Erfahrungsbericht über

Das Alphabethaus - Roman / Jussi Adler-Olsen

Gesamtbewertung (9): Gesamtbewertung Das Alphabethaus - Roman / Jussi Adler-Olsen

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ABC im Schweinsgalopp

2  05.03.2012

Pro:
der erste Teil sehr gut

Kontra:
der Schweinsgalopp in Teil 2

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

mehr


t.schlumpf

Über sich: ich hänge mit dem CIS und dem Gegenlesen hinterher - sorry - aber da ich angezählt wurde könnte es n...

Mitglied seit:25.01.2007

Erfahrungsberichte:371

Vertrauende:270

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 245 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als besonders hilfreich bewertet

JUSSI ADLER – OLSEN: DAS ALPHABETHAUS

Was macht für Euch ein gutes Buch aus?
Für mich ist es Spannung, eine gute und fesselnde Geschichte die mein Kopfkino anregt, am besten chronologisch nachvollziehbar und vor allem Logik ( auch bei Fantasybüchern nicht von Nachteil). Wenn mir dann auch noch ein Buch auffällt, das zu meinen geschichtlichen Interessen passt liegt es ziemlich nahe dass genau jenes auch in meinem Einkaufskörbchen landet. Und so habe ich heute mal wieder einen Buchbericht für Euch über ein Buch das ich über Amazon.vine lesen durfte.

Eine feine nette Sachen dieses Testprogramm – Bücher lesen dürfen und nicht mal was für zahlen müssen. Für mich Büchersüchtigen ist das Programm ein Paradies.
Aber auch ein gewagtes Spiel, hier kann das Bauchgefühl nicht mitreden wie im Bücherladen, man kann nicht kurz reinspicken und kann sich nur aussuchen was es da gibt, Sonderwünsche nicht erlaubt (auch klar). Aber eine für mich durchaus spannende Idee und so kommt Abwechslung in meinen Lesealltag. Manche der Bücher sind noch nicht erschienen, andere erst kurz auf dem Markt und man selbst bekommt nur eine Kurzbeschreibung zum Buch, sprich das bestellte Buch wird ein Überraschungsei. Manche der bereits gelesenen Überraschungseier waren, na sagen wir mal mittelmäßig bis unter aller Sau, mache waren einfach nur genial und wieder andere Rest nicht nach meinem Geschmack.

Heute soll es um das „Das Alphabethaus“ von Jussi Adler – Olsen gehen. Neugierig wurde ich auf das Buch, als ich in Amazon.vine die Inhaltsangabe gelesen habe. Zweiter Weltkrieg, eines meiner Interessengebiete gepaart mit einem spannenden Roman über den Krieg und eine tiefe Freundschaft – da konnte ich nicht widerstehen. Dass dieses Buch gerade an Platz eins der Bestsellerliste rumturnt und der Autor in den Himmel gelobt wird hatten damit nichts zu tun, aber vielleicht hätte genau das mich vom Lesen abgehalten.
Doch egal letzte Woche kam das buch dann bei mir an und ich machte mich begierig an die Lektüre, ob Top oder Flop will ich Euch nun heute verraten. Denn nicht immer stimme ich mit den vielen positiven gestimmten Lesern überein, ich hab da so meinen eigenen Sturkopf und manches mal denke ich schon ich wäre „ Aus Prinzip dagegen“. Mal sehen ob das hier ebenso ist, oder das Buch mich wirklich überzeugen kann.


ECKDATEN
Ich habe hier die Taschenbuch des Romans vor mir liegen, welche als deutsche Erstausgabe im Januar 2012 beim dtv-Taschenbücher - Verlag erschienen ist.
Die Originalausgabe erschien 1997 unter dem dänischen Titel Alfabethuset bei JP/Politikens Forlagshus A/S, Kopenhagen.

588 Seiten spannende Unterhaltung (laut Aftenposten), inklusive der Danksagungen und Einteilung der Wehrtauglichkeit und Krankheitskürzeln der deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg umfasst das Büchlein!

ISBN-10:3-423-24894-7
EAN: 978-3-423-24894-5

Der Preis der vorliegenden Ausgabe liegt um die 16- Euro.


ÜBER DEN AUTOR

Jussi Adler-Olsen wurde am 2. August 1950 unter dem bürgerlichen Namen Carl Valdemar Jussi Henry Adler-Olsen in Kopenhagen geboren. Er studierte Medizin, Soziologie, Politische Geschichte und Film und arbeitete anschließend in den verschiedensten Berufen. 1997 begann er mit dem Schreiben und landete bereits mit seinen ersten Büchern unter anderem in Schweden, Spanien und Südamerika auf den Bestsellerlisten, mit der Serie um das Sonderdezernat Q erlangte er seinen internationalen Durchbruch. Seine Bücher wurden in über 20 Länder verkauft.

„Das Alphabethaus“ ist Jussis Adler- Olsens erster Roman, der sofort nach Erscheinen in zahlreichen Ländern zum Bestseller wurde. Mit diesem Buch hat der Autor seinen Weltruhm begründet.

Jussi Adler-Olsen hat zahlreiche nationale und internationale Krimipreise erhalten, er wurde u. a. ausgezeichnet mit dem Harald-Mogensen-Krimipreis 2009 für Erlösung, dem Reader's Bookprize 2010, einem der bedeutendsten Literaturpreise Dänemarks, dem Glass Key Award 2010 - dem bedeutendsten Krimipreis Skandinaviens. Das internationale Literaturmagazin Buchkultur wählte Erbarmen auf Platz 2 der besten Kriminalromane des Jahres 2010 aus aller Welt.


Weitere Werke des Autors

Ich hab nur die aufgelistet, von denen ich weiß dass sie in Deutschland erschienen sind.
Erbarmen, 2009
Schändung, 2010
Erlösung., 2011


INHALTSANGABE AUF DER BUCHRÜCKSEITE

1944. Die britischen Piloten Bryan und James, unzertrennliche Freunde von Kindesbeinen an, stürzen über deutschem Territorium ab. Schwerverletzt und unter falscher Identität gelangen sie in ein Sanatorium für Geisteskranke im Schwarzwald. Ihr Leben als Simulanten im Alphabethaus wird zur Hölle auf Erden. Werden sie, wird ihre Freundschaft überleben?
Jahrzehnte später brechen sich die entsetzlichen Ereignisse der damaligen zeit noch einmal gewaltsam Bahn…

Ein großer Roman über die Schrecken des Kriegs – und eine Geschichte einer tiefen Freundschaft

Das Alphabethaus gehört zum Besten, was Jussi Adler – Olsen je geschrieben hat.
Aftenposten


EIGENE INHALTSANGABE

Im Winter 1944 sind die beiden Freunde Bryan und James im Auftrag der Royal Airforce über Deutschland mit einem Aufklärungsflug unterwegs. Sie sollen die Gerüchte um erhöhte Bautätigkeiten südlich von Dresden und den Zustrom von Zwangsarbeitern aus polnischen und russischen Zwangsarbeiten in diesen Raum untersuchen, befürchten doch die Alliierten dass hier die irgendwo die geheime Wunderwaffe der Nazis gebaut werden könnte.
Doch der Aufklärungsflug endet nicht wie geplant mit einer Tasse Tee im heimischen Lager, statt dessen finden sich die beiden Freunde abgeschossen auf der verschneiten deutschen Erde wieder, verfolgt von Soldaten und einer Hundestaffel.

Während Bryan den Absturz mit leichten Plessuren am Hinterteil übersteht hat es James heftiger getroffen, während des Luftangriffs durch die deutschen hat er sich eine ziemliche ordentliche Verletzung am Kopf zugezogen und war bewusstlos mit dem Fallschirm ziemlich unsanft auf die Erde gedonnert. So lädiert machen die beiden sich auf die Flucht vor ihren Verfolgern, James ist bei diesem Team der Kopf und Bryan verlässt sich fast bedingungslos auf ihn. Von Kindesbeinen an ist James der Mensch dem Bryan vertraut, ihm folgt und folgt.
So kommt es denn auch dass beide auf einen nach Süden fahrenden Zug aufspringen. Ein Zug voller Kriegsversehrter Soldaten von der Ostfront.

In diesem Lazarettzug ist es recht still, alle Versehrten scheinen bewusstlos oder bis zum Anschlag sediert, sie stellen also keine Gefahr für die beiden Engländer dar. Was jedoch ziemlich übel werden könnte ist die Tatsache dass alle diese Männer SS – Soldaten sind und damit das begleitende Personal sehr aufmerksam und führsorglich. James überzeugt Bryan dass ihre einzige Rettung ist die Identität zweier dieser Männer anzunehmen. „Vertrau mir, ich kümmere mich“ das sind die Worte mit denen James dann Bryan auch von der Idee überzeugt, selbst soweit bringt dass er sich mit dem Dreck unter den Fingernägeln die Blutgruppe in den Oberarm tätowiert – wie es nun mal bei der SS Brauch war: Im Gegensatz zu James tätowiert sich Bryan seine eigene Blutgruppe und nicht die des Mannes dessen Identität er annimmt – ein Zustand der ihm in der folgenden Zeit das Leben schon erleichtert.

Ach ja, der Wagon den die beiden für sich auserkoren haben ist speziell für SS – Offiziere reserviert und so werden aus James und Bryan die SS Oberführer Arno von der Leyen und Standartenführer Gerhardt Peuckert. Im Gegensatz zu Bryan versteht James deutsch und kann so auch aus den Krankenblättern der verletzten Soldaten herausfinden, dass es sich bei diesem Transport nicht nur um körperlich versehrte Männer handelt, die meisten von ihnen haben an der Front starke seelische Schäden erlitten und sind nun auf dem Weg in ein Lazarett in dem man sich speziell um Letzteres kümmern wird.
Dieser Zustand erleichtert den beiden ihren Status Quo erheblich können sie doch sich leise unterhalten ohne dass einer der anderen Patienten sie verrät. Lediglich ein bisschen Apathie vortäuschen und etwas durch den Wind spielen und sie würden mit ihrer Flucht ein gutes Stück weiterkommen.

Doch da geht gründlich was schief mit ihrem Plan, was der deutschkundige James nicht berechnet hat war die Tatsache dass man psychisch Versehrte auch mit Medikamente ruhig stellen kann. Und so landen die beiden ziemlich neben sich stehend den Bahnhof von Freiburg – naja sagen wir James ist komplett von der Spur und Bryan nimmt noch ein gutes Stück mehr von dem wahr dass hier gerade um sie geschieht und was mit ihnen geschieht.
James scheint nicht nur durch die Medikamente langsam aber sicher in seiner eigenen Welt zu verschwinden, es sieht so aus als habe er sich so in die Rolle versteigert dass er langsam wirklich der Geisteskranke Gerhart Peuckert wird. Oder er spielt seine Rolle einfach nur perfekt, was ihm und Bryan wiederum das Leben rettet, denn von Freiburg geht es weiter zu einem Lazarett im Schwarzwald und da sortiert ein Sicherheitsoffizier erst einmal alle Simulanten des Transportes aus – brutal und sehr effektiv, und noch lehrreicher für die Zukunft der beiden Flüchtlinge.

In ihrer Zeit im Alphabethaus (der Name kommt durch die Patienteneinteilung mit Buchstaben – Zahlenkombinationen ihrer psychischen Gebrechen) erleben die beiden Freunde eine Zeit der Hölle. Dies ist kein Sanatorium, es ist eine Klinik in der starke Psychopharmaka und Elektroschocktherapien die Patienten wieder einnorden und kriegstauglich machen sollen. Gemeinsam mit etlichen anderen SS – Offizieren landen die beiden dann auf einer Krankenstube und plötzlich ist die Welt nicht mehr wie sie einmal war.
James verändert sich immer mehr, stumpft ab und vermeidet jeden Kontakt zu Bryan, womit das schmieden von Fluchtplänen unmöglich wird. Dass dies eine reine Schutzmaßnahme ist kann Bryan durch seine mangelnden Deutschkenntnisse natürlich nicht wissen, außer ihnen befinden sich noch drei weitere Simulanten in diesem Zimmer und die schrecken vor einem Mord an jedem der sie verraten könnte nicht zurück.

Bryan, geschockt über das Verhalten und den Verfall von James, entschließt sich nun die Sache in eigene Hände zu nehmen. Er schluckt nicht brav wie sein Freund die Medikamente und sucht fieberhaft nach einer Fluchtmöglichkeit. Als ihm dann doch irgendwann bewusst wird dass James Zurückhaltung nur eine Schutzmaßnahme ist und selbst die Simulanten entdeckt stürzt er sich eifriger in die Suche nach einer Lösung als vorher. Doch auch die Simulanten sind nicht untätig oder unaufmerksam, die beiden trauen den beiden Freunden auch nicht über den Weg und haben sie im Auge, versuchen herauszufinden ob auch diese simulieren und versuchen sie zu töten.
Schmitt, Lankau und Kröner pissaken und misshandeln die beiden Freunde vom Feinsten, wobei James am meisten leiden muss – was auch die aufopfernde Pflege der Schwester Petra nicht wirklich wettmachen kann.

Auch rächt es sich nun dass James sich die Blutgruppe des wirklichen Gerhart Peuckert tätowiert hat, aufgrund seiner vielen Verletzungen durch die Simulanten bekommt er Bluttransfusionen was natürlich einen allergischen Schock auslöst. Das gepaart mit den Medikamenten und den Elektroschockbehandlungen ist er alles andere als in der Lage mit Bryan an Fluchtplänen zu schmieden geschweige denn diese mit auszuführen.
Als es dann endlich, nach fast einem Jahr Aufenthalt im Alphabethaus, möglich ist zu flüchten muss Bryan schweren Herzens Abschied von seinem Freund nehmen und alleine flüchten. Aber er schwört James nach Hause zu bringen.
Naja, ganz alleine ist er bei seiner Flucht dann doch nicht – die beiden Simulanten Schmitt und Lankau kleben sich an seine Fersen, fürchten sie doch dass er ihre beiden großen Geheimnisse kennt und sie verraten könnte.
Im Rhein kann er sich dann der beiden entledigen und schafft es zu den Alliierten zu gelangen. Hier erzählt er dann sein Wissen, doch die erhoffte Befreiung von James endet anders als Bryan hofft. Anstatt Tür auf, James raus legen die Bomber der Engländer und Amerikaner das ganze Areal in Schutt und Asche.

So lebt Bryan die nächsten 28 Jahre mit dem Gedanken an die Schuld seinen Freund im Stich gelassen und dem Tod preisgegeben zu haben. Doch irgendwo in seinem Inneren hegt er immer noch die Hoffnung James zu finden, lebend zu finden. Und kurz vor den Olympischen Spielen 1972 in München deutet einiges daraufhin, dass nicht alle Patienten des Alphabethauses bei dem Bombenangriff ums Leben gekommen sind. Fiebrig den dünnen, vielleicht ins leere laufenden Spuren zu folgen macht sich Bryan nach Deutschland auf und landet in ein zweites Mal in seinem Leben in Freiburg.
Hier trifft ihn dann fast der Schlag, seine Peiniger – die Simulanten – haben auf jeden Fall überlebt und führen nun unter einem neuen Namen ein sehr wohlhabendes und sorgloses Leben.

Lebt James auch noch??? Und was ist in den letzten Tagen des Alphabethauses und den 28 Jahren alles passiert – lest es doch selbst.


MEINE EINDRÜCKE & FAZIT

Ich hatte das Buch ja kostenlos von Amazon vine zum Probelesen bekommen und erst nachher erfahren dass es die Bestsellerlisten unangefochten anführt. Hmm, ich weiß noch nicht genau warum das der Fall ist, vielleicht liegt das ja am Namen des Autors, denn am Buch selbst und alleine kann es meiner Meinung nach nun aber nicht liegen.
Von der Story her ist das Buch schon in Ordnung gewesen, interessante Themenwahl und an sich schon spannend, aber einige bitterböse Tücken sind da schon bei die mich etwas verärgert haben.

Mal abgesehen davon dass ich ein wenig Schwierigkeiten hatte mich an den Schreibstil des Autors zu gewöhnen, das Thema Logik war hier nicht immer auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Mich hätte der Kommentar und Blick eines Kollegen schön warnen müssen als ich mit dem Buch ankam „ Na dann mal viel Spaß.“ mit hochgezogenen Augenbrauen, das ist bei ihm normalerweise ein klares Zeichen mal Nachzufragen – ich habe es versäumt, vielleicht auch absichtlich ignoriert.
Aber egal zurück zur Geschichte und dem Buch. Allgemein kann man sagen das Buch ist klar in zwei Teile untergliedert, das eine Jahr 44/45 der beiden Freunde im Alphabethaus und wenn ich es richtig verstanden habe eine Woche während der Olympischen Spiele 1972.

Im ersten Teil darf der Leser erahnen welche Strapazen die Soldaten in dieser Klinik ausgesetzt sind, der Autor geht nicht direkt darauf ein sondern belässt es mit Elektroschockbehandlungen und Medikamenten – wobei das dicke ausreicht um den Schrecken fast körperlich spüren zu können. Ein klein wenig Kriegsgeschehen und Zeitgeschehen fließt hier auch ein. Hauptaspekt ist aber in meinen Augen eher die Wandlung von Bryan vom „Mitläufer“ zum „Held“, man kann richtig erleben wie er sagen wir erwachsen wird – als er merkt das sein Freund nicht mehr in der Lage ist für sie die Verantwortung zu tragen übernimmt er sie und reift daran, auch wenn er in seinen Augen letztendlich versagt und sein Versprechen nicht einhalten kann.
Bryans Aktivitäten bestimmen bzw. dominieren den ersten Teil wenn man so sagen will, zwar bekommt man durch die wenigen Abschnitte in denen James als Hauptfigur agiert viel über die Simulanten mit – aber James selbst bleibt weitgehend eine passive, blasse Figur. Wie auch die Figur der Schwester Petra, welche dann im zweiten dann schon eine wichtige Rolle spielt.
Ich finde es ziemlich Schade dass James und seine Geschichte, wenn man es so nennen will, doch ziemlich auf der Strecke bleibt. Mich persönlich hätte seine Sicht der Dinge im Alphabethaus doch schon interessiert und was der Autor da für ihr rüberbringt ist schon arg dürftig. Schade eigentlich, denn auch wenn James immer mehr in die Rolle des apathischen Gerhart Peuckerts abtriffet wären seine Gedanken und Gefühle dabei für mich schon interessant gewesen, die blieben nach meinem Empfinden einfach zu sehr auf der Strecke.

Nachdem das Alphabethaus nun dem Erdboden gleich gemacht war und wir das Jahr 1972 schreiben beginnt ja Teil 2. Hier ist Bryan logischer Weiser der Hauptdarsteller und der Leser kann sich für mein Empfinden sehr gut in ihn hinein versetzen. 28 Jahre trägt er nun die Last der Schuld seinen Freund im Stich gelassen zu haben, ihn dem Tod preisgegeben zu haben und immer noch keimt irgendwo ein kleiner Funke Hoffnung dass er irgendwelche Informationen über James , vielleicht sogar ihn finden kann.
Und dann geht es mir dann aber zu flott und überschlagend weiter – kaum in Deutschland findet er und ein Freund eine heiße Spur die sie nach Freiburg führt. Plumps steht er vor einem seiner alten Feinde die hier nun mit neuem Namen ein sorgenfreies Leben führen……..
Leute Freiburg ist kein kleines Dorf und wenn ich die Lektüre des Buches Revue passieren lasse kann ich nicht nachvollziehen wie das Heer an Suchenden, die von Bryan beauftragt wurden 28 Jahre nur im Trüben gefischt haben und der Chef persönlich in einer Woche den Fall löst.
Was ich damit sagen will, auch wenn das Buch eventuell um etliche Seiten dicker geworden wäre, eine Geschichte im Schweinsgalopp zu erzählen macht für mich keinen Bestseller aus.

Schweinsgalopp und die mangelnde Logik und Vernunft im zweiten Teil des Buches haben mir dann letztendlich den Spinat verhagelt. Ich will ja nicht mehr viel mehr vom Buch verraten als ich eh schon getan habe, aber eine Sache ist mir dann doch so aufs bitterste aufgestoßen. Welcher gesunde, logisch denkende Mensch kann es nachvollziehen – auch wenn es sich hier nur um einen Roman handelt – dass ein Mensch, der über 28 Jahre mit starken Psychopharmaka voll gestopft wird und mit Elektroschockbehandlungen traktiert wurde, morgens noch brav das Tablettchen schluckt, sie mittags verweigert und innerhalb sagen wir nach ein paar Stunden wieder bei vollem und klarem Verstand ist. So kommt es im Buch rüber und da muss ich sagen, fiktive Geschichte hin oder her – an den Haaren herbeigezogener Blödsinn kann ich wirklich nicht ab. Insbesondere da sich Herr Autor auch allen Ernstes in seinem Nachwort outet aus der Sohn eines Psychiaters zu sein – also bitte schön mit dem Wissen dessen er sich rühmt wäre eine diverse Streckung der Geschichte nun wirklich sinnig gewesen. Hier komme ich als Leser mir mehr als nur veralbert vor.

Also wenn ich so meine Gefühle zu dem Buch zusammenfassen möchte, so sind sie mehr als gespalten als die Psyche der Protagonisten. Teil eins mit der Wandlung von Bryan, der ruhige Fluss der Geschichte die berührt und gut zu meinem Interessengebiet zu dieser Zeit passt hat mir wirklich gut gefallen. Wenn man sich dann auch noch an die Schreibweise – etwas holprig wie ich finde, macht es mir auch Spaß den Autor zu lesen. Die Spannung ist für mich – wir reden immer noch von Teil 1 – genau richtig, durch die Simulanten kommt immer mal eine Spannungsspitze rein, Längen jedoch konnte ich hier nicht finden.
Bei Teil 2 jedoch war ich ziemlich angesäuert – der bereits erwähnte Schweinsgalopp, die absolut fehlende Logik in vielen Bereichen – und fast anhalten Hochspannung durch die sich überschlagenden Geschehnisse haben dann das Lesevergnügen um etliche Punkte in den Keller rauschen lassen.
Was mich noch einwenig geärgert hat war die Tatsache, dass James obwohl auch er ja ein wichtiger Bestandteil der Geschichte ist, eher eine blasse Erscheinung ist und während des ganzen Buches bleibt. Irgendwie fehlt für mich seine Sicht der Dinge um die Geschichte rund zu machen, es bleiben für mich einfach zu viele Fragen deshalb offen. Wieder ein Punktabzug für das Buch – leider.
Wenn ich so darüber nachdenke dass ich durch meine persönlichen Empfindungen drei Punkte abziehen muss, so frage ich mich wirklich wie das Buch es auf Platz eins der Bestsellerliste geschafft hat. Entweder bin ich wirklich so anspruchsvoll, dass man meine Erwartungen nur sehr schwer erfüllen kann oder der Lob beruht auf dem bekannten Namen – ich weiß es nicht. Aber eine Leseempfehlung kann ich hier nur bedingt aussprechen – tut mir leid, die Idee war in meinen Augen wirklich toll aber leider nicht so ausgearbeitet wie es eventuell möglich gewesen wäre. Ok es ist das Erstlingswerk dafür, aber ich habe mir mehr erwartet und wurde leider enttäuscht.

Falls ich etwas vergessen habe - bitte kurz melden und mir den Kopf gerade rücken ;o))
LG
Schlumpf


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Handballerin

Handballerin

18.09.2012 08:05

Ich schreibe es jetzt doch mal auf meine Wunschliste ;-)

nostalgia86

nostalgia86

09.09.2012 12:30

BH

MrsFabulous

MrsFabulous

08.08.2012 06:08

BH nachgereicht.

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