Jesus Christ, Video Star
21.12.2002
Pro:
spannende Story, gute Schauspieler
Kontra:
schlampige Außenaufnahmen, zuviel Schießereien und explodierende Autossionen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Action:
Anspruch
Romantik:
Spannung
Spaß
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 Ede43
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Nachdem ich das Buch von Andres Eschbach gelesen hatte, war ich sehr gespannt, wie man diesen doch recht umfangreichen Stoff verfilmen würde und nachdem ich den Zweiteiler nun im Fernsehen in Pro7 gesehen habe, muß ich sagen, die Verfilmung ist tatsächlich gelungen. Natürlich musste einiges gestrafft werden, doch im grossen und ganzen bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden. Zum Inhalt: Bei einer archäologischen Ausgrabung in Israel findet der junge deutsche Archäologiestudent Steffen ein zweitausend Jahre altes Grab. Darin ein Skelett und ein Leinensäckchen. Von Neugier getrieben öffnet er das Säckchen und findet in einer Plastikhülle die Bedienungsanleitung einer Videokamera! Nachforschungen ergeben, dass diese Kamera noch gar nicht auf dem Markt, sondern erst in der Entwicklung ist. Das Skelett weist einen behandelten Beinbruch auf, eine stählerne Metallschiene, um den geborstenen Knochen zu stützen. Eine ärztliche Methode, die zur damaligen Zeit noch ebenso unbekannt war wie Stahl selbst. Außerdem hat es Amalgam-Füllungen in den Zähnen. Rätsel über Rätsel. Aber es ist noch mehr in dem Leinensäckchen, nämlich ein Brief, der zwar recht unleserlich geworden ist, doch lässt sich nach der Behandlung des Papiers in einem Labor der Name „Jesus“ entziffern. Nach all dem drängt sich die Vermutung auf, die sterblichen Überreste eines Zeitreisenden gefunden zu haben, der möglicherweise Videoaufnahmen von Jesus gemacht hat. Doch wo ist die Kamera und wo der Videofilm? Angesichts der immensen Bedeutung des Fundes und der möglichen Folgen, sollte tatsächlich eine Videoaufnahme von Jesus existieren, schalten sich alle möglichen Leute ein. Die einen, weil sie den entgültigen Beweis von Jesus Existenz erhoffen, die anderen, weil sie das Gegenteil befürchten, nämlich, daß es Jesus nie gegeben hat. Insbesondere der Vatikan ist in höchstem Maße alarmiert. Was, wenn der gefilmte Jesus den Vorstellungen nicht entspricht, die die Kirche ihren Schäfchen jahrhundertelang gepredigt hat? Wenn er gar kein asketisches Leben geführt hat, sondern strahlend in die Kamera lächelt, umgeben von seiner Frau und seinen zahlreichen Kindern? Eine ungeheurliche Vorstellung! Und so entsendet der Vatikan einen Mann nach Jerusalem, der das Video finden und in Sicherheit bringen soll. Den Geschäftsmann John Kaun dagegen, der die Ausgrabung finanziert hat, plagen keine religiösen Ängste. Er wittert das ganz große Geschäft, sollte er das Video in seinen Besitz bringen und so verbietet er Steffen, der immerhin das Skelett gefunden hat, sich weiter mit der Sache zu beschäftigen. Da er aber zu Recht befürchtet, daß Steffen auf eigene Faust nach der Kamera und dem Video suchen wird, lässt er ihn überwachen. Das gleiche tut der Beauftrage des Vatikan und so sieht sich Steffen von allen Seiten bedrängt. Unerwartet erhält er aber Unterstützung von der jungen Israelin Sharon, die er während der Ausgrabungsarbeiten kennen gelernt hat und deren Freund Joshua, der, welch ein Zufall, ausgerechnet in dem Labor arbeitet, wo die Fragmente des gefundenen Briefes untersucht wurden. Was nun folgt, wird jeden Aktionfan erfreuen. Es mangelt nicht an wilden Verfolgungsjagden, aus denen der gebeutelte Steffen jedoch jedes Mal, wenn auch mit Blessuren, siegreich hervorgeht. Überhaupt ist dieser Steffen ein richtiger Supermann. Es scheint keine Fähigkeit zu geben, die er nicht beherrscht und so taucht er denn auch, immer auf der Suche nach der Kamera, in die unterirdischen Bewässerungskanäle Jerusalems hinab.Nach zahllosen Abenteuern finden Steffen und Sharon schließlich auch die Kamera, doch mehr will ich für die, die weder das Buch gelesen noch den Film gesehen haben, hier nicht verraten. Mein persönlicher Eindruck: Der Inhalt des Buches ist recht gut umgesetzt und den abgewandelten Schluß finde ich fast noch besser als den des Buches. Steffen wird verkörpert von Matthias Köberlin, einem jungen Schauspieler, dem man bei den Dreharbeiten einiges abverlangt hat. Er spielt seine Rolle sehr überzeugend und bleibt trotz seinen zahlreichen Heldentaten immer glaubwürdig. Sharon wird gespielt von Naike Rivelli, der Tochter der italienischen Schauspielerin Ornella Muti. Ohne weiteres kauft man ihr die Rolle der wackeren Israelin ab, die sich durch ihren abgeleisteten Militärdienst auch durch das größte Kampfgetümmel nicht aus der Fassung bringen läßt. Daß man den Beauftragten des Vatikan und seinen Auftraggeber als düstere Fisterlinge zeigen musste, wäre nicht nötig gewesen.Was mich störte, waren die schlampigen Außenaufnahmen. Daß in Marokko gedreht wurde, ist verständlich. Wer wird momentan in Israel drehen wollen? Doch mit der Darstellung der Straßenszenen hätte man sich ein bisschen mehr Mühe geben können. Die Ladenschilder waren allesamt in arabischen Schriftzeichen, nicht in hebräischen. Die Häuser konnten niemals in Jerusalem stehen, wo sich das Ganze ja abgespielt haben soll, denn es gibt eine Vorschrift, nach der in Jerusalem nur mit weißem Kalkstein gebaut werden darf, der in der typischen rechteckigen Form zugehauen ist. Im Verlauf der Handlung kommt Sharons Freund Joshua ums Leben und Sharon beklagt, daß sie, weil sie sich mit Steffen versteckt halten muß, nicht an der Beisetzung ihres Freundes teilnehmen kann. „Wann wird er denn beigesetzt?“ fragt Steffen und sie antwortet: „übermorgen.“ Das kann aber nicht stimmen, denn meines Wissens werden Juden immer sofort begraben, noch bevor die Sonne untergeht. Aber das sind Kleinigkeiten, die mir die Freude an dem Film nicht nehmen konnten. Wer spannende Unterhaltung liebt, sollte ihn sich unbedingt ansehen. Es gibt ihn inzwischen auf Video und DVD. Was mich persönlich immer noch beschäftigt, ist eine alte Aufzeichnung, die Steffen und Sharon in einer Bibliothek finden. Sie erzählt davon, daß einmal jemand Jesus einen Spiegel hinhielt. Jesus blickte hinein und fortan zeigte dieser Spiegel immer und unauslöschlich sein Abbild. Das erinnerte mich daran, so etwas auch einmal irgendwo gelesen zu haben, aber nicht in dem Buch von Andreas Eschbach. In der Bibel steht meines Wissens nichts davon, aber es könnte in einer der apokryphen Schriften sein, die nicht in die Bibel aufgenommen wurden. Jetzt bin ich von Neugier gepackt genau wie Steffen. Ich muß herauskriegen, wo ich das mit dem Spiegel gelesen habe und wenn ich die Stelle gefunden habe, werde ich mich vielleicht auch fragen, ob der „Spiegel“ etwa das Display einer Kamera war und ob nicht eventuell tatsächlich ein Zeitreisender unterwegs war. Vielleicht weiß jemand von Euch, wo das mit dem Spiegel geschrieben steht? Dann lasst es mich wissen.
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27.01.2003 09:09
Ich fand den Film auch ganz okay. Viele haben sich aber darüber aufgeregt, weil er angeblich doch sehr vom Buch abweicht. Da ich das aber nicht kenne, kann ich es nicht beurteilen und stören tut es mich auch nicht. Interessant sind die Fehler, die Du gefunden hast. Ist mir gar nicht aufgefallen. Schöne Grüße, Gabi
07.01.2003 10:44
Das die Darstellerin der Sharon die Tochter von Ornella Muti ist, habe ich nicht gewußt. Nicht schlecht. Jetzt wo du es sagst, stimmt, die Ähnlichkeit war da. Ich habe leider das ganz endliche Ende nicht sehen können, weil mein Videorekorder abgeschalten hatte. carmen
04.01.2003 23:52
HI du. Also fand den Film auch super, und habe jetzt erst das Buch gelesen. Mir persönlich gefällt der Schluss vom Buch besser, weil er logischer ist... Denn im Film fährt der zeitreisende ja doch, obwohl er schon vorher weiß, dass er es ist... Finde ich doch etwas zu weit hergeholt. Passt aber doch super in den Film. Dein Bericht war super... Gruss Steffi