Das Fegefeuer aus dem Kochtopf
25.10.2001
Pro:
echt scharf
Kontra:
vielleicht zu scharf für dich
Empfehlenswert:
Ja
 calculix
Über sich:
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Erfahrungsberichte:69
Vertrauende:26
Dieses Rezept wurde von 130 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Wenn der Schweiß in Strömen fließt, jeder Bissen zur lustvollen Qual wird und der Gedanke, daß alles auch irgendwie wieder raus muß, einen in den Wahnsinn treibt, dann ist das Chilli richtig. Wie sonst könnte man die Grenzen seiner Geschmacksnerven besser ausloten? Schärfe bis zum Anschlag und darüber hinaus. Nun könnte man scharfes Pulver einfach löffelweise schlucken, das hätte auch ungefähr diese Wirkung, aber irgendwie bringt es das nicht. Darum stricken wir ein Rezept drumherum, damit das Leiden mehr Spaß macht. Zutaten für ca. 2 Portionen ===========================
Man nehme: 500 g gemischtes Hackfleisch etwas Margarine (oder anderes Fett) Salz schwarzer Pfeffer Cayennepfeffer 2 Zwiebeln 1 große Dose Tomatenmark Senf, mittelscharf oder scharf 1 große Dose Kidneybohnen 1 große Dose grüne Bohnen beliebig viele Chillischoten (getrocknet oder frisch) 1 Dose Mais 1/2 Cabanossi
Zubereitung =========== In einem ausreichend großen Topf (es kommt noch einiges dazu!) das Hackfleisch mit etwas Margarine anbraten, dabei schon mal Salz und schwarzen Pfeffer (am besten frisch aus der Mühle) dazugeben. Die Zwiebeln abpellen, grob in Stücke schneiden und dazugeben, kurze Zeit mitbraten. Dann das Tomatenmark und einige Löffel Senf dazugeben und verrühren. Kidneybohnen und grüne Bohnen abgießen und dazugeben. Zwischendrin immer mal wieder Pfeffer und Cayennepfeffer nachlegen.
Nun sind die Chillischoten dran. Nimmt man frische, dann sind je nach Größe und Qualität etwa 2 bis 6 zu empfehlen. Wir haben vor einiger Zeit mal einen Napf mit kleinen, getrockneten Chillis gekauft, davon nehmen wir je nach Tagesform 2 bis 4. In jedem Fall schön klein schneiden oder hacken und rein damit. Jetzt geht schon mächtig die Post ab. Nach Lust und Laune mit Pfeffer, Cayennepfeffer oder noch mehr Chillis nachwürzen. Wenn man zufrieden ist, sollte man noch ein paar Löffel Senf ergänzen und den Mais abgießen und dazugeben. Zum Schluß noch die Cabanossi in Scheiben schneiden und kurz miterhitzen. Bemerkungen ===========
Wer irgendeine Zutat vermißt, möge sie ergänzen. Wer etwas nicht mag, läßt es weg. Die Mengen sind allesamt flexibel, eine Dose mehr oder weniger von irgendetwas ist ziemlich egal. Es gibt Kidneybohnen auch in einer Chilli-Soße, von der ich aber dringend abraten würde. Die Soße, in der die schwimmen, schmeckt nicht besonders, die Schärfe bekommt man selber viel besser hin. Also lieber die normalen Kidneybohnen verwenden. Die Zwiebeln sollten nicht zu lange mitbraten, da sie auch noch etwas Schärfe besitzen, die sonst allmählich verloren geht. Und mehrere unterschiedliche Schärfearten sind gemeinsam meist viel interessanter und aromatischer als einfach nur viel von einer Sorte. Diesem Zweck dient übrigens auch der Senf. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf diese Idee gekommen bin, aber zum einen paßt er geschmacklich genial dazu, und zum anderen macht er zusammen mit dem Tomatenmark das Ganze herrlich pampsig.
Darreichung =========== Topf mit Schöpfkelle auf den Tisch, die billigsten Teller, notfalls Blechnäpfe aus Knastrestbeständen. Völlig egal. Gabel oder Löffel, wie jeder will. Dazu altes, trockenes Brot. Nee, quatsch, sollte schon frisch sein, Weißbrot oder Baguette macht sich gut. Ein edler Tropfen wäre auch nicht schlecht, ich bevorzuge auch zu diesem Gericht einen trockenen Rotwein. In jedem Fall sollte ein Getränk bereitstehen, notfalls Selter.
Bemerkungen II ============== Das Rezept ist übrigens "100% made by mir" und garantiert in keinem Kochbuch oder dergleichen zu finden. Am Anfang stand der Wunsch, selber ein Chilli zu produzieren, das mir persönlich optimal schmeckt. Ich hatte mal hier oder da, im Lokal, vom Bestellservice oder bei Freunden Chilli gegessen.
Die Lokalvariante bestand aus erwähnten Kidneybohnen in Chillisoße mit etwas Hackfleisch angereichert, war nur etwas scharf (damit hätte ich leben können), hatte ansonsten aber keinerlei Geschmack, jedenfalls keinen guten. Das war das schlechteste Chilli, das ich je gegessen habe. Die Zusammensetzung ist mir klar geworden, als ich bei meinem ersten eigenen Chilli-Versuch auch diese Bohnen verwendet habe. Das war nämlich das zweitschlechteste Chilli. Danach wurde es besser, bis ich nach etwa einem halben Dutzend Versuchen obiges Rezept kreiert hatte. Meistens bereiten wir die doppelte Menge zu und frieren den Rest ein. Das geht prima und man hat nochmal eine oder zwei Portionen in Reserve.
Ein Wort zur Schärfe ==================== Mild oder extrem, das soll wirklich jeder mit sich selber ausmachen. Ich habe dieses Chilli auch schon mal in einer Kinder-Variante zubereitet, die meinem Sohn auch geschmeckt hat. Dazu habe ich gar keine Chillis verwendet und nur ganz wenig Cayennepfeffer. Das ist auch lecker, es sind genügend geschmacksbringende Zutaten drin. Ist schon eine Weile her, inzwischen würde er möglicherweise darauf bestehen, daß wir z.B. alle Bohnen heraussortieren.
In der Praxis gerät mir dieses Chilli meistens mittelscharf, nach unseren Maßstäben. Ich traue mich mit Rücksicht auf meine Frau (die heißt übrigens auch Manu, Manu) nicht noch eine Schote mehr zu nehmen, dann köchelt es noch ein wenig, und am Ende ist es dann gar nicht mehr so scharf. Andererseits wurde von mir schon behauptet, ich sei innerlich weggeäzt von dem vielen scharfen Zeug. Nur, weil ich bei Freunden mal einen ganzen Peperoni im Stück gegessen habe, nachdem Martin und Christian von je einem kleinen Ende schon Schweißausbrüche bekommen haben...
Aktionen zu diesem Rezept
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14.08.2007 21:21
ich mag chili con carne nicht so sonderlich. nettes rezept. guter bericht. lg TOM
02.01.2004 12:49
ja Je schaerfer desto besser dann schmeckt das Chili
25.07.2003 22:35
schmeckt bestimmt lecker