Das Kartengeheimnis (ab 13) / Gaarder, Jostein

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Das Kartengeheimnis (ab 13) / Gaarder, Jostein

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Woher kommen wir Menschen....

5 2. Nov 2003

Pro:
Erzählweise, Handlung, Sprache  -  alles

Kontra:
Man hat es irgendwann durch .  .

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Unterhaltungswert:

Humor:

Spannung:

Niveau:

Aufmachung:

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Wavecamper

Über sich: Machts Gut, alle Miteinander. Besser als ich. *bye*

Mitglied seit:18.05.2003

Erfahrungsberichte:82

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 85 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

und wohin gehen wir.... Das sind die zentralen Fragen, die Jostein Gaarder in diesem Roman aufwirft. Er lässt dem Leser dabei viele Freiheiten, damit jeder selbst sich Gedanken über diesen Umstand machen kann. Besonders bemerkenswert ist dabei die Erzählstruktur des Buches, denn es werden zwei verschiedene Handlungen miteinander verwoben. Doch dazu später mehr.


Der Autor :
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Jostein Gaarder wurde am 8. August 1952 als Kind einer Lehrerin und eines Hochschuldirektors in Oslo geboren. Es studierte später Philosophie, Theologie und Literaturwissenschaft, wobei er in der Erwachsenenbildung jahrelang diese Fächer an Volkshochschulen unterrichtete. Sein erstes Buch, eine Sammlung von Kurzgeschchten, erschien in Norwegen 1986. Dieses Buch, „Das Kartengeheimnis“, war sein erster Roman aus dem Jahr 1990. In Deutschland erschien es 1995. Sein bekanntestes Werk ist sicherlich „Sofies Welt“. Jener Roman hielt sich mehr als zwei Jahre lang in den deutschen Bestsellerlisten und wurde 1999 verfilmt.

Das Kartengeheimnis
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In bemerkenswerter Weise, werden in diesem Buch zwei völlig unterschiedliche Welten beschrieben, die sich zu gegebener Zeit am Ende des Buchs berühren.
Die reale Welt des Romans spielt Mitte der 80 Jahre. Sie wird vom Ich-Erzähler Hans - Thomas geschildert,einem jungen norwegischen Teenager, der sich mit seinem Vater auf den Weg macht, seine lange verschollene Mutter wiederzufinden. Sie hat sich, als Hans - Thomas noch ein Klienkind war, mit den Worten, sie müsse sich selbst finden, von zu Hause aufgemacht. Eines Tages sah Hans - Thomas' Vater ein griechisches Modemagazin, und meinte, sie auf dem Titelblatt wiederzuerkennen. Also wird flugs der Sohn geschnappt, das Auto bestiegen und eine Reise durch halb Europa gemacht, mit dem Ziel, sie in Girechenland zu finden und zur Rückkehr in die Heimat zu bewegen.

Typisch für diesen „Realteil“ der Handlung und den tatsächlichen Ausflug, sind Zigarettenpausen, in denen der Vater philosophische Ausflüge macht und Hans-Thomas (und damit letztlich auch dem Leser) versucht, das Leben als ein Wunder zu vermitteln, und sich Gedanken darüber zu machen, wie der Mensch denn entstand und wo unsere Wurzeln liegen.

Früh in der Realhandlung, erreichen die beiden ein kleines Alpendorf mit dem schlichten Namen „Dorf“. Dort bekommt Hans - Thomas ein besonderere Rosinenbrötchen geschenkt, mit der Weisung, es alleine zu essen. In jenem Brötchen war ein winzig kleines Buch mit mehr als 100 Seiten mikroskopisch kleiner Schrift eingebacken. Passenderweise erhielt Hans-Thomas zuvor eine Lupe geschenkt, so dass er die winzigen Buchstaben lesen kann.

Dieses „Brötchenbuch“ beschreibt die zweite Welt, um die es in dem Kartengeheimnis geht. Geschrieben wurde es etwa 40 Jahre vor der „Realhandlung“von dem gegenwärtigen Bäcker des Dorfes „Dorf“ names Ludwig, als jener noch ein junger Mann war, und es beinhaltet Erlebnisse, die mehr als 100 Jahre zurückliegen. Nach einem Schiffbruch kam Hans auf eine seltsame Insel. Eine Insel, die klein wirkt, sich aber scheinbar nach Innen hin ausdehnte. Dort gab es Tiere, die niemals zuvor gesichtet wurden – und einige Zwerge. Zwerge, die in Pik, Herz, Kreuz und Karo aufgeteilt waren, und einfache Arbeiten verrichteten und scheinbar einen recht einfachen Verstand hatten.

Sie hörten auf Frode und arbeiteten auch für ihn, für jemanden, der 52 Jahre vor Hans auf dieser seltsamen Insel gestrandet war.

Zusätzlich zu den Zwergen, die in die Farben eines Kartenspiels (für jede Karte von der Zwei bis zum As gab es in jeder Farbe einen Zwerg, also insgesamt 4*13) eingeteilt waren, gab es noch einen weiteren Zwerg, den Joker. Der sich von den anderen nicht nur dadurch unterschied, dass er keiner Farbe angehörte, sondern auch dadurch, dass er eindeutig gescheiter war als die anderen.

Wer nun also wissen möchte,was es mit der Insel, den Zwergen und der Einteilung in Karten auf sich hat – und wie es Jostein Gaarder gelingt, diese fantastische Welt mit der Realen Welt Mitte der 80er Jahre zusammenzuführen, sollte zu dem Buch greifen, denn einem potentiellen Leser will ich ja nicht die ganze Spannung nehmen...


Fazit
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Eins vorweg : Erwachsene Leser sollten sich von der Kategorisierung als Jugendbuch nicht abschrecken lassen. Das Buch liest sich zwar leicht und schnell (ohne trivial geschrieben zu sein), bietet aber neben der fantasievollen und ungewöhnlichen Erzählweise viele Ansätze, über die man als Erwachsener durchaus nachdenken kann. Ich besitze dieses Buch bereits seit dem Erscheinen in Deutschland, und habe es seitdem 6 oder 7 mal gelesen. Wenn es so etwas wie ein „Lieblingsbuch“ gibt, dann ist meines eindeutig „das Kartengeheimnis“.

Jostein Gaarder greift in vielen seiner Bücher auf eine Verschmelzung einer realen und einer Fantasiewelt zurück – aber meines Erachtens gelang es ihm nirgends so faszinierend wie hier.

Ich gebe in meiner Freizeit Nachhilfeunterricht, und einer derjenigen, die das über sich ergehen lassen „müssen“, ist ein absoluter Lesemuffel, der noch nie freiwillig einen Artikel, geschweige denn ein Buch, gelesen hat. Es ist zwar nicht so, dass er dieses Buch in extrem hohen Tempo verschlingt, dafür sind seine Schwierigkeiten beim Lesen wohl auch noch zu groß, aber er hat immerhin zugegeben, dass er erstmals aus freien Stücken ein paar Seiten gelesen hat. Das wäre dann das erste Buch, mit dem er Bekanntschaft machte, welches diesen Effekt auslöste. Ich denke, das kann man auch als sehr positives Zeichen werten.

Es ist als 352 seitiges Taschenbuch mit der ISBN 3-423-12500-4 beim DTV für 9.50 erhältlich.

Ich halte dieses Werk für einen der schönsten Romane der Neuzeit, und es ist ganz gewiss für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen geeignet. Da es sich, wie erwähnt, um mein persönliches Lieblingsbuch handelt, kann das Fazit nur lauten : 5 Sterne und die allerhöchste Leseempfehlung.
 
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
AsmodinaHamburg

AsmodinaHamburg

19.02.2005 02:57

"Girechenland"... Wo isn das? *fg* - s zwar nebensächlich ist, ich aber für ein durchaus interessantes Hobby halte ist das der Vater Joker sammelt. Wollt ich nur mal so los werden :o)

MirjS

MirjS

25.11.2003 18:38

Toller Tipp! LG,Mirjam

sihar

sihar

03.11.2003 13:53

Ich bin ebenfalls ein großer Jostein Gaarder Fan, jedoch zum Kartengeheimnis bin ich bislang noch nicht gekommen. Aber wenn ich deine Begeisterung so lese ... dann sollte ich das schleunigst nachholen ;) LG sihar

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