Das Fenster zum Hof (1998)

Das Fenster zum Hof (1998)

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... Das passt Kemp zwar nicht, aber er muß sich damit abfinden, daß er von nun an mit Claudia Henderson (Daryl Hannah) zusammenarbeiten wird. Die stellt sich am Ende als unkomplizierter heraus, als Jason fürchtete. Wenn Kemp abends allein ist und nichts zu tun hat, sitzt er gern am Fenster ... Bericht lesen





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Fenster zum Hof die Nachbarschaft und lernt sie so
bestens und von allen Seiten kennen. Seine
Freundin Lisa (Grace Kelly) ist zunächst
wenig begeistert davon, aber schließlich ist
die Neugier doch stärker. Als die beiden im
Leben ihres Nachbarn von gegenüber, Mr.
Thorwald (Raymund Burr), einige
Merkwürdigkeiten beobachten, keimt in ihnen
der Verdacht, dass mit dessen Frau etwas nicht
stimmt. Jeff wittert Mord und lässt den
Hinterhof von nun an nicht eine Sekunde aus den
Augen.FSK: ab 12 JahreSprache: Deutsch,
EnglischUntertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch,
Niederländisch, Finnisch, Norwegisch,
SchwedischRegie: Alfred Hitchcock. Mit James
Stewart, Grace Kelly u. a.
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Hof ist in Bezug auf Konstruktion, Detailreichtum
und Geschlossenheit einer der dichtesten Filme
Hitchcocks. Er selbst bezeichnete ihn neben Im
Schatten des Zweifels als seinen Lieblingsfilm.
Stewart spielte in insgesamt vier von Hitchcocks
Filmen die Hauptrolle und Grace Kelly (die später
Fürst Rainier von Monaco heiratete) wurde zur
erklärten Lieblingsschauspielerin des großen
Meisters. Thelma Ritter spielte eine ihrer besten
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Day und Rock Hudson in Bettgeflüster. --Ursula
Steingaß
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Katz und Maus mit einem Gelähmten - Das Remake
Erfahrungsbericht von carmen über Das Fenster zum Hof (1998)
17.10.2003


Produktbewertung des Autors:   

Humor wenig humorvoll 
Spannung durchschnittlich spannend 
Anspruch eher nicht 
Action: null 
Romantik: wenig 

Pro: Hochachtung für den gelähmten Schauspieler, recht spannend
Kontra: kann sich nicht zwischen Thriller und Biographie entscheiden

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Auf Premiere kommt derzeit eine Serie an Filmen unter dem Motto „Original und Remake“. Darunter ist auch dieser Film hier zu sehen, den ich noch nicht einmal kannte, von dem ich aber gehört hatte. Immerhin spielt ja hier der gelähmte Christopher Reeve mit.


** Die Story **
Eine Frau verursacht einen Unfall, weil sie an ihrem Handy herumspielt. Zurück bleibt ein schwerverletzter Mann, der nur dank Hightech am Leben erhalten wird.

Der Mann ist Jason Kemp (Christopher Reeve), ein bekannter und erfolgreicher Architekt. Durch den Unfall ist er vom Halswirbel abwärts querschnittsgelähmt, kann nicht einmal den Kopf bewegen und muß beatmet werden. Sobald mit dem Beatmungsgerät etwas nicht stimmt, droht der Erstickungstod.

Während seines langen Krankenhausaufenthaltes wird sein Appartement mit so hohem Aufwand umgebaut, daß seine Exfrau Leila es schon mit der Angst bekommt, es könnte kein Geld mehr für ihren Unterhalt bleiben.

Endlich kann Kemp das Krankenhaus verlassen. Mit ihm ziehen zwei Pfleger in das Appartement, das vollständig elektronisch ausgestattet ist, denn Jason kann nur noch mit Sprachbefehlen etwas in Gang setzen.
Dort wartet die nächste Überraschung auf ihn. Seine Partner haben das Projekt, an dem er vor seinem Unfall arbeitete, an eine junge Kollegin weitergegeben. Das passt Kemp zwar nicht, aber er muß sich damit abfinden, daß er von nun an mit Claudia Henderson (Daryl Hannah) zusammenarbeiten wird.
Die stellt sich am Ende als unkomplizierter heraus, als Jason fürchtete.

Wenn Kemp abends allein ist und nichts zu tun hat, sitzt er gern am Fenster seiner unbeleuchteten Wohnung und beobachtet seine Nachbarschaft im Haus gegenüber. In dem ehemaligen Industriegebäude wohnen die unterschiedlichsten Leute: Pärchen, Schwule, Künstler und einsame Frauen.

Sein Pfleger Antonio (Ruben Santiago-Hudson) installiert für ihn einen Kamera, damit er näher am Geschehen dran ist. Nun wird Kemps Voyeurismus noch intensiver und er steckt sogar Claudia damit an.
Eines Tages beobachtet er bei einem der Pärchen heftige Auseinandersetzungen, in deren Verlauf die junge Frau sogar geschlagen wird. Daraufhin alarmiert er die Polizei, doch der aggressive Bildhauer ist am nächsten Tag wieder zurück.

In der gleichen Nacht hört er in der Wohnung lauten Krach und einen entsetzlichen Schrei. Am nächsten Tag ist die Frau verschwunden. Als sie auch später nicht wieder auftaucht, obwohl sie bisher noch nie die Wohnung verlassen hat, er wittert ein Verbrechen und ruft Detective Charlie Moore (Robert Forster) auf den Plan. Doch der kann keinen Anhaltspunkt dafür finden, denn Ilene Thorpe ist angeblich bei ihrer Schwester, wo man sie auch erreichen kann.

Als Ilene Thorpe tatsächlich einige Tage nach dem Vorfall zurückkommt, scheint seine Theorie ins Wanken zu kommen. Doch die Frau ist irgendwie anders: sie trinkt nicht mehr, mit ihrem Mann versteht sie sich blendend - das kann unmöglich Eileen Thorpe sein, auch wenn sie fast haargenau so aussieht.

Claudia und Jason beginnen nun auf eigene Faust herumzuschnüffeln, doch bald wird der Jäger zum Gejagten.


** Darsteller **
Außer Christopher Reeve und Dary Hannah sind hier eigentlich nur unbekannte Schauspieler beteiligt. Das hat mich zum einen gewundert, andererseits ist es aber nachvollziehbar. Ein Remake ist an sich schon eine schwierige Sache, und wenn man dann noch allzu bekannte Darsteller hinzuzieht, wird jedes Detail oder Geste mit dem Original verglichen.

Christopher Reeve (Superman) war mal ein gefeierter Schauspieler, bis er durch einen Reitunfall querschnittsgelähmt wurde. Daß er nie aufgegeben hat, sieht man hier an diesem Film. Ich kann mich noch an ein Interview erinnern, wo er noch kaum sprechen konnte.
Diese Rolle zu spielen war für ihn im Grunde keine große Herausforderung, er mußte ja eigentlich nur sich selbst spielen. Daß er es überhaupt tat, fordert meinen großen Respekt. Denn Schauspieler sind ja bekanntlich eine ziemlich eitle Gemeinde, und es gibt kaum welche, die sich mit einem Gebrechen an die Öffentlichkeit wagen.

Daryl Hannah ist hier dermaßen unprätentiös, daß es schon auffällt. Ungeschminkt, mit zuppeligen Haaren, blaß und kraftlos, daß ich mich ernsthaft gefragt habe, was mit ihr los ist. Immerhin war im Original die jungen Dame (damals verkörpert von Grace Kelly) nicht derartig unscheinbar. Aber vermutlich lag das an ihrem Partner. Neben einer strahlenden Daryl Hannah hätte Christopher Reeve wohl nicht so gut ausgesehen.


** Filmkritik **
Zunächst muß ich zugeben, daß ich das Original zwar schon mal gesehen habe, dies aber so lange her ist, daß ich mich beileibe nicht mehr an die Einzelheiten erinnern kann. Insofern kann ich eigentlich auch nicht so richtig vergleichen, was die Handlung und den Ausgang der Geschichte angeht.

In erster Linie ist der Film zum großen Teil die eigene Geschichte von Christopher Reeve. Hält man ihm einerseits zugute, daß es eine enorme Leistung und Kraftanstrengung für ihn ist, eine so große Rolle zu spielen, merkt man dem Film doch den Eigennutz und die autobiographischen Züge an.
Vor allem zu Beginn wird viel Wert auf die Darstellung der Zeit des Helden im Krankenhaus gelegt. Man zeigt wohl jenen Teil der langwierigen Behandlung, die er selbst durchgemacht hat. Dadurch wird er aber auch furchtbar langatmig. Die ersten 30 Minuten von 85 dienen ausschließlich der Selbstdarstellung des Schauspielers mit dem tragischen Schicksal. Das ist für meinen Geschmack zu viel.

Klar hat man als Zuschauer Respekt und Mitleid, aber eine derartig überzogene Ausbreitung von krankentechnischen Details halte ich für übertrieben. Man fragt sich unwillkürlich, ob das ein dokumentarischer Film über Christopher Reeve ist oder tatsächlich ein Thriller mit einem berühmten Original.

Was ich noch bemängele, ist die Tatsache, daß in dem Film Figuren angeschnitten und eingeführt, aber im Laufe der Handlung nicht zu Ende geführt werden. Da ist die Exfrau Leila, die nur einen Auftritt hat, um zu zeigen, daß sie sich um Geld Sorgen macht. War das im Original so, oder ist das wieder autobiographisch? Oder der Mann, der Jason Kemp das leben rettete – er wird erwähnt, aber der Held macht sich nicht die Mühe, einen Kontakt zu ihm herzustellen. Dabei hätte er didaktisch besser ins Skript gepaßt als eine gierige Exfrau. Ich hatte jedenfalls am Ende so das Gefühl der Unvollkommenheit des Films.

Die Spannung kommt hier in dem Remake ein wenig zu kurz. Da hatte es Hitchkock besser verstanden, über lange Sequenzen und mit mehr Details diese unheimliche Frage beim Helden – und durch seine Augen ja auch beim Zuschauer – aufkommen zu lassen, was da wirklich passiert ist und ob ein Verbrechen vorliegt. Doch hier hat man diese Einzelheiten, Hinweise und Szenen zugunsten der langen Krankenhausszenen gekürzt, was dem Film einiges an Wirkung nimmt.

Aufgefallen ist mir noch, daß der Film wohl bewußt eine Verbindung zwischen Original und Moderne herstellen will. Während die Computer und die Technik eindeutig ins ausgehende 20. Jahrhundert weisen, sind die Bauten, die Kostüme und die Musik dem Original ähnlich. Was Dary Hannah trägt, hätte auch Grace Kelly anhaben können. Die Industriebauten sind zeitlos und wären auch 1954 passend gewesen.

Passend zum Stoff übrigens die wunderbare und äußerst dramatische Musik, die einem Musical entsprungen sein könnte. Die kommt natürlich hier besonders zur Geltung, da ein Großteil des Films – bei den Szenen, in denen der Held andere beobachtet, - nicht gesprochen wird.


** Meine Meinung **
Ich weiß ja, daß dieser Schauspieler einen Bonus hat, weil sein Schicksal so hart ist und er trotzdem nie aufgegeben hat. Noch immer hofft Reeve auf die Wissenschaft und die Zeit, die eventuell einen Fortschritt in der Behandlung von Schädigungen des Rückenmarks bringt und ihm möglicherweise irgendwann mal wieder das Laufen ermöglichen. Dafür spendet er Jahr für Jahr große Summen.
Mit diesem Film hat er sich noch einmal ein Denkmal gesetzt.

Aber gerade das ist auch der Knackpunkt. Man weiß bei dem Film einfach nicht, was er darstellen soll – eine Biographie oder ein Thriller. Eine reine Biographie ist er natürlich nicht, weil die unheimlichen Geschehnisse nicht in das Leben von Reeve gehören. Aber auch als Thriller verzettelt er sich ein wenig mit Nebensächlichkeiten.

Alles in allem ist er dennoch gut und recht spannend für diejenigen Zuschauer, die das Original überhaupt nicht kennen. Denn dann stellt man keine Vergleiche an und kann sich voll auf das immerhin beachtliche Spiel von Reeves konzentrieren.

Deshalb gibt es von mir noch ein Gut.


** Daten **
USA 1998
Genre: Thriller
Originaltitel: Rear Window
Musik: David Shire
Regie: Jeff Bleckner
Produziert in Babelsberg
FSK 6

   
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Bewertung für Das Fenster zum Hof (1998) von Sylviane

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Humor
Spannung
Anspruch
Action:
Romantik:
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