Hochspannung im Umfeld Internet und Hochfinanz
22. Jul 2001
Pro:
spannend und flüssig geschrieben
Kontra:
nicht ganz so gut wie sein Erstlingswerk
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau:
Unterhaltungswert:
Spannung:
Humor:
Aufmachung:
mehr
 Emty
Über sich:
Aktuelles 29.09 :
Nach 2 Wochen London-Urlaub wieder zurück; es werden in nächster Zeit einige...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 87 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nachdem ich „Absolut power“, den ersten Roman von David Baldacci sehr gut fand, war ich gespannt, ob er diese Niveau auch in seinem zweiten Buch aufrecht erhalten kann. Nachdem sich „Absolut power“ im Umfeld des Weißen Hauses und des Präsidenten spielte, hat er in „Das Labyrith. Total control“ die Handlung in einem Umfeld aus Internet-Unternehmen, der Hochfinanz und der Juristerei angesiedelt. Handlung:
Sidney Archer ist eine Top-Anwältin in einer Kanzlei für Firmenrecht, die gerade den Kauf eines Internet-Unternehmens durch ein anderes anbahnt. Ihr Mann ist im mittleren Management des kaufenden Unternehmens. Eine typische erfolgreiche Yuppie-Ehe, mit einer kleinen Tochter. Doch dann stürzt das Flugzeug, mit dem Jason angeblich zu einem geheimen Bewerbungsgespräch fliegen wollte und in dem auch der Präsident der amerikanischen Zentralbank war, ab. Im Laufe der Handlung stellt sich heraus, dass das Flugzeug sabotiert wurde, Jason anscheinend doch nicht an Board war und er scheinbar auch
noch geheime Firmenpapiere an die größte Konkurrenz beim Kauf des Internet-Unternehmens geliefert hat. Die Welt um Sidney Archer scheint immer mehr zusammenzubrechen. Mehr als diesen „Anreißer“ will ich hier gar nicht schreiben, da ein Thriller ja aufgrund seiner Spannung wirken soll.
Die Story wird sowohl aus der Sicht Sidney Archers, als auch ihres Mannes und des ermittelnden FBI-Beamten Saywer erzählt. Mein Eindruck:
Wiederum ist es David Baldacci gelungen, einen Thriller zu schreiben, der mit überraschenden Wendungen, spannender Action und detailreicher Kenntnis des beschriebenen Umfelds aufwarten kann. Was aus meiner Sicht das Wichtigste ist und für mich einen guten Thriller ausmacht, ist die Tatsache, dass man nicht nach 50 Seiten schon mehr oder weniger weiß, wie es ausgeht und wer die „Guten“ und wer die „Bösen“ sind. Immer wieder schwenkt die Handlung plötzlich in eine völlig neue Richtung und Handlungsfäden aus den ersten Seiten, die man schon längst vergessen hat, werden wieder wichtig. Die Personen werden relativ glaubhaft dargestellt, so dass man deren Handeln nachvollziehen kann. An einigen Stellen gegen Ende des Buches gibt es zwar meiner Ansicht nach einige kleinere „Ausreißer“ von dieser Regel, die aber den Gesamteindruck nicht allzu sehr trügen. Ich will ja die Spannung nicht nehmen, daher nur so viel. Etwas Schießtrainig in der Jugend macht noch keine „Rambo“. Die Einblicke in die Bereiche zukünftige Internet-Technologie und die Konkurrenz der Unternehmen, um diese neuen Technologien zu erlangen, ist gut beschrieben, wenn auch nicht allzu tiefgehend. Auch die Verknüpfungen des Finanzsektors werden gut dargestellt. Natürlich kann man nicht erwarten, dass hier bis ins Detail erklärt wird, denn es handelt sich ja um einen Roman, der solche Infos hauptsächlich dazu benutzt, eine Handlung aufzubauen J Aber die Einblicke und Gedanken, in wie weit moderne Technologie in den falschen Händen gefährlich sein kann, sind recht interessant.
Ähnlich wie bei Grisham kann man bei den Romanen Baldacci natürlich nicht leugnen, dass sie in gewisser Hinsicht immer auch schon so ausgelegt sind, dass man auch ein gutes Film-Drehbuch daraus machen kann. Aber im Gegensatz zu Werken wie z.B. Crichtons „Timeline“, hat „Total control“ immer noch den Aufbau und die Struktur eines Romanes und nicht die „Momentausnahmen“, in denen man quasi schon den Film sieht, die aber die Ausgestaltung der Charaktere kaum möglich macht. Insgesamt betrachtet ist „Total control“ aber wieder ein spannendes und gut zu lesender Thriller, der zwar nicht ganz an „Abolut power“ heranreicht, aber doch klar in der „Oberliga“ mitspielt.
P.S. Wieder einmal die Anmerkung, dass ich das englische Original gelesen habe und es daher eventuell kleinere Abweichungen bei Bezeichungen geben kann. Und vielleicht ist dies auch im Zusammenhang mit dem Stil wichtig. Denn ich habe mittlerweile von Leuten, die das Buch auf Deutsch gelesen haben, gehört, dass die Übersetzung etwas abgehakt sein soll.
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02.11.2002 15:57
Guter Bericht, kann mir aber unter deinem Begriff Abgehakte Übersetzung" absolut nichts vorstellen. Klärst du mich auf? CU, mima
17.11.2001 02:41
Guter Kommentar, ich habe das Buch auch nur auf Englisch gelesen und habe fuer meinen Kommentar mit dem selben Problem zu kaempfen. Wenn Du gerne Buecher auf Englisch liest, probier mal "The Winner", auch von Baldacci. Schau doch mal vorbei, Gruesse, Bernd.
06.08.2001 20:30
Grisham gefällt mir eigentlich nicht so gut, weil seine romane zu leicht durchschaubar sind. aber dieser roman hört sich sehr interessant an. werd ihn mir vormerken.