Depressionen (Tipps & Infos)

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Depressionen (Teil 2) - Ursachen + Behandlung

5  13.05.2001 (14.05.2001)

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Susa

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Teil 2 meiner Berichte zu Depressionen.

Nach den allgemeinen Infos und der Einteilung möchte ich nun auf mögliche Ursachen, Behandlungsmethoden und Hilfen eingehen:

Ursachen von Depressionen

Sind aus der Familiengeschichte bereits depressive Erkrankungen bekannt, besteht ein erhöhtes Risiko eine Depression zu entwickeln, was dafür spricht, daß eine biologische Vererbung möglich ist.
Allerdings muß nicht bei jeder Person mit erblicher Vorbelastung die Krankheit zum Ausbruch kommen, da anscheinend auch zusätzliche Faktoren wie Streß und psycho-soziale Einflüsse eine erhebliche Rolle spielen.
Obwohl die „Major Depression“ in bestimmten Familien von Generation zu Generation auftritt, können auch Personen ohne genetische Vorbelastung diese Form der Erkrankung entwickeln.
Für die Theorie einer genetischen Vererbung spricht wiederum die Tatsache, daß Patienten mit einer „Major Depression“ oft einen Überschuß oder einen Mangel an bestimmten neuro-chemischen Stoffen aufweisen.

Es hat sich aber auch gezeigt, daß psychologische Größen einen gewissen Einfluß auf die Ausbildung einer depressiven Erkrankung haben. So scheinen Personen mit
- geringem Selbstwertgefühl,
- pessimistischer Lebenseinstellung
- schlechter Streßbewältigung
für depressive Leiden prädestiniert zu sein.

Direkte Auslöser können
- ein schwerer Verlust,
- eine chronische Erkrankung,
- Beziehungsstreß,
- finanzielle Probleme
- unerwartete Ereignisse
darstellen.

Meist spielen mehrere der genannten Faktoren zusammen um die Krankheit letztendlich zum Ausbruch kommen zu lassen.


Behandlung

Für die Behandlung einer depressiven Erkrankung stehen sowohl zahlreiche anti-depressive Arzneimittel als auch psychotherapeutische Maßnahmen zur Verfügung. Die jeweilige Art der Behandlung ist vom Patienten abhängig:
Einige sprechen sehr gut auf die Psychotherapie an, andere wiederum auf anti-depressive Medikamente.

Die besten Ergebnisse lassen sich nach dem derzeitigen Wissensstand mit einer kombinierten Therapie erreichen:
Antidepressiva, zur relativ raschen Besserung der Symptome und psychotherapeutische Behandlung als Hilfestellung für eine effektivere Problembewältigung.

In seltenen Fällen, z. B. wenn die Depression eine akute Lebensbedrohung darstellt, der Patient keine Antidepressiva einnehmen kann oder diese keine Wirkung zeigen, können auch andere Verfahren, wie etwa die Elektrokrampftherapie (EKT) eingesetzt werden.

Man nimmt heute an, daß bei der Depression eine Störung normaler Regelkreise im Gehirn vorliegt, die dadurch bedingt ist, daß – aus welchen Gründen auch immer –
- zu wenig oder zu viele Überträgerstoffe zur
Verfügung stehen,
- diese entweder zu schnell oder zu langsam abgebaut
werden,
- die Zahl der Rezeptoren (Angriffsstellen) für diese
Stoffe vermehrt ist oder sie zu empfindlich
reagieren.

Klassische Antidepressiva umfassen die sogenannten
- Trizyklika,
- die Mono-Aminooxidase – Hemmer (MAO-Hemmer)
- und Lithium.
Sie hemmen die Wiederaufnahme der Stoffe Noradrenalin und Serotonin und können deren Abbau über die Aminooxidase verlangsamen oder die Zahl bzw. Empfindlichkeit der Rezeptoren normalisieren.

Zwei relativ neue Substanzen sind Fluoxetin, das die Wiederaufnahme des Botenstoffes Serotonin verhindert und Bupropion, das in das System einer weiteren Überträgersubstanz, des Dopamins, eingreifen soll.

Antidepressiva zeigen in der Regel kein Abhängigkeitspotential; trotzdem sollte die genaue Einnahme, Dosis und der Wirkspiegel überwacht werden und die Einnahme nach Besserung der Symptomatik nicht eigenmächtig beendet werden.
Nebenwirkungen treten in fast allen Fällen auf; sie sind meist aber relativ milde und nur in seltenen Fällen gefährlich. Am häufigsten werden beobachtet:
- Mundtrockenheit
- Verstopfung und Probleme beim Wasserlassen
- Milde Sehstörungen
- Schwindel und Benommenheit
- Kopfschmerzen
- Nervosität und Unruhe

Als psychotherapeutische Maßnahmen werden eingesetzt:

- Gesprächstherapie, die dem Patienten helfen soll, seine Probleme zu erkennen und in Zusammenarbeit mit dem Therapeuten zu lösen
- Verhaltenstherapie, zum Er-lernen nützlicher und zum Ver-lernen hinderlicher Verhaltensweisen
- Psychodynamische Therapie, die dazu beitragen kann, innere Konflikte, die sich oft im Unterbewußtsein abspielen und in der Kindheit verwurzelt sind, aufzudecken

Eine weitere große Hilfe können Freunde und Verwandte sein, indem sie dem Betroffenen helfen, adäquate Hilfe zu finden, dazu ermutigen eine angefangene Therapie durchzuhalten, aber auch zum Beispiel die korrekte Einnahme von Medikamenten – sofern keine stationäre Behandlung vorliegt - überwachen.


Hilfe zur Selbsthilfe:


Bundesverband der Angehörigen psychologisch Kranker e. V.
Thomas-Mann-Straße 49a
53111 Bonn

Tel: 0228-63 2646
Fax: 0228-69 7759
Deutsche Gesellschaft für soziale Psychiatrie (DGSP) – Bundesgeschäftsstelle
Stuppstraße 14
50823 Köln

Tel: 0221-51 1002


NAKOS
Albrecht-Achilles-Straße 65
10709 Berlin

Tel: 030/ 8914019
Fax: 030/ 8934014


Ich hoffe, mit diesen Berichten vielleicht einigen Betroffenen helfen zu können oder zumindest sie zu motivieren, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

P.S.: Als letzten Teil meiner "Depressions-Trilogie" werde ich noch "Depressionen bei Kindern" behandeln - ein Thema, das oft übersehen oder falsch behandelt wird.

Bis dann und viele Grüße an alle da draußen!
Susa
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Black-Gizmo

Black-Gizmo

23.05.2001 09:17

Hallo Susanne, deine Berichte die ich bis hier gelesen habe sind toll. Du schreibst nicht nur sehr informativ, sondern auch noch in einem schönen Stil. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und Spass. Viele liebe Grüße Thomas

Phoenix84

Phoenix84

14.05.2001 20:40

hi susa, sehr guter bericht, sehr ausführlich und gut beschrieben! Weiter so! Ich wünsche allen, dass sie nie in soeie Situation geraten, denn Depri ist scheiße, wenn ich das mal so verkürzen darf! also dann cu thomas © 05/2001 by Phoenix84

leonie-marie

leonie-marie

14.05.2001 12:27

Leider habe ich Teil 1 nicht gelesen - schade. Der zweite ist auf jeden Fall sehr interessant!

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