Roland ist nicht mehr einsam
13.06.2002
Pro:
Idee, Schreibstil
Kontra:
schwer zu verstehen, wenn man Teil 1 nicht gelesen hat
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Stil
Unterhaltungswert
Spannung
mehr
 stubsi_
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:65
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 138 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nach meinem Bericht über "Schwarz", dem ersten Teil einer ungewöhnlichen Fantasygeschichte von Stephen King, möchte ich euch gerne wissen lassen, wie es weitergeht. Erinnern wir uns: *°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*Roland, der letzte Revolvermann, ist auf der Suche nach dem dunklen Turm. Diesen sucht er seit seiner Kindheit, und ihn zu finden, ist nun sein Lebensziel. Doch dazu brauchte er den Mann in Schwarz, denn nur dieser konnte ihm den Weg zeigen. So verfolgte Roland ihn durch die Wüste, lernte auf seiner Reise einige Menschen, aber vor allem die Einsamkeit kennen. Nach Wochen ist sein Ziel, der Mann in Schwarz, zum greifen nah, doch Roland muss vorher eine schwere Wahl treffen. Das passierte also im ersten Teil von Der dunkle Turm. Heute möchte ich euch aber, wie schon erwähnt, die Fortsetzung näher bringen. Der zweite Roman heißt Drei und erschien erstmals 1987. Die Story: *°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°* Roland befindet sich wieder auf Reisen. Er hat sein Ziel, den dunklen Turm, zwar noch lange nicht erreicht, doch er ist ihm näher gekommen. Von dem Mann in Schwarz hat er erfahren, dass für seine Reise drei Gefährten vorherbestimmt wurden. Ihre Namen kennt er noch nicht, nur eine Beschreibung der jeweiligen Person, und diese hören sich nicht positiv an. Der Gefangene, die Herrin der Schatten und der Mörder sollen seine Kameraden werden. Noch leben sie in einer anderen Welt, und Roland muss sie zu sich holen. Dies kann er nur durch Türen, die seine Welt mit der seiner Gefährten verbinden. Roland wandert einen langen Strand entlang, auf der Suche nach der ersten Tür, hinter der sich der Gefangene befindet. Auf seinem Weg wird er von riesigen Krebsen schwer verwundet, doch er schafft es. Kaum hat er die Tür geöffnet, befindet er sich in einer anderen Welt und sieht mit den Augen eines Anderen. Langsam begreift er, dass der Junge Mann, mit dem er sich jetzt einen Kopf teilt, abhängig ist. Roland kennt Drogen aus seiner Welt und kann das Problem verstehen. Doch er muss den Gefangenen, Eddie, dazu bringen, sich ihm anzuschließen und gerät dabei in Große Gefahr. Auch die Herrin der Schatten muss auf diese Weise zu Roland gelangen, und das stellt sich nicht als einfach heraus. Odetta hat zwei Persönlichkeiten, ausserdem sitzt sie im Rollstuhl. Sie ist unberechenbar und wenn sie zu der agressiven Detta wird, müssen Roland und Eddie gut auf sie aufpassen. Durch Eddies Tür muss Roland noch einmal in die unbekannte Welt, um sich Medizin gegen die Blutvergiftung zu holen, die er sich durch die Verletzung der Krebse geholt hat. Er lässt Eddie und Odetta in seiner Welt zurück. Doch Detta plant, Eddie umzubringen und den letzten Revolvermann so für immer in die andere Welt zu verbannen. Ich muss zugeben, die Geschichte hört sich etwas kompliziert an. Ich bin mir aber sicher, dass auch wenn ihr das Buch nicht gelesen habt, ihr euch ein Bild davon machen könnt. Da Drei die Fortsetzung von Stephen Kings Der dunkle Turm ist, stellt sich als erstes die Frage, ob man das Buch auch ohne den ersten Band lesen und verstehen kann. Ich kann es euch nicht empfehlen, da ihr Roland im ersten Band kennenlernt und so sein Handeln nicht verstehen werdet. Seine Beweggründe, den dunklen Turm zu finden, werden zwar auch in Schwarz nicht näher erklärt, doch Roland zeigt deutlich, wie wichtig ihm sein Ziel ist. Wenn ihr die Möglichkeit habt, beide Bücher zu lesen, rate ich euch dazu. Denn so werdet ihr mehr Freude daran haben.Da ich den ersten Teil schon gelesen hatte und begeistert war von der Welt, die King da erschaffen hatte, kaufte ich mir also auch Drei. Und ich habe es nicht bereut. Dieser Band ist gelungener als der erste, King konnte sich wohl doch damit anfreunden, seine Fantasygeschichte nicht auf Horror-Art zu erzählen sondern auf Gefühle einzugehen. Er schaffte es auch, mehrere Welten zu verbinden. Durch die Türen gelangt Roland immer wieder in die Welt, die wir kennen. Doch seine beiden Gefährten kommen aus verschiedenen Jahrzehnten. So kann Roland sich nicht nur zwischen Welten bewegen, sondern auch in der Zeit. Ich finde es beeindruckend, wie King den Revolvermann beschrieben hat. Denn Roland kennt keine Supermärkte, großen Städte und Polizei. King schafft es, Rolands Verwunderung perfekt zu beschreiben, der Leser kann mitfühlen, wie fremd sich der Revolvermann vorkommen muss. Doch auch seinen typischen Horror-Stil gibt der Autor in Drei nicht ganz auf. So muss der Leser nicht auf die geliebten Blut-Szenen verzichten, wenn Roland mit den Monsterkrebsen kämpft und dabei schwer verwundet wird oder ein Blutbad in Eddies Welt anrichtet. Also werden auch typische King-Fans auf ihre Kosten kommen. Sehr schön finde ich auch, dass der Autor den beiden Gefährten von Anfang an Charakter gibt. Wir sehen Eddie gleich als Drogensüchtigen, der seit seiner Kindheit mit Problemen kämpfen muss, die ihm sein Bruder beschert hat. Doch noch besser beschrieben finde ich Odetta, die reiche Schwarze im Rollstuhl, die eine zweite Persönlichkeit hat. Sie wurde in einer Zeit geboren, in der Rassenhaß weit verbreitet war. Das hat sie für ihr Leben geprägt, und King schafft es wunderbar, den Leser in ihre Gedanken sehen zu lassen. So leidet man sogar mit Detta, wenn sie einen Anfall bekommt und agressiv wird. Auch die Welten sind wieder sehr detailiert geschildert, so fällt es dem Leser leicht, in der Story zu versinken, obwohl das Buch in der Erzählform geschrieben wurde. Wir sind von Fortsetzungen ja eigentlich gewöhnt, dass sie ein billiger Abklatsch zum Original sind, nur um den Lesern noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Gerade deshalb hat mich verwundert, dass Drei besser ist als der erste Teil. Man hat den Eindruck, King lernt mit jedem Kapitel mehr über das Schreiben von Fantasy-Romanen. Wer Schwarz also gelesen hat und nicht so begeistert war, sollte es mit Drei trotzdem versuchen. Textstellen: *°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°* "Did-a-chick?" erkundigte sich die Monstrosität mit ihrer flehentlichen Stimme; Roland sah die Kuppen des ersten und zweiten Fingers seiner rechten Hand im gezackten Schnabel des Wesens verschwinden. Es schnellte erneut vor, und Roland hob die tropfende rechte Hand gerade noch rechtzeitig, umd die beiden verbleibenden Finger zu retten.Detta sah sich in der Tür, sah sich selbst durch ihre Augen, sah sich durch die augen des Revolvermanns, und ihr Gefühl der Verwirrung war ebenso plötzlich wie das von Eddie, aber viel heftiger. Sie war da. Sie war da, in den Augen des Revolvermanns. Sie hörte den heranbrausenden Zug. Odetta! schrie sie, und plötzlich verstand sie alles: Was sie war und wann und warum es geschehen war. Detta! schrie sie, und plötzlich verstand sie alles: Was sie war und wer es getan hatte.Ein kurzes Gefühl, als würde ihre Innenseite nach außen gekehrt ... und dann ein ungleich schmerzhafteres. Sie wurde in Stücke gerissen. Das Buch: *°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*Das Cover ist in pink gestaltet, wie beim ersten Band sieht man nur den schwarzen Schatten einer Burg und natürlich Autor und Titel. Wo ich es gekauft habe, kann ich jetzt nicht mehr genau sagen, da es doch schon einige Jahre in meinem Bücherregal steht. Ihr werdet es aber sicher in jedem Buchhandel und bei amazon.de finden. Es erschien im Heyne-Verlag und die ISBN ist 3-453-12385-9. Fazit: *°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*Ich kann euch das Buch nur empfehlen, wer den ersten Teil des dunklen Turms nicht mochte, sollte es lesen, da es viel besser ist. Wer den ersten Teil gut fand, wird überrascht sein, wie viel besser King noch schreiben kann. Und wer den dunklen Turm noch gar nicht kennt hat was verpasst. Es ist eine wunderschöne Fantasy-Erzählung, die ich jedem nur empfehlen kann. Vielen Dank fürs Lesenstubsi_
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20.12.2004 16:23
Ich habe schon ziemlich viel von der Turm-Saga gehört, aber noch kein einziges dieser Bücher gelesen. Ich habe es mir aber vorgenommen. Alles Gute, Alaniya
28.06.2004 15:31
Ich lese das Buch grade und bin begeistert. "Schwarz" hatte ich nach 2 Tagen durch =)
12.09.2003 14:50
Hast Recht, sehr gutes Buch, aber ohne den ersten Band schwer zu verstehen.