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Hallo,
nach einer gefühlten Ewigkeit kam ich mal wieder zum Lesen. Seit einem Jahr steht dieses Buch von einem meiner Lieblingsautoren, Sebastian Fitzek, hier rum und wurde dann letzte Woche an zwei Tagen durchgelesen.
Autor \\ Daten
Sebastian Fitzek, bei mir auch mal Fritzek, Fizek, Fitzrek genannt, ist ein deutscher Schriftsteller, der nun schon einige Psychothriller veröffentlicht hat. Er wurde 1971 geboren und seine Bücher wurden laut Wikipedia schon in 18 Sprachen übersetzt.
Das Buch hat 448 Seiten, die ISBN lautet 3426198517, erschienen ist es im Juli 2010 und kostet 16.95€/9.95€ als Taschenbuch.
Inhalt
Alexander Zorbach ist ein ehemaliger Polizist, der nach einem dienstlichen Zwischenfall, der nicht nur seine Karriere, sondern auch seine Familie letzendlich zerstörte, alleine in Berlin als Journalist bei einem Klatschblatt arbeitet. Mit seinem jungen Kollegen Frank berichtet er über polizeiliche Ermittlungen, die er über den illegal angezapften Polizeifunk hört. Dieser führt ihn eines Tages zu einem Fundort einer Frauenleiche, deren Kinder vom "Augensammler" entführt worden sind - ein Mörder, der die Mütter der Kinder tötet, die Kinder entführt und dem Vater ein Ultimatium stellt - er hat 45 Stunden Zeit, sein Kind zu finden, bevor es stirbt und ihm ein Auge entfernt wird. Schnell findet sich Alexander Zorbach in einer unaufhaltsamen Spirale wieder, als eine unbekannte Blinde ihn auf mysteriöse Weise findet - sie glaubt, dass sie in die Zukunft des Augensammlers sehen kann und somit auch seine Taten vorher sehen kann.
Kritik
Von einem echten Fitzek erwartet der Leser, der schon einige seiner Werke gelesen und für gut empfunden hat, ziemlich viel - er soll sich am besten immer wieder neu erfinden. Psycho wird auf einmal ganz groß geschrieben, der Leser will vom Warmen ins Kalte gerissen werden und wieder zurück, bis er nicht mehr weiß, was er dort gerade gelesen hat. Kurz um, Fitzek muss seine Genialität immer wieder aufs Neue beweisen, die Messlatte ist nach guten, Mindfuck-ähnlichen Büchern recht hoch.
Schon nach einigen seiner Bücher lässt sich ein Charakteristikum in seiner Erzählung heraus kristallisieren, nämlich das seiner Hauptfigur. Meist sind diese Männer besten Alters, geschunden durch ihre Vergangenheit und ihre Gegenwart, in der sie verzweifelt nach etwas Suchen. Sei es Viktor Larenz, Psychiater in "Die Therapie" oder Robert Stern, Anwalt in "Das Kind" oder nun Alexander Zorbach, Ex-Polizist und Journalist in "Der Augensammler". Alle tragen ein Schicksal und versuchen ihre Lebenslage, ihre Schuld, ihre Vergangenheit ein Stück zu ändern. Meist vollführt Fitzek eine geschickte, verdrehte Wandlung dieser Personen, lässt sie sich selbst charaktersieren, nicht plumb, aber wirkungsvoll und authentisch, eben nicht nach den Maßstäben amerikanischer Thriller, in denen einem Protagonist etwas Schlimmes wiederfährt und er sich am Ende von seiner Schuld befreien kann. Das macht doch einen Fitzek aus. Oder?
Die Story, die Fitzek uns diesmal strikt, ist verdreht und mysteriös und wird dem Anspruch des Psychothrillers in Teilen gerecht. Dennoch macht er es sich mit der übernatürlichen Komponente Alina Gregoriev ein wenig zu einfach - auch wenn der Leser nicht erahnen kann, wieso und was Alina, die blinde Frau, sieht, wenn sie einen Menschen unter Schmerzen berührt, ist es nicht unbedingt das ausgefallene Stilelement, dass der Leser nun erwartet hat - bei der Auflösung nickt der Leser zustimmend, Schock oder Wut, Gefühle, die bei Fitzek's Romanen durchaus drin sind, wird man nicht erkennen können. Und gerade das macht das Erlebnis Fitzek eben aus. Ein wenig zu konstruiert, zu verbissen scheint diese Zugabe zu sein, würde man Alina weglassen, wäre es ein ganz normaler, fast durchschnittlicher Thriller.
Die Geschichte, dass Kinder entführt werden und ein Ultimatum gestellt wird, bis wann man sie finden kann, ist nun nichts Revolutionionäres, wobei wir alle wissen, dass man dies nicht zum Erfolg benötigt. Die Geschichte ist solide und ist ein guter bis sehr guter Thriller. Nur mit Mühen und Anstrengen kann der Leser erahnen, wie die Elemente zusammen passen. Andere seiner Geschichte sind da weit weniger durchsichtiger. Am zweiten Teil der "Serie" (wenn es denn eine wird, Fitzek scheint sich selbst nicht festgelegt zu haben) sieht man, dass es bei Fitzek wesentlich durchsichtiger sein kann. Wenn auch dieser Teil noch nicht ganz dem "Der Mörder ist der Gärtner"-Prinzip folgt, kann man beginnende Ähnlichkeiten nicht ganz von der Hand weisen, da Fitzek die Personen allerdings geschickt umschreibt, untereinander agieren lässt, dürfte dem ungeübten Fitzekleser das NICHT auffallen - Spaß sollte hier garantiert sein.
Sein Schreibstil ist letzendlich, was diesen Thriller dennoch oder gerade lesenswert macht. Seine Thriller bleiben einfach vom Anfang bis Ende spannend, selbst wenn man erahnt, kann man bei Fitzek nicht sicher sein, ob er nicht eben uns doch bewusst in die Irre führt. Auch in " Der Augensammler" versucht er es einige Male, nicht ganz so gekonnt wie gewohnt, leider. Die Zweiteilung in die Sicht von Alexander und Alina (u.a.) schadet dem Buch nicht und macht es tatsächlich sogar ein wenig spannender, da Fitzek jeden Abschnitt (der nur eine Seiten lang ist) mit einer wirklich spannenden Endung versieht, so dass man irgendwann drin ist und immer weiter lesen muss, bis zum bitteren Ende, das bei Fitzek eben in der Katastrophe und nicht im Happy End endet.
Schade ist auch, dass Alexander Zorbach keine wirkliche Entwicklung durchmacht, außer, dass er verhärtet (was vor allem im zweiten Teil sichtbar wird). Zu Fitzek Stärken gehört es eigentlich, dass die Geschichte durch seine Figur lebendig wird, dass sie einen irgendwo tiefer bewegt. Zorbach ist nicht unsympathisch, durch seine stereotype Charakterisierung des leidenden Mannes aber auch nicht wirklich das, was der Leser wieder verstehen will und kann, da er Zorbach zwar über Verganges reflektieren lässt, aber nicht wirklich über seine Gegenwart. Dies führt u.a. im zweiten Teil zu schweren Einbußungen, was das Verständnis seiner Handlung betrifft. Er wirkt leider wie ein Roboter einer schematischen Figur eines Thrillers vergangener Zeiten.
Ein interessanter Punkt ist dennoch seine Erzählweise. Das Buch beginnt mit dem Epilog und arbeitet sich immer weiter zum "Anfang". Wahrscheinlich eine Anspielung auf die Auflösung von Alinas "Fähigkeiten". Das ist etwas verwirrend und gefällt. Fitzek halt :)
Zusammenfassend muss ich auch hier meine Worte relativieren - ich kritisiere vielleicht zu viel. Ich liebe Fitzek und halte ihn für einen der fähigsten "Nachwuchs"-Schreiber dieses Landes. Seine Bücher fesselten mich und gaben mir neue Leseeindrücke, ähnlich King, Hohlbein oder Schnee der auf Zedern fällt. Das Buch ist ein tadelloser Thriller für all diejenigen, die Fitzek nicht so intensiv auf dem Radar haben wie ich. Ein Psychothriller, wie er sie vorher erschaffen hat, ist es leider nicht. Die Geschichte lässt sich verdammt gut lesen, sie ist spannend und prikär, die Figuren sind gut bis in Ordnung dargestellt, ein wenig zu viele Stereotypen trifft man, böser Bulle, guter Bulle wird ein wenig zu sehr ausgelutscht und Teile sind für geübte Fitzekleser erahnbar. Das sind Nuancen, die es aber eben ausmachen, wenn man einen "Fitzek" bewerten soll.
Letzendlich bleibt: Fesselnder Thriller, aber nicht die gewohnte Leere und Fassungslosigkeit, die man sich bei "Trip Fitzek" wünscht.
FAZIT
Für alle, die einfach mal einen richtig guten Thriller lesen wollen, ist dieses Buch ein Hochgenuss. Wer einen guten Psychothriller aus dem Hause Fitzek lesen will, der wird vielleicht enttäuscht werden. Vielleicht gibt es hier Menschen, die meinen Twist in der Bewertung nachvollziehen können? Wer weiß. Ich regele ihn mit dem Mittelmaß. 4 Sterne!
Bilder
Der Augensammler - Psychothriller / Sebastian Fitzek
nden Zeit für die Suche. Das ist seine Methode. Nach Ablauf der Frist stirbt das Opfer in seinem Versteck. Doch damit ist das Grauen nicht vorbei: Den aufgefundenen Leichen...
Etikett des Sammlers ist ihm nicht angemessen. Es stimmt: Der Augensammler tötet die Mütter, entführt die Kinder und gibt den Ermittlern die Chance, in etwas mehr als 45...
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23.04.2012 21:37
wie finde ich denn- neben ciao- noch die Zeit, bücher zu lesen???
18.04.2012 08:22
Mal wieder voll mein Beuteschema
15.04.2012 14:50
nicht mein Genre