Im gut recherchierten Labyrinth der Klischees
17. Feb 2004
Pro:
Spannend, viele gut recherchierte Details aus Computertechnik, Bankenwesen und Flugzeugsabotage
Kontra:
Die Charaktere sind ziemlich klischeehaft dargestellt
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau:
Unterhaltungswert:
Spannung:
Humor:
Aufmachung:
mehr
 luckynina
Über sich:
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Erfahrungsberichte:66
Vertrauende:19
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 92 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Als Lese-junkie bin ich nicht nur auf amazon.de Stammgast, sondern auch in unserer Bücherei, was meinen Geldbeutel immer wieder ein wenig entlastet. Ein Jahr lang Bücher ausborgen, soviel man will für ca. 20€ - was will man mehr! Kürzlich zog mich dort die Abteilung „Thriller“ magisch an, und eh ich mich’s versah, hatte ich 10 Bücher ausgeliehen, eines davon „Das Labyrinth“ von David Baldacci. Warum ich beim nächsten Besuch in der Bücherei sicher wieder einen Roman von Baldacci mitnehmen werde, das lest selbst… ° Inhalt
Jason Archer ist tot, soviel steht fest, denn er war an Bord des Fluges 3223 der Western Airlines von Washington nach L.A. Davon ist zumindest seine verzweifelte Frau Sidney überzeugt, als sie an der Absturzstelle in Virginia, die ein einziger großer Krater ist, die Tasche mit seinen Initialen entdeckt. Als sich der Flugzeugabsturz als raffinierter Anschlag herausstellt, und da sich an Bord der Maschine der Präsident des
amerikanischen Zentralbankrates befand, wird das FBI eingeschalten. Lee Sawyer übernimmt den Fall und entdeckt kurze Zeit einige Ungereimtheiten. Wie kann ein Toter seine Frau anrufen, und wieso erhält Sidney mysteriöse verschlüsselte Mails von ihrem „verunglückten“ Mann? Triton Global, für die Jason gearbeitet hatte, und für die auch Sidney als Wirtschaftsanwältin arbeitet, ist gerade dabei, den größten Coup seit Bestehen der Firma zu machen, nämlich die Übernahme von CyberCom, die ein revolutionäres Internetprogramm entwickelt hatten. Dass hier nicht alles mit rechten Dingen zuging, findet Sidney bald heraus. Spionierte Jason für das FBI oder vollführte er Betriebsspionage für die Gegenseite? Um ihren Mann, der bald als Drahtzieher des Flugzeuganschlags national gesucht wird, zu rehabilitieren, begibt sich Sidney auf eine lebensgefährliche Suche nach Beweisen und bringt dabei sich und ihre kleine Tochter wiederholt in Lebensgefahr, und die zarte Anwältin erweist als taffe Powerfrau, die für ihre Familie zu Töten bereit ist…
° Autor David Baldacci wurde 1960 in Virginia geboren und arbeitete 9 Jahre als Anwalt, bevor er zu schreiben begann. Sein Roman „Absolute Power“ ("Der Präsident") wurde mit Clint Eastwood erfolgreich verfilmt, und auch seine weiteren Romane wurden Bestseller: „Die Versuchung“, „Das Geschenk“, „Die Wahrheit“, „Der Abgrund“, „Das Versprechen“.
° Bemerkungen Anfangs fand ich den Thriller noch nicht so spannend, die Handlung plätscherte gemütlich dahin, aber nach der Mitte des Romans konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Mich faszinierte vor allem, wie exzellent recherchiert der Thriller ist. Baldacci scheint sich nicht auf dem Gebiet der Finanzwelt, insbesondere was die Bundeszentralbank der USA betrifft, bestens auszukennen, sondern ist auch in Onkologie (Krebsheilkunde) bewandert, kennt sich mit dem Flughafenbetrieb und Düsenjets aus, dem FBI und dem Internet… nicht umsonst dankt der Autor eingangs seinen Rechercheuren und Informanten!
Allerdings stören mich die doch häufig vorkommenden Klischees. Die Heldin Sidney ist natürlich blond, hat eine atemberaubende Figur und ist unglaublich hübsch. Ein wenig zu oft wird ihr weiches, wunderbares Haar beschrieben, das in sanften Wellen über ihre Schultern fällt… derartige abgedroschene Bilder und Stereotypen rufen bei mir immer wieder leichten Unmut bis Ekel hervor. Auch der FBI-Agent strotzt nur vor Klischees: er ist zwar ein hartgesottener Typ mit harter Schale, aber weichem Kern, der sich gern mehr Zeit für seine Kinder nehmen würde und sich sofort in Sidney verliebt und sie nur noch vor all dem Bösen beschützen will. Dafür gibt’s einen Stern Abzug. Da die Story aber wirklich unglaublich gut recherchiert ist (natürlich ist sie computertechnisch nicht auf dem letzten Stand, da der Roman ja vor 7 Jahren erstmals erschien – es geht ständig um eine Dreieinhalb- Zoll-Diskette, wo heute jeder eine CD verwenden würde), da die Geschichte auch wirklich spannend ist (ich hatte erst ungefähr 5 Seiten, bevor alles aufgelöst wurde, eine Ahnung, wer der Bösewicht sein könnte) und aufgrund des fehlenden Happy-Ends (was so gar nicht zu den Klischees passt) vergebe ich immerhin 4 Sterne für ein paar wirklich unterhaltsame (nächtliche) Lesestunden!
Originaltitel „Total Control“, erstmals erschienen 1997 638 Seiten ISBN 340425919x Gesehen um 7,-- € bei amazon.de
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18.06.2004 23:51
Ich fand das Buch stellenweise langweilig, außerdem hatte ich so auf ein Happy-End am Schluß gehofft und war enttäuscht. LG, Silvi.
12.04.2004 10:18
Du schreibst "Sein Roman „Absolute Power“ wurde mit Clint Eastwood erfolgreich verfilmt, und auch seine weiteren Romane wurden Bestseller: „Die Versuchung“, „Das Geschenk“, „Die Wahrheit“, „Der Abgrund“, „Der Präsident“ ... meines Wissens sind Absolute Power und Der Präsident identisch ?
24.02.2004 13:32
Habe ich auch schon gelesen, ist wirklich spannend. Lg keks500