Beeindruckendes Meisterwerk
03.06.2003
Pro:
eine beeindruckende Handlung und Umsetzung
Kontra:
absolut nichts
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Anspruch
Action:
Romantik:
mehr
 Wiebke
Über sich:
Ich bin orange!!??? *es nicht fassen kann* Wer hat denn so fleißig bei mir gelesen? Bitte melden!! M...
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So, jetzt kommt der finale Kampf um den orangenen Punkt und damit eine neue Meinung. Diesmal soll es um einen absolut bewegenden Film gehen, der wie so viele andere auch das Thema Todesstrafe aufgreift: „Dead man walking“. Diesen Film habe ich vor ca. 4 Jahren zum ersten Mal im englischen Original gesehen und die Ausstrahlung im Fernsehen in der Nacht zum Montag hat mich jetzt darauf gebracht, Euch diesen Film ein wenig näher vorzustellen. DIE HANDLUNG
Die Nonne Helen geht in ihrer Aufgabe als Betreuerin für Kinder aus armen Verhältnissen völlig auf. Eines Tages verändert sich ihr ganzes Leben, als sie einen Brief des zu Tode verurteilten Matthew Poncelet erhält. Sie entschließt sich, diesem im Todestrakt zu besuchen. Dort trifft sie auf einen verbitterten, rassistischen Mann, der seine Tat nicht zugeben will und alles auf das Staatssystem schickt. Zuvor hat sie vom Aufseher erfahren, dass Matthew seit 6 Jahren auf seine Hinrichtung wartet, weil er zusammen mit einem Komplizen zwei Jugendliche im Wald gefangen genommen hat, das Mädchen brutal vergewaltigt hat und schließlich die beiden durch einen Kopfschuss tötete. Sein Komplize wurde „nur“ zu lebenslänglicher Haft verurteilt, weil man ihm nicht so viel nachweisen konnte wie Matthew.
Helen beschließt, Matthew zu helfen und engagiert einen Anwalt, der einen Begnadigungsgesuch einreicht, der aber abgelehnt wird. Da nun feststeht, dass Matthew hingerichtet wird, wählt er sie als seelischen Beistand für die letzten 8 Tage seines Lebens aus. Helen nutzt die Zeit, um Kontakt zu Matthews Familie aufzunehmen und auch, um die Familien der getöteten Jugendlichen zu besuchen. Sie erfährt immer mehr über die Details der Tat und die Schicksale der Familienangehörigen und zweifelt teilweise auch an Matthews Schuld. Wird ein Unschuldiger hingerichtet oder gelingt es Helen, die Hinrichtung von Matthew aufzuhalten? Oder kommt vielleicht sein wahrer Anteil an der Tat heraus und er wird zurecht mit einer Injektion getötet?....
DIE DARSTELLER An den Schauspielern wurde bei dem 1995 gedrehten Film wirklich nicht gespart. In der Rolle der Helen ist Susan Sarandon zu sehen, die für ihre Rolle auch den Oskar erhalten hat. Mit Recht, wie ich meine, denn der Film lebt durch seine Darsteller, die die packende Geschichte in ergreifende Handlungen übersetzen. Susan Sarandon überzeugt als charakterstarke, auf Gerechtigkeit orientierte Nonne, die einem zum Tode Verurteilten in den letzten Tagen seines Lebens seelische Unterstützung geben möchte und dabei der wahren Geschichte hinter dem Verbrechen immer näher kommt.
Eine Oskarnominierung konnte auch der Darsteller des Matthew, Sean Penn, einheimsen, für die Statue hat es dann doch nicht gereicht. Verdient hätte er sie allemal, denn auch seine Darstellung ist absolut überzeugend und herausragend. Sean Penns Rolle wechselt von verbittert zu rebellisch und auch in Szenen, in denen seine gefühlvolle Seite zum Ausdruck kommt, meistert er mit Bravour. MEINE MEINUNG
Ein beeindruckendes Meisterwerk. Andere Worte werden diesem Film einfach nicht gerecht. Die Handlung, die übrigens auf einem Buch der Nonne Helen basiert und damit sehr realistisch ist, bringt den Zuschauer in verschiedene Gefühlswelten. Zunächst war da bei mir eine absolute Neugier, was nun wirklich passiert ist. Dann schwankt man zwischen Mitgefühl für den Verurteilten und absolutem Hass. Diese Gefühle werden vor allem durch die Umsetzung in Bilder unterstützt. Alle sehr puristisch gehalten und mit extrem langsamen Kamerafahrten, um eine Unruhe beim Zuschauer aufzubauen. Und auch die dazwischengeschnittenen Szenen der Tat, für die Matthew verurteilt wurde, sind absolut gelungen. Dadurch erfährt man nach und nach mehr Details der Tat. Besonders beeindruckend und beängstigend sind die düsteren Farben, die zu Beginn des Films fast schwarz-weiß-artig sind. Auch andere Effekte wurden sehr wirkungsvoll eingesetzt, so zum Beispiel eingeblendete Kinderfotos der beiden Ermordeten, die, obwohl die beiden im Film eine eher untergeordnete Rolle spielen, den Zuschauer auch in die Welt der beiden Jugendlichen versetzen und dadurch auch die Szenen, in denen die Eltern der beiden mit Helen Gespräche führen, sehr wirkungsvoll erscheinen lassen.
Insgesamt lebt der Film aber neben den genannten Effekten von den Darstellern, denn wie bereits erwähnt liefern Susan Sarandon und Sean Penn absolut überzeugende Leistungen ab. Man kann sich gut in die Gefühlswelt aller Beteiligten hineinversetzen und fühlt sich so direkt an der Handlung beteiligt. Und gerade deshalb ist der Schluss auch so erschütternd, obwohl ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten möchte. Auf jeden Fall ist dieser Film ein echtes Meisterwerk und ich kann nur jedem von Euch eine Empfehlung aussprechen, ihn sich auf jeden Fall anzusehen.
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25.10.2007 10:26
Daß es das auch als Film gibt, habe ich gar nicht gewußt. Der Stoff ist als Musical zur Zeit bei uns im Theater zu sehen.
21.08.2005 12:10
eine gute filmrezension ... .-) ... lg mozarteum
29.08.2003 00:03
ein wirklich beeindruckender und sehr bewegender Film, den du in deinem Bericht sehr treffend umschreiben konntest! gute Filmkritik!