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Das Tagebuch der Anne Frank / Anne Frank

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Das Tagebuch der Anne Frank

3  16.02.2013

Pro:
Die Idee an sich, Tagebuch zu schreiben, damit das Wissen, die Eindrücke nicht verloren gehen

Kontra:
Durch zahlreiche Überarbeitung, einschließlich jener von Anne selbst, verfälscht

Empfehlenswert: Ja 

AndreaMimi

Über sich: Ich bedanke mich auf diesem Weg herzlichst bei allen Leser/innen. 13.04. 2014 (17:35) : 1 neuer Be...

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Anne Frank - Tagebuch: (Bericht geschrieben am 16. Februar 2013)

Das Tagebuch der Anne Frank. Eigentlich „nur“ ein Tagebuch eines Kindes, eines jungen Mädchens, so scheint es auf den ersten Blick. Doch dieser täuscht und wie. Anne schildert zunächst ihr alltägliches Leben, muss jedoch Anfang Juli 1942, nur wenige Wochen nach ihrem 13. Geburtstag ins Hinterhaus untertauchen, gemeinsam mit ihren Eltern Otto und Edith Frank, sowie ihrer Schwester Margot.

Die mir vorliegende Ausgabe ist im Fischer Taschenbuchverlag, im Jahr 1996, erschienen, herausgegeben von Mirjam Pressler, und umfasst, 317 Seiten.

Die Vorderseite zeigt Anne Frank, ein wenig schüchtern in die Kamera lächelnd, auf der Rückseite befinden sich weitere Informationen:
„Das Tagebuch der Anne Frank ist Symbol und Dokument zugleich, Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nazi-Verbrecher und Dokument der Lebenswelt einer einzigartig begabten jungen Schriftstellerin.“

Personen:

Anne Frank (1929-1945), geboren in Frankfurt am Main, wandert 1933 mit ihren Eltern und ihrer Schwester in die Niederlande aus, schreibt gerne Tagebuch, trifft sich oft mit ihren Freundinnen, hält sich dennoch für einsam, fühlt sich später im Hinterhaus wie ein eingesperrter Vogel.

Margot Frank (1926-1945), Schwester von Anne, eher ruhig und still, die beste in der Schule, lebt auch im Hinterhaus eher zurückgezogen, führt auch ein Tagebuch, welches jedoch nicht erhalten geblieben ist.

Edith Frank (1900-1945), Mutter von Anne und Margot, stirbt 1945 noch nicht ganz 45 Jahre alt in Auschwitz an Hunger und Erschöpfung. Anne steht ihrer Mutter zeitlebens kritisch gegenüber, wie die Einträge im Tagebuch beweisen.

Otto Frank (1889-1990), Vater von Anne und Margot, überlebt als einziger den Zweiten Weltkrieg, bringt Annes Tagebuch heraus, lebt später mit seiner zweiten Frau und deren Tochter zurückgezogen in der Schweiz.

Auguste van Pels (1890-1945), verheiratet mit Hermann, Mutter von Peter, aufbrausend, kokett, geschwätzig, doch durchaus zu Kompromissen bereit.

Hermann van Pels (1889-1944), verheiratet mit Auguste, Vater von Peter, nervös, unruhig, starker Raucher, stammt ursprünglich aus Osnabrück, wandert später mit seiner Familie in die Niederlande aus, wird 1944, kurz nach der Verhaftung in Auschwitz vergast.

Peter van Pels (1926-1945), Sohn von Auguste und Hermann, eher ruhig und still, tischlert gerne, bringt seinen Kater Mouschi ins Hinterhaus mit, stirbt 1945, wenige Tage vor Kriegsende, bei den Todesmärschen in Mauthausen.

Überblick:

Zu ihrem 13. Geburtstag erhält Anne ein Tagebuch (eigentlich ein rot-weiß-kariertes Poesiealbum), in welches sie alle ihre Erlebnisse einträgt. Zunächst handeln die Einträge vorwiegend von Erlebnissen in der Schule, im Umfeld zu Hause etc. Am 05. Juli 1942 ändert sich das sorglose Leben von Anne. Da sie dem jüdischen Glauben angehört, muss sie untertauchen, um nicht von den Nazis gefunden zu werden. Im Gegensatz zu ihrer Mutter und ihrer Schwester, die beide sichtlich unter Schock stehen, packt Anne tatkräftig mit an, indem sie ihrem Vater beim Einrichten des Hinterhauses hilft. Das Hinterhaus selbst befindet sich in den rückwärtigen Räumen eines großen Bürogebäudes. Kaum jemand weiß Bescheid, dass sich im Hinterhaus eine ganze Familie versteckt. Eingeweiht sind lediglich vier Helfer: Miep Gies, Bep (eigentlich: Elisabeth) Voskuji, Johannes Kleiman und Viktor Kugler. Später kommen noch weitere Mitbewohner dazu: Hermann und Auguste van Pels, deren Sohn Peter; sowie der Zahnarzt Fritz Pfeffer.

Anne schildert den Alltag im Hinterhaus, die guten, aber auch die schlechten Seiten. Eine Zeitlang ist sie sogar in den Mitbewohner Peter, den sie anfangs als langweilig einschätzt, verliebt, doch als er ihre Liebe nicht erwidert, kühlt sich das Verhältnis rasch wieder ab.
Anne lernt viel im Hinterhaus. Nicht nur das Wissen für die Schule, ja sie hat sich ihre Schulbücher mitgenommen, sondern auch allerhand andere nützliche Dinge z. B. dass man die Menschen erst dann kennenlernt, wenn man Streit mit ihnen gehabt habe, erst dann könne man ihren Charakter beurteilen.
Die Angst entdeckt zu werden klingt jedoch immer wieder durch. Dennoch gibt Anne die Hoffnung niemals auf und träumt davon, was wäre wenn, sie das Hinterhaus verlassen könnte und wieder frei in den Niederlanden leben dürfte.

Alle Hoffnungen werden am 04. August 1944 jäh zerstört. Anne, ihre Familie und die anderen Mitbewohner des Hinterhauses werden verhaftet und ins Konzentrationslager gebracht. Zuerst nach Westerbork, später nach Auschwitz.
Doch auch dort ist der Leidensweg für Anne noch nicht zu Ende. Mitte oder Ende März 1945 stirbt sie im Alter von 15 ½ Jahren in Bergen-Belsen, wenige Tage nach ihrer Schwester Margot.

Positive Punkte:

Die Idee von Anne, Tagebuch zu schreiben. Genaugenommen handelt es sich um insgesamt 4 Tagebücher, die vom 12. Juni 1942 bis zum 01. August 1944 geführt werden. Anne hat eine gute Beobachtungsgabe und hält viele Eindrücke des Lebens im Hinterhaus detailiert fest. Ihr Schreibstil ist flüssig, leicht zu lesen.
Anne bevorzugt die Briefform, die Briefe gehen an ihre imaginäre Freundin „Kitty“, für die es imho kein direktes Namensvorbild im näheren Umfeld von Anne gibt.

Negative Punkte:

Leider ist das Tagebuch immer wieder sozusagen verfälscht worden. Anne selbst hat, noch im Hinterhaus lebend, Überarbeitungen am Text vorgenommen, Passagen gekürzt, andere hinzugefügt.

Später kommt noch die Version ihres Vaters Otto Frank hinzu, der einige Textstellen nur ungern in der Öffentlichkeit gedruckt sehen möchte, z. B. wenn sich Anne negativ über ihre Mutter Edith äußert.

Überdies sind einige Ungereimtheiten in diversen Übersetzungen zu finden z. B.

„Freitag, 12. März 1943. […] Abends gibt es kein Brot mehr.“ (Alte Ausgabe, aus dem Fischer Taschenbuchverlag, von 1988)

„Freitag, 12. März 1943. […] Die abendliche Brotverteilung ist ganz eingestellt worden.“ (Neue Ausgabe, 1991)

Sonstiges:

Zum Preis kann ich gar nichts sagen, da ich dieses Buch geschenkt bekommen habe.
Das Buch ist jedoch im Fachhandel und über Amazon jederzeit verfügbar
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
t.schlumpf

t.schlumpf

03.03.2013 20:04

Einmal im Jahr muss ich es lesen, und sei es nur um mir selbst vor Augen zu halten wie gut es mir geht und nie zu vergessen ein Herz und Gewissen zu haben.

Spohler

Spohler

18.02.2013 13:38

BH, ich weinte beim Lesen des Buches

AnnaHaeberle

AnnaHaeberle

18.02.2013 07:59

Ein unverzichtbarer Klassiker, ich war damals auch betroffen als ich es gelesen hatte, entsetzlich einfach entsetzlich das alles.

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