Dieser Mann hat meine volle Hochachtung verdient
30.01.2002 (02.03.2002)
Pro:
absolut beeindruckend
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Anspruch
Action:
Romantik:
mehr
 Sylviane
Über sich:
***beLIEve *** Mir persönlich besonders wichtig: MIT KLEINEN SCHRITTEN ZUM ERFOLG, mein Bericht über...
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Christopher Reeve machte sich einst als Supermanndarsteller einen Namen. Doch ein Unfall machte die Karriere des talentierten Schauspielers jäh ein Ende. Seit 1995 sitzt Christopher Reeve an den Rollstuhl gefesselt, vom Kopf abwärts gelähmt. Doch der junge Mann ist ein Kämpfer. Gibt sich mit seinem Schicksal nicht geschlagen und versucht alles, um eines Tages wieder gehen zu können und auch die Schauspielerei hat der Supermann von einst nicht an den Nagel gehängt. 1998 spielte er die Hauptrolle in dem Film „Das Fenster zum Hof“. Eine Neuauflage des alten Klassikers mit Grace Kelly. Das faszinierende an dem Film war, dass man als Zuschauer Einblicke in das jetzige Leben des Schauspielers Reeve bekam mit seiner Behinderung und ich ziehe meinen Hut vor soviel Mut und Lebenswillen. Hat ihn das Schicksal auch schwer gebeutelt, klein bekommen hat es ihn nicht. Meine allergrößte Hochachtung vor diesem Mann! Ich wünsche allen, die ein ähnliches Schicksal erleiden mussten, seine Stärke und seinen Glauben. Ich denke, dass er davon eine ganze Menge durch diesen wirklich bemerkenswerten Film an die Zuschauer rüberbringen wollte. Dieser Film ist nicht nur ein Remake eines Klassikers. Er ist ein Aufruf:
SEID STARK, GLAUBT AN EUCH,LASST EUCH DURCH EINE SCHEINBAR AUSWEGKOSE SITUATION NICHT UNTERKRIEGEN! Doch nun zum Film: Christopher Reeve spielt einen nach einem Autounfall gelähmten Architekten. Jason Kemp war an dem Unfall nicht schuld, sondern die Fahrerin des anderen Autos, die den Unfall auch nicht überlebte. Durch seine schweren Verletzungen ist Kemp vom Kopf ab gelähmt. Er fährt einen speziellen Rollstuhl und wird die meiste Zeit künstlich beatmet. Seinen Rollstuhl bedient er durch ein Sauggerät mit dem Mund. So bleibt er trotz allem in der Lage sich fortzubewegen. Kemp hat einen Lebenswillen und einen Optimismus, der bemerkenswert ist. Ständig hofft er auf eine Heilmethode, die es ihm ermöglich, wieder zu gehen. Er bittet die Ärzte, alles zutun, um seinen Körper soweit vorzubereiten, dass er für diese Heilmethode fit ist, wenn sie denn gefunden wird. So hat er ein hartes Bewegungs- und Muskeltraining zu absolvieren. In harter Arbeit lernt er für den Ausfall des Beatmungsgerätes selbständig zu atmen. So ist der Stand der Dinge, als er nach Hause entlassen wird. Seine Wohnung hat er mit Fahrstühlen umbauen lassen und alles wird über Computer gesteuert, so dass er sogar weiter als Architekt arbeiten kann. Zwar stellt ihm seine Firma eine junge Kollegin an die Seite, die aber schon zuvor angestellt wurde, am Morgen seines Unfalls und ihn nicht ersetzen, sondern nur unterstützen soll. Zu seiner Unterstützung befindet sich ständig eine Krankenschwester im Haus und auch ein Therapeut und Pfleger, den er dem Krankenhaus abgeworben hat, ist ständig zu seiner Verfügung. Selbst nach Feierabend kann er ihn jederzeit anrufen und erkommt sofort. So ist Kemp bestens versorgt und trainiert weiterhin an teuren Geräten und hofft, auf eine Heilung.
Da er nun keine weiteren Hobbys mehr ausüben kann und sich durch seine Bewegungsunfähigkeit auch recht einsam fühlt, bemerkt er seine Nachbar im Haus gegenüber. Er entdeckt den guten Einblick in ihre Wohnungen und nimmt durchs Herübersehen Teil an ihrem Leben. Dieses sind faszinierende Szenen. Man sieht das Haus voller Bewegung und dann schwenkt die Kamera wieder zu dem gelähmten Kemp, der nicht einmal die Hand zum Winken heben kann. Durch diesen Wechsel wird man als Zuschauer jede kleinste Bewegung im Haus gegenüber gewahr. Es ist bewegend und bedrückend und dennoch strahlt Kemp eine Hoffnung aus, dass man es gar nicht fasse kann. Er besitzt sogar die Größe, seinen Pfleger zu bitten, für ihn einer schönen blonden Frau zu zuwinken. Das Haus gegenüber wird zu seinem Inhalt nach Feierabend. Tagsüber arbeitet er mit seiner ihm zur Seite gestellten Kollegin und abends beobachtet er das Treiben im Haus. Sein Pfleger amüsiert, über die spannerhaften Neigungen seines Chefs installiert ihm Kameras in einigen Räumen, damit er die Nachbarn besser beobachten kann. Diese bedient Kemp ebenfalls über das Saugstück an seinem Rollstuhl. So wird Kemp Zeuge eines heftigen Streites im Haus gegenüber. Über Computer, der auf Sprache reagiert, telephoniert er mit der Polizei. Er gibt einen anonymen Notruf ab und kurze Zeit später wird der Mann im Haus gegenüber verhaftet, der zuvor seine Frau brutal geschlagen hat. Kemp meint, dass sie rausgefunden hat, dass ihr Mann eine Affäre hat und sie ihn deswegen zur Rede stellte. Soweit hatte er aus seinen Beobachtungen Schlüsse ziehen können.
Erst bleibt alles ruhig gegenüber. Dann wird der Mann entlassen und es kommt zum erneuten Streit.. Kemp zu der Zeit ans Bett gefesselt, glaubt einen Mord zu hören. Da er aber alleine nicht aufstehen kann, kann er nicht schnell genug ans Fenster, um alles zu sehen. Er ruft seine Krankenschwester und bittet sie , den Pfleger zu holen, um ihn in den Rollstuhl zu setzten. So beginnt Kemps Detektivspiel. Er teilt seine Beobachtungen und Vermutungen der Polizei mit. Doch diese kann nichts feststellen. Die verschwundene Frau gilt als verreist und es gibt keinerlei spuren. Kemp hat den verdacht, dass der Mann, der seine Frau ermordete, sie im Sockel einer Skulptur eingemauert hat. Denn er ist Bildhauer und arbeitete am Tattag wie besessen an einer großen Skulptur. Doch es ist nichts herauszufinden. Dann kehrt die Frau plötzlich zurück. Doch Kermp glaubt, dass es eine andere sei. Die jetzige Frau ist schlanker und vor allem trinkt sie nicht. Die andere Frau, die ermordet wurde, war eine starke Alkoholikerin. Seine rechte Hand, die neue Angestellte der Firma, nimmt auch Anteil an seinen detektivischen Unternehmungen und unterstützt ihn. Um mehr herauszubekommen, geht sie hinüber in die Wohnung und gibt sich an den Skulpturen des Bildhauers interessiert. Sie findet heraus, dass eine zweite, also eine andere Frau in der Wohnung wohnt. Zu viele Kleinigkeiten sind verändert oder doppelt im Haus. Einmal die der vermissten Person und einmal ihre eigenen. Sie macht sich am Computer des Bildhauers zu schaffen und findet seine E-mailadresse raus. Dann geht sie eiligst zurück. Doch sie schaffte es nicht, den Computer wieder abzustellen. So wird Thorpe, der Bildhauer misstrauisch. Kemp, nun ganz mutig, schickt dem Mann eine E-mail, dass er alles wüsste und setzt ihn so unter Druck. Vorsichtshalber ruft Kemp noch die Polizei und seinen Pfleger an. Er wird nervös und lässt alles von seiner Krankenschwester ganz gegen seine Gewohnheit verriegeln. Doch es ist zu spät. Der Nachbar Thorpe ist bereits in seiner Wohnung und hat die Krankenschwester betäubt. Anhand der E-mail hat er herausgefunden, dass nur Kemp der heimliche Mitwisser sein kann. Er erpresst aus Kemp das Passwort seines PC. Ere setzt den Mann unter Druck und versucht ihn durch das Beschädigen des Sauerstoffschlauchs zutöten. Doch Kemp hat gelernt selbständig zu atmen und tut dieses. Schnell ändert er das Passwort seines Computers und sperrt den Verbrecher so in der Wohnung ein, da alles sprachgesteuert ist. Dann kommt es zum Showdown und an dieser Stelle möchte enden. Denn der Film ist sehenswert und ich möchte das Ende nicht vorwegnehmen.
Meine Meinung über den Film habe ich eingangs schon leicht kundgetan. Es ist ein faszinierender Film. Besonders weil man durch diesen Film auch einen Eindruck über das Leben von Christopher Reeve selbst bekommt. Es ist durch die Presse bekannt, dass er selbst an diese Heilmethode glaubt und dass er eines Tages wieder laufen kann. Auch sieht man, dass man nach so einen Schicksalsschlag weitermachen kann. Er kann arbeiten und gibt die Hoffnung einfach nicht auf. Nun muß man leider, leider dazu sagen, dass Reeve eine öffentliche Person ist und zudem noch das Geld hat, all die teuren Geräte und Computer in seiner Wohnung einzubauen, damit sie seiner Behinderung gerecht wird. Ich weiß leider nicht, ob das bei uns „Normalverdienern“ so möglich wäre in dem Maße, wenn uns so ein schlimmes Schicksal ereilen würde. Wahrscheinlich wären die Kosten zu hoch und die Zahlungen der Krankenkasse... Doch, was wichtig ist, ist der Optimismus, den Reeve ausstrahlte, diese Zuversichtlichkeit. Ich denke,d aß das alles schon sehr wichtig ist. Mich hat dieser Film sehr bewegt und ich kann wirklich nur sagen : Hut ab für Christopher Reeve. Zum Film selbst möchte ich sagen, dass ich natürlich das Original „Das Fenster zum Hof“ kenne. Beide Filme sind von der Handlung ähnlich, doch strahlen beide etwas vollkommen verschiedenes aus. Sie sind beide spannend und doch will der Film mit Reeve einfach mehr als unterhalten. Er ist eine Botschaft. Eine Botschaft unter dem Namen eines Klassikers und darum gebe ich alle Sterne und meine ganze Hochachtung, zu der ich fähig bin für diesen Film.
Gedreht: 1998 Hauptdarsteller: Chr. Reeve, Darryl Hannah Regie: Jeff Bleckner Preisde: Reeve erhielt den Screen Actors Guild Award als bester Darsteller eines TV-Films
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16.10.2003 12:31
Den hab ich mir gerade auf Premiere angesehen, gut gemacht. gruß, carmen
05.03.2002 19:58
Ich wußte gar nicht, daß es zu dem Film auch eine Kategorie gibt. Hätte ich eigentlich mal gucken können. Ich habe kürzlich einen Bericht über Reeves Biographie "Immer noch ich" geschrieben, die leider vor diesem Film endet. Seine Erfahrungen als gelähmter Schauspieler wären sicher sehr interessant gewesen. Liebe Grüße, Gabi
02.03.2002 19:45
Toller und vor allem ausführlicher Bericht! Ich habe den Film leider noch nicht gesehen, werde das aber auf jeden Fall nachholen! Grüße von Katharina