Erfahrungsbericht über

Das Alphabethaus - Roman / Jussi Adler-Olsen

Gesamtbewertung (8): Gesamtbewertung Das Alphabethaus - Roman / Jussi Adler-Olsen

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Ein Roman aller erster Sahne

4  23.02.2012

Pro:
Spannung, Verbindung von Informationen und Geschichte

Kontra:
Verwirrungen

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

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Verena2907

Über sich:

Mitglied seit:05.01.2012

Erfahrungsberichte:118

Vertrauende:17

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 143 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vor etwa 2 Wochen habe ich mir das neue Buch von Jussi Adler Olsen gekauft und zwar „Das Alphabethaus“. Heute möchte ich euch von meinen Erfahrungen berichten.

Ein paar Fakten

Preis: 15,90€
Seiten: 592 Stück
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (kurz dtv) im Januar 2012
Maße: 20,8 x 13,4 x 5 cm
Autor: Jussi Adler Olsen
Genre: Roman
Zum Autor

Der Autor Jussi Adler Olsen wurde 1950 in Kopenhagen geboren. Seit 1997 veröffentlicht er (Kriminal-)Romane. Außerdem erschien ab 2007 die erfolgreiche Thriller-Serie um Carl Morck vom Sonderdezernat Q.
Auch einige Besteller entstanden schon durch sein schaffen und zwar „Erbarmen“, „Schändung“ und „Erlösung“.
Da der Autor Däne ist wurde der Roman, der sofort nach dem Erscheinen in zahlreichen Ländern die Bestsellerlisten stürmte, vom Dänischen ins Deutsche übersetzt. Dies übernahmen Hannes Thiess und Marieke Heimburger.
Das Aussehen

Das Buch ist in schwarz gehalten. Auf der Vorderseite ganz oben, befindet sich und grauer Schrift über die ganze Breite des Buches der Name des Autors „Jussi Adler Olsen“ in Großbuchstaben gedruckt. An der unteren Seite der Vorderseite kann man den Titel in einem kräftigen rot lesen „Das Alphabethaus“. Darunter wird rechts der Verlag vorgestellt und gezeigt, dass es sich um einen Roman handelt. Auf der Hinterseite befindet sich folgender Klappentext:
„1944. Die britischen Piloten Bryan und James, unzertrennliche Freunde von Kindesbeinen an, stürzen über deutschem Territorium ab.
Schwerverletzt und unter falscher Identität gelangen sie in ein Sanatorium für Geisteskranke im Schwarzwald. Ihr Leben als Simulanten im „Alphabethaus“ wird zur Hölle auf Erden.
Werden sie, wird ihre Freundschaft überleben?
Jahrzenten später brechen sich die entsetzlichen Ereignisse der damaligen Zeit noch einmal gewaltsam Bahn…“

Außerdem kann man dort noch eine Rezension von „Aftenposten“ finden. Sowie dass es sich hier um eine deutsche Erstausgabe handelt.
Hinten als auch vorne findet man ein Bild von 2 Gesichtern welche mit Laken umhüllt sind. Man sieht also nur die Konturen des Gesichts. Das rechte ist eher grau das linke eher braun.
Als ich das Buch das erste Mal gesehen habe sprach mich schon das Layout und die Aufmachung an. Das schwarz vermittelt Geheimnisvolligkeit und passt hervorragend zu einem solch grausamen Roman.
Etwas schade finde ich, dass der Autor sich mit einer solch großen Schrift auf dem Buch verewigen musste. Meiner Meinung nach muss der Titel doch immer größer sein als der Name des Autors, denn es geht ja wohl um die Geschichte. Der Titel sticht also nur durch das sehr passend gewählte rot hervor und nicht unbedingt durch die Schriftgröße.
Auch
Bilder von Das Alphabethaus - Roman / Jussi Adler-Olsen
Das Alphabethaus - Roman / Jussi Adler-Olsen Foto (8) - Das Alphabethaus - Roman / Jussi Adler-
Das Alphabethaus - Roman / Jussi Adler-Olsen
das Bild finde ich gut. Auch das ist sehr geheimnisvoll gehalten. Man erkennt dadurch keinerlei Gesichter und kann sich wenige Vorstellungen von den Hauptpersonen machen. Trotzdem soll aber denke ich dieses Bild das Leid wiederspiegeln welches die Piloten während ihres Kampfes um das Überleben erfahren.

Der Aufbau

Insgesamt ist das Buch in 68 Kapitel unterteil was wirklich einiges ist. Wenn man das Buch aufschlägt gibt es kein Vorwort oder änhliches sondern es beginnt sofort mit dem ersten Kapitel. Über jedem Teil steht groß die Nummer des Kapitels. Die ersten 3 Wörter des Kapitelanfangs sind immer in fett gedruckt.
Am Ende des Buches findet man noch einen Anhang. Dieser beginnt mit einem „Nachwort & Dank“ von Jussi Adler Olsen. Des Weiteren findet man dort einige Infos zum Hintergrund des Begriffs „Alphabethaus“, zu den verschiedenen Bezeichnungen bzgl. der Diensttauglichkeit, zu verschiedenen Ausmusterungsbezeichnungen und zu guter Letzt zu den Quellen.
Diesen Anhang finde ich wirklich sehr informativ und wichtig dass er dabei ist. Besonders wenn man sich jetzt mit Ausmusterungsbezeichnungen und der Diensttauglichkeit nicht so gut auskennt, was ja denke ich mal bei den meisten der Fall ist, hilft es einem das Buch besser und leichter zu verstehen und ist darüber hinaus auch noch sehr informativ.
Alles in allem ist der Aufbau sehr gut gelungen. Was anders ist, ist dass es keine Kapitelüberschriften gibt. Doch ich finde das umso spannender denn manchmal verraten diese ja schon ein bisschen wie die Geschichte weiter geht und nehmen so etwas Spannung heraus. Das ist hier also nicht der Fall. Trotzdem aber ist alles sehr übersichtlich und man findet sich durch fettgedruckte Sachen und Hervorhebungen sehr sehr gut zurecht.

Inhalt

Die Geschichte spielt in einem furchtbaren Winter im Jahr 1944. Wie man schon an der Jahreszahl erkennen kann steht das Ende des Zweiten Weltkriegs kurz bevor, als die beiden britischen Piloten James und Bryan über deutschem Territorium mit ihrem Flieger abstürzen. James und Bryan sind seit ihrer Kindheit dicke Freunde und fest entschlossen alles dagegen zu tun, um nicht in deutsche Gefangenschaft zu geraten. Während einer Verfolgung durch die Deutschen springen sie auf einen Lazarettzug auf und es gelingt ihnen dort, ihre wahre Identität zu vertuschen. Als vermeintliche hohe SS-Offiziere gelangen sie in ein Sanatorium für Geisteskranke, was ihre einzige Chance darstellt, um zu überleben. Im „Alphabethaus“ (Der Name des Sanatoriums), welches in der Nähe von Freiburg im Breisgau liegt, tun James und Bryan alles dafür, um als psychisch krank zu. Doch schon nach kurzer Zeit wird den beiden klar, dass sie nicht die einzigen Simulanten im „Alphabethaus“ sind und dass ihr Leben dadurch in allergrößter Gefahr schwebt.
Jahrzehnte später begibt sich einer der Überlebenden des „Alphabethaus“ auf Spurensuche, was zu fatalen Folgen führt…

Der Inhalt des Buchs kam mir schon beim Durchlesen des Klappentextes etwas skurril vor.
Aufspringen auf einen Lazarettzug?
Vertuschen ihrer Identität in dem Zug?
Ist das alles denn überhaupt möglich?
Und auch beim Lesen des Buches findet man immer wieder Stellen in denen man sich ernsthaft die Frage stellt ob die Handlung in diesem Augenblick wirklich realistisch ist.
Doch ganz ehrlich, es gibt in Büchern immer wieder Stellen in denen man sich das frägt, und ich glaube wenn das nicht so wäre, wäre das Buch nur halb so spannend und interessant zu lesen.

Der Lesespaß

Also ich mit dem Buch begann war ich wirklich sehr sehr motiviert und vollkommen entschlossen dass ich das Buch lieben werde.
Nachdem ich jedoch die ersten 5 Kapitel durch hatte, dachte ich mir „Kommt da endlich auch mal was anderes als nur das Geschehen Lazarettzug?“. Ich kann nicht sagen dass mich die Handlung bis dahin anödete. Es war durchaus spannend, wie die Soldaten James und Bryan fliehen konnten und es schafften ihre Identität immer und immer wieder zu vertuschen. Doch zu Anfang war mir die Handlung einfach zu unrealistsisch. Vielleicht sollte man bei solchen Büchern einfach nicht so sehr darüber nachdenken, was gerade passiert und ob dies alles möglich ist.
Danach folgt die lange Zeit als Simulanten in dem Sanatorium. Doch auch hier haben die beiden es für eine Flucht nicht so leicht wie gedacht. Das erste Problem ist, dass falls sie als Simulanten aufgedeckt werden, ihnen eine schnelle Hinrichtung folgt. Außerdem bekommen sie ständig eine nicht gerade geringe Medikamentendosis, was die Flucht aus dem Alphabethaus auch nicht gerade erleichtert. Hinzu kommt noch, dass sie nicht die einzigen sind, die eine psychische Krankheit vorspielen.
Besonders der Buchteil in dem es um das Sanatorium und den dortigen Ereignissen geht wirkt immer befremdlicher und skurriler, je mehr man davon liest. Die Grausamkeit erschrickt einen von Seite zu Seite immer wieder und man kann es kaum fassen.
Jussi Adler Olsen weiß genau, wie man die Leser aufklärt und ihnen die Schandtaten des dritten Reichs gepaart mit einer faszinierenden und grausamen Geschichte nahe bringt. Dies erkennt man vor allem an folgendem Ausschnitt:
„Der Öffentlichkeit blieb das Schicksal dieser Patienten meist verborgen, denn ein SS-Offizier konnte einfach nicht geistesgestört aus dem Krieg zurückkehren. Das hätte die Größe des Dritten Reichs beschmutzt und nicht zuletzt unvorhersehbare Konsequenzen für das Vertrauen in die Meldungen von der Front gehabt. Nichts durfte in der Bevölkerung Zweifel säen hinsichtlich der Unverwundbarkeit seiner Helden.“
(Zitat, S. 103)
Diese Verbindung wird unterstützt durch den tollen Schreibstil von Jussi Adler Olsen.
Man merkt dass der Autor sehr viel Erfahrungen hat durch sein langjähriges Schreiben Kriminalromanen und ähnlichem. Alles ist sehr verständlich formuliert und das was dann mal nicht so leicht zu verstehen ist, wie die spezifischen Bezeichnungen von Soldaten wird ja hinten im Buch, nämlich im Anhang, hervorragend und verständlich erklärt.
Was ich trotzdem noch bemängeln muss ist dass der Autor häufig auch zu langen Sätzen neigt. Deswegen sollte man wirklich aufmerksam lesen. Bei mir kommt es häufiger vor, dass ich einen Satz um ihn vollkommen zu verstehen auch zweimal lese.
Dies machen aber seine tollen Formulierungen, welche sehr abwechslungsreich sind, wieder vollkommen weg.
Ich muss wirklich sagen, dass mir der Schreibstil außerordentlich gut gefällt und sehr vielfältig ist.

Was man vorher schon leicht herauslesen kann. Ist dass das Buch in 2 große Teile gegliedert ist. Ab Seite 250 beginnt dann der zweite Teil des Kriegsromans, der mit einem Prolog im Jahre 1972 beginnt. Man erfährt, dass Bryan Young inzwischen seinen Namen von Bryan Underwood Scott Young auf Bryan Scott ändern lassen hat und nun mit einer Frau Namens Laureen verheiratet ist.
Die Zeit im „Alphabehaus“ hat er vollkommens verdrängt. Nicht einmal seine Frau weiß von diesen Vorfällen, die ihn tief geprägt haben Bescheid.
Doch nachdem er durch Zufall einen damaligen Peiniger trifft holt es die ganzen Erinnerungen wieder an die Oberfläche und er beginnt mit der Suche nach James, den er seitdem nie wieder gesehen hat.
Besonders diesen Teil der Geschichte finde ich sehr spannend. Man erkennt wie viele tatsächliche Spuren dieser damalige Aufenthalt in dem Sanatorium bei Bryan und in dessen Seele hinterlassen hat. Auch wenn hier wieder alles etwas unrealistisch klingt, reißt einen doch die Spannung mit.
Doch auf dieser Suche gab es auch für mich einige Schwierigkeiten. Besonders störend oder sogar anstrengend fand ich, dass die Personen teilweise 3 verschiedene Namen aufweisen. Einmal ihr normaler Geburtsname, dann der Name den sie als Simulant in der Anstalt verwendet haben und dann noch Spitznamen. Dies verwirrte mich während des Lesens total. Vor allem die die nicht das Wundernamensgedächtnis haben, tun sich da wirklich schwer. Dem Autor war es vielleicht beim Schreiben des Bestsellers nicht unbedingt bewusst, doch dies erschwer den Lesefluss meiner Meinung nach immens.

Mein Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass es immer wieder Teile des Buches gibt, die sehr spannend sind und mich total mitgerissen haben. Während dieser Zeit konnte ich wirklich kaum aufhören zu lesen. Als Gegensatz gab es aber natürlich auch einige Passagen die langatmig und Nerv tötend waren. Wenn man alles miteinander abwägt, gewinnt aber für mich die Spannung, die weitaus größer ist.
Der Schreibstil von Jussi Adler Olsen hat mich besonders begeistert. Wenn er sich nicht gerade mal in langatmigen Sätzen verliert liest sich das Buch mit einer Leichtigkeit die kaum zu beschreiben ist. Trotzdem ist es aber wichtig immer mit Interesse und Aufmerksamkeit dabei zu sein, denn sonst überliest man mal schnell ein Detail.
Etwas störend sind für mich einmal die unrealistischen Passagen und die Verwirrtheit in der Geschichte. Doch auch die Verwirrung löst sich meist sehr schnell wieder auf wenn man voll dabei ist.
Alles in allem ist es ein sehr gelungenes Buch, welches die Schrecken des Krieges und deren Brutalität mit einer faszinierenden und erschreckenden Geschichte zugleich verbindet.
Ich würde das Buch aufjedenfall an alle Krimifans und Kriegsromanfans weitermepfehlen. Diese 15,90€ waren für mich gut investiert und ich werde Jussi Adler Olsen treu bleiben und nun auch seine vorherigen Bücher zu lesen beginnen.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen wegen den oben genannten kleineren Abzügen.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
sweety179

sweety179

26.12.2012 10:47

bh

sweety179

sweety179

25.12.2012 11:31

Bewertung kommt nach. LG

Jenni29Mai80

Jenni29Mai80

01.10.2012 11:07

Danke für den Tip. Ist notiert auf meiner kilometerlangen Wunschliste bei amazon :-D So viel Geld kann ich bei Ciao gar nicht verdienen um den finanziellen "Schaden" auszugleichen, den die Berichte über gute Bücher hier bei mir anrichtet :-D

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Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 392 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

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