WENN DIE ENTE 2-MAL KLINGELT ...
19.10.2004 (31.05.2006)
Pro:
schön
Kontra:
verträumt, fern der Realität
Empfehlenswert:
Ja
 GlineurJL
Über sich:
Mitglied seit:06.03.2003
Erfahrungsberichte:1120
Vertrauende:136
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 108 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
DAS KOSMOS-BUCH VOM LANDLEBEN Mit dem Untertitel “Tiere halten, Obst, Gemüse und Kräuter anbauen” bietet der Kosmos-Verlag ein schönes und informatives Sachbuch mit zahlreichen Bildern im Format A4. Das Hardcover wertet dieses Fachbuch auf. @@@ QUICKFACTS @@@ Titel: Das Kosmos-Buch vom Landleben Originaltitel: Home Farm (1998) Autor: Paul Heiney Verlag: Franckh-Kosmos Verlag Ausstattung: Hardcover, 777 Fotos, 130 Illustrationen Seiten: 192, DIN A 4 ISBN: 3-550-07498-6 Preis 2004: 16,95 Euro @@@ INHALTE @@@ Das Sachbuch unterteilt in sechs Kategorien, und die erste nennt sich schlicht “Leben auf dem Lande”. Der eigene Hof und die möglich ideale Lage werden besprochen und auch skizziert. Schöne Bilder zeigen ein entsprechendes Idyll. Unterschiede vom kleinen, mittleren und großen Bauernhof werden beschrieben, auch der Arbeitsaufwand und wie ein Hof und dessen Wiesen für Tier und Frucht am besten umzäunt ist. Hecken und Zäune, der Anfertigung und Pflege, werden zum Detail des ersten Teiles dieses Buches.“Tiere halten” nimmt einen besonders großen Bereich des Buches ein. Bebildert ist dies ebenfalls. Die Vor- und Nachteile verschiedener Tierarten werden sorgfältig vorgestellt. Auch der wirtschaftliche Profit wird analysiert, denn der Bauer muss ja von seiner Viehzucht leben. Der Leser erfährt von den genügsamen Gänsearten bis alles über die zeitintensive Viehzucht. Kühe und Schweine sind die klassischen Tiere der Haltung, aber ebenso werden Bienen und Schafe beleuchtet. Von allen Tieren werden diverse Rassen mit ihren Vor- und Nachteilen vorgestellt. Bestes Beispiel sind die Kühe, ob sie als Fleisch- oder Milchproduzent dienen sollen. “Früchte der Erde” und “Früchte des Feldes” beleuchten die Vielfalt an Gemüse, Obst und Kräutern. Natürlich ist es damit nicht getan, denn die Vorarbeit, durch Kompost und Dünger den Boden optimal fruchtbar zu machen ist auch von Basiswissen geprägt. Fruchtfolgen auf einem Areal sind ebenso wichtig, um den Boden nicht einseitig auszulaugen.“Die Zukunft planen” betrachtet den Hof unter wirtschaftlichen Aspekten. Welches Gerät wird benötigt, welche Traktoren, wie wird der Hof kostentechnisch kalkuliert ? Auch “nicht-technische” Helfer, jene Pferde die anstelle eines Traktors einen Pflug ziehen können oder zu Transport eingesetzt werden können, um entsprechende Fahrzeuge zu ziehen, werden besprochen. Das Pferd als Arbeitstier gehört sicher eher der Vergangenheit an und ist heutzutage, durch Kaltblüter, sicher nur noch in der Waldwirtschaft sinnvoll, wo Fahrzeuge keinen Zugang mehr haben. Für den Gaumen findet das Buch mit “Häusliche Genüsse” ein wunderbares Finale. Alle Produkte, die selbst hergestellt oder produziert wurden, können zur Selbstversorgung verarbeitet werden. Brot backen, Getreidespeisen und die Herstellung von Käse werden allgemein, aber auch anhand von Rezepturen beschrieben. Gleiches gilt für die Verarbeitung von Schinken und Speck oder Würsten. Wie geräuchert wird, erfährt der Laie ebenfalls. @@@ SINN UND UNSINN @@@ Offen gestanden, ich liebe dieses Buch. Aber der Autor, über den nicht viel zu erfahren ist, hat kein echtes Fachbuch abgeliefert, sondern der Verlag und er spekulieren auf den Traum vom Landleben, den viele Menschen mit sich tragen, wenn sie am Wochenende von der Stadt Erholung durch Ausflüge auf das Land suchen.Liest man dieses Buch, oder blättert man es alle Jahre wieder mal durch, dann wirkt alles so “Friede, Freude und Eierkuchen”. Wer dieses Buch liest, wird am liebsten sofort Bauer werden, weil es ja ein lockerer Job ist. Sorry, das wird assoziiert und dient dem Idealisten wenig. Denn - fern von Massentierhaltung und automatisierter Großlandwirtschaft - ist der Berufsstand des Landwirts ein verdammt harter Job mit einem recht kargen Lohn, der immer wieder besorgt warten muss, ob Subventionen für artgerechte Haltung ihn vor dem Ruin retten. Oder ob die, die Tiere wie Ware züchten und halten, mal wieder den Bärenanteil aus EU-Finanztöpfen erhält... So gesehen, vermittelt dieses wunderschöne Buch nur eine Illusion. Hinreissend sind die Fotos, die hochwertig und teils ganzseitig sind. Aber auch wenn dieser Bildband nahezu nur die Sonnenseiten vom Landleben darstellt und sich doch recht fern von der Realität hält, wenn es um Bewirtschaftung und Wirtschaftlichkeit geht, mag ich dieses Buch sehr gerne, denn der eine oder andere kleine Traum kann sich durchaus realisieren. Nichts spricht dagegen, ein kleines Terrain vorausgesetzt, ein paar Gänse oder Hühner zu halten, ein Beet mit Gemüse oder Obstsorten zu bewirtschaften. Gelungen sind indes die Tipps, worauf bei diversen Tierarten beim Bau von Ställen und Gehegen zu achten ist. Zum entsprechenden Tier sollte sich noch konkretere Fachliteratur hinzugezogen werden, aber dieser Bildband weist sehr sinnvoll auf Besonderheiten hin.Diesen Bildband möchte ich denen empfehlen, die offen für ein Landleben sind und trotzdem nicht der Illusion verfallen, es sei alles so leicht und selbstverständlich. JL
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20.10.2004 10:02
... wenns nen Kochbuch wäre... grinsfrech
20.10.2004 00:33
Ich bin auf dem Lande groß geworden, da liebt man das Land und Tiere, ein schöner Bericht. Gruß Anne
19.10.2004 22:20
Ne "echte" ente würde ich mir nicht unbedingt anschaffen, aber der Bericht ist klasse. GLG Andrea