Das unvollendete Bildnis / Agatha Christie

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Das unvollendete Bildnis / Agatha Christie

Seine Malerei und seine Leidenschaft für die Frauen haben Amyas Crale berühmt gemacht, sein Tod hingegen war eher unrühmlich. Vor sechzehn Jahren wurd...

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6 Erfahrungsberichte der Community

Erfahrungsbericht über "Das unvollendete Bildnis / Agatha Christie"

veröffentlicht 17.04.2005 | Spitzensiedlerin
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...C'est par le bien faire que se crée le bien-être....Demnächst wieder ein Bericht und mehr Aktivität - Klausurenzeit ist bald vorbei und Lust auch wieder da ;)
Sehr gut
Pro Alles, außer...
Kontra zum Teil das Ende, was nicht ganz schlüssig ist..
sehr hilfreich

"Ein 16Jahre alter Mord sucht seinen Täter!"

Buch vom Scherz-Verlag

Buch vom Scherz-Verlag

Hallöchen ;o))

Nach abermals kleiner Pause, möchte ich heute meinen zweiten Bericht zum Bücherfrühling beisteuern. Mehr Informationen erhaltet ihr bei Espionne. Das Buch, was ich heute vorstellen möchte, ist eines von Agatha Christie- es trägt den Namen "Das unvollendete Bildnis"...

Inhaltsangabe
*°*°*°*°*°*°*
Carla Lemarchant sucht den Meister-Detektiv Hercule Poirot auf, um ihn damit zu beauftragen, einen Mord aufzuklären, der vor 16Jahren stattgefunden hatte. Schon bald will sie heiraten, doch als sie großjährig wurde, erfährt sie Dinge, die sie dazu veranlassen, Poirot zur Rate zu ziehen. Sie bekommt das Verfügungsrecht über ihr Geld und auch einen Brief, den ihre Mutter vor ihrem Tod schrieb. Carla war zu der Tatzeit gerade erst fünf, doch sie weiß, dass ihre Mutter zu lebenslänglich Zuchthaus begnadigt wurde. In ihrem Brief beteuert die Mutter jedoch ihre Unschuld bezüglich des Todes ihres Mannes und Carla glaubt ihr. Auch Poirot erzählt sie die Geschichte, denn sie ist davon überzeugt, dass ihre Mutter nie gelogen hatte, soweit sie sich entsinnen kann. Poirot scheint an dem Fall interessiert zu sein und nimmt selbigen natürlich an.

Fünf Leute kamen in Frage, die damals, als der Mord geschah, im unmittelbarer Verbindung zu Amyas Crale, der ein bekannter Maler war, standen. Doch er war nicht nur ein erfolgreicher Künstler, sondern auch sehr beliebt bei den Frauen. Er hatte viele kurze Angelegenheiten und doch kam er immer wieder zu seiner Frau Caroline zurück, die er wirklich und einzig allein liebte. Doch bei Elsa Greer war es schließlich anders: Er war verrückt nach ihr und obwohl er sonst keine Portraits malte, entschied er sich, es bei ihr zu tun. Es würde sein Meisterwerk werden, wie er selbst sagte. So verbrachte er auch eines Tages die Zeit, während die anderen zu Mittag aßen, draußen an seinem Platz, wo er immer malte. Caroline entschied sich daraufhin ihm ein kaltes Bier zu bringen, doch als sie ihn entdeckt, ist er bereits tot. Alles spricht gegen sie, denn sie sah ihn zuletzt und auch die Fingerabdrücke auf der Flasche hätte der Tote nie so bewirken können. Zudem wurde auch ein Parfumfläschchen mit dem Koniin bei ihr gefunden, mit dem Amyas Crale vergiftet wurde.

Nun liegt es an Hercule Poirot, die Leute zu befragen, die damals anwesend waren. Mag es etwa doch Elsa Greer gewesen sein, die aus irgendeinem Grund Amyas töten wollte, weil sie etwas Schreckliches erfuhr? Oder Philip Blake- sein bester Freund- der vielleicht eifersüchtig war? Aber auch sein Bruder- Meredith Blake- könnte Anlass gehabt haben. Zudem wäre da auch Carolines Halbschwester, die sich vielleicht an ihr rächen wollte, weil Carla ihr damals einen Briefbeschwerer an den Kopf warf und sie für immer entstellte. Wie Poirot selbst sagte, war er nicht voreingenommen, dass die Aussage Carlas stimme und doch ging er fest davon aus, dass Caroline nicht schuldig war. Doch auch sie hätte Grund- jetzt wo sie wusste, dass ihr Mann Amyas ernsthaft an Elsa Greer interessiert zu sein schien...Wird Poirot einen Mord nach über 16Jahren lösen können und den wahren Täter entlarven? ...Das unvollendete Bildnis der Elsa Greer gab ihm eine heiße Spur...!

Fakten
°*°*°*°
Name: Das unvollendete Bildnis

ISBN- Nummer: 3 - 7855 - 3096 - X

Seiten: 222

Preis: 8,90€

Meine Meinung
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Schön, nach doch einiger Zeit mal wieder einen Agatha Christie- Roman zu lesen, wo man sicher ist, dass man auch ordentlich was geboten bekommt. Auch dieser Roman von der "Autorin des Jahrhunderts" ist keine Ausnahme. Begonnen wird ohne große Umschweife und recht schlicht. Carla Lemarchant, die eigentlich wie ihre Mutter Caroline Crale heißt, erzählt, dass sie die Wahrheit über den Tod ihres Vaters wissen will und Poirot willigt natürlich ein, den Fall anzunehmen. Zunächst befragt er Verteidiger und dergleichen und schafft es wie immer durch geschickte und knifflige Fragen immer ein Puzzleteil mehr zu gewinnen, was ihm letztlich helfen wird, des Rätsels Lösung zu finden. Es ist wirklich amüsant mitzulesen, wie er die einzelnen Personen regelrecht ausquetscht, wie es seine Art nun mal ist. Doch eben diese machen die Romane immer zu etwas Besonderem. Fast niemand kann ihm etwas anhaben und er kommt seinem Ziel ohne viele Rückschläge immer näher. Sicher, auch er macht in diesem Buch wieder Fehler, die auch ganz wichtig sind, um die Spannung und Glaubwürdigkeit aufrechtzuerhalten.

Aufgrund der vielen Befragungen die Poirot bevorstehen, ist dieser Roman folglich einer, der fast ausschließlich auf Dialogen zwischen ihm und einer weiteren Person aufbaut. Normalerweise ist das soweit ich beurteilen kann nicht Agatha Christies Art, aber trotzdem hat sie sie mit Bravour gemeistert. Die Dialoge sind stets übersichtlich und man weiß immer, wann wer etwas sagt. Geschickt sind die einzelnen Kommentare verknüpft, sodass nicht nur stupides Auflisten selbiger geboten wird. Immer wieder wird einem kurz ein Überblick über dessen geschaffen, was Poirot bisher herausgefunden hat oder herauszufinden versucht. Demzufolge also sehr spannend und fesselnd geschrieben, was das Aufhören des Lesens sehr schwer gestaltet.

Im Grunde ist das Buch in vier Abschnitte geteilt. Der erste Teil ist der Prolog, in dem Carla Lemarchant ihr Anliegen Poirot vorträgt. Der zweite Abschnitt befasst sich nun mit den Befragungen der einzelnen Personen, die mit Amyas Crale um diese Tatzeit Kontakt hatten. Jeden dieser 5Personen beauftragt er damit, einen ausführlichen Bericht über die Begebenheiten des damaligen Falles zu verfassen, in dem sie jeden Fakt- auch wenn er noch so unwichtig schien- schriftlich festhalten sollen. Deshalb ist dies damit auch der längste und ausführlichste Teil, doch den Höhepunkt erlangt das Buch erst im dritten Abschnitt in dem nun alle Berichte der jeweiligen 5Personen aufgelistet werden. Man liest hier im Grunde also 5Mal dasselbe und dennoch ist es nicht uninteressant oder dergleichen, da erstens jeder ein wenig anders vom Schreibstil ist (was auch nicht verwunderlich sein sollte) und zum Zweiten die Geschehnisse sich zum Teil sehr differenzieren. Der vierte Teil ist dann schließlich die Lösung des ganzen Rätsels...

Die verschiedenen Berichte beweisen einmal mehr, dass Agatha Christie zurecht "Autorin des Jahrhunderts" ist, denn es ist schon eine recht ansehnliche Leistung, so viele derart verschiedene Schreibstile zu Papier zu bringen. Folglich auch der Teil, der mir persönlich am Besten gefällt. Zudem hat der Leser auch hier selbst die Möglichkeit einfach zu lesen, um anschließend Poirots Schlüsse daraus zu erfahren oder einfach selbst mitzuraten. Denn das ist hier mit ein wenig Anstrengung doch schon möglich. Bei anderen Romanen ist es zumeist ja der Fall, dass zwar kleine Andeutungen gemacht werden, man aber nie weiß, wie dies nun mit dem Fall zusammenhängen mag. Hier ist das ganz offensichtlich und damit auch Rätselspaß gegeben. Es ist einem also selbst überlassen, ob man daraus ein leichte oder eben schwere Leselektüre macht.

Der letzte Abschnitt ist nun der, der mir nicht ganz so zugesagt hat. Eigentlich liegt meistens das Gegenteil vor und irgendwie tut es dies auch wieder, aber lasst mich erklären: Poirot beschreibt wie immer faszinierend, wie er die ganze Sache sieht und aus welchen Kommentaren er welche Schlüsse gezogen hat. Er tut dies wie immer recht ausführlich und man weiß wiederum bis zum Ende nicht, wer nun eigentlich der Täter war. Und hier kommt der springende Punkt: Bei anderen Romanen ist es der Fall, dass man letztlich einsieht, dass es nur so und nicht anders sein konnte. Doch eben das ist hier nicht der Fall. Man könnte die Begebenheiten, die in dem Zeitraum passiert sein mochten noch hundertfach variieren und es würde trotzdem glaubwürdig sein. Hier hat Agatha Christie es deswegen nicht vollends geschafft, den Leser zu überzeugen, dass Poirot große Arbeit geleistet hat. Folglich ist die Story also nicht ganz schlüssig, damit es am Ende auch eine absolute Lösung gibt. Man muss jedoch dazusagen, dass am Ende die von Poirot beschuldigte Person es zugegeben hat, sodass das Ende dann für den aufmerksamen Leser doch noch halbwegs gerettet ist.

Der Schreibstil dieses Romans ist wie gewöhnlich sehr ausschmückend und unterhaltend. Agatha Christie legt wie immer großen Wert auf die Beschreibungen der einzelnen Personen, sodass man ein besseres Vorstellungsvermögen von dem Fall bekommt. Aber auch so gelingt es der Autorin wieder den Leser derart zu fesseln, dass es schwer ist, das Buch wegzulegen. Aufgefallen ist mir zudem auch noch, dass A. Christie hier diesmal an französischen Floskeln, wie sie Poirot oftmals nutzt, reichlich gespart hat. Für Laien, die also der französischen Sprache nicht mächtig sind, kann dies nur von Vorteil sein. In diesem Punkt habe ich also keinerlei Abstriche zu machen.

Fazit
°*°*°
Die Story ist sehr viel versprechend und auch absolut spannend- und sie bleibt es auch bis zum Ende hin. Für aufmerksame Leser wird das Ende allerdings nicht ganz zufrieden stellend sein, da man merkt, dass Poirot- wider seiner eigenen Worte- voreingenommen war.
Und deshalb finde ich das Ende auch nicht sonderlich gut verfasst. Es gibt einfach noch zu viele Fragen, die offen bleiben, wenn man so will. Der Rest dieses Buch hat mich allerdings vollends überzeugt und ist auch in vielen Aspekten ein etwas anderer Roman der "Autorin des Jahrhunderts". Demzufolge erteile ich 4 von 5 mögliche Sternen, sowie eine deutliche Weiterempfehlung.

LG, Janin, Cottbus, den 17.04.2005

Community Bewertungen

Dieser Erfahrungsbericht wurde 884 mal gelesen und wie folgt bewertet:
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • WhiteLady veröffentlicht 28.09.2005
    Buch super, Bericht super... *g* Ich fand den Aufbau des Buches auch sehr gut, besonders als alle IHRE Sicht der Dinge mitteilen konnte. Allerdings ist Poirot fuer meinen Geschmack etwas zu ueberheblich. Und als Leser hat man keine Chance selber zum Ende kombinieren. Auch beim 2ten und 3ten Mal Lesen, sind mir zwar verschiedene Dinge aufgefallen, aber ich weiss, ohne P.'s Aufloesung haette ich es nict rausbekommen. Selber Kombinieren macht doch soviel Spass... LG cc
  • Koivu veröffentlicht 19.09.2005
    wiedermal typisch Agatha:) immer diese Enden!hab grad "das allibi" gelesen... auch dort hat mich das ende enttäuscht. andere lieben es, aber ich mach mich genervt:)egal, dein bericht is super! LG Koivu
  • wirrchen veröffentlicht 19.09.2005
    ist schon ewig her das ich dieses buch gelesen habe, aber dein bericht hat mir die erinnerungen wiedergebracht. ich weiß nur nicht mehr wer es war. vielleicht mal ein eintrag im gästebuch mit antwort? wär gut. ansonstengebe ich dir völlig recht. wirrchen
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Produktdaten : Das unvollendete Bildnis / Agatha Christie

Produktbeschreibung des Herstellers

Seine Malerei und seine Leidenschaft für die Frauen haben Amyas Crale berühmt gemacht, sein Tod hingegen war eher unrühmlich. Vor sechzehn Jahren wurde seine Frau zu lebenslänglicher Haft verurteilt, weil sie ihn vergiftet hatte. Carla, die Tochter der Crales, ist immer noch von der Unschuld ihrer Mutter überzeugt. Sie fordert Hercule Poirot auf, den Fall erneut zu untersuchen: Er soll den Namen ihrer Mutter reinwaschen und herausfinden, was damals wirklich geschah, als Amyas Crale das Bildnis seiner Geliebten unvollendet lassen musste.

Haupteigenschaften

Produktform: Einband - flexibel (Paperback)

Nummer der Ausgabe: 2, 3

Ausgabe: 2., Aufl.

Seitenzahl: 224

Erscheinungsdatum: 2010, 2007

ISBN: 3596175844

EAN: 9783596175840

Titel: Das unvollendete Bildnis

Sprache: Deutsch

Kategorie: Belletristik / Krimis, Thriller, Spionage

Medium: Taschenbuch

Verlag: Fischer Taschenbuch

Höhe: 180 mm

Breite: 115 mm

Lieferstatus: lieferbar

Nummer innerhalb der Reihe: 17584

Titel der Reihe: Fischer Taschenbücher, Unterhaltung

Autor: Agatha Christie

Titel in Originalsprache: Five Little Pigs

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