Haben Tiere auch Gefühle?

5  22.10.2001

Pro:
genial, genial, genial

Kontra:
nee

Empfehlenswert: Ja 

alteSchwedin

Über sich: Wo geht die Zeit nur hin...

Mitglied seit:12.04.2000

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Marion Zimmer Bradley ist (war, leider ist sie schon gestorben) eine der berühmtesten, wenn nicht sogar die größte Fantasy-Autorin unserer Zeit. Mit ihrem Darkover-Zyklus schuf sie eine großartige Welt, die sie in vielen Romanen aus unterschiedlichen Standpunkten beschreibt. Die Geschichten sind unabhängig voneinander, so dass man keine Reihenfolge beachten muss. Und doch fügen sie sich alle in das Gesamtbild von Darkover ein. Aber erstmal werde ich euch etwas zur Vorgeschichte von Darkover erzählen:

In der Zeit, als die Menschen begannen, das Weltall zu besiedeln, starteten viele Kolonisationsschiffe, von denen jedoch einige verloren gingen. Wieder manche von diesen besiedelten unbekannte Planeten, nachdem sie den Kontakt zum Rest der Menschheit verloren hatten.
Einer dieser Planeten heißt Darkover. Er ist erdähnlich, wird jedoch von einer großen roten Sonne beschienen und von 4 verschiedenfarbigen Monden umkreist. Die Menschen auf Darkover entwickelten im Laufe der Generationen eine „Laran“ genannte Gabe. Diese äußert sich in unterschiedlichsten Formen: Manche können mit ihrer Hilfe in die Zukunft sehen, Gedanken lesen oder geistigen Austausch mit Tieren pflegen.
Doch Laran bringt nicht nur Gutes hervor: Mit dieser Gabe und altem Wissen können auch fürchterliche Waffen hergestellt werden.

Nun etwas zur Handlung von „Die Herrin der Falken“:

Romilly ist ein junges Mädchen. Als Tochter des Landadligen Mikhail MacAran besitzt sie eine sehr seltene Form des Laran, das seit Generationen in ihrer Familie vererbt wird. Sie hat die Fähigkeit, mit Falken, Hunden und Pferden zu kommunizieren. Doch auch mit allen anderen Tieren kann sie in gedanklichem Kontakt stehen. Auf dem Hof ihres Vaters hat sie schon seit frühester Kindheit gelernt, Pferde und Falken zu zähmen. Sie baut eine tiefe Beziehung zu einem Falken mit Namen Preciosa auf.
Als ihr Vater sie mit dem ältlichen Adligen Dom Garris verheiraten will, ergreift Romilly die Flucht. Sie will diesen Mann nicht heiraten. Sie will ihre Freiheit. Also flieht sie vor ihrem Vater. Sie will ihren Bruder aufsuchen, der auch vor ihrem Vater geflohen ist und der jetzt in einem Turm (Dort leben und arbeiten viel der mit Laran begabten Menschen!) sein Laran ausbilden lässt.
Um nicht belästigt zu werden, verkleidet sie sich als Junge. So erlebt Romilly vielerlei Abenteuer: Einmal will sie ein Mann sogar wegen ihres Pferdes umbringen. Aus manchen Situationen kann sie sich nur mit Glück befreien. Bis sie schließlich auf Dom Carlo und Orain trifft, die mit ein paar Gefolgsleuten auf dem Weg in ein Kloster befinden. Weil sie gut mit Tieren zurechtkommt, verdingt sich Romilly bei ihnen als Pfleger für drei Kundschaftervögel. Diese Tiere werden im Krieg vorausgeschickt, damit sie aus der Luft, die Armee des Gegners ausspionieren. Das geschieht, während ein Mensch, einer mit Romillys Gabe, mit ihnen in Verbindung steht.
Ihr weiterer Weg führt sie über den Orden der Schwertfrauen, die Keuschheit gelobt haben und mitten unter Männern in der Armee kämpfen, zu König Carolin und ihrem Bruder, zu dem sie ja wollte. Doch sie findet sich auf dem Schlachtfeld wieder und muss schreckliche Greueltaten mit ansehen...

Marion Zimmer Bradley beschreibt in diesem Darkover-Roman die Landschaften, Menschen und Umstände so grandios, dass man denkt, man sei dabei.
Wenn Romilly ihren Geist mit dem eines Pferdes verbindet, glaubt man über weite Ebenen zu galoppieren. Wenn sie mit ihrem Falken Preciosa fliegt, denkt man, dass man auf einer Wolke durch die Luft schwebt, völlig schwerelos und völlig sicher.
In „Die Herrin der Falken“ fand ich Namen und Orte, die ich schon aus meinem ersten Darkover-Buch „Die Zeit der hundert Königreiche“ kannte. Ich tauchte wieder ein in diese wunderbare, fantastische Welt, die unseren manchmal so ähnlich scheint. An anderen Stellen aber auch wieder grundverschieden ist.
Ich weiß, dass dieses Buch nicht das letzte aus dem Darkover-Zyklus sein wird, denn diese Welt nimmt gefangen, fesselt und lässt einen nicht mehr los, bis man nicht ihr letztes Geheimnis ergründet hat. Doch das wird dem Leser nicht gelingen, so wie es auch Marion Zimmer Bradley bis zu ihrem Tode nicht gelungen ist.
Lesen!

„Die Herrin der Falken“ von Marion Zimmer Bradley erschien deutsch erstmals 1984. Ein neueres Taschenbuch kostet bei amazon.de unter der ISBN 3426609665 16,90 DM.
Die Originalausgabe mit dem Titel „Hawkmistress“ erschien 1982. Die Übersetzung machte Rosemarie Hundertmarck.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Cleopatra_81

Cleopatra_81

12.03.2003 23:57

Dein Bericht ist wirklich super geschreiben, das Buch ist aber auch sehr klasse! Weiter so!

Wurzelchen2

Wurzelchen2

13.10.2002 12:17

Ich finde es ganz toll, dass du auch auf die Vorgeschichte eingehst. Bei dieser Vorgehensweise kommen auch ungeübte Darkover-Leser sofort in die Handlung und viele Fragen werden von vornherein geklärt. Von der Handlung verrätst du nicht alles, was sehr neugierig auf das Buch macht. Weiter so!!!

Lady_Jaelle

Lady_Jaelle

04.02.2002 14:36

Sehr schöner und anschaulicher Bericht. Liebe Grüße Lady Jaelle

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