Warum Perserkatzen nicht schwimmen können?

5  20.07.2002 (16.10.2004)

Pro:
sehr lecker

Kontra:
großer Zeitaufwand

Empfehlenswert: Ja 

Ladyhawke

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Da heute abend wieder einmal Spieleabend angesagt war stand fest, es muss etwas gekocht werden und da ich in unserem Haushalt fürs Kochen zuständig bin hatte ich einmal wieder die Qual der Wahl.

Etwas Italienisches oder vielleicht einmal mehr eine Lachslasagne oder was schlichtes?

Im Endeffekt hatte ich mich dann doch für etwas asiatisches entschieden, da dort die Küche doch eine grosse Vielzahl an Möglichkeiten bietet und für meine Frau, die nur Fisch und Huhn ißt, auch leckere Gerichte zu bieten hat.

Im Endeffekt entschied ich mich dann für gefüllte Wan-Tan Hüllen.

Wer schon einmal Running-Sushi essen war, ich könnte das jeden Tag machen, der kennt vielleicht die leckeren Suppen. In einigen dieser Suppen schwimmen so komische gefüllte Taschen herum und genau darum dreht es sich eigentlich, nur sagen wir in einer etwas anderen Kochweise.

Wan Tan Hüllen nennt man diesen ganz flachen Teig, den man aus Mehl, Wasser, Öl und Salz macht. Anschließend ganz fein ausrollt, so dünn wie ein Blatt Papier. Eier kann man dazu nehmen, doch ist dies nicht zwingend.

Wem diese Zubereitung zuviel ist, der macht es wie ich und geht zum Asia-Shop und kauft diese tiefgefrorenen Hüllen im 40er Pack mit 21 x 21 cm zu ca. 2-3 Euro, je nach Laden.

Doch Vorsicht, nicht einen solchen Teig nehmen, sondern ihn noch Vierteilen. Hat man im alten Rom noch Pferde zum Vierteilen genommen reicht in der heutigen Zeit bei diesem Teig ein scharfes Messer aus.

Doch was nun, wenn man diese nach Adam Riese 160 10,5 x 10,5 cm großen (ähem kleinen) Quadrate vor sich liegen hat?

Man füllt sie mit verschiedenen Sachen.

1) Riesenshrimps, die vorgekocht in vielen Supermärkten zu kaufen sind. Einfach auftauen und in zwei Teile schneiden und einpacken, doch zum einpacken später mehr.

2) Lachsfilet. Diese Filetstücke in kleine Würfel schneiden, salzen und mit etwas Zitrone angeträufelt einpacken.

3) Faschiertes von Huhn, oder wie wir Deutschen sagen würden Hühnerhack. Dieses durch den Fleischwolf gedrehte Hack mit Gewürzen vermischen und dann auch in kleinen Bällchen oder einfach kleine Bröckchen in unbestimmter Größe einpacken

4) Spinat vom Markt kaufen. Den Stiehl rupfen mit Gewürzen vermischen und in der Pfannen zusammenfallen lassen. Abkühlen lassen. Auch hier dann kleine Portionen machen und einpacken.

Natürlich gibt es noch vielerlei Möglichkeiten weitere Füllungen zu machen, doch ich denken da dürfte dann für jeden Feinschmecker etwas dabei sein.

Das Einpacken: Dieser Vorgang ist eigentlich der einfachste, aber auch Zeitaufwändigste, denn für diese, na wissen wir noch wie viele es waren Quadrate braucht man in etwas 3 Stunden bis man fertig ist.

Man nehme eine kleine Schüssel mit Wasser und legt ein Quadrat auf ein Küchenbrett. Nun die gewählte Füllung an den Rand der Tasche legen und zusammenrollen. Wie bei einem Geschenk einpacken hat man jetzt links und rechts noch freien Teig.
Ich tauche diese Ecken, bzw. diese Rundungen dann ins Wasser ein und knicke sie um zur Mitte. Durch das Wasser wird dieser Teig zu einem Art Klebstoff, der es ermöglicht die Tasche somit zu verschließen wenn Ihr in auf die Mitte zusammendrückt., dass nichts herauskommt.

Dies macht man nun mit allen dieser 160 Quadrate. Eure Finger werde am Ende aufgeweicht sein, aber warum nicht.

Nun kommt die Art und Weise wie man diese leckere Vorbereitung dann zubereitet.
Wer eine Friteuse, nein keine Friseuse, hat, der darf sich freuen, denn einfach die gefüllten Taschen ca 5 Minuten im heißen Fett frittieren.
Personen die auf keine Friteuse zugreifen können, können Fett oder Öl in einen großen Topf gießen und dort das gleiche machen.
Im Herd backen würde ich vermeiden, da der Teig nicht unbedingt dazu geeignet ist, aber womöglich dann auch etwas anders schmeckt und länger dauert.

So fertig sind einmal die Wan Tan Taschen und wie man bei einem asiatischen Essen vermuten kann wird dies mit Reis serviert.

Zu guter letzt fehlt natürlich noch die Sauce, die den Wan Tan Taschen erlaubt sich vollzusaugen und da mir immer noch die süß-saure Soße am besten schmeckt, dem dürfte klar sein was es dazu gibt.

Was sind die Zutaten dafür:

1 mittelgrosses Stück Ingwer (Ok mittelgross ist ungefähr ein Durchschnittsdaumen)
1 Knoblauchzehe (meine erste Soße hatte ich aus Versehen mit einer Knolle gemacht)
0,2 l Ananassaft (Bitte nicht den von Ananasstückchen aus der Dose)
2 EL Tomatenmark
1 EL Ketschup nach der neuen Rächtschraibräform
2 EL Weißweinessig
1 EL Zitronensaft
3 EL Zucker (Staubzucker in Österreich)
2 EL dunkle Sojasoße
1 EL Speisestärke oder in Österreich Maizena

So und nun werden wir anfangen zu mischen.

Wir nehmen den Ananassaft, das Tomatenmark, den Ketschup, den Weißweinessig, den Zitronensaft, den Zucker, und die dunkle Sojasoße und vermischen das ganze mit einem quirrl ein paar Minuten.
Ihr könnt Euch ruhig trauen, es schmeckt schon ein wenig interessant aber noch nicht süß-sauer genug.

Als nächstes verlustieren wir uns mit dem Ingwer und der Knoblauch-(nicht vergessen) zehe, wer will darf natürlich auch mehr nehmen und zerhacken sie ganz fein. Am besten mit diesem Zick-Zick Zillis oder wie dieses Gerät von Moulinex heisst.

Nun die Endphase:

Schrank auf, Topf raus und etwas Öl rein. Sobald das Öl etwas heiss ist werden wir das Kleingehackte reingeben bis es schön glasig wird..
Danach werden wir das ganze mit der zusammengequirlten Soße vermischen und ein wenig kochen lassen. Doch vorsicht nicht zu viel.

Um es jetzt ein wenig abzuschmecken nehmen wir etwas Chillipower (für die Schärfe) und Reiswein für den Geschmack.
Sollte dies Soße nun aufgekocht sein, werden wir sie noch binden.

Dazu werden wir den EL Stärke mit ein wenig Wasser in einer Tasse glattrühren und in die Soße reingeben, noch einige Male durchrühren und fertig ist die Soße eigentlich.
Natürlich werden wir sie noch etwas abschmecken, aber im allgemeinen hat man nun die sehr lecker, bisweilen auch scharf schmeckende süß-saure Soße.

Was nicht fehlen darf ist nun noch ein paar Ananasstücke in der Soße. Diese können ohne weiteres aus einer Dose stammen.

Als Variation habe ich auch schon Mandarinen in die Soße getan. Ein Fehlschlag war allerdings der Ersatz von Ananassaft mit Orangensaft, weil ich den vergessen hatte zu kaufen. Da fehlte einfach der Geschmack der Ananas.

Und siehe da, fertig ist das ganze Essen bei dem sagen wir 4-5 Personen ohne weiteres satt zu bekommen sind. Schließlich will man sie nicht überfüttern, da man sich beim Spieleabend ja auch noch danach auf etwas konzentrieren sollte.

Als Nachtisch gibt es dann wie immer einen Pflaumenwein, warm oder kalt, je nach Belieben und man kann zum gemütlicheren Teil übergehen.

Preis für dieses gesamte Essen würde ich einmal so auf 10-20 Euro je nach Füllung festlegen.
Die Dauer der Zubereitung ist sehr lange, da das Einpacken doch sehr viel zeit in Anspruch nimmt und der Genuss ist leider nur sehr kurz, aber lohnen tut es sich immer wieder dieses Gericht zu machen

So kommen wir noch zur Erklärung der Überschrift. Dies ist eigentlich nur ein Insidergag und ich hoffe man nimmt ihn mir nicht übel.

Wie mir aufgefallen ist fehlt noch die Beilage. Am besten den gewöhnlichen Sushi-Reis dafür verwenden.
500 g Reis im Wasser aufkochen. Danach diesen noch 10 Minuten auf kleiner Flamme nachköcheln lassen bis das Wasser fast komplett aufgesogen ist.
Anschließend mit einer Essigmischung die es auch beim Asiatischen Geschäft zu kaufen gibt entsprechen der Menge unterrühren und schon hat man zum Fleisch noch die passende Beilage dazu.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
just_kidding

just_kidding

06.11.2006 22:08

magen was willst du mehr.... alleine für das saucenrezept gibts schon das b.h. ;o)) ich liebe diese kleinen täschchen nämlich, allerdings hab ich sleten lust immer nur auf fertige asiasauce zurückzugreifen. merci!

Cookiedent

Cookiedent

04.11.2004 22:26

...ooch, nu hab ich bis zu Schluß aufmerksam gelesen - nicht ganz für die Katz, aber das hätte mich schon interessiert.

Nilote

Nilote

29.10.2004 10:14

Klingt auf jeden Fall interessant. Könnte mir gefallen. Super ausführlich und genau beschrieben. Könnte danach soagr ich hinekommen - wahrscheinlich nicht annährend so gut... Greetinx Nilote

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