Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
gut durchdachte Story |
| Kontra: |
Spannung lässt etwas nach, wird klischeehaft |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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.. so heisst es in einem Schlager von Karel Gott, oder?
Nun ja, Julia reist von Frankreich aus auch fast um die ganze Welt nach Neuseeland, um Paul zu heiraten.
Paul, den sie nur einmal gesehen hat, damals vor drei Jahren..während des zweiten Weltkrieges. Die beiden verband eigentlich nicht mehr als ..."ein nächtlicher Tanz, eine Fahrt an der Küste entlang, während die Morgendämmerung wie eine rosa Linie am Horizont heraufzog, ein verwelkter Strauss Maiglöckchen, ein halbes Dutzend schüchterner, förmlicher Briefe, die alles oder nichts bedeuten konnten" (Zitatende)
Drei Jahre hatte sie nichts von Paul gehört, dann kam ein Brief. Ein Brief, der sie dazu brachte, sich in Paul zu verlieben. So entschloss sie sich, den enthaltenen Heiratsantrag anzunehmen und nach Timaru zu reisen, dem Ort, bei dem Paul eine Schaffarm hat.
Paul kann es anscheinend gar nicht erwarten, denn am liebsten wollte er sie direkt nach der Ankunft in Wellington heiraten. Aber Julia hat sich wenigstens eine Hochzeit nach ihren Wünschen erbeten.
Aber schon in Wellington hat sie einen anonymen Brief erhalten, etwas in der Art "Wenn Sie Paul Blaine heiraten, werden Sie unglücklich werden".
Julia tut das als Streich ab und reist landeinwärts. Aber irgendwie scheint sich alles gegen sie verschworen zu haben, denn Paul ist nicht da, um sie abzuholen. Sie wartet den ganzen Tag, wird immer unsicherer in ihrer Entscheidung, ist müde und wartet.
Am Ende taucht Davey auf, der sie auf die Farm bringen soll. Julia bringt ihn dazu, sie sofort auf die Farm zu bringen und nicht erst am nächsten Tag, wie es geplant war... kaum trifft sie in ihrem neuen Zuhause ein, passieren lauter mysteriöse Dinge: Paul erkennt sie gar nicht, als sie eintrifft (sie ihn aber auch kaum, der Krieg hat ihn auch äusserlich verändert, Narben von chirurgischen Eingriffen sind zurückgeblieben), das Haus ist total heruntergekommen, seine überdrehte Mutter tanzt ständig um sie herum, passt auf, dass ihr Blick nicht allzu lang auf einer Stelle bleibt. Paul versammelt eine Schar Frauen um sich, die Nachbarin, die sich um seinen verrenkten Fuß kümmert (der Grund, wieso er Julia nicht abholen konnte), Lilian, die sich um den Haushalt kümmert, dann taucht auch die Frau seines toten Bruders Harry auf.. und alle scheinen durch eine Art Hassliebe mit Paul verbunden zu sein. Und ständig kommen wieder diese Drohbriefe. Ihr Ton wird härter, drängender..
Julia weiss, dass die Bewohner der Farm ihr etwas verschweigen, aber was??
Die Autorin Dorothy Eden hat mit 'Der Drohbrief' einen ziemlich soliden Psychokrimi hingelegt. Keiner der einen unbedingt vom Hocker haut, aber schon einer, bei dem man unbedingt wissen will, wer sich da gerade hinter wem verbirgt.
Man muss sich immer nur vor Augen halten, in welcher Zeit der Roman spielt, nämlich Ende der 40er Jahre des 20 Jahrhunderts. Die Frauenrolle war einfach eine andere als heute. Denn ab und zu habe ich schon mit dem Kopf geschüttelt und mich gefragt, mit welchen lauen Erklärungen Julia sich denn noch zufrieden geben will.
Vom Stil her schmückt Dorothy Eden die Szenen gerne aus, ich denke, das kommt bei der Leseprobe oben ganz gut heraus. Aber ich finde, das gehört zu einem guten Psychokrimi dazu, denn hinter jeder noch so kleinen Kleinigkeit kann sich etas verbergen.
Das Buch hat gerade mal 188 Seiten, ich kann es zum zwischendurch lesen nur empfehlen. Ich habe es mal wieder auf dem Remittendetisch für 2 Euro ergattert. 'In Echt' kostet es 3 Euro, erschienen ist es im Pavillon Verlag (ISBN 3-453-16432-6)
Viel Spaß beim Lesen
<BabsS>