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Ich habe mir letztens in einer Wiederauffuehrung den Film angesehen. Ich muss sagen, dass es eigentlich zu einer Pflichlektuere gehoehrt einen Film von Lars von Trier gesehen zu haben. Breaking the Waves und auch Dancer in the Dark gehoeren sicherlich nicht gerade zu den typischen Kinofilmen, doch gerade deswegen sind diese Filme immer einen Besuch wert. Natuerlich liegt das auch mit daran, dass von Trier sich dem Dogma Film verschrieben hat, also er bewusst auf den Einsatz von einlullender Hintergrundmusik und effektvollen Spezialeffekten verzichtet. Dieses verleiht seinen Filmen eine sehr dichte und bedrueckend autentische Athmosphaere, die von typischen Hollywood-Produktionen nicht erreicht wird.
In dem Film geht es um die langsam aber sicher erblindende Hauptdarstellerin (den Namen habe ich bereits wieder vergessen, gespielt wird sie von der Saengerin Bjoerk), die krampfhaft versucht ihrem Sohn ein aehnliches Schicksal durch eine Operation zu ersparen. Sie arbeitet in einem Stahlwerk, was bei ihrer extremen Sehschwaeche immer wieder zu Komplikationen und schliesslich auch zu ihrer Entlassung fuehrt.
In dem Film tauchen immer wieder Musical-Einlagen auf. Doch da diese Musikstuecke direkt mit der Handlung verknuepft sind und auch einen absoluten Sinn ergeben, sind sie eine absolute Bereicherung fuer den Film. Ich hatte im Vorfeld das Vorurteil, dass Musicals mich eher wenig interessieren, doch ist dieser Film kein typisches 50er Jahre Musical, in dem schnulzig, romantische Liebeslieder an die Angebetete dargeboten werden, sondern die Texte und auch die Musik sind derart mitreissend und glaubwuerdig, dass es Spass macht. Sehr lobenswert ist auch, dass die Musikstuecke lediglich untertitelt, nicht aber synchronisiert worden sind.
Im Grossen und Ganzen kann man diesen Film jedem empfehlen, der neben dem amerikanischen Junk-Kino auch mal eine Alternative ausprobieren moechte und der ein wenig Sitzfleisch mitbringt.