Auf Störtebeckers Spuren....:)
25.07.2001
Pro:
ungemein lecker
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
 ChAosNETTE
Über sich:
Mitglied seit:10.01.2001
Erfahrungsberichte:645
Vertrauende:131
Dieses Rezept wurde von 71 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Meine Kinder sind Mäkelinge. Mal ist das Fleisch zu fettig, dann wieder zu trocken, mal ist das Gemüse nicht genehm und mal sind die Salzkartoffeln zu langweilig auf dem Teller. Wenn man wie ich, täglich für 5-9 Leute (je nachdem, wie viele sich zum Essen ansagen), kocht, gilt es, Kompromisse einzugehen, denn Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Meinen Kindern habe ich das Prinzip "Mäkeln gilt nicht - probieren muss in jedem Fall sein" anerzogen und so kriege ich eigentlich generell Ruhe an den Tisch. Wäre auch schlimm, wenn bei 5 Kindern jeder was anderes zu gaggern hätte. Schlimm genug, dass meine Schwiegermutter ihren 3 Kindern immer nur das kochte, was die gern essen. Da gabs manchmal 3 verschiedene Essen an einem Tag!!!!
Kann ich mir gar nicht leisten, Schwiegermutter war im Gegensatz zu mir eben Hausfrau. Bei "Labskaus" scheiden sich hier im Hause wieder mal die Geister und zwar an den roten Rüben (Rote Bete). Aber wenn die Kids ehrlich sind - die schmeckt man gar nicht mehr, wenn sie erst im Essen verschwunden sind. Also mein Tipp - probiert es unbedingt aus, selbst wenn Ihr nicht unbedingt Rote Bete mögt, Ihr könnt sie ja zur Not sogar weglassen (nur ist es dann kein sauberer Labskaus mehr)
Die Zutaten für 4 Personen: 750 g gepökeltes Rindfleisch (ich hols im Bioladen oder beim Bauern) 500 g Rote Bete 1 kg Kartoffeln 5 grosse Zwiebeln Pfeffer Essig 1 1/2 EL fein gewürfelter Meerrettich Salz Zucker 5 Gewürzgurken 8 Matjesfilets (die eingeschweissten tun sehr gut ihren Job an dieser Stelle) 2 Äpfel 4 Eier
Das Pökelfleisch und die geschälten Rote Bete werden jeweils ca. 1,5 Stunden gekocht, bis beides weich ist (im Schnellkochtopf jeweils ca. 30 min). Die Kartoffeln werden ganz normal zu Salzkartoffeln gekocht (bevorzugt mehligkochende Kartoffeln).
Das Fleisch, die Kartoffeln und 3 von den Zwiebeln werden erkaltet durch einen Fleischwolf gedreht und danach kräftig mit Pfeffer gewürzt und gut verrührt, bis es eine geschmeidige Masse ergibt. Über Nacht sollte man die Labskausmasse danach kühl stellen (am besten Kühlschrank) Am nächsten Tag wird eine gewürfelte Gewürzgurke in das Labskaus gerührt und die Masse wieder erhitzt. Die Matjesfilets werden gesäubert, gut trockengetupft, mit Apfel- und Zwiebelscheiben belegt, zusammengerollt und mit Spiesschen zusammengehalten. Das Labskaus wird auf vorgewärmte Teller gefüllt und garniert mit Gurken, Matjes und Spiegeleiern.
Obendrauf kommt noch die Rote Bete. Die erkaltete Rote Bete (die natürlich vor dem Kochen erst geschält worden ist) wird dazu in Scheiben geschnitten und mit einem Dressing aus je 1/2 l Wasser und Essig (Weinessigverschnitt), einer gewürfelten Zwiebel, dem Meerrettich, Salz und Zucker (abschmecken!) besteht. (Wie gesagt - wer die Rote Bete nicht mag, soll sie weglassen, wer den Fisch nicht mag - ebenso....es ist nur halt das Gesamtbild, das dieses Gericht ausmacht....drum auch meine allumfassende Rezeptbeschreibung)
Und noch ein Tipp: Labskaus gehört zu den Gerichten, die wiederaufgewärmt am allerbesten schmecken!
Lasst es Euch gut schmecken, dieses typisch norddeutsche Gericht - und lasst dazu ein gutes Bier richtig zischen - genau so wie die Leute, die es erfunden haben - die Seeleute, bei denen es in alten Zeiten Labskaus sehr oft gab, weil Pökelfleisch auf hoher See eine grosse Rolle spielte.... Liebe Grüsse
Anette
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03.01.2004 13:01
schmeckt bestimmt gut !!!
30.07.2001 12:20
Hallo Anette! Dies ist das erste Gericht, das ich nicht nachmachen werde, aber dies aus dem Grunde, daß mein Freund streiken würde, würde ich irgend etwas mit Hering auf den Tisch stellen. Und für mich allein koche ich nicht gern - Labskaus würde sich für eine Person wohl auch nicht lohnen. Aber wie üblich ein toller Beitrag! :-) Liebe Grüße, Almut
29.07.2001 18:23
okay, den Tipp mit dem Bier nehm ich zur Kenntnis *ggg* Bussi vom Bären