Erfahrungsbericht über

Dead End (DVD)

Gesamtbewertung (4): Gesamtbewertung Dead End (DVD)

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Marylin Manson ist ein "er"?

4  23.08.2007

Pro:
Spannung, schwarzer Humor, Auflösung, Überraschungseffekte

Kontra:
stellenweise vorhersehbar

Empfehlenswert: Ja 

Cosmay

Über sich: "Stecke lieber eine Niederlage in der Gegenwart von Weisen ein, als dass du einen Sieg über Ig...

Mitglied seit:08.07.2000

Erfahrungsberichte:2562

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 95 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vor einiger Zeit hatte ich bereits von dem Film "Dead End" gehört, wenn auch nicht mehr als das Steve Valentine (DER Nigel aus "Crossing Jordan" und somit ein definitiver Grund, den Film zu gucken) mitspielen würde. Da ich aber bzgl. diverser Vincent D'Onofrio-Filme so auf die Nase gefallen bin, wollte ich mehr als vorsichtig sein und vergaß das ganze dann auch recht schnell wieder.

Wie der Zufall es aber so wollte, wurde ich in einem anderen Forum gefragt, ob ich diesen Film kennen würde ~ und mein Interesse erwachte wieder. Schnell klickte ich also zu Amazon.de ~ und siehe da: die Story klang wahrlich interessant und der Preis lag mit 8,59 EUR exkl. Mehrwertsteuer durchaus im Rahmen des erträglichen.

Geklickt, bestellt!


//UM WAS GEHT'S?//

Die Story ist nicht nur schnell erzählt; sondern sie erinnert zugleich auch an diverse andere Filme oder Geschichtschen, die man irgendwo und irgendwie schon mal gehört hat ~ wenn auch nicht unbedingt auf die Vorweihnachtszeit abgestimmt!

Frei nach dem Motto "Es fährt ein Zug nach nirgendwo" hat sich Familienvater Frank (Ray Wise) zur Abwechslung mal zu einer Abkürzung entschlossen um zum traditionellen Weihnachtsessen der Verwandtschaft mütterlicherseits zu fahren.

Die Abkürzung gestaltet sich natürlich als Irrweg; und um sämtliche Klischees zu bedienen ist dies nicht nur der Auftakt zu kleineren Streitereien zwischen den Eltern; sondern dient ebenfalls dazu, den Rest der Familie ~ als da wären Richard (Mick Cain), Marion (Alexandra Holden) und deren Freund Brad (Billy Asher) - dem Zuschauer näher zu bringen. Nicht zuletzt kommt es auch hier, wie es allzu oft (zumindest im Filmgeschehen) kommen musste: Vater Frank schaltet auf stur und will sich prompt nicht von der Fahrerei erlösen lassen; was zur Folge hat, das dieser kurz einnickt und augenscheinlich fast einen tödlichen Unfall verursacht.

Kaum hat sich die Familie und auch der Zuschauer von diesem Schrecken erholt, folgt der eigentliche Auftakt zum Gruseln: Vater Frank meint im Waldrand eine junge Frau entdeckt zu haben und stoppt den Wagen.

Da die Frau recht verstört zu sein scheint und obendrein einen Säugling im Arm hält, beschließt die Familie kurzerhand, die ebenso geheimnisvolle wie auch schweigende Fremde in Weiß bis zur nächsten Polizeistation mitzunehmen. An einer an der Straße gelegenen Jagdhütte bringt Vater Frank den Wagen schließlich zum stehen und betritt mit seiner Frau die Hütte, um dort nach einem Telefon oder wenigstens anderen Menschen zu sehen.

Gleichzeitig sehen wir, wie Brad und die Frau in Weiß im Auto warten und letztere schließlich offenbart, dass das Kind bereits tot wäre. Brad nimmt diese Aussage nicht für bare Münze und überzeugt sich selbst ~ das, was er sieht, ist nicht grade das, was er - oder auch nur der Zuschauer - erwartet hat.
Sogleich legt sich eine bizzar-düstere Stimmung über den Zuschauer, die nach und nach an Stärke gewinnt.
Wenig später ist nicht nur die Frau mit ihrem Kind, sondern auch Brad verschwunden ~ Marion darf grade noch beobachten, wie er auf dem Rücksitz eines alten englischen Wagens liegt und scheinbar um Hilfe ruft.

Noch ein wenig später stößt Brad erneut zur Truppe ~ allerdings auf der Straße liegend und in Stücke geteilt.....

Nachdem Marion daraufhin unter Schock steht und ebenfalls zu schweigen beginnt, macht sich langsam aber sicher - und absolut verständlicherweise - die Panik unter der Familie Harrington breit. Nicht zuletzt als klar wird, dass sie sich getreu dem Film "Die Mächte des Wahnsinns" offensichtlich immer nur im Kreis bewegen; sondern erst recht, als Marion das ausspricht, was keiner zu Ende denken wollte: jedes Mal, wenn die Familie den Wagen anhält bzw. verlässt, stirbt jemand oder dreht zumindest durch.

Klischeehaft, wenngleich auch logische Schlussfolgerung ist hier: irgendwann neigt sich jede Tankfüllung dem Ende zu.

//MEINE MEINUNG//

Bei "Dead End" handelt es sich erneut um einen Film, dessen story schwer zu beschreiben ist.

Obschon die Handlung recht schnell erzählt ist, habe ich das "Problem", dass ich gewisse Details, die den ganzen Film zu dem Meisterwerk machen, was er meiner Meinung nach bildet, unbedingt erwähnen möchte; ohne aber die Wirkung des Filmes (der nicht zuletzt auch ansatzweise an "Final Destination 2" erinnert) kaputtzureden.

Absolut erwähnenswert ist jedoch der Umstand, dass "Dead End" gespickt und nahezu durchzogen ist von schwarzem Humor, ohne deswegen aber lächerlich oder gar zu albern zu wirken. Vielmehr handelt es sich hier um gestreuten und eben ausgesprochenen (weil geredeten) Sarkasmus, der nicht treffender hätte sein können.

In eben diesen doch recht "besonderen" Dialogen kommt die Panik, Verzweiflung und Angst der einzelnen Familienmitgliedern in nahezu filigraner Art und Weise zur Geltung ~ was auf einer anderen Basis mit den kleinen, aber feinen Schockmomenten ähnlich perfekt funktioniert.

Während der Zuschauer noch wie gebannt den teilweise offenbarenden Gesprächen lauscht und sich selbst seine Gedanken zum weiteren Verlauf des Filmes macht, ist es eine kleine, harmlose Szene, die einen genauso erschreckt wie die Insassen des Fahrzeuges.

Gut gemacht ist hier vor allem die Darbietung der blutigen Szenen ~ sofern man das überhaupt so nennen kann. Ich will nicht behaupten, dass es hier rein gar keine Szenen gibt, in denen manch einer sich am liebsten irgendwo drunter verkriechen würde ~ doch was mir sehr gut gefallen hat ist der Umstand, dass man eben doch recht wenig sieht und vielmehr nur erahnen kann.

Auch hier gibt es die berühmte falsche Fährte, auf die der ein oder andere gelockt wird; und ich muss zudem zugeben, dass ich erst nach einer gewissen "Nachwirkungszeit" von "Dead End" die wirkliche Intention der "Frau in Weiß" verstanden habe. Ganz offensichtlich liege auch ich dem Irrglauben zugrunde, dass die "Menschen in der Farbe der Unschuld" ständig die gejagten, und gar nie mitunter die Jäger sind. Zwar fehlt hier der obligatorische "Mann in schwarz" ebenfalls nicht ("Riding the bullet" lässt allerspätestens in der Schlusssequenz grüßen!); doch das schwarz und weiß zusammen"arbeitet", dass offenbart sich manch einem eben doch erst recht spät.
Aber besser spät als nie!

Besonders gefallen hat mir das "definitive" Ende, in dem noch mal alles gewesene einen neuen Schliff oder gar Anstrich gewinnt.


//ERGO//

Ob nun mit Steve Valentine oder mit ohne ~ dieser Film hat das definitive Etwas; auch wenn ich das selbst nie so erwartet hätte. Die Story an sich klingt nach nicht einem sehr großen Reißer; doch die Art, wie das ganze umgesetzt wurde ist mehr als faszinierend und absolut fesselnd zugleich.

Die handvoll Schauspieler, die in "Dead End" ihren Auftritt hat, sind allesamt überzeugend; wenngleich man sich auch über den Charakter bzw. das Auftreten des Sohnes Richard streiten könnte ~ ab und an wirkt er einfach zu überzogen. Wer sich die DVD zulegt, kann obendrein noch zwei herausgeschnittene Szenen bewundern; von denen ich hier ausnahmsweise mal sagen muss, das die Entfernung eine gute Wahl war. Die ganze "Geschichte" und die Halbmoral hinter derer wäre nicht so graziös aufgegangen, hätte Marion wirklich ihren Freund betrogen.

Ferner kann der DVD Besitzer sich zum guten Schluss auch mit der Frage beschäftigen, was nu eigentlich furchtbarer im Sinne von befremdlicher ist: die sehr unpassende Synchronstimme Valentine's oder gar die Originalstimme.

Wie dem auch sei ~ "Dead End" stellt meines Erachtens nach einen absoluten Überraschungserfolg dar; zumal man hier vielleicht erwähnen muss, dass es sich um eine Amerikanisch/Französische Produktion handelt. Ich habe nicht wirklich was gegen Filme aus Frankreich; obgleich ich sagen muss, das diese mir eigentlich nie sonderlich zusagen. Vorurteilsbeladen wie ich diesbezüglich also bin, war ich bei "Dead End" regelrecht überrascht, dass ich so begeistert sein würde.

"Dead End" stellt also einen Film dar, den ich zweifelsohne in meine private Liste der absoluten Top-Filme karren würde; gleich neben "Saw", "Nicht auflegen" und "Final Destination 2".

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Kerl234

Kerl234

25.10.2008 13:05

Ja danke für diesen Bericht! Ich habe ihn mir ausgeliehen mit dem Hintergedanken einen eher langweiligen Horrofild zu sehen, aber das ist er ja irgendwie nicht. Der Film hat was, mir gefällt er sehr gut.

Lilamond

Lilamond

07.10.2008 00:12

Du sprichst mir aus dem Herzen, ich habe den Film eher zufällig gesehen und finde ihn auch sehr erstaunlich, irgendwie ungeheuer stimmungsvoll, jedenfalls hat er mich sofort gefesselt...

LoloMay

LoloMay

23.09.2007 22:36

Hmmm also der ist leider ganz weit entfernt von meiner Lieblingshorrorfilmriege (da schon ganz lange drin: der von Dir erwähnte "Mächte des Wahnsinns" *jubel*). War einfach nicht mein Fall, auch weil diese Story an sich, die schon so oft ausgelutscht wurde, mich einfach nicht fesselt. Nunja... :)

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