EIN SCHLAG IN DIE FRESSE!
09.12.2002 (22.12.2002)
Pro:
die hoffnung, das die Leute dennnnoch das Buch kaufen und nicht glauben, Andreas Eschenbach habe einen solchen Schrott verzapft
Kontra:
. . . bei aller Gnade : NICHTS
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Action:
Anspruch
Romantik:
Spannung
Spaß
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Über sich:
Mensch - war ich lange weg....
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Es gibt gute, schlechte und saumäßig schlechte Literaturverfilmungen - etwas unterhalb der letzten Kategorie ist diese hier angesiedelt.... ** DAS JESUS VIDEO von Andreas Eschnbach ist ein sehr intelligentes Buch, das wirklich über sehr sehr weite Strecken ebenso intelligent wie vielschichtig komponiert ist und eine Geschichte erzählt, die kaum mit wenigen Worten nachzuerzählen ist - in 4 Stunden Film - soviel Zeit hat sich Pro7 für dieses werk genommen, könnte selbst die Laien-Filmgruppe der 9b des städtischen Gymnasium aus der hervorragenden Literatur-Vorlage ein gescheites filmisches Epos zaubern -> Nur Pro7 .... die haben das total versaut - und zwar so sehr, das sich selbst der noch lebende Andreas Eschenbach schon mal vorsorglich im Grab umdrehen dürfte... Die Story in ihren gröbsten Zügen besteht im Kern aus einer Gruppe junger Leute, die nach der klassische n Metrik eines Abentuereromans zusammengewürfelt ist - was soviel bedeutet wie: Sie sind einzeln alle soweit ganz cool, können das Ziel ihres Abenteuers jedoch nur erreichen, weil sie sich in ihren Charakterzügen und Skills perfekt ergänzen und im rechten Moment auch mal den anderen machen lassen. Eine der drei Hauptfiguren ist darüber hinaus eine Frau, die mit Ausnahme der sexuellen Aspekte wenig wie die Frau im klassischen Abenteuerroman rüberkommt - selbständig und nicht nur Brüste auf Beinen darstellend, wie in vielen Genre-Klassikern üblich, ist sie eine der Säulen der Geschichte und der drei Freunde. Von denen findet der "Haupt"darsteller bei einer Ausgrabung in Israel eine Anleitung zu einer Videokamera. Diese kommt erst 4 Jahre nach der Ausgrabung auf den Markt, liegt aber neben einem seit fast 2000 Jahren toten Skelett! Durch Recherche, Mut zum Wahnsinn und eben die Zusammenarbeit wird klar: Es handelt sich hier um einen Zeitreisenden, der JESUS gefilmt hat. Aus diesem Stoff sind richtig gute Hollywood-Streife, oder? So viele Gedankenspiele sind möglich - und das Buch stellt sie alle an - war er der einzige Zeitreisende? - könnte er vorwärts und rückwärts reisen? - wo ist das Video, könnte es die Welt verändern? Würde das Auffinden des Videos das Raum-Zeit-Gefüge in Unordnung bringen....?Hier ist die gesamte Palette intelligenten Roman-Denkens auf hohem Niveau möglich - und Eschenbach schöpft sie in seinem Buch mit Ausnahme weniger Inkonsequenzen ab, die jedoch den Gesamtcharakter des Buches nie gefährden und das Lesen wirklich zur Sucht machen - auch deshalb, weil die Bestandteile des Abenteuerromans hier so modern verpackt sind und eben nicht nur Macho-Helden unter sich auf einer Mission sind und dafür über Leichen gehen, sinnlos um sich prügeln oder Explosionen ihren Weg pflastern. Dabei besticht das Buch zudem auch noch durch ein intelligent verzahnte Konstellation dreier Mächte: Die Abentuerer, die durch die klassicen Abentuerer-Züge mit Mut, Witz und unkonventionelle Lösungen bestechen und eben ihren einmaligen Zusammenhalt - die Kirche, einer der Hauptinteressenten an diesem Video, das ja möglicherweise den Kern ihrer Botschaft anfressen Könnte - und der dritte im Bunde, der Medienmogul Kaun, der eine Art CNN betreibt und natürlich an der Ausstrahlung des Videos interessiert ist, subtil nach politischen Gegebenheiten entscheidet und dennoch diabolisch nach Macht und wirtschaftlichem Erfolg strebt, ohne es dabei an Eloquenz mangeln zu lassen. Und der Film....?Ja, wie soll ich es sagen..... Leichen? JASinnnlose Gewalt? - SOWEIT DAS AUGE REICHT Hirnamputierte Machos - DIE VORHERSCHENDE SPEZIESSubtilität - NO WAY Eine intelligent verknüpfte Handlung - DA FEHLEN MIR DIE WORTE.Im Ernst: schon nach rund 5 Minuten fragt man sich, warum jemand sich die Mühe gibt, die Geschichte überhaupt derartig zu entstellen, wo doch eine so gut komponierte Vorlage da ist - das ist schon aus ökomischen Erwägungen heraus totaler Unsinn - wenn man die Geschichte aller ihrer Intelligenz beraubt, muss man sie ja nicht aufwendig verfilmen - und schon gar nicht an solch teuren Schauplätzen. Und das ist jetzt wirklich nicht pauschaliert. Ein paar der Kernfehler, die häufig unerklärlich bleiben, da ein Blick in die literarische Vorlage hier auf simple Weise hätte Abhilfe schaffen können.Der Hauptdarsteller nimmt im Buch in einer kritischen Situation mit seiner jüdischen Mitstreiterin in Ihrer Heimatstadt Kontakt auf - sie gewährt ihm morgens um vier Einlass - zu diesem Zeitpunkt haben sie sich bereits über Wochen im Ausgrabungscamp kennengelernt und bereits gemeinsam unter zusammenschweissenden Bedingungen an der Recherche um das Video gearbeitet - die begegenung ist glaubhaft, ergibt Sinn und wirkt im Buch nicht peinlich oder sexuell konnotiert. Im Film haben Sie sich einmal gesehen, obwohl ausreichend Zeit gewesen wäre. Sie rettet ihm bei dieser Begegnung prompt - umrahmt von dummen Sprüchen das Leben, rauscht von dannen und taucht zum nächsten Mal just günstig in dem Moment auf, in dem der Hauüptdarsteller morgens um vier von einer Bande schießwütiger debiler Killer durch die Altstadt Jerusalems gejagt wird. Der Macho-Held hält blutig an ihrem Hause an - Adresse und Lage der Strasse in einer der unübersichtlichsten Städte der Erde hat er zufällig im Kopf - und sie, die knallharte Göre, die in der Armee gedient hat, öffnet die Tür, nachdem sie dem Bett im Seidenslip entspringt. Oh Mann. Dann die Bösen - hier ist die Kirche der alleinig debile Bösewicht, die über gut 45 der 220 Minuten nichts besseres zu tun hat, als den Hauptdarsteller ebenso dilletantisch wie barbarisch zu foltern, nur um ihm anschließend die Möglichkeit zu geben, ohne sein Wissen zu bekommen, wieder abzudampfen und dabei ein paar ihrer debilen Schergen lebensgefährlich zu verletzen.Da winden sich dem Zuschauer Zahnschmelz und Fußnägle - zumal die Aneinanderreihung fatal billig und unreflektiert aus US-Filmen der 70er kopierten Folterszenen in ihrer willkürlichen Aneinanderreihung einfach für die Handlung pure Zeitverschwendung ist.Die Charakterkonstellation ist zudem dümmer als im Buch - es gibt einen Kannonenfuttercharakter, der 10 Sätze in der art von "was ist hier nur los?" oder "hier hat sich vieles zum schlechten verändert" sagen darf und schauspielerische Höchstleistungen wie ein Schulterzucken dazuspielen darf - natürlich, und das weiss man bei Minute 7, stirbt dieser Kerl. OH MANN!! Natürlich hat die knallharte Israeli aus dem Buch im Film ein zartes Antlitz, eine unpraktische Frisur, Seidenhösschen und eben das Gesicht von Ornela Muti - ihre Tochter, die aussieht, wie eine kleinkopierte Mama, spielt die Jüdin, sieht dabei in etwa so jüdisch aus wie Boris Becker und kann nicht eine Sekunde glaubhaft machen, dass sie mal an der Front war. Zu allem Überfluss ist Kaun, der im Buch der CN-Charakter ist, in dieser Verfilmung einfach nur ein dämlicher Bösewicht, umgeben von noch dämlicheren Schmalspurbösewichten, dessen Grandezza und Subtilität auf dem Niveau eines leise herannnahenden Leo2 liegt. Das schärfste: er hat nicht einmal ein Medienimperium - was er eigentlich macht, ist aus der Story als Storyelement einfach entfernt worden und lässt dadurch, falls man noch nicht eingenickt ist, permanent die Frage aufkommen: WAS WILL DER DA EIGENTLICH....?Alles in allem entsteht der Eindruck, dass der Regisseur das Buch nicht gelesen hat, zumindest nicht mehr als den Klappentext und die Seiten 112, 236 und 433 - oder er hat seine 4jährige Tochter beauftragt, das Skript für ihn zusammenzufassen. Getoppt wird das ganze dadurch, dass gleich zu Beginn eine Szene aus AKTE X - DER FILM als 100%iges Plagiat den Zuschauer beleidigt. Hier wurden sogar dramaturgie und Beleuchtung vollständig gecovert.Ich bin noch nie so sehr von einer Verfilmung beleidigt worden.
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04.07.2004 22:29
ich stimme dir so von herzen zu!! das buch ist eines meiner absoluten top-favoriten! LG Silke
11.02.2004 00:44
Ich stimme dir voll zu: Ich finde das Buch erstklassig und war von der Verfilmung mega-enttäuscht.
09.01.2003 21:22
ich hatte schon befürchtet, ich habemir die Akte X Sache eingebildet...