Erfahrungsbericht über

Der Augensammler - Psychothriller / Sebastian Fitzek

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Schockierender Thriller

5  07.06.2010

Pro:
Spannung, Thriller pur

Kontra:
?

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

mehr


Gering

Über sich: Stressig wie immer, aber dennoch online, wenn auch eingeschränkt

Mitglied seit:25.11.1999

Erfahrungsberichte:741

Vertrauende:204

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 238 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Die Bücher von Sebastian Fitzek sind bei mir durch zwei Merkmale gekennzeichnet:
Sie werden alle zum Hardcover - Preis gekauft.
Sie sind für mich bestes Lesefutter, nicht eines hat bisher enttäuscht.
Dabei, so ist dem Nachspann des Buches "Der Augensammler " zu entnehmen, waren etliche Versuche notwendig, einen Verlag zu finden, der bereit war, seine Bücher zu veröffentlichen.
Freilich, so ist das Leben, haben sich da einige Verlage nachweislich falsch entschieden.

INHALT

Alexander Zorbach ist Psychologe, hat früher bei der Polizei gearbeitet, musste aber wegen eines Fehlers sich aus dem Dienst verabschieden. Vermutlich sogar, weil er als Psychologe eben zu gut war.
Seine zweite Karriere hat er als Enthüllungsjournalist einer großen Boulevardtageszeitung in Berlin. Allerdings haftet ihm nicht der Geruch des Klatsch - und Kurssatzjournalisten an, er hat eine als gut zu nennende Reputation in der Branche.
Seit kurzem lebt er mit seiner Frau in Trennung, auch seien Sohn sieht er dadurch nicht mehr täglich.
Seit noch kürzerer Zeit versetzt eine Mordserie Berlin in Angst und Schrecken, wobei der Mörder zu einem perfiden Spiel greift: Er tötet scheinbar eine beliebige Mutter, entführt deren Kind und gibt dem Vater und der Polizei jeweils knapp 45 Stunden (genauer gesagt 45 Stunden und sieben Minuten). Das jeweils unterstreicht, dass es sich um eine ganze Mordserie handelt, denn bisher hat man nicht den Hauch einer Spur von dem Mörder und auch keine Ermittlungsansätze. Der Polizei bleibt nur abzuwarten, dass der Mörder einen Fehler begeht.
Nach perfider als das Spiel an sich ist das Schicksal der Opfer: Alle Kinder werden tot aufgefunden, jeweils ertrunken. Die Leichen wurden geschändet, indem das jeweils linke Auge fachmännisch entnommen worden ist.
Zorbach berichtet natürlich über diese Morde, ist aber auch emotional betroffen, weil die Auswahl der Opferfamilien willkürlich erscheint. Er macht dasselbe durch wie Eltern, die Angst davor haben, wenn Verbrechen an Kindern in der Umgebung des eigenen Wohnortes bekannt werden.
Auf den Fund eines neuen Opfers wird Zorbach aufmerksam, als er vermeintlich den Polizeifunk abhört und klar den Code für den Fund einer Leiche vernimmt. Er fährt direkt zum Fundort und trifft sich dort mit dem Volontär der Zeitung, bekanntermaßen ein Job, in dem man für fast nix für alles verantwortlich ist.
Zorbach wird allerdings von den alten Kollegen erkannt und zur Rede gestellt.
Und nun beginnen die Selbstzweifel, denn nachhaltig wird ihm deutlich gemacht, dass für alle Fälle des "Augensammlers" keinerlei Durchsagen via Funk mehr gegeben werden. Diese aber meint Zorbach klar gehört zu haben. Es stellt sich allen Beteiligten nun die Frage: Wie kann es sein, dass ein Enthüllungsjournalist kurz nach der Polizei an dem Fundort einer Leiche erscheint, von der noch niemand etwas weiß? (Das erinnert an den südamerikanischen Showmaster, der vor einem halben Jahr verhaftet wurde, da weiterhin der Verdacht besteht, dass er Menschen ermorden ließ, um die Live-Mitschnitte quotenwirksam selbst vermarkten zu können, --- oder?).

In die Bredouille gerät er aber richtig, als später auch noch sein Portmonee am Tatort gefunden wird - das er zwar verzweifelt gesucht hatte, aber das glaubt ihm natürlich niemand.
Ominös wird es weiter, als er sich an einen eigentlich niemanden bekannten Zufluchtsort zurückzieht - und dort eine Blinde vorfindet, die telefonisch eben an diesen Ort bestellt worden ist. Wie sich heraus stellt, besitzt diese Blinde eine spezielle Gabe - nämlich die, scheinbar in die Vergangenheit sehen zu können.
Zorbach stellt zunächst einen Kontakt zu der Blinden, Alina nennt sie sich, her. Mit ihrer Hilfe bzw. mit ihren Visionen scheint es Zorbach zu gelingen, dem Täter näher zu kommen.
Denkt er zumindest.
Leider Gottes ist es genau andersherum. Mit dem Gefühl, der Jäger zu sein, geht Zorbach dem Augensammler immer tiefer in das filigran gespannte Netz. Und merkt es erst, als es viel zu spät ist.

Meinung

Fitzek spielt mit Tabus, das hat er in allen seinen Büchern getan. Das mag abstoßen oder fesseln, selten gelingt ihm beides, wie viele Berichte hier auch deutlich machen.
Auch in "Der Augensammler" spielt er mit Tabus: Verbrechen an Kindern erschrecken die Öffentlichkeit deutlich stärker als Verbrechen an Erwachsenen, bei denen oft unterstellt wird, dass sie die Möglichkeit einer Gegenwehr zu weniger ausgelieferten Opfern macht.
Die Tötung der Mutter zuvor, kulturell und religiös bei einem Elternpaar das eindeutig herausgestellte Individuum in einer Ehe, zumal noch vor der Entführung der Kinder, verstört, erzeugt Abscheu und Gänsehaut.
Gerade das ein Autor aus Deutschland so gnadenlose eben diese Tabus anspricht, macht den Reiz Fitzek aus oder auch das Abstoßende.
In " Der Augensammler " freilich gelingt Fitzek mehr als die zunächst naheliegende Reaktion, dass einem die Handlung doch zu nahe geht, dass man damit nichts zu tun haben möchte.
Über die Art, wie die Handlungsbausteine gesetzt sind, wie sie miteinander und untereiander folgen, sich aufeinander beziehen, dennoch immer wieder neue Fragen offen lassen, den Leser immer wieder mit auf den Weg in die Sackgasse nehmen, immer wieder die Hoffnung hervorrufen, dass dieser perverse Täter nun doch endlich zur Strecke gebracht werden wird und dann doch wieder mit leeren Leserhänden darzustellen: Das und die Qual der Protagonisten zeichnen das Buch aus, fesseln von der ersten Seite den Leser, der, sicherlich auch als Voyeur, dieser schrecklichen Szenerie beiwohnt, sich aber nicht unbedingt und wirklich daran ergötzen kann, sondern weiterhin mit Gänsehauthänden das Buch in denselben hält.

Machart, Inhalt und Protagonisten wiederum sind nicht die typischen Schablonen des Thrillergenres. Fitzek geht auch hier innovative Wege, die ihrerseits ihren Beitrag dazu leisten, dass das Buch in den Händen klebt.


Besonderheiten

Besonders hervorzuheben, denn das ist bisher einmalig, dass Fitzek alle Personen darstellt , die ihm bei dem Entstehen des Buches geholfen haben. Eine halbe Hundertschaft kommt da zusammen.
Was löblich ist, da deutlich aufgezeigt wird, dass der Autor zwar schreibt, aber bis zum fertigen Produkt noch deutlich mehr Hirnschmalz notwendig ist, um aus einem guten Entwurf ein erfolgreiches Buch zu machen.
Letzteres unterstelle ich nach dem Lesen auch dem Buch "Der Augensammler"
Pfiffig ist auch, dass die Seitennummerierung (genauer gesagt: die Paginierung) rückläufig an. Wie die Handlung im Buch werden so die Buchseiten im Countdown von hinten nach vorne gelesen. Putzig halt.

Der Autor

Umfangreiche Infos über den Autor, seine - allesamt lesenswerten - Thriller findet ihr unter
http://www.sebastianfitzek.de

Angaben zum Buch:

Sebastian Fitzek
Der Augensammler
Psychothriller
• ISBN-13: 9783426198513
• ISBN-10: 3426198517
Auch als Hörbuch erschienen.

Fazit

Dieser Autor kostet Geld, denn ich komme nicht daran vorbei, jeweils die Neuerscheinungen gleich lesen zu müssen.
"Der Augensammler" ist bestechend, schockierend - eben ein hervorragender Thriller und das aus Deutschland. Erstaunlich, aber umso mehr empfehlenswert.

Michael
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
blonde_lady

blonde_lady

28.01.2012 16:13

sehr lesenswert vorgestellt

quacky4321

quacky4321

26.09.2011 20:03

Das ist was für mich.Danke für den Tipp.LG

Bluesky_13

Bluesky_13

07.09.2011 09:33

ich freu mich schon auf das neue; der augenjäger. das ist dann ja auch was für dich. lg, rosi

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"besonders hilfreich" von (4%):
  1. Bluesky_13
  2. Chaoscrash
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  1. mr.matze
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