Ich bin selbst Musiker und bin vor einer Weile auf dieses Buch gestoßen. Mein Onkel und mein Vater kennen den Verfasser des Buches persönlich und auch ich selbst hatte bereits die Ehre ihn kennenzulernen. Als ich begann das Buch zu lesen, stieß ich auf eine völlig andere Gedankenwelt - Eine die man, wenn man knapp 10 Jahre klassische Ausbildung am Klavier hinter sich hat, nie gesehen hat. Das Buch hat mir persönlich völlig neue Wege des Musizierens eröffnet. Ich habe endlich die Freude und das Glück wiedergefunden, Freiheit...
---------------------------------------------------- 2.) An wen wendet sich das Buch
Der Autor schreibt: an "Lehrer und Lernende, Anfänger wie Fortgeschrittene, an Spieler jeder Instrumentengattung sowie Vokalisten". Das auditive Training ist "Genre-Übergreifend", findet also in jeder Musikgattung Anwendung.
Für kleine Kinder ist das Buch wohl ehr zu empfehlen, wenn ein Lehrer eine kleine Einführung gibt. Das Kind sollte auch Lernbereit sein und Spaß haben, bzw. nicht zur Musik gezwungen werden! Ob ein Kind von 5-8 Jahren alleine den Sinn dieses Buches versteht und die Kraft dazu aufbringen kann selbstständig damit zu arbeiten, kann ich nicht einschätzen. Ich weiß nur von meinem Vater (ist Gitarrenlehrer) das einige wenige seiner kleineren Schüler sehr viel Freude mit dem Buch haben, was nicht zuletzt vielleicht daran liegt, dass auch einige Kinderlieder darin vorkommen und sie auf "Entdeckungsreise" geschickt werden.
Von Seite 1-35 gibt es eine ausführliche Einführung in das Buch. Der Verfasser stellt hier die alten vorgehensweisen des Musikunterrichtes vor und erklärt und verdeutlicht, wie unkreativ die heutigen Lehrmethoden sind. Ich werde ein kleines Beispiel aus dem Buch übernehmen. Und zwar geht es darum, dass er viele Workshops gemacht hat und mitunter das auditive Gehör der Teilnehmer getestet hat. Sie sollten einfach aus dem Stand auf der Gitarre die Melodie von Happy Birthday spielen. 1-2 von 20 waren dazu in der Lage! Und da saßen mitunter Lehrer und auch Berufsmusiker. Das sollte zu denken gaben.
Ab Seite 36 geht das eigentliche "Lehr"-Buch los. Es wird auf einer Seite kurz und knapp erklärt, wie das spielen nach den Ohren trainiert wird. Dann gibt es bis zum Ende des Buches nur noch Übungsmaterial. Es werden die 2 mitgelieferten CD's benutzt um sich an das spielen nach den Ohren zu gewöhnen. Manch einer wird sich sicherlich scheuen Melodien wie "Der Mond ist aufgegangen" zu spielen. Aber wer die Macht dieses Systems durchschaut hat, wird sich dieser Mühe nicht mehr scheuen. Zu jedem Lied gibt es die Noten, eine Beschreibung zu dem Lied, sowie den Tonumfang. Dies alles sollte jedoch nur im Notfall angewandt werden, weil es ja schließlich nicht ums spielen nach den Noten geht.
Ich selbst bin der Meinung, dass, wenn man es intensiv genug übt, das Ziel der Sache sein könnte:
"Ich bin in der Lage, Melodien und auch Akkordbegleitungen aus den Gedanken auf meinem Instrument umzusetzen, ohne Noten dafür zu benötigen oder (vorausgesetzt ich besitze das können auf dem Instrument) dafür üben zu müssen."
Individuell unterscheidet es sich sicher. Manch einer wird sagen: "Das schaff ich!" und ein anderer: "Ich glaub da fehlt mir Musikalität!" Und es ist wahrscheinlich auch in vielen Fällen so. Niemand kann also versichern, dass die Aussage, die ich ebend getroffen habe zutrifft. Dennoch halte ich persönlich daran fest und versuche mir so, meinen Weg durch die Musik zu bahnen und die Klassik, die strickt vorgeschriebene Musik, von mir zu weisen und zu spielen, was ICH fühle, was ICH denke. Das ist nämlich eigentlich das, was Musik wirklich ausmacht. Klassik ist für mich ein schlechter abklatsch der Gefühle anderer. (sorry an alle Klassiker, die ich damit verletze) Jedenfalls so lange, wie mir verboten wird, sie anders zu spielen.
Um soweit zu sein erstmals Erfolge erzielt zu haben, können Wochen vergehen. Um es zu "beherrschen" vielleicht sogar Monate und auch Jahre. Das hängt von der individuellen Persönlichkeit ab und auch wie Ernst man das nimmt. Das Gehör kann leider nicht von einem Tag auf den anderen auf einmal "hören" im Musikalischen Sinne. Aber der Aufwand lohnt sich. Ich spüre es am eigenen Leibe. In unserer Gegenwart hat Pöhlert das Buch übrigens selbst als "Sklavenbuch" bezeichnet. Er weiß also, was für mühselige Arbeit das ist ;)
Noch ein Paar letzte Worte aus dem Inhalt übernommen: "Eine Wiederbelebung traditionellen Hörens & der Notwendigkeit der Umwälzung des heutigen Hör(un)vermögens."
Da der Inhalt grenzenlos genial ist, kann das Design ja nur zu wünschen übrig lassen... Das Buch kommt in Pink daher, ist ziemlich schlicht Dargestellt. Auf der Vorderseite sieht man den Namen des Autoren und den Titel, sowie ein großes Ohr im Hintergrund, ein kleines im Vordergrund und ein paar Stichpunkte zum Inhalt:
"Neue" Wege der musikalischen Gehörbildung
Auditives Training & spielen nach Gehör
Ein Autodidaktischer Weg zu Komposition und Improvisation
Praktischer Lehrgang mit 2 CDs
Mir fällt gerade auf, dass das glatt eine Suchbegriffliste für google sein könnte :p
Auf der Rückseite des Buches findet man - wie sicherlich auch auf vielen anderen Büchern - die Meinung anderer zu dem Buch. Ein Name, der vielleicht dem einen oder anderen was sagen könnte ist wohl Simon Schott - der älteste Bar-Pianist in Deutschland (Münchner Hotel "Vier Jahreszeiten"), der beschreibt, dass er unbewusst genau nach diesem System als Kind das Klavier erforscht hat und sehr viel davon hält. Das Buch kommt im schlichten schwarz-weiß-Druck daher und beinhaltet eigentlich nicht ein Bild, bis das auf die Gedenkseite für seinen verstorbenen Adoptiv-Vater. Es gibt aber ein paar Grafiken zur Veranschaulichung.
Für mich ist das Buch eine Revolution des heutigen Musik daseins. Ich kann nur dazu aufrufen dieses System zu nutzen, zu fordern und wirken zu lassen. Es tut dieser Welt nur zu gut endlich etwas zu lernen, wo man hinterher nicht wie eine Maschine funktionieren muss und Anweisungen befolgt. Ein Vergleich noch zum Abschluss: Ab einem bestimmten Level kann man auf seinem Instrument "singen" wie mit der eigenen Stimme (wer nicht gut singen kann, sogar noch schöner ;) ).
"toller bericht", ach verdammt der schlechte scherz musste einfach sein :P aber mal im ernst: ehrlich nen super bericht, den ich auch so nachvollziehen kann, weil ich selbst gitarre spiele und weiß wie sehr das verleitet nach noten (manchmal sogar tabulatur, is einfach pervers leicht), statt nach gehör zu spielen...gut is auch leichter , aber ich denke es macht nach dem eigenen gehör und gefühl eifnach mehr spaß! also von daher: toller bericht ;-) lg jochen
Klasse - das Buch werde ich mir auf alle Fälle zulegen! :-) Ich habe auch 10 Jahre klassische Klavierausbildung hinter mich gebracht, und dies - wer hätte es anders erwartet - auf die "herkömmliche" Art. Hätte ich das Buch schon damals gehabt, hätte mir das Spielen sicher noch viel mehr Spaß gemacht. :-) Viele Grüße, Almut
Kartoniert (TB), DeutschDas Buch entstand aus der Erkenntnis heraus, dass im theoretischen wie im praktischen Musikunterricht dem ursprünglich wichtigsten Faktor der Musi...
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28.09.2008 12:04
Super Bericht. Bin immer auf der Suche nach was neuem. Ich werde mir dieses Buch mal zulegen müssen. LG.
17.05.2005 22:44
"toller bericht", ach verdammt der schlechte scherz musste einfach sein :P aber mal im ernst: ehrlich nen super bericht, den ich auch so nachvollziehen kann, weil ich selbst gitarre spiele und weiß wie sehr das verleitet nach noten (manchmal sogar tabulatur, is einfach pervers leicht), statt nach gehör zu spielen...gut is auch leichter , aber ich denke es macht nach dem eigenen gehör und gefühl eifnach mehr spaß! also von daher: toller bericht ;-) lg jochen
17.05.2005 21:46
Klasse - das Buch werde ich mir auf alle Fälle zulegen! :-) Ich habe auch 10 Jahre klassische Klavierausbildung hinter mich gebracht, und dies - wer hätte es anders erwartet - auf die "herkömmliche" Art. Hätte ich das Buch schon damals gehabt, hätte mir das Spielen sicher noch viel mehr Spaß gemacht. :-) Viele Grüße, Almut