Fahrzeugbewertung des Autors:
| Pro: |
Autobahntauglichkeit eines Kleinwagens, Ausstattung, Preis ( ! ), Zuverlässigkeit |
| Kontra: |
Fahrwerk, Benzinverbrauch, störende, unnötige Kleinigkeiten |
Inhalt
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- Einleitung
- Fahren
- Ausstattung/Extras & Sonstiges
- Kosten
- Fazit
Einleitung
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Meine Mutter kaufte sich den Daewoo Kalos ziemlich bald nachdem er auf den Markt kam. Vorher verglich sie noch ein paar andere Kleinwagen, weil fest stand, dass es ein Zweit- und hauptsächlich Stadt-Auto werden sollte. Z.B. Skoda Fabia, Nissan Micra oder Ford Ka. Doch keiner kam im Preis-/Leistungs- (und Platz-) Verhältnis nicht einmal annähernd an den Daewoo Kalos heran. Besonders vom Ford Ka war meine Mutter sehr enttäuscht, weil er - wie sich nach einer Probefahrt herausstellte - eigentlich ein 2+2-Sitzer ist (hinten kann man wirklich fast nicht normal sitzen) und noch dazu einen mikrigen Kofferraum hat. Darüber hinaus kostet er mit 69 PS fast € 12.500,- serienmäßig...
Wir entschieden uns jedenfalls für den Daewoo Kalos 1.4 SE mit ein paar wenigen Extras, dazu aber später mehr.
Fahren
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Unser Modell (1.4 SE mit 83 PS bei 5600 U/min) hat Daewoo nach kurzer Zeit wieder eingestellt und nun gibt es nur mehr den 1.2 S mit 72 PS und den 1.4 SX mit 94 PS. Es hat eine Beschleunigung von ca. 12,5 sec von 0-100 km/h und eine angegebene Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h. Von unten raus fehlt es ihm ein bisschen an Durchzug und er hat (vor allem im ersten Gang deutlich spürbar) ein kleines "Loch". Bei höheren Drehzahlen (ab ca. 3000 U/min) hat man aber eine einigermaße flotte Beschleunigung, mit der man in der Stadt als auch auf der Autobahn (gemächlich aber doch) überholen kann. Auf Freilandstraßen fehlt aber eindeutig die Power, um zügig zu überholen.
Da er insgesamt eigentlich ein Leichtgewicht ist (1050 kg), merkt man ihm volle Beladung schon an - untertourig spielt sich dann nichts mehr ab.
Gott sei Dank ist es aber kein Diesel, sondern ein Benziner, denn letztens hab ich sogar einen Mercedes-Diesel g'schnupft - er hat schalten müssen, ich nicht! ;-)
Auf der Autobahn geht's eigentlich zügig dahin, die Nachteile hierbei sind nur, dass er ziemlich laut wird (einerseits durch die hohen Drehzahlen ab ca. 120 km/h, andererseits durch die nicht so gute Geräuschdämmung) und man sich ab 130 km/h nicht mehr ganz so sicher fühlt. Meine Vmax liegt übrigens bei 165 km/h Tacho. Durch die hohen Drehzahlen ab nicht mehr erlaubtem Autobahntempo steigt der Benzinverbrauch leider in für einen Kleinwagen unermessliche Höhen. Im Mix (teilweise Autobahn, hauptsächlich Stadt) sind Verbräuche von 11-12 l Super auf 100 km im Winter leider keine Ausnahme, im Sommer bei einer Autobahnfahrt sind es aber schon mal 7 l gewesen. In Kombination mit dem kleinen 35l-Tank ist es leider sehr mühsam, wenn man manchmal nicht einmal 300 km mit einer Tankfüllung schafft.
Das Fahrwerk ist sehr weich ausgelegt, trotzdem kommen komischerweise alle möglichen Unebenheiten durch. In Kurven hat der Kalos eine spürbare, unangenehme Seitenneigung und in ein bisschen zu schnell gefahrenen, engeren Kurven schiebt er sofort über die Vorderräder hinaus, was Gott sei Dank mit ein bisschen weniger Gas gleich wieder auszubessern ist. Ein etwas strafferes Fahrwerk wäre hier also sehr angebracht, nicht nur der Sportlichkeit halber, sondern auch zu Gunsten der Sicherheit.
Die Lenkung ist beim Fahren angenehm, im Stand beim Einparken könnte sie aber schon etwas leichtgängiger sein.
Die Schaltwege sind mittelmäßig, insgesamt ist die Schaltung aber angenehm und okay für diese Fahrzeugklasse. Bei kaltem Motor muss man die Gänge aber regelrecht reinhauen. Auch durch den kalten Motor selbst fühlt man sich im Winter die ersten 10 km wie in einem Traktor.
Ausstattung/Extras & Sonstiges
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In unserem Modell (SE) sind bereits jede Menge Ausstattungs-Features dabei, ich weiß sie jetzt aber nicht mehr auswendig. Nur ganz wenige Extras haben wir uns dazugekauft, sodass wir jetzt alles nötige drinn haben. Hier nur die herausragenden Dinge (Servolenkung, ABS o.Ä. werd ich nicht erwähnen, is doch eh klar!):
- Zentralverriegelung (ohne Fernbedienung)
- El. FH vorne
- Klimaanlage
- Radio m. Kassette und 6 Lautsprechern
Zu den ersten beiden Punkten muss ich noch was dazusagen. Das sind nämlich die Dinge, die meiner Meinung nach noch verbessert werden könnten.
Bei der Zentralverriegelung gehört entweder eine Fernbedienung dazu oder zumindest die Möglichkeit, sie von der Beifahrertür auch auszulösen. Beides ist hier nicht vorhanden, zentral verriegeln kann man also nur von der Fahrertür aus.
Bei den elektrischen Fensterhebern fehlt mir eindeutig die Funktion, dass zumindest das Fahrer-Fenster mit einem kurzen Knopfdruck ganz auf geht. Dies erweist sich vorallem bei Einfahrten in Garagen als störend.
Die Verarbeitund ist generell in Ordnung, das Cockpit ist natürlich billig plastikmäßig ausgestattet, dafür aber durchaus übersichtlich gestaltet. Bei der Bedienung sämtlicher Funktionen kommen keine Fragen auf.
Natürlich gibt es auch da ein paar Kleinigkeiten zu bemeckern. Der Heckscheibenwischer wischt leider nur ca. zwei Drittel seiner Reichweite, über den Rest "schabt" er nur oberflächlich dahin, kann jedoch keine Flüssigkeit (Scheibenwaschmittel oder Regenwasser) wegschwämmen. Dazu macht er beim Zurück-Wischen ein schreckliches Geräusch, sodass man sich bald das Heckscheibenwischen abgewöhnt.
Der Kofferraumdeckel ist auch sehr gewöhnungsbedürftig. Abgesehen davon, dass der Öffner nicht in der Mitte, sondern etwas "rechtser" angebracht ist und sich der ganze Kofferraumdeckel sehr leicht und zerbrechlich anfühlt, knarzt und quietscht es im letzten Drittel des Öffnens und er geht nur sehr langsam in die ganz geöffnete Position. Lösung: Kofferraum händisch ganz öffnen oder irgendwie schmieren - aber das schau ich mir im Sommer genauer an.
Ein recht triftiges Langstrecken-Minus in Sachen Ergonomie ist die Mittelkonsole, die etwas zu weit in den Fahrer-Fußraum steht. Dieses Eck ist ziemlich störend z.B. bei langen Autobahnfahrten, wo der Gasfuß lange Zeit in der gleichen Stellung verbleibt - man weiß dann nicht mehr, wo man seinen Fuß hingeben soll.
Die Sitze sind weich gepolstert und geben fast keinen Seitenhalt. Für sportliches Fahren sind sie nicht optimal, für Langstrecken aber auf alle Fälle in Ordnung - ich habe noch nie irgendwelche Schmerzen verspürt.
Kosten
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In diesem Bereich schlägt der Daewoo Kalos eindeutig alle Mitberwerber. Um einen Anschaffungspreis von € 10.500,- bekommt man alles oben beschriebene um einen Spott. Kein anderes, vergleichbares Auto kann hier mithalten.
Der Motor erfüllt die EURO3-Abgasnorm. Wir zahlen monatlich ca. € 70,- Vollkasko-Versicherung inklusive motorbezogener Steuer. Demnächst werden wir aber auf Teilkasko umsteigen, weil sich's für ein über 2 Jahre altes Billig-Auto mit hohem Wertverlust einfach nicht mehr auszahlt.
Wie eben angesprochen ist Daewoo natürlich eine nicht sehr prestigeträchtige Automarke und man muss mit einem sehr hohen Wertverlust rechnen, noch dazu in so einem Diesel-verwöhnten Land wie Österreich. Für jene, die's interessiert: Für 2006 hat Chevrolet (seit ein paar Monaten hat sich Chevrolet ja alle bestehenden Daewoo-Modelle angeeignet) Diesel-Motoren für alle Modelle geplant.
Große Reparaturen gab es keine. Das einzige, was war: Diesen Winter haben im Zeitraum von ca. 4 Wochen beide Scheinwerfer den Geist aufgegeben - okay, das kann man verkraften. ;-)
Fazit
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Solides Stadt-Auto mit ein bisschen mehr als nur Autobahn-Not-Tauglichkeit. Die 94 PS-Version wäre sicher interessant, aber nicht unbedingt notwendig; 72 PS sind wahrscheinlich eher was für reine Stadt-Nutzung. Wer allerdings viel Auto für wenig Geld sucht und keinen Gebrauchtwagen möchte, ist bei Daewoo absolut richtig.
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