infiziert. Betroffen war die gesamte Muskulatur und nicht der Magen-Darm-Trakt, wie im Falle einer Infektion mit harmloseren Sarcozystis-Erregern. Die Diagnose wurde erst nach längerer Krankheitsphase und Behandlungsversuche durch die Hausärzte durch das tropenmedizinische Institut in Hamburg gestellt, als weltweit weitere 23 Fälle bei Tropeninstituten gemeldet wurden, die sich alle auf der Insel Tioman infiziert hatten. Der endgültige Befund wurde durch das Tropeninstitut in Hamburg nach einer Muskelbiopsie gestellt.

Die Krankheit ist sehr selten und daher kaum erforscht. Da die gesamte Muskulatur betroffen war, waren wir über Wochen nicht arbeitsfähig und der Zustand verschlechterte sich (Schmerzen, Fieber). Durch den Leiter des Tropeninstitutes in Hamburg und den behandelnden Ärzten wurde nach Abstimmung mit den anderen Tropeninstituten weltweit als einzig mögliche Behandlung das Medikament Eskazole für die betroffenen Patienten verschrieben. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Off-Label Medikament, das für bestimmte schwere Krankheiten (Fuchsbandwurm) zugelassen ist. Weil unsere Krankheit so selten ist, gibt es keine erprobten Medikamente. Wegen der Dringlichkeit und der Verschlechterung des Zustandes habe ich die Kosten nach Ablehnung durch die DAK zunächst selbst getragen. Nach vierwöchiger Einnahme des Medikamentes trat umgehend eine bis heute anhaltende dauerhafte Gesundung ein.

Bei meinem Mann und der weiteren Erkrankten (Beamte) wurden die Kosten problemlos erstattet. Ebenfalls hat die gesetzliche Kasse mhplus bei einer weiteren Betroffenen aus Würzburg, zu der wir Kontakt hatten, die Kosten übernommen. Die DAK hat auch nach einem Widerspruch die Kostenübernahme (600.-€) abgelehnt und ich habe das Medikament selbst bezahlen müssen.

Die DAK beruft sich in ihrer Ablehnung der Kostenübernahme auf eine Stellungnahme eines Arztes des Medizinischen-Dienstes der Krankenkassen (MDK). Zu den Argumenten dieses MDK-Arztes haben die Ärzte des Bernhard-Nocht-Institutes für Tropenmedizin in Hamburg eine umfassende medizinische und juristische Stellungnahme verfasst, die der DAK vorlag. Daraus geht eindeutig hervor, dass es sich um eine dringend notwendige Behandlung einer nicht ungefährlichen Erkrankung handelt, die jahrelange Verläufe und eine dauerhafte Schädigungen des Herzmuskels zur Folge haben kann. Eine Behandlung mit Eskazole sei dringend erforderlich.

Es ist außerordentlich ärgerlich und provozierend, dass die DAK diese ausführliche Argumentation in keiner Weise berücksichtigt hat und lediglich die Begründungen des Arztes des MDK permanent wiederholt. Es ist völlig absurd, dass den medizinisch inkompetenten Argumenten dieses Arztes von der DAK in dieser Sache mehr Kompetenz als international führenden Tropenmedizinern eingeräumt wird.

Die DAK hat somit die an uns Erkrankten weltweit durchgeführte einzige und erfolgreiche Behandlungsmöglichkeit in Höhe von 600.- € für mich abgelehnt und damit einen jahrelangen schwerwiegenden Verlauf in Kauf genommen.

Als langjähriges Mitglied der DAK wurde ich von der Kasse bei dieser seltenen und ungewöhnlichen Krankheit im Stich gelassen.

Ein letztes Schreiben an die DAK mit der Bitte an übergeordneter Stelle zumindest noch einmal eine Kulanzentscheidung zu prüfen wurde ebenfalls abgelehnt .

Auf eine Klage habe ich angesichts des vergleichsweise geringen Streitwertes verzichtet, obwohl nach Ansicht einer behandelnden Ärztin des Tropeninstitutes Hamburg durchaus Aussicht auf Erfolg bestanden hätte.

Die Angelegenheit ist außerordentlich ärgerlich und ich rate nach dieser Erfahrung dringend davon ab, sich bei der DAK zu versichern.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
carnuntum

carnuntum

26.04.2012 16:15

Ich war mit DAK auch unzufrieden, die Leute dort sind sehr unfreundlich, wenigstens in Regensburg.

sokinai

sokinai

26.04.2012 13:26

ich kann durchaus verstehen, dass du in diesem Fall enttäuscht von der DAK bist

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