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Hallo liebe LeserInnen!
In der letzten Zeit habe ich einige Bücher nacheinander gelesen, wo es sich um verschiedene Verschwörungstheorien handelt, und seltsamerweise beinhalten alle diese Bücher das Wort „Komplott“ in ihrem Titel. Eins von diesen Büchern möchte ich euch heute vorstellen: „Das München-Komplott“ von Wolfgang Schorlau
Eine Mordserie an ehemaligen NATO-Generalen schockiert die Öffentlichkeit. Kann es sein, dass staatliche Stellen in Deutschland und im Ausland zielgerichtet Terrorakte und politische Morde verüben? Im November 2009 wird in dem exklusiven New Yorker Harvard Club der pensionierte deutsche Vier-Sterne-General Klaus Naubert erschossen. Der Täter entkommt unerkannt. Ein Verrückter, heißt es in der Öffentlichkeit, dieser Mord habe keinen Sinn. Die Leitung des Bundeskriminalamtes ist sich nicht so sicher. Sie bittet ihren früheren Spitzenermittler Georg Dengler um Mithilfe. Dengler entdeckt eine heiße Spur: Kann es sein, dass Naubert und höchste deutsche Regierungsstellen in das Attentat während des Oktoberfestes 1980 verwickelt waren? Damals starben 13 Menschen, und den offiziellen Ermittlungen zufolge war ein isolierter Einzeltäter dafür verantwortlich. Wurden damals systematisch Spuren verwischt? Werden nun die letzten Mitwisser dieses Verbrechens beseitigt? Zwei weitere NATO-Generale werden getötet. Plötzlich wird auch dem BKA dieser Fall zu gefährlich. Doch Dengler ermittelt auf eigene Faust weiter... In seinem neuen Roman entwickelt Wolfgang Schorlau aus realen Geschehnissen eine Geschichte, die vom Kalten Krieg bis in unsere Zeit reicht und den Leser bis zur letzten Seite in Atem hält.
Leseprobe
Eine kurze Leseprobe, die allerdings nicht die besten Seiten von Schorlaus Werk umfasst, findet man hier: http://www.vorablesen.de/files/leseproben/Schorlau_M-Komplott_LP.pdf
Über den Autor
Wolfgang Schorlau, geboren 1951, war Manager in der Computerindustrie. Im Alter von 50 Jahren erfüllte er sich seinen Traum vom Schriftsteller. Er lebt und arbeitet heute als freier Autor in Stuttgart. 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Held von Schorlaus Kriminalromanen ist Georg Dengler, ein ehemaliger BKA-Ermittler, der sich als Privatermittler selbstständig macht.
Bisher sind fünf Romane dieser Serie erschienen:
Die blaue Liste: Denglers erster Fall
Das dunkle Schweigen: Denglers zweiter Fall
Fremde Wasser: Denglers dritter Fall
Brennende Kälte: Denglers vierter Fall
Das München-Komplott: Denglers fünfter Fall
In einem Nachwort namens Finden und Erfinden erläutert der Autor stets die realen Hintergründe seiner Geschichten.
Meine Meinung
Georg Dengler, früher ein Polizeibeamter und heute ein Privatdetektiv, bekommt von dem Bundeskriminalamt einen Auftrag, den vor 30 Jahren am Oktoberfest verübten Bombenanschlag neu zu überprüfen. Damals wurden die Ermittlungen schnell abgeschlossen, es handelte sich angeblich um einen Einzeltäter und der wurde gleich am Tatort tot aufgefunden. Das größte Verbrechen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland verschwand fast unbemerkt aus der öffentlichen Wahrnehmung und Erinnerung. Was ist der Grund, der Fall heute neu aufzurollen? Wie gefährlich kann die Nachforschung für Dengler und auch für seine Freunde sein?
Das ist schon der fünfte Fall des Privatermittlers Dengler, allerdings mein erster Fall von ihm. Der Autor Wolfgang Schorlau war mir bisher völlig unbekannt. Desto größer war mein Interesse, sein Buch „Das München-Komplott“ nach der Leseprobe vollständig zu lesen. Und meine Erwartungen wurden erfüllt. Das ist ein spannender Polit-Thriller, der sich sehr kurzatmig lesen lässt. Die Handlung entwickelt sich rasch, die kurzen Abschnitte, die jeweils aus einer anderen Perspektive geschrieben sind, versprechen keine Langeweile und so ist es tatsächlich. Die Spannung hält bis zur letzten Seite an. Der Stil ist flüssig, nicht trocken und trotzdem ohne Schönfärbereien, die Sprache eher einfach und nicht mit den Spezialbegriffen überlastet. Alle Personen sind sehr lebendig dargestellt, manche ganz humorvoll.
Die Fakten sprechen für sich. Alle Fäden ziehen sich nach oben. Alle werden von allen überwacht und verfolgt. Ob es wirklich so sein kann in unserem demokratischen Land? Dem Autor gelingt es, dem Leser klar zu machen, dass für die Geheimdienste nichts unmöglich ist. Dabei spielen die einzelnen Menschensschicksale keine Rolle, egal um wie viele es sich dabei handelt. Ob man daran glaubt oder nicht... Ich traue den Amerikanern alles zu. So könnten sie, ganz nach ihrem Plan, nicht nur die Neonazis zur Niederschlagung der Unruhen von Arbeitslosen einbeziehen, sondern auch diese Unruhen selbst organisieren :-( Welcher Arbeitslose kämpft heute freiwillig und ohne Motivation auf den Barrikaden? Der verrückte NATO-Plan scheint die Motivationen für alle Fälle parat zu haben. Und die notwendigen, gut ausgebildeten Leute auch. Das im Anhang befindende Field Manual 30-31 lässt einen Schauer über den Rücken laufen. Ob es wirklich existiert?
„Finden und Erfinden“ – was ist wahr in der Geschichte und was nur der Fantasie des Autors entsprungen? Ob es als eine Vorwarnung nehmen muss? Und ob man etwas dagegen unternehmen kann? Das Buch lädt zum Nachdenken ein. Mit der publizistischen Überzeugungskraft teilt uns der Autor seine Ansichten mit. Das macht das Buch noch aktueller. Die Finanzkrise, die Bundestagwahl 2009, Zitaten von heutigen Politikern oder deren skandalöse Entlarvungen, – der Roman spielt vor einem konkreten sozialpolitischen Hintergrund, gestützt auf reelle Fakten. Etwas unglaubwürdig fand ich die Szene des „Kampfes“ zwischen Dengler und Leitner. Obwohl die nach Denglers Maß gefertigte Puppe schon früher nicht umsonst im Plot erwähnt wurde, konnte ich doch kaum glauben, dass dieser Sherlock Holmes’ Trick (mit der Wachspuppe in „Das leere Haus“) von einem modernen Autor für sein gegenwärtiges Werk auch ernst genommen wird. Für mich war es ein bisschen komisch.
Auch nicht besonders gut fand ich die Idee, diesen „gerechten“ Rächer Merkle in die Handlung einzubauen. Wieder ein Einzeltäter, seine (auch nicht guten) Taten wären aber nicht so leicht zu verwirklichen, weil er über keine NATO-Macht und keine NATO-Mittel verfügt. Diese gerade Linie fand ich eher kindisch. Die Überschriften zu jedem kurzen Kapitel kommen mir einerseits überflüssig vor, andererseits sind sie zu simpel, wie z.B. „Dengler verzweifelt“, „Dengler stirbt“ oder „Charlotte sucht Jan“.
Fazit
Im Ganzen hat mir jedoch das Buch sehr gefallen und ich werde bestimmt alle vier frühere Denglers Fälle lesen und freue mich, wenn der Autor Wolfgang Schorlau ihn mit weiteren Ermittlungen beauftragt. Das Buch ist fesselnd und glaubhaft, aktuell und realitätsnah. Empfehlenswert für alle, die sich für Polit-Krimi interessieren. Ich vergebe dem Roman 4 Sterne.
Ich lese nicht so gerne Krimis, ob jetzt Mord oder Polit-Krimis. Aber du hast einem das Buch wirklich schmackhaft gemacht, so dass man mal eine (Lese-)Ausnahme machen könnte. LG Loewie
sozialen Realität. Hamburger AbendblattEine Mordserie an ehemaligen NATO-Generalen schockiert die Öffentlichkeit. Kann es sein, dass staatliche Stellen in Deutschland und...
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17.02.2010 13:57
Ich lese nicht so gerne Krimis, ob jetzt Mord oder Polit-Krimis. Aber du hast einem das Buch wirklich schmackhaft gemacht, so dass man mal eine (Lese-)Ausnahme machen könnte. LG Loewie
16.02.2010 01:36
Leider lese ich nicht so gerne mangels Zeit, bewundere aber Leute, welche gute Rezenionen schreiben können...LG von Joachim:-)
10.02.2010 21:05
Gut geschrieben.