Dieser Erfahrungsbericht wurde von 48 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Die Diskussion um die Globalisierung und ihre Folgen (vor allem die Abkoppelung von nationalen Steuerungsmechanismen) hat in den letzten Jahren an Intensivität gewonnen. In der stark emotionalisierten Diskussion prallen marktliberale Glaubenssätze und sozialistische Überzeugungen aufeinander. Ohne ideologische Scheuklappen befragt Gero Jenner markliberale Credos der Deregulierung (Neoliberalismus) und sozialpolitische Verteidigungslinien auf ihre sozialie und ökonomische Vernunft. Er tut dies in einer beeindruckenden klaren Sprache, einer auch für ökonomischen Laien verständlichen Argumentation und ohne Scheu vor vermeintlichen Tabus (Fälschung der Arbeitslosenzahlen). Er bedient keine Vorurteile, sondern liefert unbequeme Einsichten: Wenn der Kapitalismus so weiter geht, dann ist die Zukunft der Menschheit im großen Grade gefährdet. Globalisierung, ja, aber nicht als Verwirklichung eines ultraliberalen Programms, das zur Gefahr für Demokratie, Frieden und Wohlstand wird.
Das Buch ist in vier Teile unterteilt.
Teil 1: Vom Wettbewerb zum Wirtschaftskrieg behandelt die reale Wirtschaft, d.h. den Fluß von Gütern und Leistungen. Er zeigt, dass ein ungebändigter Wettbewerb zwischen den Staaten die internationale Teilung der Arbeit zerstört und dadurch zu einem Prinzip wird, das ihren Reichtum vermindert und die Spannungen wachsen läßt.
Teil 2: Kapital - Die Aushöhlung des Leistungsprinzips analaysiert das Gegenstück zur realen Wirtschaft, d.h. die Sphäre des Geldes, die den realen Fluß ert ermöglicht. Er zeigt, dass im Inneren der Staaten gerade jene Kraft ausgehöhlt wird, die dem historischen Erfolg der Marktwirtschaften zu Grunde liegt: Das Leistungsprinzip. Einkommen aufgrund von persöhnlicher Leistung tritt zugunsten von Einkommen zurück, die man ohne Leistung erwirbt.
Teil 3: Die Verantwortung dankt ab - Krieg gegen die Natur untersucht die Wirkung der Real- und Geldwirtschaft des Kapitalismus auf dei Natur als Lebensgrundlage des Menschen. Die Privatisierung der Verantwortung läßt private ökonomische Kräfte in steigendem Maße gegeneinander und gegen das öffentliche Interesse arbeiten.
Teil 4: Die Zukunft des Kapitalismus: Triumph oder Ende? beschreibt die Auswirkungen, welche von der kapitalistischen Real und Geldwirtschaft auf die Gesellschaft ausgehen.
Das Buch ist sehr zu empfehlen, weil es über Unrecht aufklärt, von dem der normale Mensch nicht einmal den Hauch einer Ahnung hat. Für Gero Jenner ist der Kapitalismus das häßliche Gesicht der Marktwirtschaft.
"Das Ende des Kapitalismus" hat rund 300 Seiten. Es ist als Taschenbuch erhähltlich und kostet 24,90DM.
Gut, aber etwas knapp ... ich hatte das Buch vor einiger Zeit auch mal gelesen. Persönlich stehe ich dem Kapitalismus nicht freundlich gegenüber, was persönliche Gründe hat. Trotz guter Schulnoten bekam ich nach der Realschule keine Lehrstelle, seitdem ist eigentlich der Bruch zwischen mir und der Arbeitswelt nie mehr gekittet worden.Daß man in späteren Zeiten mit Hochschulabschluss und Weiterbildungen angeblich froh gewesen sein sollte, wenn man einen Job (auch vom Niveau eins unter der Ausbildung) gelegen, das ermöglichte zwar das finanzielle Überleben, aber Begeisterung habe ich niemals empfunden. Ich bin allerdings auch ein Gegner des Sozialimus, der ist noch viel schlimmer und ich neige auch nicht dazu Politiker oder Unternehmen als schuldige zu sehen. Es ist eine fatale Eigendynamik, in der sich der Kapitalismus befindet. Die Analyse in diesem Buch ist stellenweise nicht schlecht, Alternativ-Vorschläge bleiben leider wieder mal aus ... LG Thomas
Ich lese derzeit auch solch kritische Literatur, da ich dieses (Geld-)system satt habe. Ich kann die Bücher von Günter Hannich empfehlen, der öffnet einem die Augen! www.geldcrash.de
25.06.2007 15:50
Gut, aber etwas knapp ... ich hatte das Buch vor einiger Zeit auch mal gelesen. Persönlich stehe ich dem Kapitalismus nicht freundlich gegenüber, was persönliche Gründe hat. Trotz guter Schulnoten bekam ich nach der Realschule keine Lehrstelle, seitdem ist eigentlich der Bruch zwischen mir und der Arbeitswelt nie mehr gekittet worden.Daß man in späteren Zeiten mit Hochschulabschluss und Weiterbildungen angeblich froh gewesen sein sollte, wenn man einen Job (auch vom Niveau eins unter der Ausbildung) gelegen, das ermöglichte zwar das finanzielle Überleben, aber Begeisterung habe ich niemals empfunden. Ich bin allerdings auch ein Gegner des Sozialimus, der ist noch viel schlimmer und ich neige auch nicht dazu Politiker oder Unternehmen als schuldige zu sehen. Es ist eine fatale Eigendynamik, in der sich der Kapitalismus befindet. Die Analyse in diesem Buch ist stellenweise nicht schlecht, Alternativ-Vorschläge bleiben leider wieder mal aus ... LG Thomas
23.07.2003 11:01
Ich lese derzeit auch solch kritische Literatur, da ich dieses (Geld-)system satt habe. Ich kann die Bücher von Günter Hannich empfehlen, der öffnet einem die Augen! www.geldcrash.de
13.09.2001 23:19
Klasse bericht. Thx für den tipp, passt zu unserem thema in politik - leider bin ich zu lesefaul. CU, eggi.