Auswertung Qiuzional 20 Jahre Mauerfall und Wiedervereinigung

5  18.11.2009

Pro:
keine wurde durch die Frage dümmer

Kontra:
man kann es nicht allen recht machen

Empfehlenswert: Ja 

straus07

Über sich: Ich habe noch einige interessante UHB , die noch Bewertungen und Kommentare brauchen.

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Wie versprochen sollte ja nach den Feierlichleiten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls die Auswertung erfolgen. Monatelang haben uns die Medien mit dem Thema berieselt und gelangweilt, aber das ist Ansichtsache und jeder soll nach seiner Fasson selig werden. Besonders toll fand ich einige Leserbriefe in Zeitungen und war erstaunt, wie klug einige 20 Jahre nach den Mauerfall daher schrieben.

Zwei Beispiele aus der Ostsee- Zeitung , Rostock:
Da sollten wir doch meinen, dass nach so langer Zeit der legendäre Jammer-Ossi verschwunden sei? Denkste! Wann erleben wir endlich den Tag, an dem manche Ostdeutsche endlich aufhören diesem totalitären, kaputten, menschenverachtenden und umzäunten Unrechtssystem DDR nachzuweinen? Lange Schlangen vor den Kaufhallen (alleine das Wort ist schon alberner DDR-Jargon), arrogante Verkäuferinnen, leere Regale, Bespitzelungen, Kinder die ihre Eltern denunzierten, Kinder in Staatsuniform (wie beim BDM/Jungvolk und der HJ), Jugendweihen (auch wie bei den Nazis), Sprengungen von alten Kirchen, kraftstrotzende, so genannte "Volks-Armee in Wehrmachtsuniformen und Stechschritt....,Zuchthäuser ohne Ende, verdreckte Städte, kaputte Flüsse, marode Dörfer, komisches Bier, höchste Selbstmordquote in Europa und ! Dieser kleine, zweite deutsche Staat wurde durch mutige, ehrliche Menschen beseitigt.....Gott sei’s gedankt!!!!
schreibt Harald Forst aus Hansestadt Lüneburg.

Übrigens war ich kürzlich in Lüneburg und stellte fest, dass es eine schöne Stadt ist, in der nicht ein Bürger wegen notorischer politischer Blödheit schrie
, ich sah aber in der Hauptgeschäftsstrasse eine Menge Bettler, die ich das letzte Mal so in Moskau sah.


Wer solche Dinge über die DDR nach 20 Jahren schreibt, kann nur noch ein gutes Langzeitgedächtnis beruhend auf die Meldungen vom Sender RIAS und der Bild-Zeitung haben. Mit eigenen Augen Gesehenem und Erlebtem hat das wenig zu tun. Dass die RIAS-Enten immer noch am Leben sind, wundert mich doch sehr. Wenn dieser Schreiber einmal auf der anderen deutschen Seite von der ehemaligen DDR sich mit offenen Augen bewegen würde, würde er sehen, dass die Städte auch nur in den Zentren und dann auch meist nur die Fassade etwas hermachen. Ich empfehle allein in Hamburg einmal auf Wohnungssuche zu gehen oder durch Altona zu wandern und sich die voll gerotzten Bürgersteige anzusehen. Da kann er Löcher finden, die himmelschreiend sind. Oder einfach mal durch 's Land reisen, welch heruntergekommene und verdreckte Hotels sich da finden lassen. Von arroganten Verkäuferinnen ganz zu schweigen. Wer nur bei ALDI einkauft, wird sich nicht mit arroganten Verkäuferinnen auseinandersetzen müssen. Ein menschenverachtenderes System als das heutige Deutschland kann es schon gar nicht mehr geben, wo die Würde eines Menschen ein NICHTS wert ist, obwohl es im Grundgesetz steht. Weder ich noch meine Kinder trugen Staatsuniformen. Und gespitzelt wird heute noch viel mehr und zwar von ideenlosen Besserwessis. Oh ja und jammern können Wessis genauso gut, nur benutzen sie einen anderen Wortschatz, deshalb hält man das evt. nicht für Jammern. Solange wie ich lebe, habe ich in der DDR keinen Selbstmord erlebt, aber in Baden-Württemberg allein 4 Selbstmorde in gut 2 Wochen, davon habe ich 2 Tote gesehen und bei einem saß ich sogar in dem Zug, vor den der sich geworfen hatte. Wie auch immer, in DDR-Zeiten wurden die Bürgersteige nicht um 18:00 Uhr hochgeklappt, da konnte man sich noch bis spät abends ohne Angst auf die Straße trauen. Ich denke und wünsche mir, es ist an der Zeit, das wir uns auf beiden Seiten Deutschlands für eine bessere Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder einsetzen und nicht uns gegenseitig die Vergangenheit vorhalten und wenn schon, dann bitte wenigstens bei der Wahrheit bleiben.
schreibt Renate Kaplick aus Wismar

Na dann „…wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern…“

Leider fand auch mein Aufruf zum Mitmachen wenig Resonanz, es waren nur vier Freundinnen und Freuende die mitmachten, zwei Frauen aus dem Osten und zwei Männer Ost und West.

Ergebnisse:
1. Peter- Pan 2
2. tommy 197
2. sindimindi
3. Königin 0310
Bewertet wurden nur Fragen, die als klare Fakten zu belegen waren alles andere kann sich jeder selbst aus dem folgenden Text herausnehmen.


1. An welchem Tag wurde die Mauer in Berlin geöffnet?

Natürlich C: 09.11.1989

2. Wer gab die Öffnung bekannt?

B: Günter Schabowski ist richtig, obwohl er sicher heute noch nicht weiß, was da überhaupt passiert ist. Aber das war eine Zeit als die noch Mächtigen in der DDR nicht wussten was die Rechte und die linke Hand tut.

3. Haben sie den Fall der Mauer und die deutsche Wiedervereinigung 1989/1990

A: begrüßt B: abgelenkt C: teils/teils. 75 % der Teilnehmer sprachen sich für A aus , sicher sind „Fall der Mauer“ und „ deutsche Wiedervereinigung „ zwei Schuhe , aber ohne Mauer und Schutzmacht UdSSR war die DDR nicht haltbar.

4. Wurde die Mauer eingedrückt

C. von der Mehrheit des Volkes der DDR?

Natürlich hat die Mehrheit des Volkes der DDR die mauer eingedrückt. Die Meinungsmacher des Westens finden immer mehr andere Kreise und in Polen gibt es jetzt sogar die Behauptung, sie und der Papst hätten maßgeblich die Welt verändert.

5. Wann wurde die "Berliner Mauer" oder auch der "Antifaschistische Schutzwall" errichtet?

C: 13.08. 1961

6. Wie viel selbstständige deutsche Staaten/politische Einheiten gab es 1989 in Deutschland?

A: 3 Hier ist A richtig, was viele falsch beantworteten.
Es gab die DDR, die BRD und die „ selbständige Einheit Westberlin“ , die nicht Teil der Bundesrepublik Deutschland war und auch von ihr nicht regiert werden durfte, obwohl sie so tat, als ob es nicht so wäre und wenn sie es tat, wusste der Osten Gegenmaßnahmen und das merkten dann in der Regel die Transitreisenden an den Grenzübergangsstellen zu Westberlin.

7. An welchem Tag trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei?

B: 03.10.1990 Heute Staatsfeiertag, der in meiner Stadt mit einem großen „Volksfest“ in der Hauptgeschäftsstrasse mit Bier- und Fressbuden, Ausstellungen der Autohändler und ausländischen Ramschhändlern feierlich begangen wird.

8. Seit 1963 gab es Passierscheinabkommen. Worum ging es dabei?

C: Das Bürger Westberlins die Hauptstadt der DDR besuchen dürfen. Natürlich ist C richtig und offiziell konnten bis zum Mauerfall nur wenige, meistens Geschäftreisende, Sportler und Künstler ins nichtsozialistische Ausland reisen.

9. Wer kontrollierte deutsche Reisende zwischen den verschiedenen deutschen Staaten/ politischen Einheiten seit den 60-iger Jahren auf DDR-Seite?

B: Angehörige der Grenztruppen der DDR
Natürlich waren das die Grenztruppen der DDR, auch wenn das 75 % der Teilnehmer anders sehen und das Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) verantwortlich machten.
Es ist sicher richtig, dass in solchen Diensteinheiten nicht wenige Angehörige des MFS dienten. Ich habe diesen Punkt nicht bewertet.

10. Waren die Grenztruppen der DDR ab der 60iger Jahre?

A: Teil der Nationalen Volksarmee
Die Grenztruppen der DDR haben seit 1946 viele Herren gekannt, sie waren Polizei, MFS und NVA seit den 60iger Jahren.

11. Wie lang war die Grenze zwischen der DDR und der BRD

A: 464 km Es waren nur die 465 km, Westberlin gehörte nicht zur BRD und die Seegrenze an der Ostsee hatte auch mit der BRD kaum etwas zu tun.

12 a.. Wie viele Einwohner hatte die DDR 1989

B:
rund 17,0 Millionen

12 b.. Wie viele Einwohner hatte die BRD 1989

A: 63 Millionen.

12c. Um wie viel Prozent vergrößerte sich die BRD durch den Beitritt der DDR ?

C: 30 % ist richtig. Manche halten das kaum für möglich und wenn man die 108.179 km² in Quadratmeter umrechnet und mit einen Geldwert versieht, kommt schon was zusammen. Gegenwärtig soll sich ja nur 6 % des Grund und Boden noch Ossis gehören.

13. Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüder...!

A: Hat das was mit Friedrich von Schiller zu tun?
Es bleibt bei Schiller und den Rütlischwur haben wir in der DDR im Unterricht (wenigstens in den 50iger und 60iger Jahren) mit viel Pathos aufgesagt.

14. "... lasst uns dir zum Guten dienen, Deutschland einig Vaterland

B: Aus der Nationalhymne der DDR
Nichts gegen unsere gegenwärige Hymne, aber die Melodie des Deutschlandliedes und der Text der DDR-Hymne hätten dem neuen Deutschland besser zu Gesicht gestanden, aber. und da sind wir schon bei Frage 15.

15 Hätte man Erfahrungen der DDR auch ins wiedervereinte Deutschland einbringen sollen/müssen/dürfen?

A: Ja B. nein C: teils/teils
Alle vier Teilnehmer beantworten diese mit ja oder teils/teils und ich persönlich glaube das durch die Arroganz der Mächtigen der BRD, hier die größten Fehler der deutschen Wiedervereinigung liegen und die Ursache für die heutigen Gräben zwischen Ost und West liegen.

16. Wie lange werden die Klagen Ostdeutscher über die Mängel der neudeutschen Gesellschaft noch andauern?

A: 10 Jahre B: 25 Jahre C: 50 Jahre

75 % 3, sehen das Ende in 10 – 25 Jahre, dazu ist interessant was Königin0310 (Antwort C) schrieb: Lothar de Maiziere, der nie mein Freund war, schrieb in der Märkischen Oderzeitung? am 02.02.2009 zu der Frage:
“ Es gibt eine schöne Geschichte von Moses im Alten Testament. Als er sein Volk Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft ins gelobte Land führte, fängt die Hälfte nach 20 Jahren seines Volkes an zu murren und sagt:
In der Gefangenschaft hatten wir regelmäßig was zu essen, da hatten wir ein Dach über dem Kopf.
Moses ist verzweifelt und fragt seinen Gott: Wie lange dauert dieses Klagen? Und er bekommt zur Antwort:
Bis keiner mehr da ist, der in der Knechtschaft geboren wurde?
Nun habe ich ja mit einigen Begriffen der Bibel meine Probleme, aber interessant ist es trotzdem und Vergleiche hinken ja bekanntlich.

17 Haben sich ihre Erwartungen von 1989/1990 erfüllt.

A: Ja B: Nein C: teils/teils .
Hier gibt es einheitlich positive Bewertungen und teils/teils ehe ich als positiv an. Auch ich weiß schon aus DDR- Zeiten, das auch im Westen nicht alles Gold ist, was glänzt und der Kunde der 1 kg Bonbon kaufte, bekam nie noch gratis 1kg Puderzucker in das A… geblasen, was manche DDR- Bürger glaubten.

18. Geht es ihnen 20 Jahre nach dem Mauerfall materiell und finanziell

A. besser B: schlechter C: anders
Hier es ähnlich wie 17, sicher geht es Vielen besser aber auch Vielen schlechter im reichen Deutschland heute.
50 % meint anders und das kann ich auch bei mir feststellen. Das geht mit dem Verdienst und den Preisen los, DDR 5 % des Einkommens für Miete BRD 35 % und mehr, eine Schrippe DDR 5 Pfennig BRD bis 23 Cent, Theater, Oper, Konzert Kino DDR 2- 12 Mark, im Westen für mich unbezahlbar ähnlich ist es mit Zeitungen, Zeitschriften, Büchern u.a.
Sicher gab es Probleme im Osten mit Reisen, Industriewaren, Autos u.a., wer aber das nötige Geld nicht hat, schaut auch im Westen in der Röhre.
Anders lebte man auch mit der Berieselung durch die Medien und besonders dem Fernsehen, nach 3 Tagen Parteitag der SED konnte man dem Fernseher mit den 2 DDR- Fernsehkanälen den Hals abdrehen und auf West umschalten. Wo soll ich heute hinschalten, wenn ich auf 30 Kanälen pausenlos über 3 Monate mit Mauer, Mauerfall, Stasi und Unrechtstaat DDR und amerikanischen Filmen und deutschen Krimis bombardiert werde?

19. Welcher Vertrag machte die deutsche Wiedervereinigung letztendlich möglich?

C. der sogenannte "Zwei plus vier Vertrag"

20. Welche Staaten schlossen den entscheidenden Vertrag ab?
A: Die BRD, die DDR, die UdSSR, die USA, Großbritannien und Frankreich

Einige Zusatzfragen zur Statistik:

1. Sind sie ?
A: ehemals Westdeutscher B: -Ostdeutscher C: -Westberliner
Teilgenommen haben 3 Ossis und ein Wessi.

2. Wohnen sie noch ?
A: wo sie 1989/90 wohnten?
B: Zogen sie von Ost nach West
C: Zogen sie von West nach Ost
Alle wohnen noch dort, wo sie zur Wende lebten

3. Sind sie ?
A: männlich B: Weiblich
2 Frauen und 2 Männer gaben ihre Meinung ab.
4. Wie alt sind Sie?

A. unter 20 Jahre
B: 20 Jahre
C: 21- 30 Jahre
D: 31- 40 Jahre
E: 41- 60 Jahre
F: über 60 Jahre
Zwei Teilnehmer waren zwischen 41 und 60 Jahre, eine Teilnehmerin über 60 und der Teilnehmer aus dem Westen könnte geschätzt der Gruppe C und D zugeordnet werden.

Abschließend:
Sicher keine repräsentative Umfrage aber Ergebnisse und Kommentare sagen manches Interessante aus. Mir hat es Arbeit gekostet, aber Spaß gemacht und das war für mich das Entscheidende.
Platz 1- 3 erhalten eine Teilnehmerurkunde und eine Broschüre mit Widmung aus meiner Feder, wenn sie mir Ihre Anschrift im privaten Gästebuch mitteilen.

Für die Produktdetails bin ich nicht zuständig.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
quacky4321

quacky4321

26.04.2013 13:21

interessant.lg

Hedwig_2010

Hedwig_2010

03.04.2012 12:52

...

elguwi

elguwi

10.03.2010 21:18

Bereite gerade eine Feier vor. Freue mich schon über die hitzigen Dispute. Stell mal die Fragen an die jüngere Generation! Da kannst du Antworten erleben. BG elguwi

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