Ausgemümmelt! Oder: Geschmortes Rollkaninchen
30.07.2001
Pro:
Günstig, lecker, wenig Aufwand
Kontra:
?
Empfehlenswert:
Ja
 Porcupine
Über sich:
Mitglied seit:24.03.2000
Erfahrungsberichte:139
Vertrauende:102
Dieses Rezept wurde von 72 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Kürzlich war ich mit meinem lieben Freund mal wieder im Ratinger Wal-Mart, da sowohl sein, als auch mein Kühlschrank außer gähnender Leere nichts aufzuweisen hatten und der Befüllung harrten. Wir schoben also unser immer voller werdendes Wägelchen durch die Gänge des, wie an einem Samstagmittag so üblich, brechend vollen Supermarktes und beratschlagten, was man denn am Sonntag so kochen könnte. Er plädierte für etwas Unkompliziertes, das möglichst auch innerhalb sehr kurzer Zeit fertigzustellen sei, ich wollte hingegen etwas wirklich Schönes machen. Plötzlich, an einer der zahlreichen Tiefkühltheken, sah ich es: Das Gemeine Hauskaninchen, hier in gerollter Form, das heißt, es kam als Rollbraten daher. Kaninchen hatte ich lange nicht mehr gegessen, einen richtigen Braten hatte ich noch nie gemacht und wollte dies schon seit langem ausprobieren. Allzu teuer war das ehemals treue Tier auch nicht (etwa 7,- DM), also wäre es auch nicht gar so schlimm, würde ich den Braten verhunzen. Daher wanderte das Rollkaninchen in unseren Wagen, zusammen mit einem Paket frischer Spätzle und einem Paket frischer Schupfnudeln aus dem Kühlregal.
Gestern war es dann so weit: Almut machte sich ans Werk. Nachdem das Karnickel mittels der Mikrowelle aufgetaut worden war, ging es los. Hier zunächst die Zutaten für 2 - 4 Personen:
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 1 Kaninchenrollbraten von etwa 800 g Olivenöl
1 in Würfel geschnittene mittelgroße Zwiebel 1 in Würfel geschnittene Tomate (vorher häuten)
4 - 5 mittelgroße Champignons, in Stücke geschnitten Brühe oder Wasser zum Schmoren
trockener Rotwein (hier: Barbera) Salz, Pfeffer
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Zunächst war das Kaninchen mit Salz und Pfeffer zu würzen (wenn Ihr Brühe verwendet, nicht mit allzuviel Salz einreiben - sonst braucht Ihr nach dem Essen einen Löschwagen... ;-) ).
Ein großer Topf wurde auf den Herd gestellt und Olivenöl hineingegeben. Das Ganze wurde erhitzt, der aufgetaute und gewürzte Ex-Mümmelmann darin von allen Seiten scharf angebraten. Nachdem dies geschehen war, wurden die gehackte Zwiebel, die Tomatenstücke und die Champignons zusätzlich zum Anbraten hineingegeben. Dann wurde mit Brühe (hier ist auch Wasser möglich) abgelöscht. (Es sollte nicht zuviel Flüssigkeit im Topf sein, ca. 1 - 1 1/2 cm sollte der Boden bedeckt sein.) Deckel drauf und auf relativ kleiner Flamme schmoren lassen. Zwischendurch mußte Flüssigkeit aufgefüllt werden, da das Ganze ja reduzierte und einkochte. Dies tat ich mit trockenem Rotwein, da dieser ganz hervorragend zum Kaninchen paßt. Nach etwa 1 1/2 Stunden befreite ich das Karnickel aus dem Topf und schnitt es probehalber an. Es war ganz wunderbar, sehr saftig und genau richtig, und so stellte ich es, während ich die Sauce noch mit ein wenig Mehl band, warm.
Die Spätzle wurden für 1 Minute in siedendes Salzwasser gegeben, danach in eine Schüssel. Dazu gab es ein gemischtes Gemüse aus grünen Bohnen, Broccoli und Erbsen. Es war auf alle Fälle äußerst lecker, was auch mein Freund bestätigte... ;-)
Noch ein paar Tips: Das Ganze schmeckt sicher auch mit Knödeln sehr gut, ggf. auch mit Gnocchi. Man sollte auf jeden Fall möglichst viel Sauce produzieren, denn die ist sehr lecker! Tomaten lassen sich prima häuten, wenn man sie wenige Minuten in einen Topf mit kochendem Wasser tut. Vorher am besten ein Kreuz in die Schale schneiden - so geht das Häuten am einfachsten.
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23.05.2005 00:26
@Dr.Claudia: Oder einen von Dir zubereiteten? Gell? ;-)))
30.06.2004 19:50
Nirgends hab ich so guten Kaninchenbraten gegessen wie auf den Kanaren. LG Claudia
11.06.2004 17:27
Das gemeine Rollkaninchen? Klingt irgendwie deprimierend, wenn ich mir die Häschen hier auf dem Campus so ansehe. gruß, carmen