Das Haus bei den Blutbuchen (Sherlock Holmes 22 ) - Arthur Conan Doyle

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Das Haus bei den Blutbuchen (Sherlock Holmes 22 ) - Arthur Conan Doyle

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Erfahrungsbericht über "Das Haus bei den Blutbuchen (Sherlock Holmes 22 ) - Arthur Conan Doyle"

veröffentlicht 30.05.2016 | mima17
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Über sich :
Nur noch 25 Titel in der Kategorie Hörspiel - Kahlschlag! +++ Bericht Nr. 4913 online : "Superluminal" (Buch). +++ LG
Ausgezeichnet
Pro spannend, actionreich, romantisch, komisch, professionell inszeniert
Kontra keine detektivischen Meisterleistungen, keine Angaben zum Übersetzer
besonders hilfreich
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:

"Actionreich: Das Rätsel der gefälschten Erbin"

Das Haus bei den Blutbuchen (Sherlock Holmes 22 ) - Arthur Conan Doyle

Das Haus bei den Blutbuchen (Sherlock Holmes 22 ) - Arthur Conan Doyle

Der arbeitslosen Miss Violet Hunter wird ein verlockendes und gleichzeitig seltsames Arbeitsangebot gemacht: Für 120 Pfund im Jahr soll sie als Gouvernante auf das Anwesen The Copper Beeches (Die Blutbuchen) ziehen, allerdings ihr üppiges, kastanienbraunes Haar kurz und, wenn man es von ihr verlangt, ein spezielles Kleid tragen. Da sie aus ökonomischen Erwägungen das Angebot von Mr. Jephro Rucastle annimmt, konsultiert sie vor ihrer Abreise Sherlock Holmes. Dieser gibt ihr sein Versprechen, sollten sich irgendwelche Gefahren ergeben, sofort zu helfen.

Tatsächlich trifft kurz darauf ein Telegramm von Miss Hunter ein. Holmes und Watson machen sich unverzüglich auf den Weg, um das schreckliche Geheimnis der Familie Rucastle aufzudecken. (http://de.sherlockholmes.wikia.com/wiki/Die_Blutbuchen)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 12 Jahren.

Die Serie wurde mit dem "Blauen Karfunkel" der Deutschen Sherlock Holmes-Gesellschaft ausgezeichnet.

Der Autor
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Sir Arthur Conan Doyle lebte von 1859 bis 1930 und gelangte mit seinen ca. 60 Erzählungen um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu Weltruhm. Dabei begann der Mediziner, der eine eigene Praxis hatte, erst 1882 mit dem Schreiben, um sein Einkommen aufzubessern. Neben mystischen und parapsychologischen Themen griff er 1912 auch die Idee einer verschollenen Region (mit Dinosauriern und Urzeitmenschen) auf, die von der modernen Welt abgeschnitten ist: "The Lost World" erwies sich enorm einflussreich und wurde schon 13 Jahre später von einem Trickspezialisten verfilmt. Schon 1913 ließ Doyle eine Fortsetzung unter dem Titel "The Poison Belt" (dt. als "Im Giftstrom", 1924) folgen.

Hinweis: Jede einzelne SHERLOCK-HOLMES-Erzählung ist auf der englischen Wikipedia gewürdigt worden. Ein Blick lohnt sich: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Adventure_of_the_Copper_Beeches. Alle Originaltexte finden sich hier, zuweilen illustriert: http://www.artintheblood.com/text/alphabetical.htm.

Marc Gruppe ist der Autor, Produzent und Regisseur der erfolgreichen Hörspielreihe GRUSELKABINETT, die von Titania Medien produziert und von Lübbe Audio vertrieben wird.

Folge 1: Im Schatten des Rippers
2: Spuk im Pfarrhaus
3: Das entwendete Fallbeil
4: Der Engel von Hampstead
5: Die Affenfrau
6: Spurlos verschwunden
7: Der Smaragd des Todes
8: Walpurgisnacht
9: Die Elfen von Cottingley
10: Der Vampir von Sussex / Das gefleckte Band / Der Fall Milverton / Der Teufelsfuß (Neuausgabe)
11: Das Zeichen der Vier (4/2014, Neuausgabe)
12: Ein Skandal in Böhmen (4/2014)
13: Der Bund der Rotschöpfe (5/14)
14: Eine Frage der Identität (9/14)
15: Das Rätsel von Boscombe Valley (10/14)
16: Der blaue Karfunkel
17: Die fünf Orangenkerne
18: Der Mann mit der entstellten Lippe
19: Der Daumen des Ingenieurs
20. Der adlige Junggeselle
21. Die Beryll-Krone
22. Das Haus bei den Blutbuchen
23. Silberblesse (6/16)
24. Das gelbe Gesicht (6/16)
25. Der Angestellte des Börsenmaklers (7/16)

Die Sprecher/Die Inszenierung
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Die Sprecher und ihre Rollen:

Joachim Tennstedt: Sherlock Holmes
Detlef Bierstedt: Dr. John Watson
Regina Lemnitz: Mrs. Hudson
Reinhilt Schneider: Violet Hunter
Doris Gallart: Miss Stoper
Helmut Krauss: Jephro Rucastle
Ulrike Möckel: Mrs. Rucastle
Kaspar Eichel: Mr. Toller
Dorothea Walda: Mrs. Toller

Die Macher

Regie führten die Produzenten Marc Gruppe und Stephan Bosenius. Die Aufnahmen fanden bei Titania Medien Studio, Planet Earth Studios und im Fluxx Tonstudio statt. Alle Illustrationen - im Booklet, auf der CD - trugen Ertugrul Edirne und Firuz Askin bei.

Handlung
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Sherlock Holmes ist heute äußerst übellaunig und über seinen Freund John Watson empört. Dessen „Chroniken der Abenteuer“ des Meisterdetektivs haben dazu geführt, dass sich nun sogar einfache Gouvernanten an ihn um Hilfe wenden. Dabei hatte er doch einst Könige als Kunden! (Siehe den „Skandal in Böhmen“.) Holmes fühlt sich lächerlich gemacht, und das ist einfach unerträglich.

Und da kommt die Schreiberin des jüngsten Briefes auch schon: Violet Hunter will wissen, ob sie eine Gouvernantenstelle im ländlichen Hampshire antreten soll. Sie schildert ihre Zweifel bezüglich ihres künftigen Arbeitsgebers, und als Holmes die merkwürdigen Umstände zu hören, unter denen diese Stelle ausgefüllt werden soll, wird er sofort hellhörig. Dieser Jephro Rucastle scheint ja ein recht sonderbarer Vogel zu sein: Violet soll ein ganz bestimmtes Kleid anziehen und sich obendrein die Haare kurz schneiden lassen – die größte denkbare Schmach für eine junge, unverheiratete Frau. Aber der Lohn! Um Himmels willen: 100 Pfund im Jahr! Dreimal so viel wie die Summe, die sie zuvor bei einem Oberst bekommen hatte. Sie lehnte trotzdem ab. Rucastle erhöhte sein Angebot um nochmals 20 Pfund.

Holmes empfiehlt ihr, die lukrative Stelle anzunehmen, wittert aber Gefahr. Für Violet ist die Absicht Rucastles erklärlich: Er wolle durch den Mummenschanz verhindern, dass seine geistig labile Gattin die Irrenanstalt eingewiesen wird. Aber Holmes äußert sich dazu nicht. Zu undurchsichtig sind die Verhältnisse im Hause Rucastle. Also reist Violet nach Winchester, wo ihr Arbeitgeber sie abholen lässt.

Vierzehn Tage später trifft Violets erwartetes Telegramm ein: Sie bittet um Beistand. Watson, der mitkommen will, erhält sofort die „ehrenvolle“ Aufgabe, den Eisenbahnfahrplan zu konsultieren…. Die beiden Herren treffen ihre Klientin im Bahnhofshotel von Winchester. Die Nachrichten, die sie mitteilt, sind beunruhigend: Mrs. Rucastle sei gar nicht verrückt. Auch den boshaften Jungen, den Violet beaufsichtigt, sei zu ertragen, selbst noch der alkoholkranke Butler und dessen Frau.

Nur Mr. Rucastle mit seiner Manie, dass Violet das blaue Kleid seiner verschwundenen Tochter anziehen muss, bereitet ihr Sorgen. Immer wieder müsse sie sich in den ebenerdigen, von der Straße einsehbaren Salon setzen, mit dem Rücken zur Straße vorlesen und Posen einnehmen. Offenbar hat man sie nur wegen ihrer Ähnlichkeit mit dieser Alice engagiert. Wie demütigend. Doch einmal benutzte sie eine in der Hand versteckte Spiegelscherbe, um zu erkennen, was sich hinter ihrem Rücken abspielte: Ein junger Mann tauchte auf – und verschwand wieder.

In ihrer Kommode fand sie einen zweiten Zopf, ähnlich ihrem eigenen. Was aber das größte Rätsel ist, muss sich in dem abgeschlossenen Zimmer im für sie verbotenen Flügel des Hauses befinden. Es ist immer abgesperrt, und wenn man sich ihm nähert, wird Mr. Rucastle böse: Dort befinde sich nur eine Dunkelkammer für sein Hobby des Fotografierens. Lachhaft! Rucastle knipst ja nie.

Was hat das alles zu bedeuten, fragt Violet. Nichts Gutes, urteilt Holmes. Es sind Maßnahmen zu ergreifen, und zwar rasch…

Mein Eindruck
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Die Tatsache, dass dieses Abenteuer bereits 1912, also nur 20 Jahre nach Veröffentlichung, verfilmt wurde, lässt schon auf seine dramatische Wirkung schließen. (Der Film hat als einziger der 1912-er-Serie tatsächlich überlebt.) Und die Figur der Violet Hunter taucht in einer Sherlock-Holmes-Pastiche mit dem Titel „Sherlock Holmes‘ War of the Worlds“ wieder auf. Das lässt darauf schließen, dass sie von ihrem Schöpfer Conan Doyle derart gut gezeichnet worden ist, dass sich andere Autoren Geschichten mit ihr vorstellen konnten. Sie ist eine Heldin, auch wenn es zunächst nicht so aussieht.

Sie muss sich als Gouvernante verdingen, einen unerträglichen Jungen als Schützling ertragen und sich das wunderschöne Haar, der Stolz einer jeden Viktorianerin, abschneiden lassen. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, zwingt man sie auch noch, die Rolle einer anderen einzunehmen und zu schauspielern. Die knifflige Frage besteht für den Leser und Violet selbst darin: Wer ist diese andere, und warum bekommt man sie nie zu sehen?

Es gibt eine Menge Hürden zu überwinden, bevor Violet und Holmes diese Frage beantworten können. Da ist zunächst einmal der skrupellose Mr Jephro Rucastle, dem man die Erbschleicherei durchaus zutrauen würde. Dass er lügt wie gedruckt, versteht sich von selbst. Warum sonst sollte er einer Gouvernante das Vielfache des marktüblichen Lohns zahlen wollen? Und er bewacht ein bestimmtes Zimmer im oberen Stockwerk wie ein Zerberus.

Apropos Zerberus: Wie der Wachhund der Unterwelt wirkt auch Rucastles Mastiff auf Violet. Der scharfe, absichtlich hungrig gehaltene Hund stellt das zweite Hindernis bei der Lösung des Rätsels dar. Es ist einwandfreie Ironie des Schicksals, dass Rucastle, der den Mastiff von der Kette lässt, selbst von dem Tier angefallen wird.

Ein weiteres Rätsel bildet jener junge Mann, den Violets Schauspielerei täuschen soll. Wenn er der Verlobte der verschwundenen Erbin Alicia sein soll, warum wird er dann nicht vorstellig, schreibt ihr Briefe und wird noch kühner? Soll hier seine Liebe zu Alicia, an deren Abreise er offenbar nicht glaubt, durch Violets Schauspiel entmutigt werden? Oder wird sie auf die Probe gestellt?

Die Lösung des Rätsels darf hier nicht verraten werden. Klar ist aber, dass der Fall, den Holmes schon längst im Kopf gelöst hat, sowohl brutale, wirtschaftliche wie auch romantische Aspekte aufweist. Kein Wunder, dass der Fall alsbald verfilmt wurde. Jeremy Bretts Interpretation von 1985 ist meines Erachtens immer noch die beste und werkgetreueste (deutsch bei Koch Media, siehe meinen Bericht).

Die Inszenierung
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Die Inszenierung wartet diesmal mit einem richtig zornigen Holmes auf. Tennstedt macht einem richtiggehend Angst mit seinem Wüten ob Watsons „Chroniken“ und seiner dadurch verursachten Abwertung: Nun muss sich Holmes schon als Gouvernantenhelfer verdingen! Ist es zu fassen?! Sehr rasch hat er sich aber gefasst und empfängt die Dame mit gewohnter Höflichkeit.

Sehr gut gefielen mir auch die zahlreichen Rückblenden. Sie erwecken die Geschichte nämlich erst zum Leben. Rückblenden unterscheiden Hörspiele vom Theater und rücken es in die Nähe des Films, wo sie leider inzwischen weitgehend aus der Mode gekommen sind. Aber sie dienen als Vergegenwärtigung von Vergangenem und verflechten dieses mit der Gegenwart, sind also meist von höchstem Informationswert. Dass sie in Violets Fall das Rätsel um Rucastle nur vertiefen, dient der dramatischen Spannung.

Die Sprecher

Dr. Watson nimmt die Stelle des zweifelnden gesunden Menschenverstandes gegenüber Holmes ein, welcher ein getriebener Junkie der Vernunftarbeit zu sein scheint. Watson ist der Gemütsmensch, ein Jedermann mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Holmes jedoch ist nicht nur Kopfarbeiter, sondern auch Schauspieler und Manipulator von Menschen.

Sherlock

Es gibt mehrere Hauptfiguren, die auch stimmlich herausragen. Am besten gefällt mir Joachim Tennstedt als Sherlock, denn was er in diese Figur hineinlegt, ist sehr sympathisch und humorvoll - so als würde ein strahlender John Malkovich völlig entspannt aufspielen (liegt's am Koks?). Holmes' einziger Fehler ist seine Ablehnung des weiblichen Geschlechts oder vielmehr des Umgangs mit dessen Vertretern. Das soll aber weniger an latenter Homosexualität liegen, als vielmehr an seiner Abneigung gegen jede Art von emotionaler Sentimentalität.

Aber Holmes ist auch ein ausgezeichneter Schauspieler und engagierter Boxer. Ab und zu treibt er sich als aktiver Detektiv in Londons Sauwetter herum und kehrt völlig ausgehungert ins Hauptquartier zurück. Dann darf Mrs. Hudson, die auch hier moralisches Zentrum auftritt, ihm Essen kredenzen.

Watson

Dr. John H(amish) Watson, 36, ist das genaue Gegenteil seines Freundes: jovial, höflich, frauenfreundlich und durchweg emotional, außerdem glücklich verheiratet. Leider sind seine logischen Schlüsse von dementsprechend unzulänglicher Qualität. Das war zu erwarten und dürfte keinen überraschen.

Rucastle

Während Mrs Hudson wie stets nur eine kleine, aber wichtige Nebenrolle spielt, fällt die Rolle des Holmes-Gegenspielers Rucastle einem renommierten Sprecher zu. Helmut Krauss ist jedem Filmfan als deutsche Stimme bekannter Hollywood-Schauspieler bekannt, hat aber auch viele Auftritte in der Hörspielserie "John Sinclair" absolviert.

Wieder mal "verkörpert" er hier den zwielichtigen Auftraggeber, dem man von Anfang an nicht traut und er sich schließlich als der erweist, den man in ihm gesehen hat: den Bösewicht. Leider hat Conan Doyle eine Auseinandersetzung zwischen Rucastle und Holmes nie geschrieben, was sehr schade ist.

Die Geräusche

Eine schier unglaubliche Vielfalt von Geräuschen verwöhnt das Ohr des Zuhörers. Der Eindruck einer real erlebten Szene entsteht in der Regel immer. Papierrascheln, klappernde Teetassen, knisterndes Kaminfeuer - all diese Samples setzt die Tonregie zur Genüge ein, um einer Szene eine Fülle von realistisch klingenden Geräuschen zu vermitteln.

Nach einer Interieur-Szene folgt sogleich die Reise nach Winchester (ein wichtiger Ort für alle Fans von König Alfred), untermalt mit flotter Reise-Musik aus dem „Schall-Archiv“. Umgebungsgeräusche und Stimmengewirr markieren öffentliche Plätze wie etwa eine Hotel-Lobby, einen Bahnhof oder eine Straße.

Es kommt zu einem regelrechten Action-Finale, in dem eine Tür geräuschvoll aufgebrochen wird und zwei Schüsse fallen. Immer wieder verzögern lästige musikalische Intermezzi die Handlung und steigern die Spannung ins Unermessliche.

Die Musik

Das Intro, eine Art flott-dezente Teemusik, bildet den heiter-beschwingten Auftakt des Hörspiels und deutet die häusliche Idylle von Baker Street 221B an. Von einem Score im klassischen Sinn kann keine Rede mehr sein. Hintergrundmusik dient nur dazu, eine düstere oder angespannte Stimmung zu erzeugen, und zwar nur dort, wo sie gebraucht wird. Hier steigert sich die Spannung sehr dezent von Szene zu Szene.

Die Rückblenden vertiefen, wie erwähnt, das Rätsel, das Rucastle umgibt, und Intermezzi mit Piano, Flöte und Gitarre verzögern das Vorankommen der Handlung, erzeugen aber auch eine schöne Stimmung der Angespanntheit. Nun lässt sich das Action-Finale kaum noch erwarten – und man ist regelrecht erleichtert, wenn es dann losbricht.

Das Booklet

Im Booklet sind die Titel des GRUSELKABINETTS verzeichnet sowie Werbung für den verstorbenen Illustrator Firuz Askin zu finden. Die letzte Seite zählt sämtliche Mitwirkenden auf. Die CD und der Einleger sind mit den Sherlock-Holmes-Motiven versehen, die die Reihe von Anfang an begleitet haben.

Unterm Strich
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Obwohl ich bereits die Verfilmung mit Jeremy Brett aus dem Jahr 1985 und folglich das Ende kannte, gefiel mir diese dramatische Umsetzung ausnehmend gut. Durch geschickten Einsatz von Rückblenden vergegenwärtigt die Handlung sowohl das Vergangene, vertieft das Rätsel um Rucastle und erhöht die Emotionalität von Violet Hunters misslicher Lage. Eine junge Dame in Gefahr – nein, möglicherweise sogar zwei! Welcher Gentleman würde da nicht zu Hilfe eilen?

Letzten Endes geht es wieder mal um den Konflikt zwischen Liebe und Geldgier. Rucastles Gier nach dem Erbe seiner Tochter, das ihr ihre verstorbene Mutter hinterlassen hat, steht wie eine finstere Kraft hinter seinen Machenschaften. Violet gerät als unwissende Mitspielerin in sein Komplott, und aus diesem Grund erinnert sie an eine Schauspielerin in einem Film, die nichts über ihre Rolle weiß und deshalb quasi vom Regisseur Rucastle missbraucht wird. Wer will, man nun an Alfred Hitchcock denken und die Art, wie er seine Schauspieler behandelte. Aber das würde ihm böse Absichten unterstellen und ihm Unrecht tun.

Das Hörspiel

Die geschickt sich steigernde Handlung des Hörspiels, unterstützt durch die Rückblenden, findet ihren Höhepunkt in einer einwandfreien Action-Szene, die mit zwei Schüssen wohl genügend lautstark beendet wird, um jeden Actionfan zufriedenzustellen.

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und bekannte Stimmen von Synchronsprechern und Theaterschauspielern einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen.

Die Sprecherriege für diese neue Reihe ist höchst kompetent und renommiert zu nennen, handelt es sich doch um die deutschen Stimmen von Hollywoodstars wie John Malkovich (Tennstedt) und George Clooney (Bierstedt). Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für spannende Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert, und die Stimmen der Hollywoodstars Clooney und Malkovich vermitteln das richtige Kino-Feeling.

Der volle englische Text findet sich in der Wikisource: https://en.wikisource.org/wiki/The_Adventure_of_the_Copper_Beeches

Fazit: volle Punktzahl

Info: "The Adventure of the Copper Beeches", (1892); Titania Medien bei Lübbe Audio, 2015; Länge: 63:17 Minuten, ISBN 9783785751725.

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  • Bluebirdunfa veröffentlicht 07.07.2016
    llg
  • AnnaHaeberle veröffentlicht 26.06.2016
    BH
  • Gnislew veröffentlicht 07.06.2016
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Produktdaten : Das Haus bei den Blutbuchen (Sherlock Holmes 22 ) - Arthur Conan Doyle

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Genre: Kinder- & Jugendprogramm

EAN: 9783785751725

Artist: Arthur Conan Doyle

Medium: CD

Atomic Veröffentlichungsdatum Jahr: 2015

Label: Titania Me

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 17/12/2015