Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
vor 3 Jahren rundumerneuert, keine Hektik, familäre Betreuung - egal ob Kreißsaal oder Wochenstation, man ist keine Nummer |
| Kontra: |
Leon und ich hatten nichts zu beanstanden |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Hallöchen!!!
Endlich hat die Warterei ein Ende und unser kleiner Leon ist nun endlich da - am 3.4.02 um 12.56 Uhr erblickte der kleine Schreihals mit seinen stolzen 3700g und 56 cm seine Eltern und das Licht der Welt in Damme!! Ein Augenblick, den wir beide nie vergessen werden und durch die Hebammen um ein Vielfaches verstärkt worden ist.
Das Krankenhaus selber ist direkt im Zentrum von Damme und sehr gut ausgeschildert.
Warum dieses Krankenhaus??
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Ehrlich gesagt stand für uns das Thema Erreichbarkeit im Vordergrund und die Tatsache, dass ich dort schon an einem Geburtsvorbereitungskurs teilgenommen habe. So hatten wir schon die Gelegenheit die 3 Hebammen kennenzulernen.
Die Hebammen selber sind wirklich sehr nett und haben für jedes Problem ein offenes Ohr. 2 Hebammen haben zwar noch keine Kinder, sind aber trotzdem sehr einfühlsam und nehmen einen auch mal in den Arm, wenn der Schmerz zu gross wird, die Kraft nicht mehr reicht oder die berühmten Heultage ertragen muss - all das musste ich erleben und wurde nicht im Stich gelassen!!
Der Kreißsaal
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Tagsüber ist immer mind. eine Hebamme da und nachts ist immer eine auf Bereitschaft und somit ist der Kreißsaal nicht besetzt. Wenn man sich zur Geburt anmeldet bekommt man die Rufnummern der Hebammen und wenn man merkt, dass es losgeht, dann ruft man einfach in der Anmeldung ( 05491/ 609) an und fragt nach der diensthabenden Hebamme - dann einfach Nummer wählen und das Leid klagen!!
Bei mir fingen die Wehen abends so gegen 20 Uhr an, um 3 Uhr kamen sie im 5 min Rhythmus - wobei ich erst um 5.30 Uhr im Kreißsaal war - die Hebammen versuchen mit kleinen Tricks, wie Umhergehen oder diverse Atemübungen die Fahrt in die Klinik etwas aufzuschieben - es ist keinem geholfen dort stundenlang zu liegen, wenn man zu Hause in gewohnter Umgebung die Öffnung des Muttermundes vorantreiben kann. In meinem Fall stolze 6 cm!!
Insgesamt stehen dem Hebammenteam 2 Kreißsäle und ein Provisorischer für den Notfall zur Verfügung. Im Gegensatz zu früher sind diese jedoch sehr freundlich gestaltet und hell. Auch etwas Farbe wurde ins Spiel gebracht, so dass man sich nicht wie in einem kühlen OP - Saal fühlt!
Wenn man alleine entbindet, dann darf man sich das Entbindungszimmer aussuchen - da gibt es einmal den grossen Raum mit Badewanne, Seil und ein grosses kuscheliges und weiches Bett. Sowie eine Toilette, Dusche und Bidet in einem kleinen Nebenraum. Für den kleinen Erdenbürger ist eine grosse Versorgungseinheit schräg gegenüber vom Bett, so dass man nach dem ersten Beschnuppern alles mit anschauen kann.
Der etwas kleinere Raum zeichnet sich durch ein etwas härteres breiteres Bett aus - was sich mit Fernbedienung in alle möglichen Richtungen verstellen lässt. Wehenschmerzlindernde Tätigkeiten kann man mit Hilfe dieses Bettes viel besser erleben, als in meinem "kuscheligen" Bett ... diese sind auch durch Fotos noch einmal alle ausführlich beschrieben und der Mann kann sich somit auch aktiv an der Geburt beteiligen!
Ansonsten gibt es den gleichen Komfort mit Dusche und WC auch in diesem Raum.
Helle Farben, lichtdurchflutete Räume und evtl. Musik machen die Geburt noch um einiges schöner - die Kreißsäle wurden übrigens vor 3 Jahren runderneuert und das macht sich auch bei den techn. Hilfsmitteln, wie CTG bemerkbar.
Wer darf mit??
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Ich hatte meinen Schatz dabei und ich hätte auch meine Freundin mitnehmen können, aber sie war leider bei ihren Eltern - wobei die Hebammen es nicht so gerne sehen, dass mehr als 1 Vertrauensperson anwesend ist. Aber man kann sich ja abwechseln.
Bei der Geburt von Leon stand mir aber noch eine Schwesternschülerin bei, die sich als Bekannte von meinem Schatz entpuppte!
Schmerzmittel
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Allen voran die PDA - wie habe ich die genossen! Mit Hilfe der PDA konnte ich wenigstens etwas dösen und zur Ruhe kommen.
Ansonsten gibt es noch homöopathische Mittel, Akupunktur, Zäpfchen usw. ... aber das muss jede Frau für sich selber entscheiden und sollte sich zu nichts drängen lassen.
Allerdings empfehle ich eine PDA, da sie etwas Ruhe verschafft und den Wehenschmerz extrem lindert. Obwohl die Presswehen durch eine PDA weniger verschwinden - man merkt einfach den Druck, der so ganz langsam immer stärker wird! Aber dieser Druck ist der Endspurt und sollte ausgenutzt werden ...
Was ich allerdings erwähnen möchte, ist die Tatsache, dass vor jeder Geburt ein Einlauf gemacht wird - das garantiert ein besseres Pressen ohne die Angst zu haben Stuhl zu verlieren! Auch die Blase wird zwischendurch immer von der Hebamme geleert, so dass auch hier kleine Missgeschicke verhindert werden .. ich war damit super zufrieden und konnte mich daher besser gehen lassen.
Meine Erinnerungen
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Kaum im Kreißsaal angekommen waren meine Wehen irgendwie wie weggeblasen - *grummel*, aber das machte nichts, da ich so mehr Zeit hatte mich mit der Hebamme über den weiteren Ablauf zu unterhalten. Gott sei Dank war mein Muttermund dank meiner Heimarbeit schon 6 cm geöffnet!!Mein Mann musste mich unterdessen anmelden und mit ihm war irgendwie nichts anzufangen *lach* ... ich wurde dann an ein sehr modernes CTG angeschlossen, was im späteren Geburtsverlauf nur die Herztöne des Babies ausspuckte.
Blut wurde mir abgenommen, um zu schauen, ob ich für PDA geeignet bin und dann nach ein paar Minuten hatte ich auch schon alles überstanden - eine Flasche Wasser stand immer in meiner Reichweite, was mir die Hebamme allerdings fast einflössen musste!! Meine Wehen merkte ich fast gar nicht mehr und schlief sogar zeitweise ein ... da mein Muttermund schon 6 cm geöffnet war dauerte es nicht sehr lange bis die Presswehen kamen und die kamen am Anfang ziemlich heftig. Leider sass das Köpfchen noch zu hoch und ich konnte den Schmerz nur wegatmen. So langsam aber sicher wurden die Wehen schwächer, ich müder - aber Leon wollte so gerne endlich raus!!
Die Hebamme versuchte mit verschiedenen Stellungen die Geburt zu beschleunigen und es mir halbwegs erträglicher zu machen. Gehört habe ich immer nur die Worte " Nochmal pressen, das ist schon besser, ich kann es schon sehen, Luft anhalten, stärker pressen" .. nur irgendwie wollten die letzten Wehen nicht so wie ich wollte, sie kamen in immer länger werdenden Abständen, wurden immer schwächer und zeitweise hatte ich das Gefühl ich würde schlafen! Mein Schatz hielt meine Hand, kühlte meine Stirn und flüsterte "Ihr schafft das schon" ... mir war zum heulen zumute und ich redete zu meinem Sohn, er möge doch stärkere Wehen schicken!
Die Hebamme selber war echt super, sie liess mich nicht ins Selbstmitleid versinken und feuerte mich immer wieder an - sie machte mir Dampf und so konnte ich nach ca. 15 Presswehen und einem kleinen Dammschnitt endlich mein kleines schreiendes Baby in den Arm nehmen. Ich war am heulen und nur die Tatsache, dass Leon ein "Sternengucker" war machte die Geburt so unerträglich lang .. aber das war mir im Nachhinein egal!!
Der Papa durfte die Nabelschnur durchtrennen und dann bekam ich mein Baby auf die Brust gelegt - trotz meiner Erschöpfung knutschte ich den Kleinen ab und liess meinen Gefühlen freien Lauf!! Wir beide hatten es geschafft - ich war endlich Mama und dieses kleine nackte Wesen auf meiner Brust blinzelte mich an und machte schon seinen ersten Knutschmund!
Während der Papa den Kleinen badete und anzog wurde mein Dammschnitt genäht. Das machen übrigens die Frauenärzte, die im Krankenhaus auch ihre Praxis haben - die Ärzte selber kommen bei einer normalen Geburt erst kurz vor dem Showdown und zwischendurch schauen sie auch mal nach dem Rechten!
Ein erster Stillversuch und das erste Kennenlernen kann im Kreißssal bis zu 3 Stunden dauern und sollte wirklich ausgiebig genutzt werden - obwohl mein Krümelchen die Brust verweigerte und schon nach ein paar Minuten seelig an meiner Seite einschlief.
Die letzten Etappen der Geburt, die mit dem CTG aufgezeichnet worden sind, durften wir als Kopie mit nach Hause nehmen!!
Die Station
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Die Wöchnerinstation ist nur eine Etage über den Kreißsälen. Auch dieser Bereich ist modernisiert worden. Rooming - In wird angeboten und wird ausgiebig genutzt - es ist aber keine Schande, wenn man eine Nacht seinen Nachwuchs ins Kinderzimmer bringt. Es stehen immer genügend Schwestern ( mind. 2 ) zur Verfügung und kümmern sich liebevoll um die kleinen Erdenbürger.
Ein weiterer Vorteil für die liebevolle Betreuung ist die Grösse der Station - keine Hektik, wie in einem städtischen Krankenhaus und nicht so weitläufig.
Das Kinderzimmer beherbergt 2 Wickelstationen, ein Stillzimmer und eine kleine Frühchenstation. Papas haben hier auch Zutritt, aber sie müssen allerdings einen grünen OP- Kittel anziehen. Kinder und sonstige Angehörige dürfen leider nicht rein. Was aber verständlich ist! Die Kleinen sollen da ja ihre Ruhe haben und die stillenden Frauen nicht von wildfremden Menschen gestört werden. Die Väter waren jedoch immer gerne willkomen, da man sich schon kannte. Man kann das Ganze mit einem Wort beschreiben - familär!!
Alle Zimmer sind 2 - Bettzimmer, welche allerdings nicht mit Wickelecken ausgestattet sind. Da muss man sich dann doch ins Kinderzimmer bewegen. Aber das hat uns eigentlich wenig ausgemacht - so hat man sich immer wieder zu einem Plausch getroffen und in der Nacht wurde es auch nie langweilig! Man kann Kontakte knüpfen und bei Problemen gleich die Schwester um Rat bitten.
Jedes Zimmer hat ein Bad mit WC, die Dusche befindet sich auf dem Flur - welche aber sehr sauber ist.
Auch für den Hunger ist gesorgt - für Wöchnerinnen, die aufstehen können gibt es ein wirklich leckeres frisches Büffet. Dort kann man Frühstück, Mittag, Kaffee und Abendbrot zu sich nehmen - mit Blick auf die Altstadt von Damme. Für Kaiserschnittpatienten oder frisch Entbundene gibt es das Essen ans Bett.
Am Büffet kommt man auch wieder mit anderen frisch gebackenen Müttern ins Gespräch oder man kennt sich noch aus dem Geburtsvorbereitungskurs .. ;o
Generell bleiben Wöchnerinnen 5 Tage auf Station, wenn sich alles normal zurückbildet und keine Komplikationen entstehen. Kaiserschnittpatientinnen dagegen müssen leider 10 Tage dableiben.
Eine Abschlussuntersuchung nehmen die Frauenärzte vor - diese kann man schon bei den Visiten mit Fragen löchern!
Kurse
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Wochenbettgymnastik wird Montags bis Samstag jeweils 10 Uhr gegeben und kostet die Mamas nichts. Rückbildungsgymnastik umfasst 8 Stunden und man muss € 24 bezahlen.
Eine Nachsorgehebamme kommt natürlich auf Kosten der Krankenkasse ins Haus und dieser Service sollte auch in Anspruch genommen werden. Ich hatte das Problem mit dem "beliebten" Milchstau und dank meiner Hebamme war das Problem am nächsten Tag verschwunden!
Fazit
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Wer "familär" entbinden möchte -ohne viel Trubel und Hektik, der sollte sich für Damme entscheiden. Fast wohnzimmermässige Kreißsäle mit den dazu passenden hellen freundlichen Tönen sorgen für Entspannung.
Die Wochenstation ist alles andere als hektisch oder überlaufen - man kennt sich schon nach einem Tag - ein Duzen ist hier fast selbstverständlich und man kennt die Namen der Schwestern schon nach einem Tag! Keine abwertenden Blicke, wenn man mal entspannen möchte oder durch den "Baby - Blues" sein Kind einfach nicht bei sich haben kann ... man wird jeden Abend gefragt, ob man das Kind ins Kinderzimmer geben möchte oder ins Zimmer haben will.
Das Büffet ist auch nicht in jedem Krankenhaus üblich und somit auch hier auch Pluspunkt. So kann sich jede Mami seine Mahlzeit selber einteilen, wenn sie ihr Kind doch mal stillen muss oder der Kinderarzt gerade da ist.
Mich persönlich hat einfach das Flair umgehauen - egal ob es um die Wöchnerinnen ging oder die Belegschaft. Wie eine grosse Familie, die sich um einen kümmert. Im Nachhinein vermisse ich doch ganz schön diese allabendlichen Stilltreffs oder Babyplauschs - es hat irgendwie zusammengeschweisst!
Trotzdem möchten wir uns nochmal ganz lieb bei dem gesamten Team der Station 1C bedanken und natürlich auch bei den Hebammen ... allen voran unser kleiner Leon!!
Gruss von einer superglücklichen Mami - Mafi