Demenz

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Demenz- es kann jedem wiederfahren!

1  20.11.2004 (22.11.2004)

Pro:
-

Kontra:
Sehr schwer für Betroffene und Verwandte !

Empfehlenswert: Nein 

Nurse20

Über sich:

Mitglied seit:10.11.2004

Erfahrungsberichte:84

Vertrauende:22

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 60 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo,werde jetzt endlich mal einen Bericht über eine Krankheit hier schreiben. Habe eine Ausbildung im Krankenhaus hinter mir und mich für verschiedene Krankheiten besonders interessiert, so auch für die Demenz, von der etwa 10 Prozent aller Menschen über 65 und ca. 40 Prozent aller Menschen über 90 betroffen sind. Ich möchte euch hier ein bißchen mehr darüber erzählen, denn viele Leute wissen immer noch nicht richtig, was das überhaupt ist.

Bedeutung von Demenz:
Demenz ist der Verfall von geistlicher Leistungsfähigkeit. Die Denkfähigkeit geht allmählich verloren. Bei den meisten Betroffenen fehlt plötzlich die Orientierung(Wo bin ich?Wer bin ich?). Jedoch ist das nicht alles, auch die Sprachfähigkeit nimmt rapide ab. Viele Patienten wissen nicht mehr richtig wer sie sind oder warum sie gerade etwas machen. Dinge, die ihnen früher leicht gefallen sind fallen ihnen immer schwerer, das können auch alltägliche Dinge sein, wie z.B. Kochen oder sogar den Fernseher einschalten.
Oft reagieren die Betroffenen auch agressiv oder depressiv obwohl es für ihr Verhalten gar keinen Grund gibt.

Entstehung einer Demenz:
Es gibt viele Krankheiten, die zu einer Demenz führen können. Die wohl bekannteste ist Alzheimer (Sie wurde 1906 von Alois Alzheimer entdeckt, beschrieben und benannt).
Hierbei hemmen krankhafte Eiweiße (z.B. Beta-Amyloid) die Nervenzellen in ihrer Funktion. Dies hat zur Folge, dass den Betroffenen das Denken schwerfällt, weil der Botenstoff Acetylcholin in der betreffenden Hirnregion fehlt bzw. nur noch mangelhaft vorhanden ist.
Jede Veränderung im Hirn kann jedoch eine Demenz bewirken .Es gibt zum Beispiel auch noch eine vaskuläre Demenz, diese tritt durch Durchblutungsstörungen auf. Dabei sind Symptome häufig Aphasien, das heißt, die Sprachfähigkeit geht verloren.
Jedoch können auch Stoffwechselerkrankungen (z.B Diabetes) oder Hypertonie (Bluthochdruck) zu einer Demenz führen. Man seht, niemand ist vor dieser Krankheit geschützt.

Symptome einer Demenz:
Es gibt eine Vielzahl von Symptomen die auf eine Demenz schliessen lassen: Vergesslichkeit, Orientierungslosigkeit, Sprachstörungen, Antriebsarm...
Meistens bemerkt man zuerst die Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses. An Dinge, die vor vielen Jahren geschehen sind können sich die Betroffenen oft noch gut erinnern, jedoch nicht an Dinge die vor kurzem erst geschehen sind. Der Teil des Hirns der die "neuen Sachen" aufnimmt ist dazu nicht mehr fähig, die "gespeicherten Sachen" bleiben jedoch erst einmal erhalten.
Die Patienten bekommen Sprachstörungen. Entweder fehlt ihnen die Sprachfähigkeit (Sie wissen was sie sagen ollen, können aber nicht mehr sprechen) oder das Sprachverständnis (Sie können noch sprechen, die Sätze sind aber völliger Schwachsinn). Sie werden häufig müde und können nur noch sehr unpräzise Denken. Außerdem sind auch sehr häufig Depressionen und Halluzinationen zu beobachten.

Erkennung einer Demenz:
Ein Arzt kann eine Demenz am Besten mit Hilfe von Spezialisten wie einem Geriater (Facharzt für Alterskrankheiten) erkennen, außerdem sind auch die Angehörigen sehr wichtig für ihn. Viele Fragen im Bezug auf die Krankengeschichte der Betroffenen können diese nicht mehr selbst beantworten.
Der Schweregrad der Vergesslichkeit kann über verschiedene Tests herausgefunden werden. da gibt es zum einen den Syndrom-Kurz-Test (SKT), der für leichtere Fälle gedacht ist, aber auch noch den Mini-Mental-Status-Test (MMST), der sich eher auf schwierige Fälle bezieht. Auch eine Kernspin- oder eine Comoutertomographie kann von Wichtigkeit sein, um Veränderungen des Gehirnes auszuschließen. Auch psychische und Gefäßerkrankungen müssen als Ursache ausgeschlossen werden.

Behandlung einer Demenz:
Leider gibt es kaum Heilungschancen bei einer Demenz. Das Ziel der Behandlung ist jedoch ein möglichst langsamer Abbau des Gehirns, also, die Betroffenen können noch möglichst lange völlig normal leben. Dies kann man unter anderem mit Krankengymnastik und Beschäftigungstherapie erreichen, aber es gibt natürlich auch medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten:
NMDA-Antagonisten: Bei mittelschwerer bis schwerer Demenz werden hiermit sehr gute Erfolge erzielt. Der Nervenüberreizung durch den Botenstoff Glutamat wird vorgebeugt, denn wenn es von diesem zuviel gibt, werden die Nervenzellen geschädigt.
es gibt auch vile Medikamente auf natur.Basis die helfen sollen, unter anderem Kalzium-Antagonisten.
Doch besonders wichtig sind die Medikamente, die die Folgen der Demenz verhindern. Bei Schlafstörungen und Depressionen muss medikamentös Abhilfe geschaffen werden.

Hilfe im Alltag:
Die Betroffenen müssen sich ausgewogen ernähren. Sie müssen viele Vitamine und vor allem Flüssigkeit zu sich nehmen.
Die Betroffenen sollten einen strukturierten Tagesablauf haben, dies erleichtert die Orientierung.

Vorbeugung:
Leider kann man Demenzen kaum verhindern. Man kann ihnen jedoch mit einer gesunden Lebensweise vorbeugen. So zum Beispiel nicht viel Alkohol trinken und sich ausgewogen ernähren.

Prognose:
Das Einzige was man für die Betroffenen tun kann,ist, das Fortschreiten der Demenz verlangsamen. heilen kann man sie jedoch bisher leider noch nicht.

Eigene Erfahrungen.
Ich habe auf der Geriatrie einige Erfahrungen mit Demenzerkrankten Menschen machen können und muss sagen, dass der Umgang am Anfang nicht leicht ist. Oft haben die Betroffenen eine Weglauftendenz und diese ist schwer zu bewältigen, man kann ja nicht immer bei ihnen sein. Es ist auch einfach nicht leicht mit den Personen immer wieder von vorne zu beginnen, denn das was man gerade gesagt hat, haben sie im nächsten Moment oft schon wieder vergessen. Besonders schwer ist jedoch die Grundpflege. Viele Erkrankte sind körperlich nich sehr fit, aber geistig haben sie nicht mehr die Möglichkeit sich selbst zu waschen und die meisten wollen dies auch gar nicht, da sie es nur als lästig empfinden.
es ist schwer mit anzusehen, wie manche Patienten an solch einer Krankheit zu Grunde gehen, damit meine ich, dass sie irgendwie aufhören zu leben, also richtig zu leben. Oft verfallen sie auch ins Kleinkindalter zurück, was sie auch oft selbst merken.
Aber auch mit Demenzerkrankten soll und muss man normal umgehen, denn sie sind auch nur Menschen wie du und ich.

Fazit:
Der Umgang mit Demenz Erkrankten ist bicht immer leicht, besonders für Angehörige. Man sollte sich an den dafür vorhandenen Stellen Hilfe und Informationen holen um den Alltag gemeinsam zu bewältigen. Denn auch mit einer Demenz kann man leben, solange man die benötigte Unterstützung bekommt.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
wechmida

wechmida

13.12.2005 21:22

Super Hilfe - habe selbst eine dementkranke fast 87 jährige Mutter.

anjabr

anjabr

27.11.2004 12:58

Sehr guter Bericht. Hab es vor einigen Jahren in der Familie erlebt. Mein Großvater war an Demenz erkrankt und wir haben anfangs sehr hilflos davor gestanden...

Ltd83

Ltd83

27.11.2004 10:33

wirklich klasse bericht. kann mich den meinungen drunter nur andschließen, mein opa hatte das auch, war wirklich schwer damit umzugehen. LG Micha

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