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Das zweite Königreich - Historischer Roman / Rebecca Gablé

Gesamtbewertung (19): Gesamtbewertung Das zweite Königreich - Historischer Roman / Rebecca Gablé

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Die Sprache der Neuzeit in der Antike des Mittelalters

4  21.11.2010

Pro:
spannend, interessanter historischer Background

Kontra:
teils flapsige Sprache, viele interessante Ereignissse der Geschichte kommen zu kurz

Details:

Niveau

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

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ellementz

Über sich: Hallo, mein Name ist David. So lautet mein richtiger Name. Natürlich NICHT "ellementz". I...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 57 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Grüße von mir

Hallo, liebes Ciao-Team, heute geht es in meinem Bericht um den Roman „Das zweite Königreich“ von Rebecca Gable. Kurz gesagt geht es darum um einen jungen Mann namens Caedmon, der im Dienste eines normannischen Königs stammt, der im 11. Jahrhundert über England herrscht.
Weil es ein Historien-Roman ist, werde ich nicht nur was über den Inhalt des Romans erzählen, sondern auch über die geschichtlichen Hintergründe.

Die Autorin

Okay, kommen wir zuerst zu den Autoren bzw. Autorinnen solcher Bücher. Schließlich kennt ja nicht jeder Rebecca Gable´.
Geboren wurde sie am 25.06.1964 in Mönchengladbach. Diesen Namen verwendet sie übrigens als Pseudonym, um ihren Bezug zur Historik zu bekräftigen. Neben diesem Roman hat sie „Das Lächeln der Fortuna“, „Der König der purpurnen Stadt“, „Die Hüter der Rose“ und „Das Spiel der Könige“ geschrieben. Natürlich kann man auch den Roman „Die Siedler von Catan“ dazu nehmen, wenn die Geschichte nicht für eines der bedeutendsten Brettspiele der Welt erfunden wurde.
Aber sie hat nicht nur historische Romane, sondern auch Kriminalromane erfunden, auch wenn diese kaum Popularität erreicht haben.

Geschichtlicher Hintergrund

Bevor es zum Inhalt geht, schreibe ich was über den geschichtlichen Hintergrund, denn seltsamerweise habe ich diesmal KEIN großes Empfinden über die über 800 Seiten des Romans, was im Übrigen fast schon „Standard“ bei historischen Romanen ist.
Ich erzähle über historische Ereignisse und beschreibe ganz kurz 5 reale Gestalten, die in dem Buch vorkommen.

Wilhelm I.

Die erste Person, die ich euch vorstelle ist die wohl bekannteste in diesem Roman, nämlich Wilhelm der Eroberer, auch „William the Conqueror“ genannt. Von seinen Feinden wurde er „Wiliam the Bastard“ genannt. Kein Wunder, war er doch wie alle Könige der Welt damals gegen diese grausam und unerbittlich. Und weil es eine längere Periode Könige aus dem Ausland gegeben hat, die KEINE Angelsachsen waren, war er kein echter Engländer. Selbst, wenn man es heute nicht gerne sagt und hört.
Sein wichtigster Erfolg war die Schlacht bei Hastings, die er übrigens gewonnen hat. Er lebte von 1027 bis 1087. Und bis zu diesem Zeitpunkt handelt auch das Buch. Zudem ist er schließlich auch der Hauptbösewicht, da er auch in der Realität zu recht den Ruf hatte, Recht schreiben zu wollen, aber Unrecht zu sprechen.
Harold Godwinson

Nicht ganz so bekannt und vom Namen EINDEUTIG von Wikingern abstammend ist der wohl letzte „echte“ Angelsachse, Harold Godwinson, der Vorgänger von Wilhelm der Eroberer war. Er wurde von seinem Nachfolger, Wilhelm dem Eroberer in der Schlacht von Hastings getötet und sein Tod wurde als „Satire“ auf dem Teppich von Bayeux gestickt. Natürlich handelt dieses Buch auch darüber, auch wenn die Schlacht in den üblichen Beziehungskisten ein wenig „untergeht“.
Eduard der Bekenner

Eduard der Bekenner war neben Harold Godwinson einer der Herrscher von England. Er hieß so, weil dieser besonders christlich war, auch wenn er nicht unbedingt mit „Nächstenliebe“ gehandelt hat. Er hat sich schließlich mit den Dänen angelegt, aber auch kurzzeitig den Weg der Herrschaft eines uns bereits doch etwas bekannten Nordmannes geebnet. Und weil dieser besonders christlich war, hat man ihn heiliggesprochen.
Odo von Bayeux

Odo von Bayeux war nicht nur Bischof der gleichnamigen Diözese, sondern auch Graf von Kent, einer längst untergegangen Grafschaft. Er lebte von 1030 bis 1097 und war Bruder von Wilhelm dem Eroberer.

Die Schlacht bei Hastings

Ganz wichtig zu erwähnen ist die Schlacht bei Hastings. Sie fand im Jahr 1066 statt, weil es ein pikantes Detail im Leben des Königs Eduard den Bekenner gab. Er hatte offenbar was mit einer Nordmännin. Okay, Spaß beiseite. Es war SCHON legale Liebe im Spiel, weswegen sein Kronprinz einen nordischen Namen bekam.
Für Harald Godwinson wäre es schön gewesen, bis zum Tode als König zu herrschen, wäre da nicht der machthungrige Herzog der Normannen Wilhelm I. gewesen. Denn obwohl Harald und seine Familie fleißig dabei waren, England vom Süden zu erobern, war dieser dabei das bereits eroberte Gebiet wiederum zu erobern. Das führte natürlich zu einem der blutigsten Schlachten der letzten 2.000 Jahre mit 4.000 Toten und zur endgültigen Herrschaft Wilhelms dem „Conqueror“. Die Folge war dann, dass es Konflikte zwischen Normannen und Angelsachsen gab, die sich 114 Jahre lang als „Höhepunkt“ entluden und England „englisch“ machten. Aber auch heute gibt es französisch angehauchte Begriffe in der englischen Sprache, genau so wie englisch angehauchte Begriffe in der französischen Sprache.
Der Teppich von Bayeux

Der Teppich von Bayeux ist wohl der wertvollste und bekannteste Teppich der Welt. Er ist knapp 75 Meter lang und zeigt die Schlacht bei Hastings. Und weil Odo der Bruder vom „Eroberungs-Willi“ war, hat er ihn halt in seinem Auftrag sticken lassen. Auch in gewisser Weise als Spott über die „Beinahe-Neu-Dänisierung“ (England war ja schließlich eine Zeit lang dänisch) durch seinen ärgsten Rivalen Harold II., Godwinson.
Natürlich ist auch anzumerken, dass er vor allem in der Zeit entstand, als Harold G. noch für seine Verdienste „gelobt“ wurde und nicht gleich der „Normannen-Schock“ kam.
Er hängt übrigens seit geraumer Zeit nicht mehr in der Kathedrale, wo er jahrhundertelang ausgestellt wurde, sondern in einem Museum in der Stadt B.

Der Inhalt

Gut, wollt ihr ihn jetzt haben den Inhalt? Gut, hier bekommt ihr ihn.
Das Buch erstreckt sich über den Zeitraum von 1064 bis 1087. Also ein durchaus angemessener Zeitraum ohne große Zeitsprünge, da die Lebenserwartung im Mittelalter natürlich nicht so lange war.
Es geht in dem Buch um einen anfangs 17-jährigen Mann aus niederem, fiktiven Adel namens Caedmon von Helmsby. Weil sein Vater ebenfalls für einen König gearbeitet hat, nämlich offenbar seinem Vor-Vorgänger Eduard der Bekenner, bekommt Caedmon eine Beziehung zu seinen Nachfolgern. Zudem lehrt sein Vater ihm normannisch, um den neuen König besser verstehen zu können.
Vor allem aber auch, um seinen Jähzorn zu sänftigen. Denn hätte er was im Normannischen falsch verstanden, wäre dieser Roman vielleicht nur 400 Seiten dick geworden und hätte im Jahr 1066 geendet, weil der Held dann mit höchster Wahrscheinlichkeit hingerichtet worden wäre.
Also versucht dieser dezent zu bleiben, auch wenn ihm die ständige „Offensivarbeit“ seines neuen Arbeitgebers so gut wie gar nicht liegt.
Nun ja, auch wenn es damals das Internet noch nicht gegeben hat, so ein König hat überall seine Elitetruppen, Spione und „Speichellecker“. Und die haben ihn dann in das Gefängnis und in die Folter gebracht. Aber dennoch hatte er einen Überlebenswillen, vor allem, weil sich IMMER WIEDER sein Gewissen und seine Loyalität gemeldet haben. Also knapp vorbei an Enthauptung, Vierteilung, Rädern oder Galgen wegen Hochverrats. In Lebensgefahr begibt er sich aber, als er die ebenfalls fiktive und aus dem mittleren Adel stammende Aliesa liebt, die ja leider auch eine Mätresse vom „bösen Wilhelm“ gewesen ist.
Daneben wird die Geschichte sowohl aus der Sicht der Engländer, aus der Sicht der Dänen (am Anfang) und aus der Sicht der Normannen erzählt.

Mein Fazit


Also mir gefällt das Buch. Es ist angenehm zu lesen, zwar recht dick, aber kein Tausendnochwasseiten-Wälzer wie „Die Säulen der Erde“ oder viele Romane der Schriftstellerin dieses Buchs. Daher bin ich fast am Ende. Natürlich gibt es da einige Längen, in denen so gut wie nichts passiert, nicht einmal eine kitschige Liebesgeschichte.
Leider aber finde ich Manches in dem Buch etwas langweilig erzählt. Ich hätte da mehr „Kriegsaction“, gerade bei der Schlacht von Hastings gewünscht. Vielleicht habe ich das einfach nur übersehen, weil ich IN WIRKLICHKEIT 100mal lieber im Internet surfe als ein x-beliebiges Buch zu lesen und ich ansonsten auch erst seit dem Buch „Die Säulen der Erde“ konkret angefangen habe, Romane zu lesen.
Ich denke (und hoffe), ich kann mich überwinden, meine Freizeit nicht nur einem Spaziergang, soweit es denn im Winter und wegen meiner Arbeitszeit her möglich ist; sondern auch dem Lesen diverser Romane zu widmen.
Aber genug davon. Jetzt kommen wir natürlich zur Kritik über das Buch selber und da scheint die gute Frau es etwas mit der Sprache übertrieben zu haben. Redet der niedere Adel im flapsigen Ton eines modernen englischen Fußballfans, redet der Hochadel im gestelzten mittelalterlichen Ton. Nein, ihr braucht keine Angst zu haben, dass es um die Elektrizität geht. Aber auch heute gibt es noch Diktatoren, auch wenn deren Eroberungsfeldzüge durch die „Weltgemeinschaft“ doch unterbunden werden.
Da die wohl bedeutendste Liebesgeschichte zwischen dem „Kleinen Grafen“ Caedmon und der doch um einiges mächtigere Aliesa weder zu kurz noch zu lang gehalten wurde, ist dieser Romane auch für die „Frau von heute und morgen“ geeignet. Aber natürlich auch für Männer. Vor allem, die sehen wollen, wie Peers (heutiger Begriff von Grafen, die nur über 2-3 Dörfer bzw. Kleinstädte im Mittelalter gebieteten) sich im wahrsten Sinne des Wortes „durchgeschlagen“ haben.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
goat_2

goat_2

20.03.2011 21:28

Ich habs leider noch nicht gelesen.

Summertime_1981

Summertime_1981

21.11.2010 17:21

Klingt sehr interessant - prima beschrieben und GLG

Imation2

Imation2

21.11.2010 17:19

Klasse berichtet, lass ich dir ein "BH" hier..)

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