Gut, besser, Denon....
15.08.2004 (30.03.2005)
Pro:
gute Leistung, pegelfest, viele Anschlüsse, tolle Optik
Kontra:
eventuell das aufwändige Setup
Empfehlenswert:
Ja
 PeterPan2
Über sich:
Endlich mal ein trockener Tag ;-).....
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Lange Zeit habe ich gebraucht, ehe ich mich an diesen Bericht gewagt habe, denn mir war klar dass er schwer wird ;-). Einige meiner Stammleser haben ja schon gecheckt, dass ich mir im Frühling diesen Jahres eine neue Soundanlage geleistet habe. Das Herzstück dieser Anlage ist natürlich der AV-Receiver. (AV steht für Audio & Video, und ein Receiver ist ein Verstärker mit eingebautem Radioteil). An dieses Gerät werden alle möglichen Klangquellen (CD/DVD-Player, Fernseher, Satellitenreceiver, Videorecorder, Plattenspieler, Kassettendeck usw.) angeschlossen. Hier nun meine persönlichen Eindrücke von diesem Gerät. Die Auswahl....
....an solchen Receivern ist riesig. Es gibt Dutzende Firmen, und von allen Firmen wiederum Receiver in vielen verschiedenen Leistungs- und Preisstufen. Ich hatte mich relativ zügig für die Firma Denon entschieden, da bei ihr offensichtlich die Qualität und das Preis/Leistungs-Niveau stimmen, mir das Design gefällt und vor allem ich zu dem Receiver auch einen technisch und optisch passenden Universalplayer bekam (der DVD-1400). Nun hieß es nur noch das passende Modell zu finden. Genug Power sollte er haben, preislich noch erschwinglich sein, alle gängigen Soundformate beherrschen und auf jeden Fall einen Phonoeingang (zum anschließen eines Plattenspielers) haben, was heute nicht mehr bei vielen Receivern üblich ist. All diese Eigenschaften verband der Denon AVR-1804 für meinen Geschmack am besten, daher fiel meine Wahl auf ihn. Der kleinere Bruder (AVR-1604) bietet mit 110W pro Kanal zwar auch schon genug Leistung, da aber der Phonoeingang fehlt, hätte man hier mit einem Entzerr-Vorverstärker-Adapter arbeiten müssen, um den Plattenspieler anzuschließen. Das nächstgrößere Gerät (der AVR-2803 bzw. neu der AVR-2805) kostet nun schon wieder ca. 200€ mehr als der AVR-1804 und bietet außer einem 7.Surround Back Kanal und einigen zusätzlichen Einstellmöglichkeiten nicht viel mehr. Zusammen mit den anderen Komponenten der Anlage kaufte ich dann meinen auserwählten AVR-1804 beim Mediamarkt für 439€ (UVP 599€). Inzwischen bekommt man ihn bei einigen Versandhändlern aber auch schon mal für knapp unter 400€ (zuzüglich Versandkosten). Aber eventuelle Interessenten aufgemerkt, gerade beim Onlineversand gibt es sehr große Preisspannen, manche Händler verlangen tatsächlich noch den UVP. Das Design
Einfach edel, kommt der AVR-1804 daher. Die Frontplatte ist aus poliertem Aluminium, also matt silbern und passt somit hervorragend zu meinem DVD-Player. Die flache Silhouette des DVD-1400 harmoniert mit dem wuchtigen AVR-1804 toll. Man erkennt, dass die beiden Geräte wie für einander geschaffen sind ;-). Der AVR-1804 ist der Nachfolger des vielfach positiv getesteten AVR-1803 und auf den ersten Blick hat sich nicht viel verändert. Sehr wohl aber auf den zweiten Blick, vor allem
Bilder von Denon AVR 1804
was seine inneren Werte angeht, doch dazu später mehr. Das Design ist schlicht und überzeugt durch eine zeitlose Optik. Die Verarbeitung ist, wie man es von Denon erwartet hochwertig. Das Display ist fein auflösend und bietet einen sehr guten Kontrast. Ebenfalls sehr ordentlich verarbeitet zeigt sich die Geräterückseite. Die Systemfernbedienung ist qualitativ hochwertig und liegt sehr gut in der Hand. Aufbau und Setup
Der Aufbau beinhaltet natürlich hauptsächlich die Verkabelung mit den diversen Abspiel- bzw. Aufnahmegeräten, ist deshalb sehr davon abhängig, welche Geräte man einsetzt. Daher möchte ich an dieser Stelle nur auf die relativ gute Bedienungsanleitung verweisen. Sie ist zwar teilweise lausig übersetzt, aber aufgrund vieler guter Installationsbeispiele inklusive Schaubildern, geht es gut von der Hand. Empfehlen möchte ich an dieser Stelle das wichtigste Gerät (in meinem Fall der CD-/DVD-Player) unbedingt digital, wenn möglich mit einem Koaxialkabel anzuschließen. Mehr dazu im Abschnitt: Kleine Kabelkunde. Das Setupmenü ist sehr umfangreich und man braucht schon einige Zeit um da durchzusteigen. Sensationell ist die TV-Menüführung, was bedeutet dass man via Menü im Fernseher viele Einstellungen vornehmen kann (insofern man diesen mit angeschlossen hat). Gut gelungen finde ich das Setup für das „Time Alignment“. Da alle Boxen üblicherweise eine unterschiedliche Entfernung vom Hörplatz haben, kann man hiermit diese Unterschiede ausgleichen. Hier kann man in 0,1m Schritten den Abstand der einzelnen Lautsprecherboxen vom eigentlichen Hörplatz einstellen, und zwar für jeden Lautsprecher einzeln. Im On-Screen-Display kann man den Stand der Einstellungen jederzeit verfolgen. Zusammenfassend muss man aber doch sagen, dass die Ersteinstellung des Receivers schon relativ zeitaufwendig ist, vor allem für ungeübte Nutzer. Die Radiosender des Tunerteils lassen sich recht einfach abspeichern, 40 Speicherplätze stehen dafür zur Verfügung. Für meine Handvoll Lieblingssender reicht es also. Kleine Kabelkunde
Es gibt ja 2 verschiedene Arten von digitalen Verbindungen: optische und elektrische. Die optische Variante wird mit Lichtwellenleitern übertragen, die elektrische mittels Koaxialkabeln. Eine oft diskutierte Frage ist, welche Verbindungsart besser ist. Bei den optischen Kabeln gibt es 2 Varianten, zum einen Toslink und zum anderen 3,5mm optische Klinke. Die elektrischen Kabel (Koaxialkabel) heißen aufgrund ihrer Bauart so. Sie haben innen einen Leiter, darüber eine Isolierschicht und darüber die Abschirmung bzw. den Rückleiter. Es gibt theoretisch keinen qualitativen Unterschied zwischen den beiden Anschlussarten. In der Praxis ist es eine Frage der Anschlussmöglichkeiten. Da gibt es nun folgende Unterschiede. Optische Kabel sind etwas empfindlicher, vor allem knicken sie leichter, sie können aber auch verstauben, wenn sie nicht gut angeschlossen oder abgedeckt sind. Eindeutiger Vorteil ist, dass optische Verbindungen keine Brummschleifen erzeugen, und unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Feldern sind. Mit ihnen sind Verbindungen von gut 10m möglich. Koaxialkabel sind in der Regel sicherer, da unempfindlicher. Sie können aber mitunter Brummschleifen erzeugen, durch Einstreuen von elektromagnetischen Feldern. Dass man mit Koaxialkabeln ein volleres Klangbild bekommt, halte ich aber für Quatsch. Der eindeutige Vorteil der Koaxialkabel liegt darin, dass sie nur etwa die Hälfte von dem kosten was gute optische Kabel kosten. Analoge Verbindungen werden in der Regel mit sogenannten Chinchkabeln realisiert. Hier gibt es ebenfalls große Preisunterschiede. Meine Erfahrung ist, dass man bei kurzen Verbindungen (bis ca. 1m) mit den beigelegten einfachen Kabeln gut leben kann. Darüber sollte man zu besser geschirmten Kabeln aus dem Fachhandel greifen, um Einstreuungen zu vermeiden. Die Bedienung
Sind erst einmal die Grundeinstellungen vorgenommen worden, bereitet die Bedienung des AVR-1804 im Alltag eigentlich kaum Probleme. Die Einteilung der Tasten an der Fernbedienung ist gut gelungen, vor allem durch eine farbliche Abgrenzung. Die wichtigsten Tasten leuchten in der Dunkelheit, was vor allem dann positiv auffällt, wenn man das Wohnzimmer für eine „Heimkinoveranstaltung abgedunkelt hat. Die Bedienelemente an der Gerätefront liegen griffgünstig. Der große Lautstärkedrehregler hat ein weiches Raster, und alle anderen Tasten sind solide und haben einen feinen Druckpunkt. Auch das Gerätedisplay gefällt mir sehr gut, es hat einen guten Kontrast und ist relativ fein auflösend. Insgesamt gesehen lässt sich der AVR-1804 somit relativ leicht bedienen. Die Anschlüsse
An Anschlüssen hat der Receiver alles, was man in dieser Preisregionen erwartet, einen Phonoeigang, sowie YUV-Ein- und Ausgänge und einen kompletten Front-A/V-Eingang. Die Anschlüsse auf der Rückseite sind gut strukturiert und beschriftet. Die Lautsprecheranschlüsse wurden solide als Schraubausführung gestaltet. Neben den üblichen Chinch Ein- und Ausgängen für diverse Geräte findet man auch einen 6-Kanal-Direkteingang und 3 optische sowie einen koaxialen Digitaleingang. Aufgrund der genannten Vorteile des Koax Eingangs gegenüber der optischen Variante, hätte ich mir zwar das umgedrehte Verhältnis gewünscht, aber das nur am Rande. Bevor wir nun zum wichtigsten Teil, den Klangeigenschaften kommen, hier die wichtigsten weiteren technischen Daten auf einen Blick:
Ausgangsleistung: 6 x 125W (6 Ohm, 1kHz, 0,7 % Klirrfaktor) Tonformate: Dolby Digital EX, Dolby Digital 5.1, DTS-ES Discrete 6.1, DTS-ES Matrix 6.1, DTS 5.1, DTS NEO:6, Dolby Pro Logic II
noch nicht genannte Extras: Komplett diskret aufgebaute Sechskanalendstufe Video-Konvertierung (Video -> S-Video und S-Video -> Video) Großzügig dimensionierte Aluminiumkühlkörper (kein Lüfter) A/B-Umschaltung Hauptlautsprecher Bassmanagement mit 4 Übernahmefrequenzen RDS-Tuner mit Radiotext weitere Daten: Abmessungen (B x H x T): 43,4 x 17,1 x 41,7cm unverbindliche Preisempfehlung: 599€ Ausführungen: Silber, Schwarz Gewicht: 11,9kg
Und nun die Sahneseite des AVR-1804.... ....der Klang. Was nützt all die gute Verarbeitung, Optik, Bedienbarkeit usw. wenn so ein Teil dann klingt wie ein Blecheimer? Richtig, gar nichts! Aber keine Bange, der Denon klingt gut, ach was sage ich saugut ;-). Egal in welchem Tonformat man ihn betreibt, er meistert alles bisher getestete bravourös. Ob Dolby ProLogic II oder auch Dolby Digital- und dts, der AVR-1804 überzeugte mich schon bei den ersten Hörproben. Ein ausgewogenes Klangbild von den tiefsten Bässen, bis hin zu einem sehr angenehmen klingenden Hochtonbereich und einer fein auflösenden Klangkulisse im Surroundbetrieb, alles gelingt diesem Receiver toll. Kein Wunder, werden doch für alle Kanäle hochwertige 96 kHz/24-Bit D/A-Wandler verwendet. In dieser Preisregion kann man natürlich eine ausgezeichnete Pegelfestigkeit erwarten, und auch diese bietet der AVR-1804. Auch wenn man keinen separaten Subwoofer verwendet so wie ich, sind keine Leistungseinbrüche festzustellen. In Zusammenarbeit mit meinem ELAC-Boxen-Set liefert er eine tolle Klangkulisse.
Eine der Hauptaufgaben eins solchen Receivers ist natürlich der Raumklang im Heimkinobetrieb. Bei der Filmtonwiedergabe beeindruckt der Denon mich mit tollen Resultaten. Stimmen sind jederzeit gut ortbar, Geräusche und Musik werden fein strukturiert wiedergegeben. Auch bei der Wiedergabe von Mehrkanalmusik (zB. SACD) gefällt mir das Klangbild sowohl bei dezenten, als auch bei großen Lautstärken. In unserem Wohnzimmer (ca. 22m²) kann ich den Receiver sowieso nur halb aufdrehen, sonst fangen die Gläser im Schrank an zu wandern. Das Dolby Pro Logic II habe ich ja schon genannt, das ist ein Problemkind der meisten Receiverhersteller. Nicht so beim AVR-1804, er kann mit diesem neuen Tonformat umgehen, als wenn er noch nie etwas anderes gemacht hätte ;-).... Ein offenes Geheimnis unter Musikliebhabern ist ja, dass die meisten AV-Receiver ein kleines Problem mit der normalen (puren) Stereowiedergabe haben. Hier klingen „echte“ Stereo-Vollverstärker meist etwas voller als ihre Mehrkanalbrüder. Allerdings kann ich auch in dieser Disziplin dem AVR-1804 von Denon kein schlechtes Zeugnis ausstellen. Sicherlich würde man unter Laborbedingungen leichte Einbrüche messen könne, hören kann ich sie allerdings nicht. So konnte ich mich der AVR-1804 mit guten Klangergebnissen also auch im Stereobetrieb (es gibt zusätzlich einen Pure-Stereo-Mode) überzeugen. Trotzdem höre ich die meisten CDs inzwischen im 5-Kanal-Stereo Modus, da gefällt mir der Raumklang am besten. Mein Fazit
Was spricht also für den Denon gegenüber den Mitbewerbern in der gleichen Preisregion? In Kürze daher noch mal die Highlights aus meiner Sicht. Der AVR-1804 bietet einen dynamischen Mehrkanalklang mit toller Stimmwiedergabe, präzisen und kraftvollen Bässen sowie angenehmer Hochtonperformance. Die Endstufen sind hoch belastbar und trotzdem freundlicherweise passiv gekühlt (kein Lüfter), was Nebengeräusche verhindert. Er bietet eine fantastische Dolby Pro Logic II Integration und für die Preisklasse wirklich guten Stereoklang. Die Bedienung erlernt man trotz der vielen Funktionselemente schnell. Die dazu noch tolle Verarbeitungsqualität lässt mich zu dem Schluss kommen, dass man mit dem Denon AVR-1804 für sein Geld einen unglaublich gut ausgestatten, klanglich fast schon perfekten Receiver bekommt. Gute 400€ sind zwar schon eine Stange Geld, aber es lohnt sich.... Nachtrag: Ich habe den Receiver nun seit einem Jahr in Benutzung und bin immer noch rundum zufrieden. Neu ist der AVR-1804 nur noch vereinzelt im Ausverkauf zu bekommen, dafür aber derzeit besonders günstig meist um die 350€. Das Nachfolgemodell ist der AVR-2105, aber der ist derzeit noch um einiges teurer (zwischen 500 und 600€), ohne bedeutend mehr zu bieten, meine Empfehlung lautet daher der 1804er kaufen solange es geht ;-).....
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05.09.2011 14:42
habe von Denon nur eine Navi im Jaguar, die high end Speaker daheim kommen aus Kanada
10.08.2011 02:07
ich denk grad auch über nen denon nach ;-)
17.01.2011 22:51
einer der wenigen NOBEL marken. vor allem im hochpreisigen segment.