Rumpelkäppchen stolpert durch's Gehölz
11.11.2008
Pro:
Nichts
Kontra:
Alles
Empfehlenswert:
Nein
 maggie1117
Über sich:
Mitglied seit:17.03.2008
Erfahrungsberichte:60
Vertrauende:44
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 289 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo, seit längerer Zeit erspare ich mir das Lesen der Inhaltsangaben auf den Covern beim DVD-Kauf. Der Vorteil dabei ist das man sich nicht von überschwenglichen und gut formulierten Handlungsangaben blenden lässt. Leider hat das ignorieren der Inhaltsangaben auch den bösen Nachteil, das man sich schnell mal einen Film kauft welchen man schon mal gesehen hat. So ist es mir ergangen mit Deep in the Woods. Hätte ich die Inhaltsangabe gelesen wäre mir aufgefallen das ich den Film dessen Titel mir entfallen war,schon kannte. Ich habe mir den hirnrissigen Film dann aber nochmal angesehen um einen Bericht darüber schreiben zu können. Deep in the Woods ist aus dem Jahre 2000 und erschien im Jahr 2002 auf DVD. Meine Rezension hat folgende Aufteilung :
1) DVD-Daten 2) Inhalt 3) Meinung Film 4) Meinung Darsteller 5) Meinung Bonusmaterial 6) Fazit
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DVD-Daten : ----------------
Deep in the Woods - Allein mit der Angst Genre : Horror FSK : ab 18 Jahren Spieldauer : ca. 84 Minuten Sprachen : Deutsch, Französisch (jeweils D.D. 5.1) Hauptdarsteller : Francois Berleant, Denis Lavant, Maud Buquet, Alexia Stresi, Vincent Lecoeur, Clement Sibony, Clotilde Courau Regie : Lionel Delplanque
Extras : --------- + Trailer + Teaser + Kurzfilm Ebene 9 von Maren Ade + Fotogalerie + Produktionsnotizen + Starinfos
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Inhalt : -------- Eine Laienschauspieltruppe, bestehend aus fünf jungen Leuten, wird von Baron Axel De Fersen engagiert um zum Geburtstag seines Enkels das Stück Rotkäppchen in seinem Schloss aufzuführen. Schon nach kurzer Zeit wird den Schauspielern klar, das mit dem Baron einiges nicht zu stimmen scheint, da dieser enorme Stimmungsschwankungen aufweist. Als Nachts eine der jungen Frauen spurlos verschwindet und in ihrem Zimmer eine große Blutlache gefunden wird, bricht bei den Verbleibenden Panik aus. Eine Flucht ist leider nicht möglich, da das Anwesen sich mitten in einem tiefen düsteren Wald befindet. Eine schreckliche albtraumhafte Nacht nimmt ihren blutigen Lauf .....
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Bilder von Deep in the Woods (DVD)
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Meinung Film : ------------------- Also mal ein französischer Horrorfilm. Warum auch nicht, denn mit Filmen wie High Tension oder auch Die Purpurnen Flüsse haben die Franzosen bewiesen das sie etwas mehr können wie Asterix und Obelix Filmchen umzusetzen. Bei Deep in the Woods ist allerdings sehr viel Sand im Getriebe, was auch schon recht schnell deutlich wird. Anfangs sieht man eine Frau, weche ihrem Kind (ob Junge oder Mädchen ist nicht ersichtlich) das gute alte Märchen vom Rotkäppchen vorliest. Das die Gebrüder Grimm einen leichten Hang zum Sadismus hatten, wird immer dann recht schnell deutlich, wenn man ein sehr altes Märchenbuch liest und nicht die weichgespülten neueren Versionen. Aus so einem alten Werk liest sie vor und ihre Worte klingen mehr als bedrohlich. Als der grausame Wolf die Großmutter verspeist hat, unterbricht die Frau mit den Worten :"Den Rest les ich dir ein anderes mal vor" Das ist nun jetzt alles andere als behutsam, zumal man einen nähernden Schatten sieht welcher nun die Frau mit einer Klavierseite erdrosselt.- Ausblende- Weiter geht es mit der kleinen Laienschauspieltruppe welche auf dem Weg zum Schloß vom Baron ist. Diese Kontraste sind schon bei den Filmemachern altbewährt. Von bedrohlich zu unbedrohlich mit ausgelassener Stimmung zu schwenken.
Als sie das Schloß erreichen gibt es eine Großaufnahme von dem Bauwerk welches auf einer riesen Waldlichtung in gleissendem Licht erscheint - Camelot ? Nein, aber so wirkt es. Die Truppe wird begrüßt von einem ungehobelten Diener, ein echter Waldschrat. Nun geht es weiter zügig voran mit allerhand Absurditäten. Vorstellung beim Baron und schon folgt das Bünenstück Rotkäppchen, in dem 2 Girlis in knapp bekleideten Dirndl über die Bühne hüpfen und vom Wolf verspeist werden. Ständige Einblendungen auf den Baron samt Enkel zeigen, das der kleine Enkelsohn abwesend ins Leere starrt und wohl nicht mehr ganz dicht sein mag.
Weiter gehts mit dem Abendessen, bei dem der Baron zum erstenmal ausfallend wird und Wilfried, einen der 5 Schauspieler, harrsch anfaucht er solle sich setzen. Was dieser auch prompt tut. Kuddeln (Rindermagen) gibt es. Die Kuddeln scheinen nicht ganz durch zu sein, denn diese schimmern zum Teil zart rosa. Wilfried bekommt den Teller aufgefüllt und haut auch gleich kräftig rein. Mit dem Löffel schaufet er sich den Ekel hinein, welcher ihm beim schaufeln teilweise wieder aus dem Mund fällt. Derweil sorgt Enkelsohn für Stimmung indem er sich erstmal die Gabel mit voller Wucht in den Handrücken rammt. Aber keine Sorge, das "passiert" ihm öfter wird versichert. Um das Abendmahl nun abzurunden taucht der Diener auf, der nun trotzig Feierabend machen will und dem rollstuhlfahrendem Baron kurzerhand ins Bett schickt. Der gehorcht aufs Wort nimmt aber Wilfried mit, der ihm noch eine Geschichte vorlesen soll. Der willenlose Wilfried macht natürlich jeden Schwachsinn mit und spielt den Märchenonkel für den alternden Baron. Gackernd sitzen die Verbliebenen am Tisch. Was bei diesen schrägen Leuten im Schloß so witzig sein soll erschließt sich dem Zuschauer nicht. Nun taucht auch noch ein Kommisar auf welcher einen Vergewaltiger sucht der in der Waldgegend sein Unwesen treiben soll. Nachdem der sich wie der letzte Bauer aufgeführt hat und seine Zigarette auf dem teuren Perser ausgetreten hat, hält es niemanden mehr in dem Schloss und die Möchtegern-Schauspieler torkeln durch den Wald um den Verbrecher zu erhaschen.
Auch wenn meine Beschreibung sich nun wie eine kleine Komödie anhört so ist es doch keine. Die Handlungen sind nicht subtil sondern skuril und wirken verstörend. Zudem sind alle Charaktere als unglaubwürdig zu bezeichnen. Der Wald ist düster, aber schaut man doch genauer hin so erkennt man einen frisch angelegten Mischwald denn es gibt nicht einen alten Baum. Jeder Stamm ließe sich mit einer Hand umfassen. Somit ist die Waldkulisse schonmal nicht sonderlich gruselig und gelungen. Innerhalb des Schlosses ist das etwas anders, die Räume sind vollgestellt mit alten wuchtig massiven Holzmöbeln und wirken düster sowie sehr verwinkelt. Ist die Handlung anfangs durch viele skurile Charaktere noch interessant, langweilt diese doch mit zunehmender Dauer gewaltig und man weiß überhaupt nicht was uns der Regisseur nun für eine Geschichte auftischen will, denn scheinbar hat er innerhalb des Drehs selbst den Faden verloren.
Spannung und Grusel mögen sich in der Folge überhaupt nicht einstellen, da der Film ein logisches Loch nach dem anderen präsentiert und somit alle Glaubwürdigkeit verspielt. Die ganze Handlung zieht sich über die gesamte Spieldauer zäh wie ein Kaugummi und ist nur interessant für Hobby- und Freizeitpsychologen bei der Erstellung möglichst vieler Psychogramme. Die Filmmusik trägt ebenfalls nicht zum gelingen bei. Klassisch pompöse Klänge dröhnen aus den Boxen und kommen einer Beleidigung für jedes Ohr gleich. Es gibt kleinere blutige Szenen, allerdings rechtfertigen diese wohl kaum die Einstufung der FSK ab 18.
Regisseur Delplanque hatte bis zu Deep in the Woods lediglich an zwei Kurzfilmen mitgewirkt und nach diesem vertörenden Streifen waren auch erstmal 6 Jahre Pause angesagt bis zum Jahre 2006. In dem Jahr führte er Regie beim Film "President". Bedauernswerter Weise muß ich noch erwähnen das Delplanque sogar bei der Verfassung des Drehbuchs zu Deep in the Woods mitgewirkt hat. Nach dem Ansehen von Deep in the Woods kann man mutmaßen das es sich vielleicht um eine 6 jährige Zwangspause gehandelt haben könnte. Wissen tu ich dies aber freilich nicht.
------------------------------------------------------------- ---------------------------------- Meinung Darsteller : ---------------------------
Eigentlich erübrigt sich ja nun schon fast die Frage nach den Leistungen der Darsteller, die allesamt Opfer eines wirren Skripts geworden sind. Dennoch kann man einen unter ihnen doch noch gute Leistungen zusprechen. Das wäre Francois Berleant, gleichzeitig auch der bekannteste in der Crew, hat er doch schon bei Transporter - The Mission sowie beim recht guten Gruselfilm Fragile eine gute Rolle gespielt. Hier spielt er den Baron De Fersen, der erheblichen Stimmungsschwankungen ausgesetzt ist. Tatsächlich spielt Berleant seinen Part hier so glaubhaft das man ihn am liebsten sofort in die nächste Klinik für psychisch Kranke einliefern möchte. Leider ist Berleant hier eine Einzelerscheinung, denn alle anderen spielen ihre jeweiligen Rollen alles andere als perfekt und verleihen dem schon langweiligen Film noch einen üblen Beigeschmack. Nicht einer dieser Darsteller hat weder bevor und erst recht nicht nach Deep in the Woods in bekannten Produktionen mitgewirkt. Kein Charakter kann glaubhaft überzeugen. Buquet und Courau outen sich hier als dumm gackernde Schulmädchen welche so gar nichts ernst nehmen und alles witzig finden, im nächsten Augenblick aber in panischer Angst verfallen und teilweise gelähmt und vollkommen gehemmt wirken. Dann wäre da noch ein Vincent Lecoeur welcher als Wilfried des Barons Wünsche erfüllt und sich bei seinen Verrücktheiten so gar nichts denkt und niemals zweifelt ob es ein gutes war ins Schloss zu fahren. Das könnte ich nun weiter bis zum letzten fortführen, mache ich aber nicht. Bis auf Berleant haben hier alle ihre Rollen verrissen und spielen unterirdisch schlecht.
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Meinung Bonusmaterial : ---------------------------------- Fein ist es ja immer wenn noch ein Kurzfilm zur Verfügung gestellt wird. Nach dem schlechten Hauptfilm habe ich diesen namens Ebene 9 auch gleich angesehen. Er hat eine Lauflänge von ca. 14 Minuten und fängt vielverprechend wie ein Shocking Short an. Leider entpuppt sich der Kurzfilm als herbe und unsinnige Entäuschung, eben doch kein Shocking Short. Als nächstes kann man sich noch einen Teaser und einen Trailer von Deep in the Woods ansehen mit einer jeweiligen Länge von einer Minute. Die Fotogalerie hält genau 20 Bilder des Films zum bestaunen parat. Starinfos sowie Produktionsnotizen sind wie gewohnt Informationen auf Tafeln zum lesen. Tja und das war's. Insgesamt gesehen finde ich das doch etwas zu wenig und vergebe daher auch eine Schulnote von Mangelhaft (5) für die Extras.
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Fazit : --------
Ein verstörend skuriler Film ohne Spannung und Horror aber mit vielen interessanten Psychogrammen. Unpassende klassisch laute Filmmusik. Die Tonoption ist mit D.D. 5.1 vollkommen ausreichend. Das Bonusmaterial ist mangelhaft. Die DVD Deep in the Woods erhält von mir nur den einen Pflichtstern und keine Kaufempfehlung
Grüßle Maggie
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Mir persönlich hat der Film richtig gut gefallen!
26.07.2009 23:30
Na Horror ist nicht ganz so mein Ding ! Toll beschrieben ! LG vom DocT. !!
05.07.2009 06:30
Sehr, sehr schön beschrieben. Der Titel ist herrlich verkreuzt, gleich mit mehreren Märchen verzwickt. Köstlich! :-))) lg.