von einem Spiel, auf das ich eher zufällig gestoßen bin möchte ich in dieser Abhandlung berichten. Die Rede ist von Dark Sector, welches ich hier auf der PS3 gespielt habe, ein Spiel dass meiner Meinung nach ein paar erwähnenswerte Punkte aufweisen kann, die man so kaum findet.
ALLGEMEINES
Man findet im Netz eigentlich gar nicht so viele Infos, dementsprechend glaube ich dass Dark Sector auch nicht wirklich verbreitet ist unter den Spielern. Auf willhaben.at bin ich zufällig auf den 3rd-Person-Shooter gestoßen, habe mir einige Gameplays angesehen auf bekannten Seiten, welche mir gut gefallen haben.
So habe ich mir gedacht, die 10 Euro können nicht schlecht investiert sein und ich hatte einige Tage später das Spiel bei mir im Haus.
Anfang 2008 auf die Spielewelt von Koch-Media losgelassen ist es sowohl für PC, PS3 als auch für Xbox360 erschienen. Neu kostet das Teil in deutscher Fassung noch um die 30 Euro, die englische UK Fassung bekommt man schon um 20 Euro.
Ich habe hier die ungeschnittene, unzensierte deutsche Version, welche verständlicherweise erst ab PEGI 18 freigegeben worden ist.
Das Cover ist in weiß-grün-schwarzen Farbtönen gehalten und zeigt im Vordergrund unsere Spielfigur, Hayden Tenno, mit dem Rücken zu uns, in der rechten Hand seine echt spektakuläre Hauptwaffe, die Glaive (mehr dazu später). Im Blickfeld ein paar Gegner, die bekämpft werden wollen.
Die Rückseite wurde mit einem Zusammenschnitt aus Screenshots gestaltet, wieder die Glaive deutlich in Szene gesetzt. Zusätzlich die Standard Hinweise zum Spiel. Dementsprechend für 1 Spieler, Speicherplatz ein gutes GB, HD 720p Auflösung und ein Multi-Player Modus über Netzwerk ist bis zu 10 Spieler möglich.
Die Beschreibung selbst sagt kaum etwas – werde zur ultimativen Waffe – Worte wie Virus, Schmerze, Feind, Kraft, Schwert und Held sind ohne wirklichen Satz zusammengestoppelt – egal, lassen wir uns überraschen.
Im Inneren finden wir noch ein sehr spärliches, 10 Seiten dünnes Beschreibungsheft in deutsch mit den Tastenbelegungen, ein paar Worten zu den Multi-Player-Spielmodi und fertig.
START
Die Installation ist in ca. 5min erledigt und es erfolgt der Start mit einer kleinen Anfangssequenz.
Man kann wählen unter Einzelspieler, Netzwerk (online mit anderen Spielern) oder auch einer Lan-Partie. Zusätzlich gibt es einige Optionen einzustellen bezüglich Grafik, Sound und Tastenbelegung.
Da ich selbst nicht online spiele, wähle ich also Einzelspieler und starte ein neues Spiel (später kann man einen automatisch abgespeicherten Spielstand auch wieder laden, oder den letzten Spielstand fortsetzen).
Ein Schwierigkeitsgrad ist hier übrigens am Anfang nicht wählbar, auch eine Eigenschaft die man so eher selten findet.
Man startet mit einem schwarz/weiß Prologue, der hauptsächlich zur Einführung, Einstimmung und Gewöhnung an die Steuerung dient und ehe man sich versieht ist man mitten drin im Geschehen.
STORY
Man spielt den CIA Agenten Hayden Tenno in der Zeit des kalten Krieges und muss in Osteuropa in der Stadt Lasria einen gefährlichen Auftrag erledigen.
Ein russischer Wissenschaftler will eine gefährliche biologische Waffe, den Tecnocyte Virus in Umlauf bringen und mit genau diesem infiziert sich unser Held gleich am Anfang. Der Virus macht die Infizierten zu willenlosen Zombies und im Verlauf des Spieles verwandelt sich unser Held mehr und mehr.
Durch den Virus erhält man übermenschliche Kräfte, die man für die zahlreichen, ebenfalls infizierten Gegner auch dringend
Bilder von Dark Sector (PS3)
benötigt. Doch die Zeit drängt um nicht völlig verwandelt zu werden.
SPIEL / EINDRUCK
Man wird in Dark Sector ziemlich unerwartet in die Handlung geworfen. Eine kurze Einstiegszene sagt nicht viel, man landet irgendwo in der Stadt Lasria und beginnt eben einfach damit sich durch zu kämpfen und mit der Spielsteuerung vertraut zu machen.
Zudem ist der erste Prologue auch in schwarz/weiß gehalten, das hat mich schon mal etwas abgeschreckt – aber es lohnt sich, wenn man den Einstieg hinter sich hat und mal so richtig in Fahrt kommt beim Spiel.
Unser Held mit schwarzem Kampfanzug und schwarzen Haaren ist Anfangs gar nicht zu erkennen, da er zusätzlich auch noch eine Tarnmütze auf hat. Man spielt in der 3rd-Person-Shooter Manier und sieht dementsprechend seinen Helden in voller Größe am Bildschirm.
Die Level sind erwartungsgemäß meist sehr dunkel und düster ausgefallen, doch man kann sich den Helligkeitslevel einstellen und erkennt so auch ausreichend von der Umgebung bzw. einige Details.
Man kämpft sich also durch eine vorgegebene Strecke, von der man auch nicht wirklich abweichen kann von einer Position zur nächsten. Inzwischen wird vom Spiel immer wieder automatisch gespeichert. Stirbt man, so beginnt man vom letzten Speicherpunkt wieder, die meist sehr fair gesetzt worden sind.
Anfangs hat man es noch mit Gegnern in Vollschutz-Anzügen zu tun mit Gasmasken, doch bald bemerkt man, dass einen auch ausreichend Zombies und sonstige verwandelte Kreaturen ans Leder wollen.
Eine Orientierungskarte gibt es bei Dark Sector nicht, aber war auch nicht wirklich nötig. Nur manchmal muss man etwas herum suchen um zum nächsten Checkpoint zu gelangen.
Bald macht sich die Infektion bemerkbar und der rechte Arm beginnt sich zu verändern. Er wirkt silbern, verwachsen und man erhält die Glaive.
Zwischendurch gibt es auch einige Zwischensequenzen, die mehr oder weniger gut Information bieten und einige Boss-Kämpfe.
Der Schwierigkeitslevel kann beim ersten Mal nicht verändert oder gewählt werden, was für mich bis dato neu war. Für mich war er aber absolut passend (spiele meist im mittleren / normalen Bereich), wobei er gegen Ende schon etwas knackig wird. Für Shooter-Profis ist er sicherlich deutlich zu leicht, absolute Anfänger werden wahrscheinlich an manchen Abschnitten in denen Gegner in Massen kommen etwas verzweifeln. Wenn man an einem Abschnitt mehrmals scheitert, hatte ich jedoch den Eindruck dass sich Anzahl der Gegner nach und nach verringern und so jeder Abschnitt überwunden werden kann.
Bei einem Zwischen-Boss-Kampf hatte ich jedoch Probleme die Lösung zu finden und schaffte das zugegeben erst mit Hilfe des Internets, wo man natürlich auch Lösungsbeschreibungen zum Spiel findet.
Hat man das Spiel erst mal durch erscheint eine weitere Möglichkeit erneut mit -brutalem- Schwierigkeitsgrad zu spielen.
= Waffen / Utensilien =
Eine der wohl am meisten gelungenen Neuerungen, zumindest für mich, ist die Glaive, ein Bumerang ähnliches, 3 schneidiges Wurfschwert, mit dem man im Laufe des Spieles hauptsächlich arbeitet.
Man kann wählen zwischen 2 Waffen – mit der linken Pfeiltaste eine meist schwerere, eher für Nahkampf geeignete Waffe und mit der rechten Pfeiltaste eine Pistole in der linken Hand und zusätzlich die Glaive in der rechten Hand. Des weiteren hat man bei der zweiten Option auch noch die Möglichkeit eine Taschenlampe ein zu schalten um in dunklen Passagen zumindest einen Lichtkegel zu haben.
Die normalen Waffen sind normal zu bedienen. L1 zum zielen, R1 zum schießen. Die Viereck-Taste lädt nach, was man auch regelmäßig durchführen sollte, denn sonst lädt sie meist automatisch, meist immer dann wenn es gerade stressig zugeht.
Eine Besonderheit bei den Waffen wäre bei Dark Sector, dass zwar einige Waffen von erledigten Gegnern herum liegen, man diese aber nur für eine kurze Zeit verwenden kann. Sie haben eine biologische Erkennung und vernichten sich bei einem Fremden innerhalb weniger Sekunden. Oftmals helfen sie dennoch, und sei es nur zum Sparen der eigenen Munition, die man ebenfalls in Kisten findet.
Munition und Geldmittel liegen übrigens auch im Spiel herum, es lohnt sich oft ein paar entlegene Räume oder Ecken auf zu suchen. Diese Elemente schimmern auch im Dunkeln und können so leicht geortet werden.
Mit den Geldmitteln kann man in unterirdischen Shops, die abschnittsweise betreten werden können, obig erwähnte Schusswaffen fix kaufen, oder sie mit Zusatzfunktionen aufrüsten.
Neben den Schusswaffen hat man auch noch Handgranaten, die man mit L2 abfeuern kann.
All das ist ganz gut gelungen, aber nichts besonderes.
Viel gelungener finde ich die bereits oben erwähnte Glaive. Der 3 schneidige Bummerang ist ein fixer Begleiter von Hayden, den man regelmäßig nutzen sollte und teilweise auch muss.
Mit L1 zielt man wiederum und mit R2 kann man die Glaive werfen. So werden auch mal Gliedmaßen der Gegner abgetrennt und sogar am Rückweg bewirkt die Glaive Schaden bei all den Gegnern die sich auf ihrer Flugbahn befinden. Man kann sie nicht verlieren und sie spart somit Munition der anderen Schusswaffen.
Doch damit nicht genug – im Laufe des Spieles erhält man auch für die Glaive weitere Fähigkeiten. Bald kann man diese werfen und mit abermaligem Drücken und Halten der R2 Taste diese in Zeitlupe in ihrer Flugbahn steuern. So kann man sogar Gegner, die sich hinter einer Deckung befinden treffen. Diese Funktion ist auch nötig um teilweise Schalter oder Türen zu erreichen die sich nicht auf einer linearen Flugbahn befinden.
Auch im Nahkampf (Kreistaste) ist die Glaive eine äußerst gefährliche Waffe und so manch im Nahkampf aufgeschlitzte Gegner erinnert stark an God of War.
Ich habe manche Kritik gelesen, dass sich Dark Sector schamlos von anderen Spielen bedient hat, aber ein Wurfgeschoß ähnlich der Glaive ist mir bis dato nicht bekannt und ich würde mir wünschen, dass es mehr solch innovative Waffen gäbe.
Zusätzlich kann man die Glaive auch mit Elektrizität, Feuer oder Eis aufladen um so zusätzlichen Schaden zu verursachen. Eine elektrisch aufgeladene Glaive kann defekte Türen öffnen, eine brennende Glaive Hindernisse weg brennen und die Eis-Glaive kann Gegner gefrieren. Echt gelungene Effekte!
Schnell findet man sich mit den verschiedenen Waffen zu Recht und kann sie bald effektiv einsetzen, je nach Gegner oder Situation.
= Heilung =
Wird man von Gegnern getroffen – und das wird man sicher, so erkennt man das an den typischen roten Elementen, die die Richtung anzeigen. Zusätzlich färbt sich der Bildschirm rot und man sollte dringend Deckung aufsuchen. Nach einiger Zeit erhält man eine weitere biologische Fähigkeit in Form eines Schildes, dass in solchen Situationen sehr hilfreich sein kann.
Nach einigen Sekunden ohne Treffer erholt sich Hayden auch wieder. Deckung ist dennoch ein sehr wichtiges Element bei Dark Sector.
Einfach drauf los rennen wird und rein hacken wird hier wohl nicht zum Ziel führen.
= STATUSMENÜ =
Die START Taste bringt uns in ein Pause-Menü, in der wiederum die Optionen erreicht werden können. Wir können damit auch ins Hauptmenü wechseln oder einen Missionsabschnitt neu starten.
= Steuerung =
Von den Waffensteuerungen habe ich im obigen Abschnitt schon das wichtigste erwähnt.
Hayden selbst ist recht einfach zu steuern. Der linke Stick lässt unsern Helden in die jeweilige Richtung laufen, mit dem rechten Stick können wir uns umsehen oder zielen.
Die X-Taste lässt uns in Deckung gehen oder zur nächsten Deckung rollen oder springen und wenn wir sie halten, so können wir eine kurze Distanz sprinten.
Mit der Kreistaste können wir über Hindernisse springen oder bei Gegnern Nahangriffe starten.
All das geschieht recht flüssig und gut animiert.
= Zwischensequenzen =
Es gibt einige Zwischensequenzen, die zwar ganz in Ordnung sind, von denen man sich aber nicht zu viel erwarten sollte, vor allem da die deutsche Synchronisation auch oft sehr misslungen ist (passt nicht zu den Animationen der Figuren).
= Gegner =
Die Gegner sind zahlreich in Dark Sector.
Man kämpft gegen normale Soldaten mit Schusswaffen oder Gasanzügen bis hin zu Zombies, hundeähnlichen Gegnern oder infizierte und völlig verwandelte Gegner mit biologischen Fähigkeiten. Sie können springen, klettern und teilweise auch unsichtbar werden. Sie sind schnell und erinnerten mich vor allem in dunklen Abschnitten mehrmals an Dead Space, wobei der Gruselfaktor vorhanden aber nicht so hoch wie in DS ist.
Zudem gibt es einige Boss-Gegner. Sogenannte Colossus oder Jackals, große Roboter, die von Gegnern gesteuert werden oder auch Kampfhubschrauber wollen vom Himmel geholt werden. Auch auf weitere darf man sich freuen, bei denen man oft zuerst die richtige Taktik herausfinden muss. Besonders der letzte Gegner bzw. dessen Wächter waren für mich 2 harte Brocken.
Aber der letzte Boss-Gegner ist einen langen Kampf in jedem Falle wert – sehr gelungen.
GRAFIK / SOUND
An der Grafik gibt es nicht viel zu meckern. Man sollte sich den Helligkeitslevel nicht zu dunkel einstellen, damit man auch in den dunklen Abschnitten noch ein paar Dinge erkennt. Ansonsten konnte ich kaum Grafikfehler feststellen. Die 720p laufen flüssig ab und auch Regen, Blitze, Nebel kommen gelungen herüber.
Dark Sector arbeitet auch viel mit Feuer und Eis und sehr gelungen fand ich auch die Unschärfe-Effekte, besonders beim Slow-Motion Wurf der Glaive.
Manche Details wurden in die verschiedensten Level reingepackt, wobei sie nicht überfüllt wirken. Man kämpft sich durch enge Gänge, durch Häfen und Schiffe oder durch U-Bahnstationen.
Bei den blechernen Gegnern hätte man noch etwas feilen können, während die Zombies wiederum recht gelungen sind. Manche stolpern sehr langsam auf einen zu, um plötzlich auf einen los zu stürmen mit Hammer oder Eisenstangen bewaffnet.
Die bereits oben erwähnten Nahkampf-Eliminierungen der Gegner sind nicht nur blutig, sondern auch in Zeitlupe detailliert dargestellt.
Die Zwischensequenzen hätten ebenfalls etwas mehr Liebe zum Detail vertragen, aber vielleicht bin ich ja von Uncharted schon zu verwöhnt.
Zu Gute halten muss man Dark Sector natürlich auch, dass es bereits vor 4 Jahren erschienen ist.
Während die Hintergrundgeräusche und Musik in Dark Sector noch sehr passend und stimmig ist, haben mich die Stimmen eher enttäuscht. Vor allem merkt man das in den Zwischensequenzen, wo die Sprechbewegungen und Animationen überhaupt nicht zu der deutschen Synchronisation zusammen passen. Hier empfiehlt es sich vielleicht sogar die Untertitel einzuschalten.
Ansonsten wird im Spiel nicht sonderlich viel gesprochen, außer ein paar Funkgesprächen. Die Gegner beschränken sich eher auf Sterbegeräusche, wobei auch die oftmals eher nervig wirken als passend.
Kurz: an der Grafik gibt es nichts zu meckern, die passt gut und bietet auch einige gelungene Effekte, die Musik und Hintergrundgeräusche sind auch noch in Ordnung, aber die deutsche Synchronisation ist misslungen.
In Summe guter Durchschnitt!
BONUS
Ich glaube man kann sich ein paar Dinge vom Sony-Store herunterladen, ansonsten gibt es ein paar Trophäen zwischendurch zu verdienen, das war es aber dann auch schon.
ZUSAMMENFASSUNG
Zusammenfassend kann ich sagen, dass man mit Dark Sector einen gelungenen 3rd-Person-Shooter mit viel Action und einer echt gelungenen Waffe, der Glaive erhält. Die alleine ist es wert, sich das Spiel einmal näher anzusehen.
Falls sich Dark Sector wirklich bei vielen anderen Spielideen bedient hat, so wurde das gelungen zusammen gesetzt, und ist für mich als Spieler absolut in Ordnung. Für mich waren einige Elemente neu und ich habe die schätzungsweise 10h Spielzeit für Einzelspieler meist spannend empfunden.
Die Grafik ist sehr in Ordnung, Musik und Hintergrundgeräusche ebenfalls, welche eine gelungene, teilweise leicht gruselige Atmosphäre erzeugt. Die deutsche Synchronisation allerdings ist eher misslungen.
Dark Sector, eine Empfehlung für Action- und Shooterfans, zu einem mehrmaligen Durchspielen animiert das Spiel wahrscheinlich nicht.
Für 10-15 Euro zugreifen!
Die FSK18 Einschränkung absolut berechtigt, vor allem die Nahkampf-Aufnahmen in Zeitlupe sind doch sehr blutig und erinnern immer wieder mal an God of War.
Besten Dank wieder mal fürs Lesen dieses Berichtes und ein gezieltes Werfen der Glaive ...
... heute schon geMOFFt?
27.03.2013 22:43
BH und LG! Claudia
28.12.2012 16:37
Das Wurfschwert gefällt mir gut. So etwas hatte ich noch nie ;) Besonders hilfreich.
22.12.2012 17:54
Wohl nichts für mich.