Raub der Kronjuwelen
11.09.2006 (31.10.2006)
Pro:
gute Geschichte mit interessanten Charakteren
Kontra:
nicht alle Geheimnisse werden aufgelöst
Empfehlenswert:
Ja
 orlan
Über sich:
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Erfahrungsberichte:593
Vertrauende:48
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 62 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
"Das Verrätertor" ist ein Kriminalroman von Edgar Wallace. Die englischsprachige Originalausgabe erschien unter dem Titel "The Traitor's Gate". Die Übersetzung aus dem Englischen stammt von Ravi Ravendro. Inhalt ******** Kaum etwas liebt der in London lebende, reiche indische Fürst von Kishlastan mehr als kostbare Edelsteine. Aus diesem Grund haben es ihm die Kronjuwelen des britischen Königshauses ganz besonders angetan. Doch auch auf die hübsche Hope Joyner hat der Fürst ein Auge geworfen und er würde nahezu alles tun, um sie in seinen Besitz zu bringen. Doch sowohl die Kronjuwelen als auch Miss Joyner scheinen für ihn unerreichbar zu sein. Die Kronjuwelen liegen gut gesichert und wohl bewacht im Tower von London und Hope Joyner ist unsterblich in den Gardeoffizier Richard Hallowell verliebt, seines Zeichens Oberleutnant der Berwick-Garde, die den Tower bewacht. Dieser ist ganz und gar nicht davon angetan, als ihn eines Tages sein Bruder Graham besucht, der vor kurzem aus dem Gefängnis von Dartmoor entlassen wurde. Von Richard kann Graham jedenfalls keine Hilfe erwarten und so zieht er wütend wieder ab. Er wird schließlich genau wie Diana Martyn, Richards Ex-Verlobte und nun Grahams Ehefrau (was beide schon seit langem bereuen) von dem genialen Verbrecherhirn Tiger Trayne angeworben, der einen ganz großen Coup plant. Er möchte die Kronjuwelen aus dem Tower von London stehlen. Graham Halloway und Diana Martyn ist zwar nicht ganz wohl bei der Sache, aber die Aussicht auf 50.000 Pfund Belohnung ist dann doch zu verlockend. Graham freut sich zudem noch zusätzlich, als er erfährt, dass am Tag des geplanten Diebstahls sein verhasster Bruder Richard den Befehl über die Garde des Towers führt. Tatsächlich gelingt der Diebstahl und die Diebe können per Boot auf das offene Meer fliehen. Doch ein Teil der Kronjuwelen ist nicht das einzige, was nahezu spurlos verschwunden ist. Am selben Tag ist auch Hope Joyner wie vom Erdboden verschluckt, was den verzweifelten Richard Hallowell noch weit mehr sorgt als der Diebstahl der Juwelen. Gleiches gilt seltsamerweise allerdings auch für den mysteriösen Tiger Trayne, der aus allen Wolken fällt, als er vom Verschwinden der jungen Frau erfährt.
Meine Meinung ***************** "Das Verrätertor" ist sicherlich einer der besseren Kriminalromane von Edgar Wallace, auch wenn mir der Titel vielleicht nicht ganz passend erscheint. Im Gegensatz zu vielen anderen Romanen des Autors folgt "Das Verrätertor" nicht ganz so strikt einem bestimmten Muster, auch wenn einige für Edgar Wallace typische Elemente wie beispielsweise die Entführung einer hübschen jungen Frau durch einen finsteren Bösewicht und ihre Rettung durch ihren zukünftigen Ehemann auch in diesem Roman nicht fehlen. Wirkt die Verwendung dieser Elemente in manchen Werken jedoch so, als ob dem Autor einfach nichts anderes mehr eingefallen wäre, werden sie hier hingegen geschickt in eine interessante und gut zu lesende Geschichte verpackt, die nie langweilig wird.
Der Roman lebt vor allem von seinen vielen, fast nie einseitigen Charakteren, die nahezu alle ein mehr oder weniger dunkles Geheimnis umgibt. Da ist natürlich zum einen die junge Hope Joyner, die nicht weiß, wer ihre Eltern sind oder woher die großzügige Unterstützung kommt, die sie monatlich erhält. Oder auch Mrs. Ollorby, eine schrullige Detektivin von Scotland Yard, die überall dort auftaucht, wo insbesondere ihre Gegner sie niemals erwarten würden. Aber auch die Verbrecher sind (meist) nicht einfach nur böse. So hat Graham Hallowell trotz all seiner Fehler auch einen guten Kern (der allerdings recht gut versteckt ist). Und auch der Berufsverbrecher Tiger Trayne führt nicht nur Böses im Schilde. All dies macht "Das Verrätertor" für einen Wallace-Roman erstaunlich vielseitig und anwechslungsreich. Mit wenigen Ausnahmen ist eine strikte Trennung zwischen "Gut" und "Böse" ausnahmsweise einmal nicht möglich. Einziger Kritikpunkt von meiner Seite ist, dass zu guter Letzt doch nicht alle während der Geschichte aufgeworfenen Fragen und Geheimnisse aufgedeckt werden. Hier muss der Leser dann seine eigene Phantasie spielen lassen.
Alles in allem vergebe ich für "Das Verrätertor" gute und verdiente vier Sterne. Autor ***** Edgar Wallace wurde am 01.04.1875 in Greenwich/Großbritannien geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und verdiente seinen Lebensunterhalt mit verschiedenen Gelegenheitsarbeiten, bis er anfing, für eine Zeitung Artikel zu schreiben. Schließlich stieg er bis in den Rang eines Chefredakteurs auf. Nach dem Burenkrieg in Südafrika, wo er als Korrespondent tätig war, kehrte er nach London zurück und wurde freier Schriftsteller. 1904 erschien mit "Die vier Gerechten" sein erster von etwa 170 Kriminalromanen. Edgar Wallace verstarb im Alter von 56 Jahren am 10.02.1932 in Hollywood. Er war zu diesem Zeitpunkt hochverschuldet. Die Lorbeeren seiner Arbeit, nicht zuletzt durch seine großen Erfolge in Deutschland, konnte er nicht mehr selber ernten.
Wer sich näher für Edgar Wallace und seine Werke interessiert, sollte im Internet bei http://www.krimi-couch.de/krimis/edgar-wallace.html vorbeischauen. Dieser Seite sind auch - zumindest teilweise - die Informationen der obigen kurzen Biographie entnommen. Daten ******** Das Verrätertor / Wallace Edgar Wilhelm Goldmann Verlag, 1983 (18. Auflage) Taschenbuch, 184 Seiten ISBN: 3-442-00045-9 Originalpreis: 4,80 DM (momentan nicht im Handel erhältlich)
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25.02.2008 16:34
Hier scheint ein Irrtum vorzuliegen:ist keinem User aufgefallen,daß es nicht hieß:bewerte das Buch,sondern DVD? Also wäre über den Film was zu erzählen gewesen,deshalb leider ein:kann ich nicht bewerten..
13.09.2006 11:42
Ist nicht so mein Fall, dafür ist aber meine Schwester ein totaler Edgar-Wallace-Fan! Liebe Grüße Edith und Claus
12.09.2006 12:21
Von Edgar Wallace kenne ich auch einige Werke, finde aber, er ist immer eine Überraschung, entweder ein Roman ist horromäßig schlecht oder richtig gut, dazwischen gibt es faktisch nichts. Liebe Grüße, Stefanie