Über sich:Hi Ciaoler, ich bin 23 Jahre alt und komme aus einem kleinen Städtchen in Rh-Pf. Meine Hobbies sind ...
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Zu deutsch etwa “Ich habe alles gesehen“, so lautet eine zentraler Titel des Musicals “Dancer in the Dark“, der als bester Filmsong übrigens auch für einen Oscar nominiert wurde. Bereits seit langem wartete ich auf die Videoveröffentlichung des Filmes, der in Deutschland etwa 360.000 Zuschauer in die Kinos locken konnte. Letzte Woche fiel mir dann der Film mit der isländischen Sängerin Björk als Hauptdarstellerin und Filmmusikkomponistin endlich in die Hände. Nachdem ich dieses geniale Werk nun mittlerweile halbwegs verdaut habe, möchte ich euch meinen Bericht darüber natürlich nicht vorenthalten. Also beginnen wir mal wie immer mit der Handlung:
Die Handlung: ************* “Dancer in the Dark“ spielt im Amerika der sechziger Jahre, genauer gesagt in Washington. Dort arbeitet Selma (Björk), die aus der Tschechoslowakei mit Ihrem Sohn nach Amerika immigrierte, als Fabrikarbeiterin. Doch Selma birgt ein trauriges Geheimnis: Sie leidet an einer Krankheit, die sie langsam ihre Sehkraft verlieren lässt. So wird ihr Augenlicht immer schwächer und auch Ihr Sohn leidet an dieser vererblichen Krankheit. Selma arbeitet Tag und Nacht und spart ihr gesamtes Geld, um ihrem Sohn eine Operation finanzieren zu können, welche die schreckliche Krankheit heilen würde. Da sie Ihre Stelle in der Fabrik verlieren würde, wenn jemand etwas über ihre Krankheit erfahren würde, vertraut sie dies nicht einmal ihrer besten Freundin Kathy (Catherine Deneuve) an. Ihre Kraft schöpft Selma aus Tagträumen, in die sie sich immer wieder flüchtet, wenn ihr alles zu viel zu werden scheint. In diesen Träumen befindet sie sich dann inmitten von Musicals, die sie über alles liebt. Doch als Selma das Geld für die Operation endlich zusammengespart hat, stiehlt ihr Nachbar, der nette Cop Bill (David Morse) ihre gesamten Ersparnisse. Natürlich stellt Selma ihn sofort zur Rede und fordert ihr Geld zurück. Es kommt zu einem Handgemenge zwischen den beiden und ein Schuß löst sich...
Hintergründe: ************* Regie führte Lars von Trier, der am 30. April 1956 in Kopenhagen geboren wurde, der bereits mit seinem Werk “Breaking the Waves“ von 1996 auf diversen Filmfestspielen für aufsehen sorgte. “Dancer in the Dark“ bildet den Abschlussfilm seiner sogenannten “Herz- Trilogie“, welche mit eben erwähntem “Breaking the Waves“ begann und 1998 fortgesetzt wurde mit dem Dogma- Film „Idioten“. Alle drei Filme handeln dabei von Frauen, die einfach zu gut für diese Welt zu sein scheinen und daher sicherlich auch von dem ein oder anderen schlicht als weltfremd bezeichnet werden würden. Auch das Drehbuch zu “Dancer in the Dark“ wurde von Lars von Trier verfasst. Dabei entstand ein Film, dem man absolut ansieht, dass es sich hierbei um keine Hollywood- Produktion handelt, denn allein schon das Bild ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, wirkte es doch auf mich wie ein Mittelding zwischen Hollywood- Kino und Homevideo, nicht gerade gestochen scharf, aber doch sehr farbenfroh und mit “stabilerer“ Kameraführung als bei einem echten “verwackelten“ Homevideo.
“Dancer in the Dark“ bildet eine Fusion aus den scheinbar widersprüchlichen Genres Drama und Musical, denn unter einem Musical/Musikfilm, wie auch im Film teilweise gezeigt, versteht man doch gemeinhin etwas fröhliches, mit Steppeinlagen oder ähnlichem. Musicals mit traurigem Ausgang bildeten dabei bisher die Ausnahme. Und wenn auch z.B. das Musical “Hair“ durchaus traurig endete, so lässt sich dies kaum mit “Dancer in the Dark“ vergleichen, bei dem teilweise bei sentimentaleren Zuschauern die Tränen nur so kullern werden. Für ein Musical wird dabei recht wenig Musik eingesetzt, alles in allem gibt es sieben Tanzszenen, die choreografisch toll umgesetzt wurden und mit tollen Übergängen in den Film eingebunden wurden, statt sie einfach nur wild irgendwie in die Handlung hineinzuklatschen, wie schon so oft bei anderen Musicals. Dort hatte man schon oft das Gefühl, die Handlung sei nur zur Überbrückung zwischen den verschiedenen Tanzszenen gedacht und weniger von belang. In den Musicalnummern von “Dancer in the Dark“ jedoch wird Selmas Alltag zur Bühne, und die Musik angetrieben vom Beat der lärmenden Fabrikmaschinen oder eines vorbeifahrenden Zuges.
Regisseur Lars von Trier erzählt Selmas Geschichte mit einer Menge Pathos und reduziert die Geschichte dabei fast sämtlich auf Gefühle. Heraus kommt dabei ein Werk, welches in fast jeder Szene absolut ergreifend ist, man denke nur an die Szene, in der die mittlerweile fast blinde Heldin Selma das wunderschöne Lied “I´ve seen it all“ anstimmt. Einfach unbeschreiblich. Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde “Dancer in the Dark“ als bester Film ausgezeichnet
Schauspieler: *************
Björk als “Selma“: ------------------ Wer die aus Island stammende Sängerin Björk kennt, wird sicherlich wissen, welche Art von Musik in “Dancer in the Dark“ auf Ihn zukommt, denn neben der Hauptrolle in diesem Film war Björk auch für die Filmmusik zuständig. Dabei verließ die Sängern kurz vor Beendigung des Films auch schon mal das Set, weil die musikalische Umsetzung anscheinend nicht immer ihre professionellen Ansprüchen erfüllte. Geboren wurde Björk am 21. November 1965 in Reykjavik und sorgte bereits 1993 mit ihrem ersten Album “Debut“ für aufsehen in der Musikwelt, tatkräftig unterstützt vom Musiksender MTV, der Ihre ersten Singles fast in Endlosschleife spielt, jedoch sicherlich nicht zu Unrecht. “Dancer in the Dark“ ist Björks erste und nach eigener Aussage auch letzte Rolle als Hauptdarstellerin, und so ausdrucksstark, wie normalerweise Björks Stimme in ihren Songs absolut im Vordergrund steht, so ausdrucksstark spielt sie in diesem Film auch die Rolle der Selma, der man in jeder Szene, ja jeder einzelnen Einstellung anzusehen glaubt, wie sie sich in diesem Moment gerade fühlt. Daher erhielt Björk auch in Cannes völlig berechtigt die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin, und auch einen Oscar hätte sie für diese Rolle sicherlich verdient.
Sonstige: --------- Selmas beste Freundin “Kathy“ wird gespielt von Catherine Deneuve, einer französischen Schauspielerin, die bisher auch fast ausschließlich in hierzulande eher unbekannteren französischen Produktionen mitgewirkt hat, auch wenn der Name den meisten wohl sicherlich ein Begriff ist. Alle weiteren Akteure dieses Films sind weitgehend unbekannt, spielen ihre Rollen jedoch absolut überzeugend.
Sonstige Daten: *************** Originaltitel: Dancer in the Dark Produktionsländer: Dänemark, Deutschland, Niederlande, USA, England, Frankreich, Schweden, Finnland, Island, Norwegen Produktionsjahr: 2000 Länge: ca. 140 Min. Altersfreigabe: FSK 12 Ton: Dolby Digital
Persönliches Fazit: ******************* Nachdem ich den Film gesehen hatte, war ich zunächst absolut überwältigt. “Dancer in the Dark“ ist ein absolut ergreifender Film, der sicherlich vielen Zuschauern nur so die Tränen aus den Augen schiessen lassen wird. Regisseur Lars von Trier ist ein absolutes Meisterwerk gelungen, welches zu den besten Filmen des letzten Jahres gehört und völlig zurecht mit vielen Lorbeeren überschüttet wurde. Wer natürlich auf rasante Action- Filme steht, sollte dieses sehr anspruchsvolle Werk absolut meiden, und auch an einem heiteren Abend im Kreise seiner Freunde ist dieser Film wohl absolut Fehl am Platz. Wer sich aber gerne mal anspruchsvolle Kost zu Gemüte führt, dem kann ich “Dancer in the Dark“ nur absolut empfehlen, denn mich hat der Film schlicht und einfach umgehauen. Diesem Film die Höchstwertung zu geben ist daher fast schon zu wenig.
wirklich ein äußerst gelungener bericht zu einem sehr schönen film! "idioten" kenne ich noch nicht, werde ihn mir aber sicher ansehen. danke für den tipp, da ich von dem film bisher nciht wußte! : )
15.06.2001 08:57
Genialer Artikel! Hab den Film gestern gesehen und bin dir für die tollen Hintergrundinfos dankbar! ;O) Liebe Grüße, tapioka
10.06.2001 18:06
*ups* sorry... irgendwas ist hier schiefgelaufen... *ggg* war keine absicht!
10.06.2001 18:05
wirklich ein äußerst gelungener bericht zu einem sehr schönen film! "idioten" kenne ich noch nicht, werde ihn mir aber sicher ansehen. danke für den tipp, da ich von dem film bisher nciht wußte! : )