Das Schwalbennest

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Das Schwalbennest

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Erfahrungsbericht über "Das Schwalbennest"

veröffentlicht 15.03.2005 | traxxdata
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Erfahrungsberichte : 360
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Über sich :
Gut
Pro ich fühlte mich unterhalten
Kontra mir wird die Stadt, Region zu "schwarz" dargestellt
sehr hilfreich

"So sehe ich "Das Schwalbennest""

Hallo,

heute möchte ich einen Bericht über einen Film schreib, den das ZDF produziert hat. Nun klar sicher war von vorn herein nicht mit Action oder Stunts zu rechnen, aber trotzdem habe ich eine besondere Bindung zu dem Film. Der Film spielt nämlich genau in der Gegend, wo ich einen Großteil meiner Jugend verbracht habe und wo ich groß geworden bin, sozusagen meine Heimat. Der Film den ich meine nennt sich

||| Das Schwalbennest |||

Ich gebe zu ich wusste von der Produktion des Filmes in Eisenhüttenstadt und ich habe mich auch wirklich auf die Ausstrahlung gefreut, eben weil ich meine Heimatstadt mal im Fernsehen sehen konnte und das nicht nur bei Streiks oder irgendwelchen Rationalisierungsmaßnahmen. Aber was war der Inhalt des Filmes?

||| Der Inhalt |||
Der arbeitslose Armin Stützler, der bei den reichlichen Rationalisierungsmaßnahmen aus dem Stahlwerk gekündigt wurde und seine Ehefrau Rita schlagen sich so durchs Leben und dabei geht es in der Ehe nicht mehr so gut. Armin konnte sich zwar von seiner Abfindung ein Taxi kaufen, aber wo soll das Geld denn herkommen, alle seine Freunde sind auch arbeitslos und eine Touristengegend ist das nun ehrlich nicht. Rita verdient ihre Brötchen in einem Sexartikelversand. Die Ehe blieb kinderlos und das scheint auch der Grund für die Krise zu sein.

Armin hängt also mehr oder weniger mit seinen arbeitslosen Freunden rum, die früher alle mal seine Kollegen waren. Eines Tages passiert es dann, Armin fährt mit zwei Unternehmensberatern nach Polen um dort das horizontale Gewerbe zu besuchen. Bei einem Gespräch erwähnen die beiden, das es sich um eine Marktlücke handeln würde, das es kein solches Geschäft auf der deutschen Seite geben würde. Da war die Idee auch schon geboren. Mit zwei Freunden geht es also ins Erotikgeschäft.

Das wären dann zum ersten der ebenfalls arbeitslose Sprengmeister Harry Jeschke genannt „Bomber“ und zum zweiten der letzte Lehrling von Armin mit dem Namen Ronny. Ronny ist nicht gerade glücklich und nach dem Tod seiner Eltern geht es mit ihm und seinem übergroßen Haus auch nur noch bergab. Bomber wohnt auf einem Gelände im Wohnwagen und so wirklich gut geht es ihm auch nicht. So sind sich alle drei schnell einig, das sie etwas tun müssen, um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Das Haus wird mit geborgtem Geld in ein Bordell umgewandelt. Das selbst gebraute Bier von Bomber dient zunächst als Getränk des Hauses neben dem üblichen Sekt. Das Personal bilden 3 russische Frauen, die für alles bereit sind, ihre Namen Vera, Ljuba und Nadjeshda

Nach den ganzen Vorbereitungen wird der Laden dann mit dem Namen „Das Schwalbennest - Erotikbar mit Niveau“ eröffnet. Der erste Abend allerdings war das reine Fiasko. Die einzigen Gäste waren die arbeitslosen Freunde und mit denen kann man kein Geld verdienen. Nach einer Werbeaktion kommen dann auch die zahlungskräftigen Gäste, aber die wollen eben nicht nur trinken. Schnell bemerken die Frauen, aber auch die Männer, dass sie für dieses Geschäft nicht geboren sind. Nun taucht aber der Berliner Zuhälter Nestor, von dem die drei sich Geld geliehen haben, und will das natürlich wieder haben. Als dann das Personal, also in dem Falle Nadjeshda von dem Zuhälter als „Insolvenzmasse“ entführt wird, halten alle wieder zusammen und erledigen das auf ihre Art …

Das Ende gleicht dann einem Märchen, aber mehr will ich an dieser Stelle nicht sagen.

||| Die Schauspieler |||
Ich möchte nicht zu jedem etwas sagen, aber ich bin der Meinung, dass die Darsteller schon eine gute Arbeit machten. Besonders Armin gespielt von Wolfgang Stumpf hat sich natürlich wieder durch seinen Charme und seine freundliche Art hervorgetan. Für den Rest muss es einfach reichen, dass auch die mir in den Rollen gefallen haben.

In den Rollen:
Armin Stützler - Wolfgang Stumph
Bomber - Jörg Schüttauf
Rita Stützler - Ulrike Krumbiegel
Ronny Höpfner - Antonio Wannek
Vera - Janina Lissovskaia
Ljuba - Malina Ebert
Nadjeshda - Dorka Gryllus
Bärbel - Steffi Kühnert
Sergej Chlejbnikow - Merab Ninidze
Nestor - Ernst Stötzner

||| Meine Meinung |||
Wie eingangs schon gesagt hatte ich mich wirklich auf diesen Film gefreut und ich hab ihn sicherlich kritischer betrachtet als der normale Zuschauer. Gut ich gebe zu das er schon nah an der Realität war, aber doch irgendwo zum Stilmittel der Übertreibung gegriffen hat. So sieht man zwar immer wieder Bilder von der Stadt, doch das an Stellen, die wahrlich nicht schön sind. Klar es gibt genau diese Stellen in der Stadt nun wirklich, aber eben nicht nur und welche Stadt hat nicht ihre Dreckecken. Auch sieht man wirklich nirgends irgendwelche Menschen, außer eben die Schauspieler. Was ich eben sagen möchte, in meinen Augen wurde die Stadt als zu trostlos hingestellt, was sie in Ansätzen auch wirklich ist, aber eben nicht in der Art. Die Kulisse des Hauses, das dann als „Bordell“ diente lag nach meiner Meinung noch nicht einmal in der Stadt und auch der Grenzübergang von Eisenhüttenstadt existiert nur auf dem Papier. Ausgeweicht wurde dann auf die Stadtbrücke von Frankfurt / Oder und das ist wirklich ein Grenzübergang. Ein weiterer Punkt der mir sehr übel ausgestoßen ist, war die Tatsache, das zum Beispiel die Frauen an einem Bahnhof namens „Eisenhüttenstadt Süd“ abgeholt wurden, den es definitiv nicht gibt. Das mögen zwar alles verzeihliche Fehler sein, aber das nur für einen der nicht in der Stadt gelebt hat und dann den Weg in die Welt genommen hat. Besonders schade fand ich das eben in keinster Weise etwa der Altstadtkern vom Stadtteil Fürstenberg gezeigt wurde oder auch die vorhandenen Parkanlagen keine Erwähnung fanden. Ich sehe zwar ein, es wäre nicht einfach gewesen das in einen solchen Film einzubauen, aber ich hätte es mir schon allein um die Stadt willen gewünscht. Was entsteht denn jetzt für ein Eindruck von der Stahlstadt? Leben da zwischen verfallenen Häusern nur Arbeitslose? Oder arbeiten nur die Frauen in einem Sexartikelversand? Nein das ist eben nicht so, obwohl ich nicht weiß, ob es diesen Versand nicht wirklich gibt. Was ich damit sagen möchte das ZDF hat eigentlich kläglich versagt, bei der Darstellung der ganzen Umgebung. Jetzt mag wieder jemand kommen und sagen, der lebt da und will sowas natürlich nicht sehen, aber nein ich lebe schon seit Jahren nicht mehr in der Stadt und bin nur des öfteren Besucher und sehe das auch mit ein wenig Abstand.

Ich möchte den Film nicht ins kleinste Detail schlecht reden, nein ich fühlte mich wirklich gut unterhalten, aber eben diese Punkte störten mich extrem an der ganzen Produktion. Positiv ist natürlich das man diese wirklich unterentwickelte Region dadurch wieder ins Gespräch gebracht hat, aber leider eben auf eine Weise, die nicht der Wahrheit entspricht. Es gibt das Stahlwerk noch und das ist auch noch immer der Motor der Region. Man hört zwar immer wieder, das nur noch wenige dort arbeit haben, aber genau die sind es die auch die ganze Region versorgen und sei es nur mit Zahlungskräftigkeit. Genau das wurde nämlich auch nicht erwähnt.

||| Fazit |||
Abgesehen von der mit zu „dunklen“ Darstellung der Stadt und der Region, kann ich also den Film des ZDF doch empfehlen, doch ich bitte darum, falls er noch einmal ausgestrahlt wird, ihn ein wenig kritischer zu betrachten und nicht die dort verbreiteten Vorurteile zu unbetrachtet aufzunehmen.

mfg
traxxdata


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • BlackLadi veröffentlicht 18.03.2005
    Davon hab ich ja noch nie was gehört.. Gruß Tina
  • Psycha veröffentlicht 18.03.2005
    freu mich auch immer, wenn ich leipzig mal im fernsehn sehe:-) das is irgendwie toll, sehr schöner bericht
  • marti22 veröffentlicht 18.03.2005
    Ich hab den noch nicht einmal gesehen und soll ihn beim zweiten Mal kritischer anschauen??? Das muss ich aber mal gleich ändern ....... LG
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