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Ein Genie, wer aber um alles in der Welt ist Christiane? Ein bißchen zäh die Einleitung...muß das denn sein? Andererseits, irgendwo mußte Sigrid Damm doch ihre Informationen hernehmen, wo sonst als auf spinnwebenumrankten Kirchendachböden? Aber dann...versteht sie es doch glattweg uns in eine andere Zeit zu versetzen. Halt zu kompliziert? Ach was, die Erklärungen folgen sofort. Es fällt uns auch optisch sofort ins Bild: zeitgenösisches in Schrägschrift, Sigrid Damms verbindenden Gedanken in schönen geraden Lettern. Und das ist auch die Autorin: einfach und geradlinig. Immer wieder zwischen dem Genie und Christiane (miz der man sich gerne solidarisieren möchte), hin- und hergerissen, besinnt sie sich immer wieder auf ihre (selbst gestellte) Zuschaueraufgabe, beschränkt sich in der Regel auf Wesentliches. Das ist ihr gelungen. Sie erlaubt sich nur dann und wann ein in Frage gestelltes Urteil, ein vorsichtiger Hinweis: Wie kommen die Menschen im Umfeld mit einem solchen Genie zurecht? Da muß einfach Zuneigung im Spiele sein, wunderbarerweise zu allen Personen dieser "Recherche". Und so ganz nebenbei ein bißchen (atemberaubende) Zeitgeschichte, Alltagswissen (warum durften Kinder nicht in der Nähe von Friedhöfen spielen? Warum durfte in den Gassen nicht geraucht werden?) Andere Schriftsteller haben es da sicher leichter, du denkst dir was aus, schreibst es auf, vielleicht hast du Glück und findest einen Verlag... Hut ab vor Sigrid Damm für Ihre Arbeit, sich erstmal mit Fakten auseinanderzusetzen und dann auch noch so spannend zu erzählen!