Werden wir den Kampf gegen die Jugendgewalt verlieren???
16.09.2010
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 Leseratte888
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In diesem Bericht möchte ich euch ein wirklich gutes Buch vorstellen. Inhaltsverzeichnis: 1. Kaufgrund 2. Aussehen 3. Inhaltsverzeichnis 4. Autorin 5. Leseprobe 6. Allgemeines zum Buch 7. Eigene Meinung 1. Kaufgrund: Der Kaufgrund war hier einfach das Thema. Die Jugendgewalt nimmt immer mehr zu und es wird Zeit, dass dagegen etwas unternommen wird. 2. Aussehen: Das Buch hat ein härteres biegsames Cover. Das Buch ist nicht besonders groß und man kann es gut in der Handtasche mitnehmen. Auf dem Cover erkennt man in dunkel gehalten einen Jugendlichen. Der Titel ist dort in weiß geschrieben. 3. Inhaltsverzeichnis: Die Gewalttäter werden jünger, brutaler, skrupelloser und die Gesellschaft mit diesem Problem hilfloser. Die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig war nicht bereit, das hinzunehmen. So wollte sie nicht akzeptieren, dass bei Jugendlichen zwischen Straftat und Gerichtsverhandlung viele Monate vergehen und entwickelte das Neuköllner Modell. Hier findet nach einfachen Delikten von Jugendlichen innerhalb von drei Wochen die Gerichtsverhandlung statt. Die schnellen Strafen haben damit einen größeren Wirkungseffekt bei Tätern und Opfern. In ihrem Buch »Das Ende der Geduld« erläutert sie das Modell und deren Durchsetzungsweg, beschreibt Lebensläufe jungendlicher Krimineller, schildert Straftaten und Verfahren, benennt die Situationen an Schulen, Jugendämtern und der Polizei. Heisig liefert Fakten und aber auch Lösungsvorschläge, wie z.B. die Vernetzung von Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendamt, Schulen, Behörden, Institutionen und Eltern funktionieren sollte. Dabei wirft sie auch einen vergleichenden Blick ins europäische Ausland. Im ihrem Buch fordert die Richterin die Beseitigung von Handlungsdefiziten und eine ehrliche und notwendige Debatte in der Bekämpfung von Jugendkriminalität. Kirsten Heisig verstarb unerwartet Ende Juni 2010 in Berlin. 4. Autorin: Kirsten Heisig (* 24. August 1961 in Krefeld als Kirsten Ackermann; + 3. Juli 2010 in Berlin) war eine deutsche Juristin. Leben: Kirsten Ackermann besuchte die Grundschule in Krefeld und kam 1969, infolge der Trennung ihrer Eltern, zu einer ihrer Großmütter nach Berlin-Wedding. Später zog sie wieder nach Krefeld und besuchte das Gymnasium Thomaeum im benachbarten Kempen, wo sie 1981 die Hochschulreife erwarb. Anschließend ging sie wieder nach Berlin und studierte an der Freien Universität Rechtswissenschaften. Nach dem Zweiten Staatsexamen trat sie 1990 in den Berliner Justizdienst ein und heiratete einen Kollegen (Heisig). Anfänglich war sie als Staatsanwältin für den Bereich Betäubungsmittelkriminalität tätig. Seit 1992 war sie als Richterin eingesetzt, zunächst für allgemeine Strafsachen, ein Jahr später für Jugendstraftaten. Sie arbeitete zunächst in den Stadtbezirken Pankow, Friedrichshain und Kreuzberg. Seit 2008 war sie als Jugendrichterin am Amtsgericht Tiergarten für die Rollbergsiedlung im Bezirk Neukölln zuständig. Um der hohen Kriminalitätsrate in dem Viertel, in dem rund 40 Prozent mehr Straftaten begangen werden als im Berliner Durchschnitt, zu begegnen, initiierte sie das so genannte Neuköllner Modell. Ableben: Die Umstände des Todes von Kirsten Heisig erregten besonderes öffentliches Interesse. Sie erschien am Montag, dem 28. Juni 2010, nicht zum Dienst. Am Mittwoch darauf begann, sofort nach einer Vermisstenmeldung, die polizeiliche Suche nach ihr. Die Berliner Justizsenatorin Gisela von der Aue und Polizeisprecher erklärten, es gebe keine Anzeichen für eine Entführung oder sonstige Straftat. Heisigs Leiche wurde am Sonnabend, dem 3. Juli, in einem Waldstück im Tegeler Forst bei Berlin-Heiligensee aufgefunden. Bereits zweieinhalb Stunden nach dem Fund der Leiche gab die Berliner Justizsenatorin Gisela von der Aue - "um den Spekulationen ein Ende zu bereiten" - öffentlich bekannt, Kirsten Heisig habe "offensichtlich Suizid" begangen. Dies wurde in den nächsten Tagen durch die Staatsanwaltschaft, weitere amtliche Stellen und die Ergebnisse der Obduktion bestätigt. In Justizkreisen heißt es, sie habe sich an einem Baum erhängt. Als Hintergrund wurden in der Presse zum einen "persönliche Probleme" genannt, zum anderen "ein Burn-out infolge einer hohen Arbeitsbelastung, die mit dem Privatleben nicht mehr in Einklang zu bringen gewesen sei", oder Depressionen. Kirsten Heisig war mit einem Staatsanwalt verheiratet, hatte zwei Töchter und lebte mit ihrer Familie in Steglitz. Zuletzt lebte sie von ihrem Mann getrennt. Quelle: www.wikipedia.de 5. Leseprobe: Einige Fragen werden mir immer wieder gestellt: Warum tun Sie das alles? Warum erledigen Sie nicht einfach nur Ihre Arbeit? Warum mischen Sie sich derart ein? Ich möchte hierauf kurz eingehen. Es ist in meinem Leben selten ein längerer Zeitraum vergangen, in dem ich nicht darüber nachdachte, welch unglaubliches Glück ich habe, als Frau in diesem Land zu diesem Zeitpunkt der Weltgeschichte leben zu dürfen. Ich bin 1961 geboren. Das ist nicht so lange nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Dennoch fand ich von Anfang an Entwicklungsbedingungen vor, die es mir ermöglichten, in Frieden, Freiheit und Gleichheit aufzuwachsen und schulisch, berufl ich und privat unbehelligt von äußeren Einfl üssen und gesellschaftlichen Zwängen eigene Entscheidungen zu treff en. Dafür bin ich meinem Elternhaus, aber auch den Vätern des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland dankbar, denn die meiner Generation zur Verfügung stehenden Möglichkeiten folgen keinem Naturgesetz. Wenn ich mich in anderen historischen Phasen oder in anderen Teilen der Welt umschaue, fühle ich mich darin bestärkt,unserem Land etwas zurückzugeben, das jenseits der Ausübung meiner beruflichen Tätigkeit liegt - auch wenn ich dabei anecke. Ich möchte, dass die künft igen Generationen dieselben Chancen erhalten, die sich mir boten. Hier sehe ich momentan Gefahren, die sich nicht ausschließlich, aber auch im Bereich der Kriminalitätsentwicklung zeigen. Die Gesellschaft befi ndet sich aus meiner Sicht an einem Scheideweg. Sie könnte sich spalten: in "reich" und "arm, in "links" und "rechts", in "muslimisch" und "nichtmuslimisch". Es ist deshalb, abgesehen von noch zu beseitigenden Handlungsdefiziten im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung, insgesamt notwendig, eine ehrliche Debatte jenseits von Ideologien zu führen. Sie wird kontrovers, wahrscheinlich auch schmerzhaft sein. Deutschland wird sie aushalten - und mich auch. 6. Allgemeines zum Buch: Taschenbuch: 208 Seiten Verlag: Verlag Herder; Auflage: 1 (23. Juli 2010) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3451302047 ISBN-13: 978-3451302046 Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,8 x 2 cm Preis: 14,95 Euro 7. Eigene Meinung: Dieses Buch hat wirklich Lob verdient. Die Autorin schreibt das Buch sehr anschaulich und für jeden Menschen sehr verständlich. Der Aufbau dieses Buch ist klar strukturiert und es lässt sich in einem durchlesen. Ich finde die Erklärungen der Autorin wirklich super. Sie erklärt das juristische System sehr einfach und man erhält einen guten Einblick. Das Buch beginnt mit einem Vorwort, in welchem die Richterin ihren Werdegang beschreibt. In dem Kapitel Jugendkriminalität bringt die Richterin Beispiele von Straftaten und sie schreibt Zahlen und Fakten . Sie beschreibt Jugendliche Gewalttäter und auch Gewalttäter aus höhreren Schichten. Sie beschreibt sehr schön, zu welchen Nationalitäten bestimmte Straftaten ausgeführt werden. So ist die Sachbeschädigung durch Graffitti eine Straftat, welche hauptsächlich durch deutsche Jugendliche durchgeführt wird. Das war schon sehr interessant. In dem Kapitel Der Jugendrichter beschreibt die Richterin die Zuständigkeiten, Möglichkeiten und Grenzen eines Richters. Sie schreibt es wirklich sehr einfach und jeder Leser versteht dieses Buch. Sie schreibt anschaulich, wann man einen Einzelrichter und wann das Schöffengericht zum Tragen kommt. Sie erklärt gut, warum der Geritchtsstand immer beim Wohnort des Täters liegt. Außerdem erklärt sie die Funktion und Bedeutung des Bewährungshelfers. Sie beschreibt die Funktion der Jugendgerichtshilfe und auch die Aufgaben der Staatsanwaltschaft und der Verteidiger. Die Richterin widmet ein Kapitel den Gewaltdelikten der " Rechten " und " Linken". Ein Kapitel beschreibt Intensivtäter. Auch hier bringt sie anschauliche Beispiele. In einem weiteren Kapitel beschreibt die Richterin die Situationen der Schulen, der Jugendämter und der Polizei. Die Richterin bemängelt sehr stark, dass diese drei Bereiche nicht gut zusammen arbeiten, dies liegt aber auch an dem strengen Datenschutz in Deutschland. Sie beschreibt sehr gut, wie sie mit Schulverweigeren umgeht. Sehr schön beschreibt die Richterin, dass sie mehrere Städte in Europa besucht hat, um dort zuschauen, wie diese mit der Jugendkriminalität umgehen. Sie war hierfür in Oslo, Glasgow, London und Rotterdam. Es war interessant, wie andere Länder mit diesem Problem umgehen. Sie beschreibt außerdem das Neuköllner Modell, in welchem neue Wege beschritten werden sollen. In in diesem Buch erkennt man sehr schnell, dass die Richterin nicht nur eunfach Urteile gesprochen hat, sondern sich wirklich viele Gedanken gemacht hat. Sie hat den Täter als Menschen gesehen und sich auch für sein Umfeld interessiert. Die Richterin bemängelt am meisten, dass zwischen Tat und Strafe einfach zu viel Zeit vergeht. Ein Kind wird auch direkt bestraft, wenn es etwas angestellt hat. Ich fand dieses Buch absolut lesenswert und habe viel Einblick in die Justiz gewonnen.
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Das Ende der Geduld - Heisig, Kirsten
Hrbuch, CD, Erschienen: 2010
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27.09.2010 10:35
ein besonderes buch von einer bewundernswerten frau!
24.09.2010 22:23
Jaja die Richterin Gnadenlos... wär nix für mich, trotzdem interessanter Bericht ;)
22.09.2010 10:15
BH + LG Zilina