Anschluss für alle
23.01.2006
Pro:
Ein - und Ausgänge satt, Netzwerkfunktionalität
Kontra:
Teuer, Web - Interface träge und unattraktiv
Empfehlenswert:
Ja
 mschlee
Über sich:
... bin nicht mehr so häufig hier ... Berichte gibt es trotzdem dann und wann, auch Aktualisierungen...
Mitglied seit:29.01.2003
Erfahrungsberichte:48
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Objekt der Begierde: ================ Als stolzer Besitzer eines inzwischen leicht angestaubten AVR-1802 war ich inzwischen an die Grenzen der verfügbaren Ein- und Ausgänge angekommen. DVD-Recorder, -Player, CDR, VCR, Cassettendeck, Plattenspieler, Apple Airport Express zur Verbindung mit dem Musik-Server im Keller, DAT-Recorder und Set-Top-Box für DVB-T verlangten ebenso Anschluss wie die zusätzlichen Verstärker in Schlafraum und Esszimmer. Mit DENON hatte ich bisher ganz gute Erfahrungen gemacht, deshalb wollte ich der Marke treu bleiben und wartete geduldig auf ein Gerät, das alle meine Wünsche erfüllen könnte.
Auf der Homepage von DENON las ich im November 2005 über den neuen AV-Receiver AVR-4306, der exakt meinen Anforderungen zu entsprechen schien: Features: ========
7 x 170 W - Endstufen (davon 2 wahlweise für Back-Surround, Bi-Amping oder Zweitraumbeschallung konfigurierbar) 10 Analog Eingänge, dazu 6 digitale (2 Koax, 4 optische, frei konfigurierbar) 3 HDMI, 3 Komponenten-EIngänge konfigurierbar S-Video, Composite und analoger Tonausgang für Zone 2 Analoger Tonausgang für Zone 3 Ton- und Videosignalkonvertierung einschließlich Deinterlacing und Upscaling (für HDTV-Wiedergabegeräte) Anschlüsse für iPod und USB-Stick/Player Anschluss für Ethernet So, Schluss mit den technischen Daten. Genaueres findet sich aus erster Hand auf der DENON Homepage. Nun zu meinen Erfahrungen:
Auspacken, Einschalten ... ===================== Ein AV-Receiver der neusten Generation gehört definitiv nicht zu den Geräten, die man einfach auspackt, anschließt und benutzt. Es gibt reichlich zu konfigurieren, und bevor man anfängt, ein Kabel nach dem anderen in die dicht aneinandergereihten Buchsen auf der Rückwand zu stecken, sollte man sich einen Plan machen, welches Gerät man über welche Buchsen an welchen Eingang legen möchte.
Vom AVR-1802 kannte ich es, dass die Einstellungen über Menüs auf der Hauptanzeige des Gerätes im Zusammenhang mit der Fernbedienung oder Tasten am Gerät eingegeben werden müssen. Beim AVR-4306 werden die Menüausgaben außerdem auf den Videoausgängen (auf Fernsehgerät oder Beamer) ausgegeben. Zusätzlich aber kann man auch noch per Web-Browser auf den AVR-4306 zugreifen und bequem die Einstellungen per Mausklick vornehmen. Dazu muss der Receiver an einen Switch des Heimnetzwerks angeschlossen werden (eine WLAN-Schnittstelle gibt es nicht). Danach müssen die TCP-IP-Parameter (IP-Adresse etc.) eingestellt oder dem Gerät übermittelt werden. Da wir einen Linux-Server im Haus haben, der für die Speicherung von PC-, Audio- und Video-Inhalten zur Verfügung steht, wurde dieser so konfiguriert, dass der DENON per DHCP seine feste IP-Adresse bekommt und unter http://denon mit einem Webbrowser angesprochen werden kann. Leider hat man sich bei DENON nicht die Mühe gemachtl, dem AVR-4306 ein ansprechendes Web-Interface zu spendieren. Im tristen Grau werden die Einstellungen präsentiert, deren Aufteilung auf unterschiedliche Seiten der "manuellen" Einstellung mit Fernbedienung und Fernseher entspricht. Dabei hätte man die Seitentitel ruhig etwas aussagekräftiger benennen können. Bis man auswendig weiß, was die Seiten "Audio Input Setup (1)" bis "Audio Input Setup (4)" voneinander unterscheidet, hat man diverse Male versuchsweise die falsche Seite angeklickt, wobei die Seite erst nach etwa 5 Sekunden vollständig angezeigt wird. Verglichen mit einer "manuellen" Einstellung ist eine Einstellung per Web-Browser natürlich absolut komfortabel und geht schneller von der Hand. Verbesserungen sind hier trotzdem möglich, und ebenso wünschenswert ist die Möglichkeit die Einstellungen in einer Datei abzuspeichern und nach Wunsch zurückzuladen. Dazu sind derzeit nur PC-User in der Lage, welche dazu ein Programm vom Web-Server des AVR 4306 herunterladen müssen. Mac-User, wie ich, bleiben außen vor.
Die automatische Audissey-Einmessung (mit Messmikrofon) ermittelt automatisch fehlende oder phasenverkehrt angeschlossene Lautsprecher beim Vortest. Im Haupttest können (und sollen) für sechs verschiedene Hörpositionen Einmessungen vorgenommen werden. Anschließend ermittelt der Einmesscomputer die Daten für die Surroundpositionen der Lautsprecher, sowie Übernahme/Grenzfrequenzen und Frequenzgangkorrekturen. Letzter Vorgang ist relativ zeitaufwändig. Bei 2 Positionen muss man bereits mit 10 min Bearbeitungszeit rechnen. Für meinen Anschluss- und Einstellungsmarathon (einschließlich der Phasenkorrektur dreier Lautsprecher) benötigte ich insgesamt etwa 4 Stunden.
Audio-Einstellmöglichkeiten: ======================= Folgende Einstellmmöglichkeiten waren mir wichtig:
Alle Eingänge sind individuell im Pegel einstellbar, so dass der von mir immer wieder beobachtete Unterschied zwischen Radio und CD (letztere viel lauter) nun endlich der Vergangenheit angehört. Zusätzlich können die Multizonen-Ausgänge individuell im Pegel eingestellt werden. Kein Opfern eines Aufnahme-Ausgangs mehr für die Beschallung in den anderen Zimmern. Die Multizonentechnik erlaubt es, in den beiden zusätzlichen Räumen andere Tonquellen (z. B. Radio oder CD) zu wählen als im Hauptraum, in dem z. B. eine DVD in Mehrkanalton gehört und gesehen wird.
Netzwerk-Funktionalität: =================== Bisher hatte ich meine iTunes Bibliothek via Airport Express und Analogausgang auf meinen Receiver gebracht. Dabei war es unerheblich, ob es sich um die gespeicherten CDs oder um Internetradio handelte. Obgleich ich das Konzept des Airport Express seinerzeit für ausgezeichnet hielt, will ich heute ohne zusätzlichen PC auf meine Musiksammlung auf dem Server zugreifen können. Der AVR-4306 wurde mit Kompatibilität zu Windows-Produkten beworben, aber wie sieht es mit dem Zugang zu unserem Linux-Server aus ?
Nun, der Zugang zu digitalen Audiodaten wird auf dem AVR-4306 per uPnP bewerkstelligt. Das bedeutet, dass man auf dem Linux-Server einen uPnP-Server installieren muss. Leser der Computer-Zeitschrift c't hatten einen solchen im vergangenen Jahr auf einer ihrer Heft-CDs: Twonky-Vision ist ein deutsches Produkt, das auf WIndows, Mac und Linux läuft. Das Produkt ist im Nu installiert und schon hat man vom AVR-4306 Zugriff auf das CD-Archiv auf dem Server. Nicht genug damit, auch die Wiedergabe von Playlisten, die sich auf Internetradio beziehen, ist möglich. Mein Lieblingssender swissgroove.ch war also sofort verfügbar, ohne dass ich mein PowerBook hochfahren musste. Unabhängig von angeschlossenen uPnP Servern ist Internetradio auch direkt über den vTuner - Dienst möglich. Ich habe einmal kurz in ein paar Stationen hineingehört, aber die Tonqualität war schlechter als das was ich von den von mir bevorzugten Stationen gewohnt bin. Ich werde mich in den nächsten Wochen noch ausführlicher damit beschäftigen.
Fazit: ===== Dieses Gerät ist endlich eines, das meine anspruchsvollen Anschlusswünsche erfüllt. Insbesondere die Netzwerkfähigkeiten des Gerätes zeigen in die richtige Richtung und erleichtern die Einstellung dieses nicht ganz unkomplizierten Gerätes ungemein, auch wenn es hinsichtlich des Web-Interfaces noch Raum für Verbesserungen gibt.
Der Klang des Gerätes ist ausgezeichnet. Für Hifi-Puristen gibt es noch einige Bypass-Einstellungen, die im Stereobetrieb mehr Druck bringen, weil sie die digitalen Klangregelmöglichkeiten umgehen. Nachteil: Der Preis. Knapp 2000 Euro Listenpreis sind eine Menge Geld, wobei man natürlich davon ausgehen kann, dass solch ein Gerät in spätestens 18 Monaten nur noch halb soviel kostet. Als Geldanlage taugt das Gerät also nur begrenzt, als Spielzeug für den HighTech Freak dafür aber umso mehr.
Ich bereue den Kauf jedenfalls nicht. N.S.: ====
Nach zwei Stunden Schreibarbeit qualmt mir der Schädel. Es gibt sicher noch mehr zu sagen, aber ich hoffe, dass ihr erst einmal einen Einblick bekommen habt, um beurteilen zu können, was dieses Gerät von anderen unterscheidet. m.
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27.12.2007 19:21
Wäre eben noch sinnvoll was von deiner Audioinventur(Boxenklasse/Systemgrösse etc.) und der Bassqualität, im Zusammenhang von Subwoofer und Wattleistung, vom Denon zu erhalten. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Mittelklassenqualitäten bis 80 Watt nur einen minimalen Basseffekt hergeben. Alleine nur wegen dem Ethernet-Eingang würde ich das Gerät nicht kaufen. Siehst Du doch auch so, oder nicht? Für Deine Mordsarbeit kriegst du von mir eine perfekte 10 -Mfg. Daniel
28.11.2006 15:21
Ein klasse Bericht! Dafür gibts glatt ein BH! ;-) LG Gordon
29.08.2006 14:31
Der Bericht ist in Ordnung. Aber leider gehst du überhaupt nicht auf die Videoanschlüsse ein. Wie gut funktioniert das Upscaling von verschiedenen Videoquellen auf HDTV-Auflösungen? Wie vertragen sich die verschiedenen Video-Ausgänge (besonders HDMI!) mit deinem Fernseher oder Beamer? Solche Informationen hätten mich persönlich ganz besonders interessiert. Zu den klanglichen Qualitäten hast du auch nur einen einzigen Satz geschrieben. Finde ich etwas zu wenig.