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Erfahrungsbericht über "DB - allgemein"

veröffentlicht 11.03.2017 | Sydneysider47
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sh-Kommentare und Abklicker ignoriere ich oft. Trauerfall in der Familie, ich muss einiges regeln, das ist wichtiger. - Bitte keine Leserunden! - Tierfutterberichte lese ich nicht.
Durchschnittlich
Pro bequem, ICEs waren 2016 so pünktlich wie nie
Kontra Verspätungen und Zugausfälle, nicht behindertengerecht, umständliche Fahrkartenautomaten
besonders hilfreich
Service
Pünktlichkeit:
Zuverlässigkeit
Dauer des Besitzes/der Nutzung

"Bahnreisen sind oft wie Lottospielen"

Der Hauptbahnhof in Frankfurt am Main - aufgenommen im August 2016

Der Hauptbahnhof in Frankfurt am Main - aufgenommen im August 2016

Liebe Leserinnen, liebe Leser, liebe sh-Gemeinde,

die Deutsche Bahn war einmal sehr zuverlässig und sollte es immer noch sein. Leider hat sich das im Laufe der Jahre stark verschlechtert. So sehr, dass es sich lohnt, über die Deutsche Bahn einen Bericht zu schreiben.

Ich will nicht von „Stuttgart 21“ sprechen (diese Baustelle sieht furchtbar aus, finde ich – und das schon seit Jahren), sondern von einigen Pannen, die sich in den letzten Jahren ereignet haben. Aber positive Erlebnisse gibt es ebenfalls zu vermelden – auch wenn sie selten sind.


Die Geschichte der Deutschen Bahn in Kürze

1949 wurde die „Deutsche Bundesbahn“ als Bahn in Westdeutschland gegründet. Sie bestand genau bis 1993. Viele Mitarbeiter der „Deutschen Bundesbahn“ waren Beamte. Beispielsweise die Mitarbeiter an den Fahrkartenschaltern und auch die Schaffner.

Am 1. Januar 1994 wurde die „Deutsche Bundesbahn“ mit der Bahn der ehemaligen DDR, nämlich der „Deutschen Reichsbahn“ zusammengelegt und in eine AG umgewandelt. Die „Deutsche Bahn AG“ war geboren. Neue Bahnmitarbeiter wurden nicht mehr in den Beamtenstatus übernommen, sondern in ein Angestelltenverhältnis.

(Quelle: de.wikipedia.org und eigenes Wissen/Erleben)


Fahrkarten – es gibt viele Preise

Billig ist Bahnfahren nicht. Auch in Deutschland nicht. Aber ein Trost: in der Schweiz und in Großbritannien ist es teurer als in Deutschland.

Schön, wenn man ein „Fahrkartenschnäppchen“ machen kann und eine günstige Fahrkarte für 19 Euro ergattern kann! So fuhr ich am 3. Mai 2016 für 19 Euro von meinem Wohnort nach Zürich-Oerlikon (Schweiz), wo ich das Konzert von Jeff Lynne’s ELO besuchen konnte.

Ich habe eine „Bahncard 25“, mit der ich immerhin in Zügen und manchen Bussen günstiger fahren kann, als wenn ich ein Normalpreisticket kaufe.

Vergessen darf man natürlich nicht diverse günstige Fahrkarten, die von Bundesland zu Bundesland verschieden sind. In Baden-Württemberg gibt es beispielsweise das „Baden-Württemberg-Ticket“, mit dem man alleine oder mit bis zu vier Personen Züge des Regionalverkehrs und auch viele Busse innerhalb von Baden-Württemberg von Montag bis Freitag ab 9 Uhr benutzen kann. An den Wochenenden kann man schon früher mit diesem Ticket fahren.

In Bayern gibt es ein ähnliches Ticket – das so genannte „Bayern-Ticket“.

In Baden-Württemberg gibt es auch noch das so genannte „Metropol-Ticket“ für 20 Euro, das auch für bestimmte Strecken im Regionalverkehr gilt – aber nicht für Fahrten über Ulm. Damit kann ich beispielsweise vom Landkreis Heilbronn nach Tübingen oder Schwäbisch Gmünd fahren.

Gäbe es nur diese Tickets, wären die Preise der Bahn überschaubar. Es gibt aber so viele verschiedene Fahrkartenpreise, dass auch viele Mitarbeiter der Bahn nicht mehr durchblicken. Darüber wurde schon im Fernsehen berichtet.


Ein Fahrkartenautomat kann einen Fahrgast fast in den Wahnsinn treiben

Ich kaufe meine Fahrkarten für die Bahn gerne am Fahrkartenschalter. Nur muss man da manchmal 2 Euro zusätzlich bezahlen, wenn man Fahrkarten kauft, die man nicht am Automaten „rauslassen“ kann.

Deswegen empfiehlt es sich, eine Fahrkarte am Fahrkartenautomaten zu lösen. Das wäre ja ganz okay, wenn dieser Automat nicht immer so viele Fragen stellen würde! Löse ich zum Beispiel ein „Metropol-Ticket“, weil ich in Stuttgart eine Besprechung in der Schule meines Sohnes habe und noch anschließend noch etwas „shoppen“ will, dann fragt der Fahrkartenautomat immer, wann ich genau zurückfahren will. Ich muss das dann immer eingeben. Das nervt mich! Vor allem, weil ich ja noch nicht genau sagen kann, wann ich zurückfahren werde/kann!

Die „Eintipperei“, bis man endlich eine Fahrkarte hat, ist mühsam. „Eine Reisende“ – „zweite Klasse“ – „nur Nahverkehrszugnutzung“ etc. – für jedes Detail muss ich extra eine Taste auf dem Bildschirm drücken. Ich muss froh sein, dass mich der Fahrkartenautomat nicht noch nach meiner Schuhgröße und meinen Hobbys fragt!

Ich habe durch die langwierigen Eingaben in einen Fahrkartenautomaten schon einmal einen Zug verpasst… Unterdessen bin ich aber schon ziemlich geübt im Umgang mit diesen Automaten – deswegen funktioniert der Fahrkartenkauf schneller.


Die Züge sind durchaus verbesserungswürdig

In meiner Kindheit gab es Eil- und D-Züge. D-Züge waren die schnellen Züge. Wer mit ihnen fuhr, musste einen so genannten D-Zug-Zuschlag bezahlen. Irgendwann kamen die Interregio- und Intercity-Züge (IC) auf – und die D-Züge verschwanden.

Aus den Eilzügen wurden Regionalbahnen und Regionalexpress-Züge – und auch der ICE (Intercity-Express) wurde eingeführt. Wer in ihm reist, reist bequem. Die Züge bieten mehr Platz, entspiegelte Fenster, ein Bordrestaurant. Für die Fahrt in solchen Zügen muss man als Passagier auch viel bezahlen – außer, man kommt an ein Sonderangebot. Interessant ist, dass man an Fahrkartenautomaten und auch im Internet die Fahrpreise für Fahrten mit dem ICE oft nicht einsehen kann.

Die Interregio-Züge gibt es – meines Wissens nach – nicht mehr. Aus vielen von ihnen hat man IC-Züge (Intercity) gemacht.

Die Sitzplätze in den Zügen sind meistens bequem. Auch für Leute, die mit dem Fahrrad reisen oder einen Kinderwagen mit sich führen, gibt es Erleichterungen beim Einsteigen in manche Züge – aber auch entsprechende Sitzplätze und Abstellmöglichkeiten in den Zügen selbst.

Die Sauberkeit der Toiletten könnte man gerade in den ICEs noch verbessern. Vielleicht könnte man Klobrillen, die sich selbst reinigen können, installieren? Das wäre ja mal ein Anfang.


Behindertengerecht? Viele Bahnhöfe sind es nicht!

Modern sind sie – ausgestattet mit Fahrkartenautomaten. An einigen gibt es noch Fahrkartenverkaufsstellen.

Viele Bahnhöfe sind die reinsten Shoppingparadiese. Der in Dresden beispielsweise. Oder der in Frankfurt und in Stuttgart.

Viele Bahnhöfe wurden allerdings im Laufe der letzten Jahrzehnte geschlossen. Vorwiegend traf es die kleineren Bahnhöfe, deren Zugfahrerzahlen der Bahn nicht genug war.

Die Bahnhöfe sollten noch behindertengerechter werden. Es gibt zwar einige Bahnhöfe mit Aufzügen, in die auch ein Rollstuhl reinpasst. Allerdings ist der Platz in den Aufzügen oft zu eng – und mehr als ein Rollstuhl passt auf einmal nicht rein. In Stuttgart gibt es beispielsweise nur einen solchen Aufzug, in dem behinderte Menschen, die im Rollstuhl fahren und von einer Begleitperson geschoben werden, von der Bahnhofshalle in den S-Bahn- oder Stadtbahnbereich kommen. Für eine Großstadt wie Stuttgart ist das viel zu wenig!

Eine Zumutung ist auch der Bahnhof in der Kleinstadt zwischen Heilbronn und Stuttgart, in der ich wohne. Der Zug nach Stuttgart fährt dort grundsätzlich auf Gleis 3 ab. Um Gleis 3 zu erreichen, muss man Treppen nach oben steigen. Und zwar mehr als 20 Stufen. Eine Rampe oder ein Laufband oder einen Aufzug für Menschen mit Behinderungen gibt es nicht. Den Rollstuhl für unseren schwerbehinderten Sohn können mein Mann und ich gar nicht nach oben schleifen. Der Rollstuhl ist sehr schwer – ein Spezialmodell eines Sanitätshauses. Um damit auf dem Boden herumzufahren, ist er geeignet – zum Transport (Schleppen) über Treppen aber nicht.

Wenn man es dann – mit Hilfe einiger freiwilliger Passanten – geschafft hat, das Gleis 3 mit dem Rollstuhl zu erreichen, kann es sein, dass der nächste Zug nach Stuttgart gar nicht rollstuhlgerecht ist. In solche Züge können wir nicht einsteigen und müssen sie fahren lassen. Wenn ein Doppeldeckerzug kommt, ist es manchmal möglich, einen Rollstuhl dort hinein zu schieben. Wenn der Einstieg aber über zwei Stufen nach oben vollzogen werden muss, schaffen wir es gar nicht, den Rollstuhl dort hineinzubringen.

Kein Wunder also, dass wir, wenn wir mit unserem Sohn nach Stuttgart in ein Krankenhaus fahren müssen, doch lieber das Auto nehmen. Oft aber gibt es in Stuttgart Feinstaubalarm (Stuttgart liegt in einem Talkessel und die Luft ist immer wieder sehr schlecht dort), und dann soll man gar nicht mit dem Auto fahren. Irgendwie hat das die Bahn allerdings noch nicht mitbekommen – und wartet mit immer neuen Pannen auf…


Das Personal ist freundlich, aber leider nicht immer

Die meisten Schaffner sind freundlich und geben auch Auskunft, wenn man sie fragt, wann der Zug wo ankommen wird und ob man den Anschlusszug noch erreicht. Allerdings muss man IMMER mit gültiger Fahrkarte den Zug besteigen, sonst kann es sein, dass man ernsthafte Probleme mit dem Zugpersonal bekommt. Vor Jahren konnte man seine Fahrkarte noch im Zug beim Zugpersonal lösen – das ist aber jetzt nicht mehr möglich.

So ist auch schon passiert, dass eine circa 15-jährige Schülerin mit einem Musikinstrument gerade noch den Zug erreichte, aber keine gültige Fahrkarte hatte. Der Schaffner kannte kein Pardon und zwang die Schülerin, an der nächsten Station den Zug zu verlassen. Es war Winter und kalt, die Schülerin hatte offensichtlich kein Telefon und musste einige Kilometer nach Hause durch die Kälte marschieren. Das ist schon einige Jahre her und kam auch in der Zeitung. Der Schaffner bekam Probleme, denn offenbar ist es nicht zulässig, Kinder bis zu einem bestimmten Alter aus dem Zug zu „werfen“, wenn sie keine gültige Fahrkarte haben.

Meine Schwester A., die eine „Bahncard 25“ hat, buchte im Mai 2016 ein Zugticket übers Internet. Leider verrutschte sie in der Zeile und buchte ein Ticket für Reisende bis zu 26 Jahren mit einem günstigen Tarif. Ein Schaffner pflaumte sie dann im Zug an und unterstellte ihr, dass sie die Bahn betrügen wollte. Es kostete sie viele Nerven und Überredungskünste, den Schaffner zu überzeugen, dass er unrecht hatte. An der nächstmöglichen Station bezahlte sie den Aufpreis zu der Fahrkarte, die für sie passend war.

Interessanterweise wäre einer Kollegin von A. fast derselbe Fehler bei der Online-Buchung passiert – auch sie verrutschte in der Zeile und hätte sich fast das falsche Ticket bestellt… Etwas mehr Übersichtlichkeit kann also bei der Auflistung der Preise für die Zugfahrten und diverser Sondertarife nicht schaden!


Die ICE-Züge waren 2016 so pünktlich wie selten – die anderen Züge leider nicht

Seit Jahren ist es leider so, dass einige Selbstmörder meinen, sie müssten ihrem Leben ein Ende setzen, indem sie sich vor fahrende Züge werfen. Die Konsequenzen sind fatal. Viele Lokführer sind durch solche Erlebnisse derart traumatisiert, dass sie auf einmal nicht mehr fähig sind, weiterhin als Lokführer zu arbeiten.

Andere Leute meinen, sie müssten ein Selfie von sich selbst auf den Gleisen schießen. Am besten noch mit einem fahrenden Zug hinter sich. Ich frage mich da immer: „Leute – geht’s noch? Seid ihr verrückt? Es ist lebensgefährlich, was ihr da macht!“

Es gab schon einige Leute, die ihre „Selfiesucht auf den Gleisen“ mit dem Leben bezahlt haben…

Gibt es einen „Personenschaden auf den Gleisen“, wie Selbstmord, Unfälle und Verletzungen, die Züge aufhalten können, genannt werden, so bringt das den ganzen Fahrplan durcheinander. Züge müssen warten, bis Notarzt, Polizei, Feuerwehr etc. den Unfall auf dem Gleis begutachtet haben, Tote und Verletzte abtransportiert wurden und so weiter.

Einmal saß ich in solch einem Zug fest. Deswegen folgt hier…


Die Geschichte, als ich 90 Minuten mit anderen Reisenden in einem Zug festsaß

Am 21.02.2014 (Freitag) passierte das folgende Erlebnis. Ich hatte einen Kurs in Stuttgart besucht. Um 12.15 Uhr erwischte ich den Zug von Stuttgart nach Heilbronn. Mit diesem Zug hätte ich kurz vor 13 Uhr meinen Wohnort erreicht. Das wäre optimal gewesen, denn mein schwerbehinderter Sohn wurde gegen 13.45 Uhr vom Fahrdienst der Malteser gebracht. Um 14.30 Uhr wollten dann mein Mann und ich mit ihm zur Krankengymnastik nach Heilbronn fahren.

Der Zug fuhr pünktlich ab und hielt in Ludwigsburg. Der nächste Halt wäre dann Bietigheim-Bissingen gewesen. Aber kurz davor – am Rande eines Wohnviertels - bremste der Zug stark. Es war kurz nach 12.30 Uhr. Auf einmal kam die Durchsage, es gäbe eine Streckensperrung und wir säßen jetzt auf unbestimmte Zeit fest.

Das war blöd. Mit einigen Passagieren saß ich mitten auf einer Zugstrecke fest - Häuser rechts und links gab es schon - aber keinen Bahnhof. Wir Passagiere versuchten herauszufinden, was los war. Die Zugbegleiterin sagte nicht viel, sie raste durch die Waggons.

Später sahen wir sie wieder – sie hatte geheult. Tatsache war: Wir befanden uns in Asperg bei Ludwigsburg und von einer Brücke aus war jemand auf die Gleise gesprungen. Und genau vor den fahrenden Zug. Der Zugfahrer musste stark bremsen, hatte diese Person zwar nicht überrollt, aber noch „erwischt“. Der Notarzt musste geholt werden, Rettungsdienste und die Polizei. kamen ebenfalls Sie hetzten durch die Waggons, vorbei an uns Reisenden – denn sie mussten sich um die verletzte Person auf dem Gleis kümmern.

Ob die Person auf dem Gleis überlebt hat, habe ich nie erfahren. Weder in der Zeitung, noch im Radio, noch im Internet.

Immer wieder gingen Polizisten durch den Zug, wir sahen auch die Zugbegleiterin mehrmals. Gegen 14.15 Uhr durfte der Zug endlich weiterfahren.

Bis dahin war einiges passiert. Mit dem Handy hatte ich meine Schwägerin B. informiert, dass ich im Zug festsäße. Mein Mann G. stand auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof. Denn die nachfolgenden Züge von Stuttgart nach Heilbronn und von Heilbronn nach Stuttgart fielen erst mal aus. Die Strecke war gesperrt.

Meine Schwägerin B. nahm meinen Sohn in Empfang, der gegen 14 Uhr von den Maltesern gebracht wurde. Sie legte ihn in sein Bett.

Der Zug fuhr gegen 14.45 Uhr auf dem Bahnhof meines Wohnorts ein. Unseren Krankengymnastiktermin mit unserem Sohn konnten mein Mann und ich vergessen. Ich war um 15 Uhr zu Hause, mein Mann kam gegen 15.30 Uhr nach Hause. Ab circa 14.30 Uhr funktionierte auch der Zugverkehr zwischen Stuttgart und Heilbronn wieder.


Weitere Stories über unpünktliche Züge und Züge, die erst gar nicht fahren

Zugfahren zwischen Heilbronn und Stuttgart – das ist immer wieder ein Lotteriespiel

Ein lästiges Übel, das seit Monaten auf vielen Bahnstrecken immer wieder passiert, ist, dass Züge ausfallen und die nachfolgenden Züge sich sehr verspäten. Ich berichte hier von den Missständen auf der Bahnstrecke zwischen Stuttgart und Heilbronn. Hier erfahre ich immer wieder, was vor sich geht, da mein Mann im Großraum Stuttgart arbeitet und mit der Bahn unterwegs sein muss.

Sogar schon unsere Tageszeitung hat davon berichtet. Es kann sein, dass kurz vor 6 Uhr ein Zug ausfällt, der viele Pendler nach Stuttgart zur Arbeit bringen soll. Der nächste Zug fährt, aber er hat 20 Minuten Verspätung. Wenn er endlich kommt, ist er proppenvoll. Er muss die Reisenden, die in zwei aufeinander folgenden Zügen fahren wollten, aufnehmen. Die Reisenden stehen wie Sardinen im Zug, denn Sitzplätze sind rar.

Abends können ebenfalls Züge ausfallen. Sie werden angekündigt, aber kommen dann nicht. Die Reisenden rennen zu einem anderen Bahngleis, an dem sie in einen anderen Zug steigen können. Er fährt eine halbe Stunde später ab – das ist aber jetzt egal, Hauptsache ist doch, dass man nach Hause kommt. Deswegen kann man, wenn man zur Zeit mit der Bahn unterwegs ist, kaum pünktlich sein.


Bei Feinstaubalarm in Stuttgart sollte man auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen – aber die Bahn macht Reisenden das leider sehr schwer

Jetzt folgt die Geschichte darüber, als mein Mann und ich am 27.10.2016 mit unserem Sohn beim Notdienst des Katharinenhospitals (ein Krankenhaus in Stuttgart) waren, weil bei ihm eine Komplikation nach einer Zahnoperation aufgetreten war. Unser Sohn hatte eine dicke Backe bekommen und benötigte Antibiotika.

Ich fuhr also am späten Nachmittag mit dem Regionalzug nach Stuttgart, wo ich meinen Mann gegen 17.30 Uhr traf. Gemeinsam fuhren wir mit dem Bus in das Internat, das unser Sohn besucht. Wir holten ihn ab und fuhren mit ihm (er saß im Rollstuhl) im Bus in Richtung Hauptbahnhof. In der Nähe des Katharinenhospitals stiegen wir aus und gingen zu Fuß dorthin. Es war 18 Uhr.

Dass wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren, war ganz sinnvoll, denn in Stuttgart herrschte wieder mal – wie so oft – Feinstaubalarm. Die Verkehrsteilnehmer wurden aufgefordert, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Wir mussten circa zwei Stunden in der Zahnambulanz des Katharinenhospitals warten. Gegen 20 Uhr wurde unser Sohn von einem Arzt angeschaut, der ein Antibiotikum verschrieb.

Mein Mann und ich brachten unseren Sohn im Bus wieder in "sein" Internat in einen Stuttgarter Stadtteil. Glücklicherweise hatten sich Mitarbeiter des Internats bereit erklärt, das Antibiotikum in einer Apotheke, die Notdienst hatte und die sie kannten, zu holen. Das war toll, so konnten mein Mann und ich nach Hause fahren.

Aber das war recht abenteuerlich. Zugfahren ist allerdings zurzeit sehr abenteuerlich - so dass man sich fragen muss: "Bin ich in einem fortschrittlichen Land oder in einem Entwicklungsland?" Bei den Pannen, die der Bahn schon seit Monaten passieren, versteht man es schon, wenn die Leute lieber mit dem eigenen Auto fahren.

Mein Mann und ich saßen im Zug, der 21.06 Uhr nach Heilbronn abfuhr. Bis Ludwigsburg klappte alles bestens. Dann musste der Zug dort einige Minuten länger im Bahnhof stehen bleiben, um Güterzüge vorbeizulassen. Interessant, die Güterzüge haben bei der Bahn eine hohe Priorität!

Wir zuckelten weiter bis Bietigheim-Bissingen. Dort hieß es, der Zug habe ein technisches Problem und könne nicht weiterfahren. Ein Ersatzzug würde bald kommen. Der kam aber nie.

Nach circa 50 Minuten reparierte der Lokführer die Lok – und das gegen 22.30 Uhr. Es war kalt und dunkel. Irgendwie schaffte er es, die Lok wieder fahrtüchtig zu machen – fuhr etwas auf den Gleisen herum und dockte die Lok dann an die Waggons. Und so fuhren wir endlich weiter. Gegen 23 Uhr waren wir zu Hause – mehr als eine Stunde später als erwartet. Wir waren fix und fertig....


Und wer ist schuld an der ganzen Misere?

Fakt ist, dass die Strecke von Heilbronn nach Stuttgart und von Stuttgart nach Heilbronn ab 2018 von einem anderen Zuganbieter bedient werden wird. Zwar hat die Deutsche Bahn sich beworben, auch weiterhin diese Strecken mit Regionalzügen bedienen zu dürfen – aber die Bewerbung der Bahn enthielt einen Formfehler, und deswegen erhielt die Deutsche Bahn nicht mehr den Zuschlag.

Wer ab 2018 der Betreiber der Züge ist, die diese Strecken fahren werden, weiß ich nicht.

Man munkelt, dass sich deswegen die Deutsche Bahn nicht mehr für die Strecke Heilbronn nach Stuttgart und zurück interessiert – und den Verkehr auf dieser Strecke so herunterwirtschaften will, damit viele Reisenden vergrault werden. Sie könnten ja beispielsweise auf Fernbusse umsteigen.

Vielleicht ist das der Grund dafür, dass viele Züge ausfallen und Verspätung haben. Vielleicht ist das auch der Grund, warum immer wieder alte Züge auf dieser Strecke eingesetzt werden, die irgendwelche „Macken“ haben. Da kann es schon mal sein, dass es in einen Zug regnet, weil irgendwas im Zug nicht dicht ist (die Zeitung berichtete darüber).

Die Leidtragenden bei diesen ganzen Pannen sind die Pendler – Angestellte, Arbeiter, Studenten und Schüler, die täglich nach Stuttgart oder in andere Orte auf dieser Strecke pendeln. Natürlich auch andere Reisende – Leute, die beispielsweise zum Flughafen Stuttgart fahren wollen.


Verspätungen werden den Reisenden auf dem Bahnhof oft nicht mehr mitgeteilt – sie müssen schon die „Bahn-App“ ansehen

Am 1. März 2017 besuchte ich meine Mutter. Sie hatte sich zwei Rippen gebrochen und lag irgendwo in einem Krankenhaus. Ich wollte mit dem Zug dorthin fahren. Aber der Zug kurz nach halb 11 am Morgen in Richtung Stuttgart kam nicht.

Er kam nicht und kam nicht. Es kam auch keine Durchsage für die Reisenden, die auf dem Bahnsteig standen und warteten. Auch gab es keinerlei Hinweise auf der elektronischen Anzeigetafel, was mit dem Zug los war.

Die Bahn-App, die ich auf meinem Smartphone installiert habe, brachte die Wahrheit ans Licht: „Zug fällt aus“ stand da.

Aber warum kann man keine Durchsage für die Reisenden machen? Vor einigen Monaten hat sich die Bahn noch entschuldigt – wenn auch mit monotoner Computerstimme. Aber immerhin: es kam eine Durchsage und eine Entschuldigung. Jetzt kommt gar nichts mehr.


Was passiert, wenn man sich bei der Deutschen Bahn beschwert?

2010 passierte mir folgendes: Ich wollte im Januar nach Bayreuth fahren – über Würzburg und Nürnberg. Mein Zugticket hatte ich schon am Bahnschalter gekauft. Alles schien bestens.

Doch leider hatte der Zug nach Würzburg, den ich nehmen wollte, wegen eines Gleisbruchs Verspätung. So sehr, dass ich den ICE von Würzburg nach Nürnberg verpasste. Eine Schaffnerin gab mir den Tipp, in Würzburg am Bahnschalter meine Fahrkarte auf die Strecke mit der Regionalbahn von Würzburg nach Nürnberg über Schweinfurt umändern zu lassen. Genau das machte ich auch.

Die Schaffnerin hatte mir noch auf der Bahnfahrkarte bestätigt, dass mein Zug nach Würzburg eine Stunde Verspätung hatte. Sie riet mir, die Fahrkarte nach meiner Reise an die Deutsche Bahn zu schicken, ihr den Sachverhalt zu schildern. Denn ich hatte ja, um mit dem ICE zu fahren, mehr Geld bezahlt, als wenn ich eine Fahrkarte für einen Regionalzug gelöst hätte.

Die Schaffnerin und auch die Leute am Bahnschalter in Würzburg waren der Ansicht, die Bahn müsse mir den Ticketpreis für den ICE zurück überweisen, denn es war ja das Verschulden der Bahn, dass ich den ICE verpasst hatte und nicht mein Verschulden.

Gesagt, getan. Ich kam in Bayreuth mit 90 Minuten Verspätung an. Zum Glück traf ich die Leute, die ich treffen wollte, noch. Ich konnte mit ihnen per Handy Kontakt aufnehmen und sie informieren. Mit ihnen fuhr ich dann weiter nach Fichtelberg und erlebte dort ein wirklich schönes Wochenende.

Zu Hause schrieb ich einen Brief an die Deutsche Bahn und legte meine Fahrkarte bei.

Die Antwort kam innerhalb von 14 Tagen und war recht ernüchternd. Sie hatte ungefähr folgenden Inhalt: Die Deutsche Bahn fühle sich nicht schuldig daran, dass ich den ICE in Würzburg verpasst hätte und deswegen werde man mir den Preis für die ICE-Fahrkarte auch nicht erstatten. Aber weil man bei der Deutschen Bahn ja kulant und nett sei, werde man mir einen Gutschein über 5 Euro übersenden. Dieser Gutschein lag dem Brief bei – ich habe ihn bei einer meiner nächsten Reisen mit der Bahn eingelöst.

Etwas sauer war ich natürlich schon, aber zum Glück fahre ich nicht jeden Monat mit der Bahn.


Positiv ist Ameropa – das Reisebüro der Bahn

Bei „Ameropa“, dem Reisebüro der Bahn, habe ich schon einige Reisen gebucht – und da klappte alles immer bestens. Vielleicht schreibe ich noch einen Extra-Bericht darüber.


Das Märchen von den Bahn-Bonuspunkten

Wer eine Bahncard hat, wird bald gefragt, ob man nicht Bahn-Bonus-Punkte sammeln will. Das System funktioniert hier wie bei anderen Rabattsystemen, zum Beispiel Payback oder der „Deutschland-Card“: Pro Fahrkartenkauf wird die Bahncard in einem Kartenleser eingelesen (das funktioniert normalerweise auch bei Fahrkartenautomaten) und so kann man Punkte sammeln. Diese Punkte kann man dann in „attraktive Prämien“ einlösen.

Blöd nur ist, dass man nie Post von der Bahn bekommt mit der Information, wie viele Punkte man gesammelt hat. Ich habe drei Jahre immer wieder meine Bahncard beim Fahrkartenkauf am Schalter und am Automaten einlesen lassen – und mir wurde immer gesagt, ich hätte hier jetzt Punkte gesammelt.

Als ich Anfang 2017 wissen wollte, wie viele Punkte ich denn im Laufe der Jahre gesammelt hätte und per E-Mail bei der Bahn nachfragte, wurde mir folgendes gesagt:

„Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass seit dem 9. Dezember 2012 neue Bedingungen für Teilnehmer am bahn.bonus-Programm der Deutschen Bahn AG (bahn.bonus-Bedingungen) gelten. Nach den neuen bahn.bonus-Bedingungen erfordert die Teilnahme am bahn.bonus-Programm eine explizite Anmeldung. Auch bahn.bonus-Teilnehmer, die bereits vor diesem Termin Punkte gesammelt haben, müssen sich neu zum bahn.bonus-Programm anmelden und damit den geänderten Bedingungen zustimmen. Die Übergangsbestimmungen für Teilnehmer am bahn.bonus-Programm endeten am 15. Dezember 2013, so dass seit diesem Stichtag kein Sammeln von bahn.bonus-Punkten nach den alten Bedingungen möglich ist.“

Das hatte ich allerdings nicht gewusst. So war mir also gesagt worden, ich hätte Punkte gesammelt, aber im Endeffekt war das nicht der Fall, da ich nicht gewusst hatte, dass ich mich hätte explizit beim bahnbonus-Programm anmelden müssen.

Das bedeutet für mich: die Deutsche Bahn sagt zwar, dass sie ein Bahnbonus-Programm hat, aber sie nicht unbedingt erpicht darauf ist, dass jeder Bahncard-Inhaber es auch nutzt.

Ich meldete mich beim bahnbonus-Programm an und erhielt folgende E-Mail:

„Sehr geehrte Frau „Sydneysider47“,

wir freuen uns sehr, dass Sie sich für unser Bonusprogramm angemeldet haben.

Vergessen Sie nicht bei jedem Fahrkartenkauf anzugeben, dass Sie bahn.bonus-Punkte sammeln möchten. Schon füllt sich Ihr Punktekonto rasend schnell. Schauen Sie doch gleich mal auf www.bahn.de/bahnbonus vorbei und lassen Sie sich von unserer Prämienvielfalt inspirieren.

Als bahn.bonus-Teilnehmer erhalten Sie regelmäßig individuelle Angebote, wie z.B. Mitfahrer-Freifahrten sowie Gutscheine für Ihre nächste Bahnreise und Sie werden über interessante Aktionen informiert.

Sollten Sie zukünftig keine Zusendung von Informationen und Angeboten mehr wünschen, können Sie jederzeit per E-Mail an bahnbonus-service@bahn.de widersprechen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit dem Bonusprogramm der Bahn.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Team vom bahn.bonus-Service

bahn.bonus-Service
60644 Frankfurt"


Nun wollte ich mich unbedingt bei www.bahn.de/bahnbonus anmelden – aber einfach war das nicht!

Um mich anzumelden, musste ich mir einen Usernamen geben, sowie die Nummer meiner Bahncard ausfüllen und die Nummer einer PIN, die ich von der Deutschen Bahn bekommen hatte. Man hatte mir eine Nummer per Post zugeschickt. Und natürlich benötigte ich ein Passwort.

Aber es war total verzwickt. Tagelang klappte es nicht. Entweder erkannte das System der Computer der Deutschen Bahn die Nummer meiner Bahncard nicht, oder es erkannte die PIN nicht, die mir die Bahn geschickt hatte!

Ich forderte neue PIN-Nummern an, die ich per E-Mail bekam. Ich änderte mein Passwort, indem ich auf „Login-Daten vergessen“ klickte, aber nichts half. Und immer wieder schickte ich dem „bahn.bonus-Service“ E-Mails und bat sie um Hilfe. Sie gaben mir Tipps, aber diese halfen nichts.

Sie wollten, dass ich sie anrufe. Daraufhin schickte ich ihnen eine ziemlich wütende Mail mit der Frage, was denn das für einen Sinn haben sollte. Wenn das Online-Anmeldesystem der Deutschen Bahn die Nummer meiner Bahncard nicht kennen WILL oder die PIN-Nummer nicht kennen WILL, was bringt dann ein Anruf?

Nichts, gar nichts!

Nachdem ich diese Mail versandt hatte, klappte es auf einmal mit meiner Anmeldung! Plötzlich ging alles ganz einfach! Meine Bahncard-Nummer wurde erkannt – und die letzte PIN-Nummer, die ich bekommen hatte, ebenso. Jetzt konnte ich auch endlich meinen Punktestand ansehen!

Warum hatte das nicht gleich so funktioniert?


Mein Fazit

Die Bahn ist bequem – und Reisen könnte damit problemlos sein, wenn nicht die vielen Verspätungen und Zugausfälle wären! Gerade im Regionalverkehr ist es auf einigen Strecken extrem – beispielsweise zwischen Stuttgart und Heilbronn.

Wenn ich Lotto spiele, weiß ich auch nicht, ob ich gewinne oder nicht. Mit dem Bahnfahren ist es ähnlich: Man kann nie sagen, ob der Zug fährt oder nicht, auch wenn er im Fahrplan steht.

Wenn die Zeitung über die Verspätungen und Zugausfälle zwischen Heilbronn und Stuttgart berichtet, kann es sein, dass einige Wochen lang die Züge auf dieser Strecke nicht mehr so oft ausfallen. Aber irgendwann wird die Situation wieder schlimmer…

Wer immer zuverlässig fährt, sind die Güterzüge. Aber die bringen den Reisenden kaum etwas.

2016 waren auch die ICEs so pünktlich wie nie. Das wurde in den Nachrichten gemeldet.

Wer Reklamationen bei der Deutschen Bahn anbringen will, muss schon hartnäckig sein. Wer Rückerstattungen vom Fahrpreis haben will, weil ein Zug erheblich Verspätung hatte, darf von der Deutschen Bahn nicht zuviel erwarten.

Ich vergebe der Deutschen Bahn zwei Sterne und keine Empfehlung. Wenn es möglich ist, mit dem Auto zu fahren, tue ich das.

Vielen Dank fürs Lesen und Bewerten!


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Spohler veröffentlicht 01.06.2017
    BH ich fahre oft mit der Bahn im Raum Hannover Momentan sind die Züge halbwegs püntklich, aber ausfallende Züge hatte ich auch schon
  • hochsauerlaender veröffentlicht 27.04.2017
    bh
  • andreasloy veröffentlicht 23.04.2017
    Und die Automaten sind auch komplizierter geworden, finde ich. Das Online-Ticket ist aber auch manchmal eine Wissenschaft für sich. Ab und an buch ich für meinen Chef noch Bahnfahrkarten übers Internet
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