Fahrzeugbewertung des Autors:
| Pro: |
Komfort - Preis - Fahrverhalten und Autogas - Preisbrecher |
| Kontra: |
hoher Verbrauch / |
Mein Chevrolet Evanda.
Ich hatte mir vor einigen Jahren einen Chevrolet Evanda als 2 Jahre altes Auto für 10.000€ gekauft - das war 2005. Den fahre ich inzwischen seit 3 Jahren und über 60.000km.
Dieses Auto ist kein Sportwagen!
Er will auch nicht sportlich sein.
Ein Sportwagenfreak wollte mich einmal ärgern und sagte:
"Das ist ja gar kein richtiges Auto, das ist ja eine Sänfte."
Er hat im Prinzip den Nagel auf den Kopf getroffen und meinem
Auto seinen Namen gegeben - "Die Sänfte".
Dieses Auto ist eine superbequeme Reiselimousine - mit einem Top Fahrwerk einem guten Motor und einer sehr reichhaltigen Ausstattung.
Zum Fahrverhalten im Einzelnen:
Zum Fahrwerk:
Dieses Auto braucht kein ESP - es wäre schön - aber es braucht es nicht. Ich bin mit dem Evanda über eine Teststrecke in Kalinchen gefahren. Das Heck meldet sich, wenn man das Fahrzeug im Grenzbereich bewegt - klaro - aber das Fahrzeug knallt förmlich zurück in die Traktion, wenn man das Lenkrad nur nen Moment grade hält und die Grenze wieder verläßt, und neigt eher zum Untersteuern als zum Übersteuern. Da ist das Fahrwerk auch nicht mehr butterweich sondern knallhart - an der Grenze der Traktion. Vorher arbeitet man sich langsam und deutlich merkbar
an diese Grenze heran.
Sicher - ESP gehört heute dazu und der Epica
wird damit ausgestattet. Die elektronischen Fahrhilfen des Evanda
sind aber auch nicht schlecht und das TCS an der Vorderachse
reguliert in der Regel so, dass die Hinterachse bleibt, wo sie hin
gehört - wie gesagt, die Tendenz geht zum Untersteuern.
Die Bremse:
Der wichtigste Spurfaktor sind Reifen und der richtige Reifendruck, das Fahrwerk, sowie - eine gute Bremse. Der Evanda hat vier Scheibenbremsen, das Fahrzeug hat eine super Verzögerung. Wer nicht an seinen Reifen gespart hat, kann auch aus höheren Geschwindigkeiten mit voll beladenem Fahrzeug sicher eine Vollbremsung hinlegen, ohne in Schwierigkeiten zu geraten.
Dies ist mir bei meinen Autobahnfahrten mehrmals passiert - ich habe sogar aus Rücksicht auf meinen Hintermann kurz die Bremse gelöst, um einem rückwärtigen Einschlag zu entgehen, da sich zum Vordermann bei einer Vollbremsung aus 150 kh/h eine bequeme Lücke gebildet hatte. Da war das Fahrzeug mit 5 Personen und Reisegepäck voll beladen.
Innenausstattung:
Sehr Nobel - nicht mehr der aktuelle Metall-Look, den inzwischen alle haben - aber der Holz Look der E-Klasse in den 90zigern.
Viel Leder und alles elektrisch. Das was Plastik ist, ist mehrfarbig abgesetzt und wirkt auch nicht billig. Dies betrifft auch die kleinen Schalter und Hebel. Ich spare mir hier Einzelheiten, weil es einfach zu viel ist. Dieses Auto ist voll von den ganzen kleinen Details, die
einem der Benutzer, ob nun Fahrer oder Beifahrer, das Leben leicht und die Fahrt angenehm machen.
Die Sitze:
Die Sitze haben keinen großen Seitenhalt - es ist kein Sportwagen.
Es ist eine bequeme Reiselimousine - von daher sind die Sitze auch -- bequem. Wer von Sportsitzen umsteigt, hat das Gefühl, dass man durchs Auto saust, aber man gewöhnt sich sehr sehr schnell um. In diesem Auto sitzt man sowieso besser im Fond. Die Sitzheizung für die vorderen Sitze macht den Winter weniger nervig und ist schön molig warm.
Verbrauch:
Das Auto läßt sich meines Erachtens nur mit Gas wirtschaftlich fahren. Alles andere frißt einem die Haare vom Kopf. Auf Grund der hohen Masse liegt der Verbrauch bei reinem Stadtverkehr locker bei 14l/100km. Mit LPG-Gas ist das vielleicht ein Liter mehr, dafür kostet der nur noch ca. 70 Ct. zur Zeit.
Handling:
Da die Servolenkung geschwindigkeitsabhängig ist, lässt sich das Fahrzeug beim Einparken leichter bewegen, als ein Nissan Micra. Die Automatik macht es zu einem Genuß - Fahrstufe einlegen und Gas geben - den Rest macht das Auto. Ob im Winter oder im Sommer - Fahrspaß und entspanntes Fahren pur.
Innenraum:
- ist groß. Der Kofferraum ist auch normal groß. Es gibt hinten und vorne viel Platz, auch für große Leute. Im Vergleich zu anderen Fahrzeug punkten hier ganz klar die großzügigen Außenmaße.
Stärken:
Seine Stärke hat das Fahrzeug auf der Autobahn. Bei Tempo 150 kann man ganz bequem und entspannt mitschwimmen und ist ohne Eile und mit Pause auch locker in 5:45 Stunden von Berlin nach Stuttgart gefahren - ohne zu Rasen. Durch das hohe Gewicht (voll beladen an die zwei Tonnen) und die breiten Reifen (205 auf 16 Zoll)
und die auf Komfort ausgelegte Federung liegt da Fahrzeug absolut ruhig auf der Straße. Ab 150 geht es dann aber nur noch in TipTop Schrittchen zur 200, wo dann Schluss ist. Bei Tempo 150 liegt der Verbrauch noch bei moderaten 12 Litern Gas / 100km, bei knapp 200 sind das schon mal 17-18 Liter. Wenn man es eilig hat, muss man das eben in Kauf nehmen. Durch die nur 4 Gang Automatik gibt es eine Leistungslücke zwischen der dritten und vierten Fahrstufe, da die letzte wie der 5. Gang des Schaltgetriebes übersetzt ist und die 4. quasi genau zwischen dem 3. und 4. Gang des Schaltgetriebes sitzt.
Schwächen:
Keine! -- Nein, kleiner Scherz.
Wer Angst vor großen Autos hat und nicht über den rechten Spiegel
einparken will, für den ist das nichts. Es ist ein großes Auto - und unübersichtlich nach hinten und zum Bordstein hin. Man muss also den rechten Spiegel runterstellen und kann nicht nach Gefühl einparken. Wer das versucht ruiniert seine schönen Alufelgen oder die Reifen.
Auf der Autobahn sollte man die Automatik auf manuell stellen, damit beim Gas Geben nicht eine andere Fahrstufe (Kickdown) gewählt wird. Es ist schlecht fürs Gemüt, wenn bei 150 plötzlich die dritte Fahrstufe einspringt und Das Auto bei 6000 Umdrehungen noch ein wenig beschleunigen möchte. Keine Angst, man kann das Getriebe nicht runinieren, es wird elektronisch begrenzt. Auch wenn man bei 200 auf die erste Fahrstufe wechselt (probiert das aber nicht aus!) ist es elektronisch gesichert und das Getriebe fliegt einem nicht um die Ohren. Das Gleiche gilt beim Bremsen. Ist manuell eingestellt und man hält an, werden die Fahrstufen auch automatisch runtergeschaltet, aber dann eben auch frühestmöglich wieder hoch.
Manuell ist also nicht manuell sondern "starker Wunsch" :-)
Reparaturanfälligkeit:
Mein Werkstattmeister sagte, dass man mit dem Fahrzeug kein Geld verdienen kann, die gehen einfach nicht kaputt. Alles kann mal kaputt gehen, bei jedem Auto, aber ein Evanda zeichnet sich durch eine gewisse Robustheit aus. Er hat keine filigrane Technik, sondern ausgereifte. Die erste Modellreihe hatte noch kleinere Kinderkrankheiten, die inzwischen jedoch ausgemerzt sein dürften, soltle man sich für einen Gebrauchten entscheiden wollen.
Kritik:
Auf meinen Touren zwischen Berlin und Stuttgart hatte ich jedes Mal Mitfahrer dabei und ausnahmslos alle haben sich unaufgefordert äußerst positiv zum Fahrzeug, der Bequemlichkeit und der Reisegeschwindigkeit geäußert.
Aber ganz ohne Kritik will ich nicht bleiben. Nach 5 Jahren taucht hier und da mal ein Knarzen oder ein Klappern auf - der Zahn der Zeit nagt an den Scharnieren und Verbindungen - wie in jedem anderen Auto auch. Aber nach jeder Fahrt mit einem anderen Auto ist man froh, wenn man sich wieder in seine Sänfte setzen kann.
Dies ist einfach ein Auto, in dem das Fahren noch Spaß macht.
Schönste Strecke:
Im Sommer bei 80km/h über die Landstraße in Brandenburg und MekPom. Kurvige Alleen, frische Luft und Sonne, dazu gute Musik und gute Laune und einen Eisbecher in Feldberg.
Auf Nachfrage:
Die Kosten:
Großes Auto große Kosten.
Weil alles größer ist, ist alles teurer, als bei nem Kleinwagen, aber
nicht teurer, als bei vergleichbaren Fahrzeugen.
So habe ich für die letzte Durchsicht bei 90.000km 530€ hingeblättert, da waren u.a. neue Bremsklötze dabei. Allerdings war ich auch
in einer Opel Fachwerkstatt, die Chevrolet mitmachen.
Ein Reifen in der Größe 205 R 16 kostet auch so um die 80€, aber
da sollte man gar nicht sparen.
| weitere Erfahrungsberichte |
Billig, aber Top-Auto!
Fahrzeugbewertung für Daewoo Evanda 2.0 CDX von
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18.06.2003
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