Muss die Weltgeschichte neu geschrieben werden?
27.08.2001
Pro:
spannend, realistisch, sehr gut geschrieben
Kontra:
gibt es eigentlich nicht
Empfehlenswert:
Ja
 Michael-S
Über sich:
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Mit diesem Roman ist Umberto Eco wieder einmal ein Meisterwerk gelungen. Als er diesen Roman schrieb, hatte er zwei Bilder vor Augen, die ihn dazu inspirierten. Das erste Bild war das Foucaultsche Pendel, zu sehen im Conservatoire des Arts et Métiers in Paris, wo es im Chorgewölbe der Abteikirche von Saint-Martin-des-Champs hängt.Das Pendel ist benannt nach Léon Foucault, der mit Hilfe dieses Pendels im Jahr 1811 nachweisen konnte, dass sich die Erde um ihre eigene Achse dreht. Die frei schwebende Kugel hängt am Ende eines langen metallenen Fadens, wobei die Schwingungsebene des Pendels eine Rotation vollzieht, indem sie mit einer gleichförmigen Winkelgeschwindikeit proportional zum Sinus des Breitengrades rotiert.Hier in Paris kehrt die Schwingungsebene nach 32 Stunden wieder an ihren Ausgangspunkt zurück. Nur am Pol - in der Verlängerung der Erdachse - würde das Pendel den Zyklus in exakt 24 Stunden zurücklegen. Das zweite Bild war das eines kleinen Jungen, der davon träumte eine eigene Trompete zu haben, von seinen Eltern jedoch nie eine Trompete bekam. Aus diesen beiden Bildern entstand ein spannender Roman, der durchaus realistisch geschrieben ist und aufgrund dessen man - vorausgesetzt er wäre wahr - einen guten Teil der Weltgeschichte in völlig neuem Licht sehen müsste. Im Mittelpunkt der Handlung stehen drei Angestellte eines kleinen Verlags in Mailand, der viele Bücher über Okkultismus, Geheimbünde und kosmische Komplotte herausgibt.Eines Tages erfahren sie von einem mysteriösen Geheimdokument aus dem 14. Jahrhundert, das man so interpretieren könnte, als ob es ein Vermächtnis der sagenumwobenen Ritter des Templerordens wäre, der kurz zuvor verboten wurde. Die Templer wollten sich rächen, aber nicht sofort, sondern erst wenn die Zeit reif sein würde. Insgesamt sechs Teile eines Puzzles werden von Geheimorganisationen ehemaliger Templer aufbewahrt, und alle 120 Jahre treffen sich zwei der Organisationen (jeweils 36 Templer), um die Teile zusammenzufügen, sodaß nach 600 Jahren alle Teile zusammengefügt sind und das Rätsel gelöst werden kann.Die drei Verlagsangestellten versuchen, die Geheimnisse zu lösen und verstricken sich dabei immer tiefer in eine gigantische Verschwörung. Nach und nach fügen sich die Einzelteile zu einem Gesamtbild zusammen, wobei immer wieder auf geschichtliche Ereignisse Bezug genommen wird, die dadurch plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen.Allerdings sind sie offenbar nicht die einzigen, die dem großen Geheimnis auf der Spur sind. Aus dem Spiel wir bitterer Ernst und eine reale Gefahr. Mehr möchte ich über den Inhalt nicht verraten, nur dass im Laufe der Handlung natürlich alle Geheimbünde und mysteriösen Vorkommnisse der letzten Jahrhunderte eingebaut werden, so wie zum Beispiel die Bundeslade, der Heilige Gral, das Goldene Vlies, der unsterbliche Graf von Saint-Germain, usw.Umberto Eco ist ein Roman gelungen, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und nicht mehr losgelassen hat. Da ich schon einige Bücher über die Templer gelesen habe, war ich an dieser Geschichte natürlich besonders interessiert.Die 841 Seiten waren in zwei Tagen fertig gelesen. Das Ende des Buches war für mich zunächst allerdings etwas enttäuschend. Nach einigem Nachdenken wurde mir aber klar, dass es gar nicht anders ausgehen hätte können, um Sinn zu machen. Aber ich verrate hier den Schluss natürlich nicht.Ingesamt ein tolles und spannendes Lesevergnügen, das mein Interesse an den Templern und deren angeblichem Weiterbestehen als Geheimbund bis in heutige Tage neu erweckt hat. Fazit: Besonders empfehlenswert. dtv Deutscher Taschenbuch Verlag Umberto Eco Das Foucaultsche Pendel Roman ISBN 3-423-11581-5 EUR 13,--
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07.03.2005 15:00
Das "Pendel" steht seit ca. zehn jahren ungelesen in meinem Bücherschrank, weiß auch nicht, warum. Aber ich glaube, ich lese es demnächst mal. Dein Bericht hat mich neugierig gemacht.
16.02.2005 23:24
Du hast dieses Buch in zwei Tagen gelesen?!? Jesses ...
10.11.2001 01:57
Jetzt hab ich wieder Lust bekommen, das Buch nochmal zu lesen und ich hab ja sooo wenig Zeit ;-) Grüsse sokrates2002