Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
ein faszinierender Spaß (siehe Beispielbilder ! ) |
| Kontra: |
erfordert ggf . ein bisschen Übung - hat man den Dreh aber einmal 'raus, machen die optischen Täuschungen in "Das magische Auge" einen Riesenspaß |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Ein Bild, behauptet der Volksmund, sage mehr als 1000 Worte. Ob das immer stimmt, sei dahingestellt. Dass man sich von der Faszination, die von den Bildern in „Das magische Auge“ ausgeht, am besten mit eigenen Augen überzeugt, ist aber ganz unstreitig: Man kann das zugrunde liegende Prinzip der stereographischen Abbildungen in diesem hübschen Buch erklären – die Freude an dieser Art der optischen Täuschung aber muss man einfach selbst erleben.
„ R e t r o s t e r e o s k o p i e“
Vor rund zehn Jahren waren die unter Zuhilfenahme des Computers erzeugten „Magic Eye“-Bilder schon einmal sehr in Mode; in diesen Tagen scheinen sie, wie so vieles, eine fröhliche Wiederauferstehung zu feiern. Das Revival der „Magic Eye“-Bilder zählt für mich zu den erfreulicheren seiner Art, zumal der anlässlich der 10-jährigen Wiederkehr der Erstveröffentlichung erschienene Band auf 64 Seiten „die besten dreidimensionalen Illusionsbilder aus zehn Jahren ‚Magisches Auge’“ versammelt – das behauptet wenigstens der Verlag, in dem das Buch erschienen ist und der die vorliegende Ausgabe stolz als „Jubiläumsband“ bezeichnet.
Und tatsächlich: die gleichnamige bereits vor zehn Jahren im Verlag „ars edition“ erschienene Ausgabe brachte es auf schlappe 32 Seiten und einen vergleichsweise stolzen Preis von umgerechnet knapp 15 Euro – das erfahre ich wenigstens, wenn ich „Das magische Auge“ im Sortiment von amazon.de suche. Diese etwas schmalbrüstigere Ausgabe war mir seinerzeit etwas zu teuer: Schließlich fand man damals Beispielbilder aus „Das magische Auge“ in jeder Zeitung und Zeitschrift, die auf sich hielt. Allerorten schwappte plötzlich eine wahre Flut wilder, psychedelisch anmutender Farbmuster in die Gazetten. Auf Parkbänken, in Straßenbahnen und in Wartezimmern traf man auf Menschen, die erst so sehr in die Betrachtung der „Magic Eye“-Bilder vertieft waren, dass ihre Nasenspitzen das Papier berührten und die dann irgendwann halb erstaunt, halb verzückt ausriefen: „Ein Delphin! Es klappt!“ Die „Magic Eye“-Bilder, so scheint es, heben die Grenzen zwischen Mandala und optischer Täuschung auf.
R ä u m l i c h e s _ S e h e n
Die Bilder in „Das magische Auge“ machen sich eine Eigenart unserer Wahrnehmung zunutze, die wir im Allgemeinen für eine völlige Selbstverständlichkeit halten. Der Mensch, sagt man zuweilen, sei „ein Augentier“. Das ist er, und zwar ein ganz besonderes, zumal er nicht nur Augen im Kopf hat, sondern die auch noch mitten im Gesicht und nicht etwa, wie zum Beispiel das Pferd, rechts und links an der Seite. Unser rechtes und unser linkes Auge präsentieren uns folglich sehr ähnliche Ansichten der Welt. Man könnte wohl sagen: Beide zeigen uns das gleiche Bild – nur eben etwas versetzt. Da fragt man sich: Muss das so sein? Nein, muss es nicht, aber es ist doch ganz schön, dass es so ist. Unser Gehirn setzt, abrakadabra, diese beiden leicht voneinander abweichenden Ansichten nämlich zu einem Bild zusammen – und erst aus dieser Überlagerung entsteht der Eindruck räumlicher Tiefe. Es fällt uns leicht, das zu vergessen: für ein Einauge ist die Welt nicht mehr als ein bewegtes Foto. Die Erfahrung lehrt uns zwar zum Beispiel, dass uns Dinge oder Personen umso größer erscheinen, je weniger Distanz zwischen ihnen und dem Betrachter liegt – aber dieses perspektivische Sehen basiert eben in einem hohen Maße auf Erfahrung und Lernen (wie überaus erfolgreich dieses Lernen ist, zeigen optische Täuschungen wie die in Abb.1). Das dreidimensionale Sehen hingegen scheint uns in die Wiege gelegt und bietet durchaus Vorteile: Wer auf die Jagd geht, für den spielt die Einschätzung der Distanz zwischen seiner Beute und sich eine erhebliche Rolle.
Mit der Fähigkeit dazu, zwei zweidimensionale Ansichten zu einer dreidimensionalen zusammenzusetzen, spielen unter anderem auch die so genannten anaglyphischen Bilder (Anaglyphe: gr.-lat.; „reliefartig ziseliert, erhaben“, in Komplementärfarben etwas seitlich verschoben übereinander gedrucktes Bild, das beim Betrachten durch eine Farbfilterbrille mit gleichen Komplementärfarben räumlich erscheint) – ein Beispiel für eine solche Anaglyphe ist das von der Sonde „Mars Explorer“ zur Erde gefunkte Bild der Abb.2. Wer beim Fotografen nicht nur ein neues Passbild von sich machen lässt, sondern gleich die Anfertigung eines ganzen Satzes neuer Bilder in Auftrag gibt, kann das auch sehr schön beobachten: In der Regel wird der Lichtbildkünstler nämlich eine Kamera mit zwei bzw. vier Objektiven verwenden – und wer die nebeneinander liegenden Motive, die dabei entstehen, „übereinander schielt“, kann dabei ebenfalls einen leichten Eindruck räumlicher Tiefe feststellen.
V e x i e r b i l d _ v s . _ S t e r e o s k o p
Im Prinzip ist das räumliche Sehen, um das es bei den „Magic Eye“-Bildern geht, nichts anderes. Für den Betrachter, der mit den „Magic Eye“-Bildern nicht vertraut ist, kann es hilfreich sein, das im Gedächtnis zu behalten: bei den versteckten Ansichten, die es in vielen der Abbildungen im Buch zu entdecken gilt, handelt es sich nicht, wie Neulinge oft zunächst vermuten, um zweidimensionale Vexierbilder (siehe hierzu Abb.3), sondern um dreidimensional („stereoskopisch“) anmutende Bilder: wenn man plötzlich in einem der willkürlich erscheinenden Muster im Buch die Pyramiden von Gizeh (nebst Sphinx und einem über dem Szenario schwebenden UFO) „entdeckt“, dann ist das ein anderes Entdecken als beim Vexierbild, bei dem die Interpretation dessen, was man sieht, plötzlich zu „kippen“ scheint (junges Mädchen / alte Frau).
Wer den Kino-Spökenkiek „Die Mumie“ gesehen hat, erinnert sich vielleicht an eine Szene, in der per Computertrick in einem Sandsturm plötzlich das Antlitz des bösen Hohepriesters Imhotep erscheint (auf diesen Einfall waren die Special Effects-Leute so stolz, dass sie den Trick in der Fortsetzung „Die Mumie kehrt zurück“ gleich noch einmal vorführten; aus dem Sturm im virtuellen Sandkasten wurde im zweiten Teil eine Flutwelle). So in etwa muss man sich die 3D-Bilder in „Das magische Auge“ auch vorstellen: Was auf den ersten Blick wie die Tapete aus dem Haushalt eines Hippies mit Faible für Apfelmännchen-Grafiken aussieht, wölbt sich einem plötzlich entgegen: ein Delphin, ein Delphin! (Oder eben auch andere Ansichten wie in den Abb. 4 und 5.)
Erfahrungsgemäß erfordert jener gewisse scheele Blick, der zur Entdeckung der versteckten Abbildungen in „Das magische Auge“ erforderlich ist, ein bisschen Übung: Manchen Zeitgenossen gelingt das stereoskopische Sehen à la Magic Eye auf Anhieb, andere brauchen ein wenig länger, um den richtigen Blick zu entwickeln. Hat man den „Dreh“ aber erst einmal raus, verhält es sich mit dem Schielblick ähnlich wie mit dem Fahrradfahren: Man verlernt ihn auch nicht mehr – wie ich jüngst feststellen durfte, als ich mir endlich ein eigenes Exemplar des Bandes mit den faszinierenden 3D-Bildern zugelegt habe (vor zehn Jahren hatte ich zwar auch schon mal diverse Exemplare gekauft – aber die habe ich im Laufe der Zeit sämtlich verschenkt).
K u r z a n l e i t u n g
Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene „Sichtweisen”, mittels derer sich die versteckten Bilder in „Das magische Auge“ entdecken lassen. Beide Methoden werden im Vorwort des Buches ausführlich beschrieben. Die Methode, die ich bevorzuge, weil sie mir um einiges leichter fällt als die oft empfohlene „Nasenspitzenmethode“ (Bild quasi „vor die Nase halten“, versuchen, „durch das Bild hindurchzublicken, indem man einen imaginären Punkt in der Ferne fixiert“ und dann Distanz zum Bild langsam vergrößern), stelle ich hier kurz vor.
Den richtigen Abstand zwischen dem Bild und sich wählen – der optimale Abstand liegt meist (manche Bilder fallen, so meine Erfahrung, irgendwie „leichter“ als andere) irgendwo zwischen 20 und 30 Zentimetern. Gegebenenfalls empfiehlt es sich, das Motiv nicht am Bildschirm zu betrachten, sondern einen Ausdruck anzufertigen (am Bildschirm, so mein Eindruck, fällt das Entdecken der Bilder zuweilen etwas schwerer). Hier empfiehlt sich aber in jedem Fall die Ausgabe auf einem Farbdrucker – schwarz-weiße Vorlagen, auch dies mein Eindruck, machen es dem Betrachter schwerer als farbige.
Nun sucht man sich im scheinbar ordnungslosen Wirrwarr der Abbildung zwei ähnlich anmutende, wiederkehrende Elemente (s. hierzu auch Abb. 6).
Diese schielt man nun übereinander. Behält man diesen Blick bei, sollte sich nach einer Weile beim Betrachter die Anmutung einstellen, dass sich ihm ein in der Abbildung „verstecktes“ Motiv dreidimensional „entgegenwölbt“.
M e i n _ F a z i t :
Ein faszinierender Spaß, der sich auch gut als Mitbringsel eignet. Um die € 9,90, die ich für die Jubiläumsedition von „Das magische Auge“ ausgegeben habe, hat es mir nicht leid getan. Wer Spaß an optischen Täuschungen im Allgemeinen und Stereoskopie im Besonderen hat, für den ist „Das magische Auge“ wirklich ein Muss.
B i b l i o g r a p h i s c h e _ A n g a b e n *
Titel: „Das magische Auge“ – Jubiläumsausgabe zum Sonderpreis
Herausgeber: Tom Baccei, Cheri Smith
Verlag: Ars Edition
Einband: gebunden
Erscheinungsdatum: August 2004
Seitenzahl: 64 Seiten
Preis: € 9,90
ISBN: 3760722644
* gibt’s an dieser Stelle von mir, da die kürzlich erschienene Ausgabe zwar mit Blick auf den Titel, nicht aber auf Inhalt und Preis identisch mit der gleichnamigen vor zehn Jahren erschienenen ist und folglich eine gewisse Verwechslungsgefahr besteht.
| weitere Erfahrungsberichte |
Das muss man einfach sehen!!!
Bewertung für Das magische Auge / Tom Baccei von
gurke88
Pro: WOW, fantastisch
Kontra: schwer sich in die dreidimensionale Welt überzugehen
DAs Magische Auge ist kein gewöhnliches Buch. Es ist ein Buch ohne Buchstaben und Zahlen, sondern mit 24 fanstastisch geilen Bildern, besser gesagt Mustern. Zum Prüfen, ob man richtig gesehen hat, gibt es noch die Lösungen am Ende des Buches.
Wie der N ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich |
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hilfreich
08.05.2004
(10.05.2004)
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