Das unvollendete Bildnis / Agatha Christie

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Das unvollendete Bildnis / Agatha Christie

Seine Malerei und seine Leidenschaft für die Frauen haben Amyas Crale berühmt gemacht, sein Tod hingegen war eher unrühmlich. Vor sechzehn Jahren wurd...

> Detaillierte Produktbeschreibung

90% positiv

6 Erfahrungsberichte der Community

Erfahrungsbericht über "Das unvollendete Bildnis / Agatha Christie"

veröffentlicht 24.05.2012 | Gloriaforever
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Über sich :
Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch nach 2018! Ein paar vorgeschriebene Berichte hab ich auch noch also lesen wir uns auch in 2018 noch! ;-)
Ausgezeichnet
Pro spannend, kurzweilig, keine unlogischen Abläufe, viele verdächtige Personen
Kontra Hercule Poirot weiß manchmal mehr als der Leser und hält Informationen lange zurück
sehr hilfreich
Leserschaft
Niveau
Stil
Unterhaltungswert
Spannung

"Wer tötete den Maler Amyas Crale?"

Das Titelbild meiner Weltbild Edition Buchausgabe.

Das Titelbild meiner Weltbild Edition Buchausgabe.

Das nächste Buch ist wieder ein Hercule Poirot-Krimi und heißt Das unvollendete Bildnis.

Aussehen des Buches
Bei meiner Ausgabe handelt es sich um Eine Weltbild Verlag Edition, die vor etlichen Jahren einmal erschienen ist. Die Bücher sind alle fest gebunden, haben einen harten, schwarzen Deckel und rote und weiße Schrift. Es gibt keinen extra Einband. Dieses Exemplar zeigt auf der Vorderseite die Staffelei eines Malers.

Text von der Vorderseite:
Agatha Christie
Das unvollendete Bildnis
Ein Hercule Poirot-Krimi

Allgemeine Buchdaten
Das englische Original erschien 1941/1942 unter dem Titel Five Little Pigs. Die deutsche Originalausgabe liegt beim Scherz Verlag vor. Die Ausgabe des Weltbild Verlages ist eine Lizenzausgabe.

Leserschaft: Jedermann
Seitenanzahl: 178
Weltbild Artikelnummer: 296848045
Preis: Das Buch kostete in der Weltbild Edition vor einigen Jahre 11,00 Euro. Das war der monatliche Preis für zwei Buchausgaben. Bei Amazon.de kostet ein broschiertes Buch von 2007 7,95 Euro.

Über die Autorin
Agatha Christie wird nicht umsonst die Queen of Crime genannt. Sie wurde 1890 in England geboren und pflegte während des 1. Weltkrieges Verwundete und arbeitete in einer Klinikapotheke. Dort erlange sie ihr Wissen über Gifte. Nachdem sie ihren zweiten Ehemann, einen Professor für Westasiatische Archäologie geheiratet hatte, bereisten die beiden den vorderen Orient. Daher spielen dort auch einige ihrer Krimis. Insgesamt schrieb sie 66 Kriminalromane, 144 Stories und 15 Theaterstücke. 1976 starb sie mit nur 85 in Oxford an einem Schlaganfall.

Beschreibung auf der Rückseite
Wieder einmal winkt Meisterdetektiv Poirot ein höchst kniffeliger Fall. Ein Mord soll aufgeklärt werden, der über 16 Jahre zurückliegt! Damals wurde Caroline Crale angeklagt, ihren Mann Amyas, einen begnadeten Maler, aus Eifersucht vergiftet zu haben. Amyas war seiner Geliebten Elsa Greer, einer ebenso schönen wie grausamen jungen Frau, mit Haut und Haaren verfallen. Noch kurz vor seinem Tod schuf er ein äußerst beunruhigendes Bildnis der teuflischen Angebeteten. Schon im Gerichtssaal bestand Zweifel an der Schuld Carolines, die so gelassen wirkte und später im Gefängnis starb. Der befreundete Philip Blake hielt sie für eine kaltschnäuzige Intrigantin, während sein Bruder Meredith und Carolines Halbschwester Angela sie vergötterten. Hercule Poirot fackelt nicht lange und bittet alle Beteiligten zu einem „Ausflug in die Vergangenheit“...

Meine eigene Buchbeschreibung
Carla Lemarchant hat einen besonderen Auftrag für Poirot. Er soll beweisen, dass ihre Mutter Caroline Crale vor 16 Jahren ihren Vater Amyas Crale, der ein berühmter Maler war, nicht ermordet hat. Sie erhielt einen Brief der Mutter, die bereits nach einem Jahr im Zuchthaus verstarb. Darin erklärt Caroline, dass sie ihren Ehemann nicht umgebracht hätte. Die Beweise des Falls lagen damals aber ganz anders. Vor 16 Jahren malte Amyas die gerade 20jährige Elsa Greer, die sich unsterblich in ihn verliebte und auf eine Scheidung drängte. Als Amyas schließlich einwilligte, wurde er durch Gift im Bier getötet. Der Verdacht fiel sofort auf Caroline, die bei der Verhandlung nicht einmal den Versuch machte, ihre Unschuld zu beweisen.

Poirot macht sich also daran, völlig unvoreingenommen, alle Personen die auf dem Anwesen der Crales den Mord miterlebt hatten, zu befragen. Dazu gehören Philip und Meredith Blake, beides Freunde von Amyas, die er schon seit Kindheitstagen kannte und auf dem Anwesen neben dem der Crales wohnten. Natürlich muss Poirot auch Elsa Greer befragen, die mittlerweile eine Lord geheiratet hat. Dann waren noch Carolines Schwester Angela Warren und deren Gouvernante Miss Wiliams anwesend. Poirot stellt bald fest, dass er von jeder Person eine andere Geschichte präsentiert bekommt. Ausgerechnet von der Gouvernante Miss Williams, die zwar auf Carolines Seite war, aber trotzdem felsenfest von ihrer Schuld überzeugt ist, erhält Poirot den entscheidenden Hinweis auf die Unschuld Carolines. Doch wer war wirklich der Mörder? Angela wurde als Kind von Caroline entstellt, als sie nach ihr mit einem Briefbeschwerer warf. Das Mädchen hat seitdem eine lange Narbe auf der Wange und ist auf einem Auge blind. Ob sie den verhassten Schwager tötete, weil er immer nur an ihr herum meckern konnte? Auch Philip könnte den Freund getötet haben, da er in Caroline unsterblich verliebt war. Meredith dagegen war hinter Elsa her.

Meine Meinung und Fazit
Dieses Mal muss Poirot in einer Mordgeschichte ermitteln, die schon lange zurück liegt. Er willigt aber ein, da Carla Lemarchant vor ihrer Hochzeit wissen möchte ob ihre Mutter Caroline vor 16 Jahren tatsächlich ihren Vater Amyas umbrachte. Die Ermittlungen gestalten sich für Poirot sehr schwierig, da jeder der Beteiligten von damals eine andere Geschichte erzählt. Dabei sind alle, außer Carolines Schwester Angela von deren Schuld überzeugt. Für Caroline selbst, kommen die Ermittlungen ohnehin zu spät, da sie im Zuchthaus bereits ein Jahr nach dem Mord gestorben ist. Doch Carla möchte ihre Mutter reingewaschen sehen. Poirot verspricht allerdings nur die Wahrheit herauszufinden. Fest steht schon bald, dass es sich um einen Mord aus Eifersucht handelt. Aber war Caroline auf die junge Elsa eifersüchtig und mordete daher Amyas, weil sie ihn nicht teilen wollte? Oder ermordete Philip, der beste Freund von Amyas, ihn da er eifersüchtig auf die Ehe mit Caroline war, die er schon immer liebte? Sogar Philips älterer Bruder Meredith scheint ein Motiv zu haben. Er verliebte sich in Elsa. Tötete er deswegen Amyas? Schließlich deutet sogar alles auf Angela hin. Sie hasste Amyas, da sie ihre Schwester Caroline nicht teilen wollte. Deswegen spielte sie ihm immer wieder Streiche. So versteckte sie einmal Schnecken in seinem Bett und träufelte ein anderes Mal Baldrian in sein Bier. Doch gab sie auch das Gift Koiin – Schierlingsextrakt – in sein Bier und tötete ihn? Für Poirot soll es kein leichter Fall werden. Aber natürlich finden die kleinen grauen Zellen auch in diesem Fall die Wahrheit heraus.

Das Buch wird in drei Teile unterteilt. Der erste Teil beschäftigt sich mit den Befragungen der beteiligten Personen. Poirot macht sich die Mühe alle Personen persönlich zu Hause aufzusuchen um den Tathergang von jedem einzelnen erzählt zu bekommen. Das ist an sich schwierig, da jede Person sich an die Vorgänge, die vor 16 Jahren passiert sind, erinnern muss. Deswegen bittet Poirot jede einzelne Person einen Bericht für ihn zu verfassen und in eigenen Worten alle Einzelheiten, die jedem noch einfallen, aufzuschreiben. Er erwartet hieraus entscheidende Hinweise. In Wirklichkeit – das kommt aber erst am Ende heraus, wenn er seine grandiose Auflösung im Kreis der Beteiligten von sich gibt – weiß er aber schon viel früher, dass Caroline den Mord nicht begangen hat. Denn die Gouvernante Miss Williams gibt einen entscheidenden Hinweis. Allerdings liest man diesen Hinweis erst, wenn ihr Bericht bei Poirot schriftlich eingeht. Es ist eine der wenigen Stellen in den Büchern von Agatha Christie wo ein Hinweis wirklich nur Poirot lange vor dem Leser bekannt ist. Ab dem Bericht von Miss Williams war mir auch gleich klar, dass Caroline nicht die Mörderin sein konnte. Aber wie gesagt: Agatha Christie lässt den Leser hier einige Zeit im Dunkeln. Die Berichte der Beteiligten bilden den zweiten Teil des Buches. Der dritte Teil besteht schließlich aus dem Zusammentreffen der Beteiligten von damals. Auch Carla und ihr Verlobter sind anwesend. Vor diesen Personen erörtert Poirot zunächst einmal wie die Sachlage vor 16 Jahren war und warum Caroline nicht die Mörderin gewesen sein kann. Und schließlich enttarnt er den anwesenden Mörder.

Besonders intensiv beschreibt Agatha Christie dieses Mal die Personen und auch die Umgebung in der der Mord stattfand. Als Leser kann man sich hier ein sehr deutliches Bild der Geschehnisse machen. Es fällt auch nicht unangenehm auf, dass der Mord immer und immer wieder von jeder einzelnen Person Poirot gegenüber erzählt werden muss. Normalerweise würde das ja mit der Zeit langweilig werden. Aber Poirot stellt jedes Mal wieder neue interessante Fragen und so eröffnet er dem Leser mit diesen Befragungen immer mehr ein detailliertes Bild des Mordes aber auch der beiden Hauptpersonen Caroline und Amyas, die sich wirklich innig geliebt haben. Das Grundthema des Buches ist auch Liebe und Hass. Das bestimmt den Mord und ist auch das Hauptmotiv. Der Mord selbst wird mit dem Gift Koiin begangen. Der Schierlingstrank tötet langsam. Die Arme und Beine werden steif und können nicht mehr bewegt werden. Schließlich geht das Taubheitsgefühl über den ganzen Körper bis das Opfer schließlich stirbt. Es gibt keine brutalen Stellen. Zwar wird die Todesart beschrieben. Aber es fließt kein Blut und es gehen auch nicht verschiedene Personen mit Gewalt gegeneinander vor. Der Mord ist schon lange geschehen und das Bedrückende an der Situation ist eher die Erkenntnis, dass die falsche Person als Mörderin verurteilt wurde. Ich kann das Buch daher auch für reifere Jugendliche empfehlen.

Der Schreibstil ist zwar ausschmückend, aber nicht negativ überladen. Im Nachhinein betrachtet waren wirklich alle Informationen wichtig um den Mordhergang und den Mörder selbst und seine Beweggründe verstehen zu können. Die Geschichte ist spannend und nicht langatmig erzählt. Es gibt keine unlogischen Stellen und die Sprache ist recht einfach gehalten. Durch den eher verzwickten Mord würde ich das Buch aber als anspruchsvoll beschreiben. Vor allem der psychologische Aspekt ist hier reizvoll. Darauf macht Poirot auch immer wieder aufmerksam. Mein Buch ist schön und stabil gebunden. Die Schrift ist, wie bei allen Ausgaben der Editionserie, etwas klein. Bei neueren Taschenbüchern ist das bestimmt besser. Dafür sind die Seiten nicht zu eng bedruckt, was das Lesen sehr erleichtert. Die Kapitel sind auch nicht zu lang. Das unvollendete Bildnis wurde auch schon von BBC mit David Suchet als Poirot verfilmt. Der Film hält sich bis auf eine kleine Unstimmigkeit am Anfang und Ende sehr detailliert an das Buch. Am Anfang und Ende wurde ein bisschen mehr Dramatik in die Geschichte hineingebracht. Meiner Meinung wäre das nicht nötig gewesen, aber so wurde es nun einmal gemacht.

Ich kann das Buch „Das unvollendete Bildnis“ auf jeden Fall zum Lesen empfehlen. Das Buch ist spannend, da man wissen möchte wer Amyas Crale wirklich umgebracht hat. Der Täter ist aber gut versteckt. Poirot macht sich hier viel Mühe und interviewt alle Beteiligten. Trotzdem hält er ein kleines Detail zurück, was er dem Leser in aller Deutlichkeit erst ziemlich am Ende offenbart. Dadurch bleibt die Spannung aber auch bis zum Schluss erhalten. Von mir erhält das Buch die volle Wertung von 5 Sternen.

Community Bewertungen

Dieser Erfahrungsbericht wurde 590 mal gelesen und wie folgt bewertet:
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • ciao2002 veröffentlicht 26.05.2017
    :-))
  • masterlanguages veröffentlicht 17.08.2015
    kenne ich ;-)
  • Cinderella22 veröffentlicht 08.09.2012
    Prima
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Produktdaten : Das unvollendete Bildnis / Agatha Christie

Produktbeschreibung des Herstellers

Seine Malerei und seine Leidenschaft für die Frauen haben Amyas Crale berühmt gemacht, sein Tod hingegen war eher unrühmlich. Vor sechzehn Jahren wurde seine Frau zu lebenslänglicher Haft verurteilt, weil sie ihn vergiftet hatte. Carla, die Tochter der Crales, ist immer noch von der Unschuld ihrer Mutter überzeugt. Sie fordert Hercule Poirot auf, den Fall erneut zu untersuchen: Er soll den Namen ihrer Mutter reinwaschen und herausfinden, was damals wirklich geschah, als Amyas Crale das Bildnis seiner Geliebten unvollendet lassen musste.

Haupteigenschaften

Produktform: Einband - flexibel (Paperback)

Nummer der Ausgabe: 2, 3

Ausgabe: 2., Aufl.

Seitenzahl: 224

Erscheinungsdatum: 2010, 2007

ISBN: 3596175844

EAN: 9783596175840

Titel: Das unvollendete Bildnis

Sprache: Deutsch

Kategorie: Belletristik / Krimis, Thriller, Spionage

Medium: Taschenbuch

Verlag: Fischer Taschenbuch

Höhe: 180 mm

Breite: 115 mm

Lieferstatus: lieferbar

Nummer innerhalb der Reihe: 17584

Titel der Reihe: Fischer Taschenbücher, Unterhaltung

Autor: Agatha Christie

Titel in Originalsprache: Five Little Pigs

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